DIE KIRCHENMAUS

 

DIE KIRCHENMAUS

Mancher ist es nur symbolisch,
doch aber ich bin streng katholisch,
Frommheit ist bei uns ja eh da,
die Eltern nennen mich Christeta.
 
Wind bei uns aus Rom nur weht,
vor dem Frühstück -, Frühgebet,
dann Weihwasser auf die Stirn -,
und `nen Bibel-Spruch in’s Hirn.
 
„Wir danken Jesu, der Du gabst“ -;
an der Wand ein Bild vom Papst -,
auch Urgroßmutters Todanzeige,
sowie geweihte Buchsbaumzweige.
 
Rasch Marienbildchen küssen,
bevor wir in die Schule müssen -;
zu den „Heiligen Ursulinen“,
die in frommer Armut dienen.
 
Dort die Morgenandacht hören -:
„Mich kann Satan nie betören !“
Wir sprechen Claudius-Gedichte;
studieren jüdische Geschichte.
 
Mittags die Kulturfilm-Stunde,
Titel: „Die Herz-Jesu-Wunde“.
Wir hörten, dass die Heiden töten -;
die Mission ist höchst vonnöten !
 
Die heutige Welt in Teufels Fron,
deshalb die „Innere Mission“ -;
drum wahrer Christen Augenmerk,
auf’s „Evangelisierungswerk“.
 
ooooooooooooooooooooooooooo
 
Vollgepackt mit frommem Schund,
Selbstgefühl als „armer Hund“ -;
der Katholiken Mindest-Soll
heißt: leidenswillig -, demutsvoll !
 
Christeta ist ja doch ein Mädchen,
Mädchen lieben bunte Fädchen -;
sie trägt weiß-blaue Farben gern,
und obendrauf den Juden-Stern.
 
Natürlich hat sie auch Gelüste,
es wuchsen ihr zwei zarte Brüste,
und tief im Höschen juckt ihr was,
das wird bei Jesu Anblick nass.
 
Sie muss das Bildchen immer seh’n,
„Der liebe Gott ist doch zu schön !“
Sie presst’ es auf ihr Nachtgewand,
den „Herrn“ zu lieben ist kei’ Schand’.
 
Und würd’ sie einen Dildo brauchen,
tät sie in Weihwasser ihn tauchen,
bevor sie ihn mit Scham benutzt
und meint, die Seele sei beschmutzt.
 
Das können Katholiken gut -,
dies’ Schüren der naiven Glut -;
und Schuldgefühle zu erzeugen,
um Seelen tief hinab zu beugen.
 
So züchtet man sich blöde Knechte,
verweigert erste Menschenrechte -;
und hält als Dunkel-Frau und -Mann,
möglichst lang’ die Uhren an !
 
Genau besehen sind das Heuchler,
allerschlimmste Fortschrittsmeuchler;
Vernunft und Wahrheit sind ihr Feind,
und auch mit Bosheit eng vereint 
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