HEXEN-BESEN

 

HEXEN-BESEN

Hexen, Hexen -, Zauberwesen,
Hexen reiten auf dem Besen -,
schwirren aus den Kellergrüften,
hoch hinaus in Frühlingslüften.
 
Ihre Scharen zieh’n zum Brocken,
wo bereits die Schwestern hocken,
wo sie im größten Hexen-Nest,
bereiten sich zum Liebes-Fest.
 
All’ die guten Geister kommen,
im alt-echten Sinn die Frommen,
die der Erde treu geblieben,
der Naturkraft sich verschrieben.
 
Baldur heißt der Wachstumsgeist,
der jetzt durch die Lande reist,
der Hexen-Hirne zärtlich küsst,
wild entfacht ihr Trieb-Gelüst’.
 
Vorbei, des Winters Todes-Mängel,
Baldur lebt in jedem Stängel,
in jedem Keim der sprießen will,
in der Mond-Zeit: März - April.
 
Winter-Hölzer werden brändig,
jeder Stecken wird lebendig,
wo nur ein Funken Leben steckt,
wird er jubelnd auferweckt.
 
Manches alte Holz wird jung,
rüstet sich zum frischen Sprung,
kommt mit seiner Lust ins Reine,
fährt den Weibern an die Beine.
 
Laue Frühlingswinde keuchen,
Besen brennen an den Bäuchen,
Sehnsucht lebt in den Geschöpfen,
die Löffel tanzen in den Töpfen.
 
So erwachsen die Gewächse -,
jede Frau wird jetzt zur Hexe -,
kennt des Besens Lust-Gebärde,
weiß sich als ein Kind der Erde.
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