DIE GEBORSTENE GLOCKE

 

DIE GEBORSTENE GLOCKE

O Elend, Schmach und Schande,
nie sank das Heil so tief
im heil'gen Heimatlande -,
die Gottheit aber schlief.

Dämonen, Dämonen dreh'n sich im Tanz,
im Narrentreiben, im Mummenschanz;
da irrlichten Buße und Reue,
scheu drückt sich in Winkeln die Treue.

Es geifern die Spötter, die garstigen Speier,
es bläh'n ihre Bälge die Lügengeier.
Und aus der Kloaken Schatten,
da huschen die Ratten, die Ratten.

Die „Wehrmachtsausstellung“ zu Frankfurt am Main
soll der Festplatz rotäugiger Werwölfe sein.
Dort hüpft ihren Reigen die Höllenbrut,
zu saufen gibt's fassweise deutsches Blut;

gezapft im Kriegsend-Befreiungsgrauen
von zu Tode geschändeten Mädchen und Frauen.
Dazu frisst man -, in Streifen geschnitten, gebraten -,
das Fleisch junger deutscher Wehrmachtssoldaten.

0h Gott, setz doch ein Zeichen !
Was lässt du noch gescheh'n,
soll alle Würde weichen,
soll alles Recht vergeh'n ?

Das Zeichen geschah zum Hohen Maien,
sie zwangen die Glocke, sich selbst zu entweihen.
Als sie läuten sollte über der Lüge,
da zerriss sie verzweifelt ihr Hängegefüge.

Sie stürzte hinab sich vom Glockenstuhl,
zu zerschmettern den schamlosen Lügenpfuhl.
Sie mochte die Schmach nicht ertragen,
dem entehrenden Zwang sich versagen.

Einst stimmte sie froh ihren starken Sang
für die Männer auf ihrem tapferen Gang,
aus den vielen deutschen Gauen
ein einiges Reich zu erbauen.

Sie sah das Erwachen der deutschen Herzen,
erbebte im Glück, in Trauer und Schmerzen,
sah wachsen die Frankfurter Drachensaat
und der hassblinden Hirne Heimatverrat.

Die Glocke ist zersprungen,
die deutsche Seele nicht.
Die ist noch nicht verklungen,
hat sie sich freigerungen,
dann hält sie ihr Gericht.

Ich dank' dir, Gott der Ahnen
dort droben in Walhall -
für dieses Glockenmahnen,
für diesen Glockenfall.



 

PS: Am 15. April 1997 wurde die unehrlich-tendenziöse sog. „Wehrmachtsausstellung“ in der Paulskirche - Stätte der ersten deutschen National-Versammlung (1848/49) - zu Frankfurt am Main eröffnet (siehe Bild). Die „Christusglocke“ (Gussjahr 1830) löste sich beim Stadtgeläut am Pfingstsamstag, dem 15. Mai 1997, aus ihrem Joch und stürzte herab, wobei sie vollkommen zerstört wurde.

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