DER SCHÖNE MANN

DER SCHÖNE MANN

An mir ist wirklich alles dran,
ich bin ein sehr besond’rer Mann,
ich habe manche Frau geseh’n,
doch keine war wie ich so schön.

Seh’ meinen Rücken gern im Spiegel,
sonnengebräunt wie frische Ziegel,
muskelgeziert bis hin zur Lende,
ein harter Hintern dann am Ende.

Die Beine auch, zwei Muskelsäulen,
dass Frauen leicht vor Wonne heulen;
mein Bauch ist reinster Stahlbeton,
bestechend knackig in Fasson.

Von den Schultern und der Brust,
ist schon das Reden reinste Lust,
und die Kräfte meiner Arme,
leugnet nichtmal der Infame.

Mein Blick ist stolz, die Augen blau,
davor ergibt sich jede Frau -;
hab’ weder Brille, Bauch noch Bart,
auch meine Mähne ist apart.

Im Geiste bin ich ungeschlagen,
kann mich mit jedermann vertragen,
hab’ Witz wie Wissen und Manieren,
mit mir wird keiner sich blamieren.

Bin nicht vergesslich wie ein Sieb
und obendrein bin ich noch lieb,
bin zärtlich, aufmerksam und höflich,
genau das Gegenteil von döflich.

So bin ich klar der Favorit,
ein anderer kommt da nicht mit,
nur leider bin ich somnambul -,
und obendrein pervers und schwul.



PS: Ich spreche hier nicht von mir, sondern vom „Schönen Mann“, an dem - wenn auch fast alles stimmt - irgendwo doch ein Haar in der Suppe ist -; wovon die meisten Frauen ein Liedchen singen könnten.

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