FLIEGENLEIM

 

FLIEGENLEIM

Such’ ich auf Frauen Bild und Reim,
fällt mir nur ein, der Fliegenleim.
Das ist die schlimmste Welt-Intrige,
denn als Mann bin ich die Fliege !

Der Vergleich ist wahrhaft treffend,
weder Sie noch Ihn veräffend -;
der Fliegenleim als Sucht-Metapher,
erklärt das Los der Fliege straffer.

Ich summe harmlos durch den Raum
und denk’ fast nie an Böses kaum;
dann seh’ ich plötzlich Eine sitzen,
bei Frauen komm' ich gleich ins Schwitzen.

Schon, wie diese Frauen riechen,
man möchte förmlich in sie kriechen;
und kommt man auch nicht ganz hinein,
doch aber mit dem siebten Bein.

Ich mein’ natürlich meinen Rüssel,
mit dem ich nasche an der Schüssel,
den ich zum Gründeln gut gebrauche,
wenn ich in süße Gründe tauche.

Und immer ist man tief betroffen -;
die Frau als Saft macht schnell besoffen,
und will man anfangs oft nur flüchtig,
so bleibt man lebenslang doch süchtig.

Man kommt von Frauen niemals weg,
so geht’s den Mäusen mit dem Speck,
den Bienen mit dem Honigseim,
uns Fliegen mit dem Fliegenleim.

Die Weiber sind halt allzu lockend,
erwach’ ich morgens erst mal stockend,
so bin ich hellwach doch sogleich,
zeigt sich ein Weibchen im Bereich.

Dann möchte ich den Blick nicht wenden,
laufe senkrecht an den Wänden,
werd’ ganz kribbelig und nervös,
wer schafft’ es da und bleibt seriös ?

Gedanklich bin ich schon am Saugen,
seh’ ich doch mit Facetten-Augen,
des Weibes Reize hundertfach,
das macht die stärkste Fliege schwach.

Das Bild der roten Lippenschwünge,
hilft selbst den Lahmen auf die Sprünge -;
Weibes Kurven, Hüften, Busen -,
formschön zart wie See-Medusen !

So kleb’ ich klar unlösbar fest,
wahrscheinlich für den Lebensrest,
auf solchem Weiber-Fliegenleim -,
werd’ niemals frei und komm’ nie heim.

Komm’ niemals bei mir selber an,
ich schwirr' umher als Fliegenmann -;
zeitlebens flieg’ ich auf die Frau’n,
so unersättlich wie ein Faun.

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