VIER HUNGRIGE KÖCHE

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VIER
HUNGRIGE KÖCHE

Kommune, Loge, Zion, Rom -,
vier Köche steh’n beisammen,
um ihres Herdes Flammen.
Ihr Sud im Kessel brodelt schon
so lange.

Der Sudhauch schwelt durch jedes Land,
das ist der Gleichheitswahn -,
und rührt er die Gehirne an,
dann stehen sie gebannt,
in Bälde.

Voll frechem Witz ist mancher Kopf,
bis dass der Wahn ihn greift,
zerstört und frisst. Und fressend reift
ein fetter Wurm im leeren Topf,
am Ende.

Weh’ dem, der nicht den Vielen gleicht,
sie gar noch überragt,
der ganz vermessen wagt,
am Schleierzipfel auch vielleicht,
zu zupfen.

Weh’ dem, der seinem Blute folgt,
und dessen Stimme spürt,
sein eignes heiles Wesen führt,
und der sich sorgt,
darum.

Wenn einst des Wahnes Nebelspur
auf allen Hirnen liegt,
ist bald das echte Blut besiegt -;
mit Krücken tanzen nur
Bastarde.

Vermischter, gleicher Menschenbrei,
der ist so leicht zu rühren,
mit dem Löffel gut zu führen.
Vier Fresser reiben sich dabei
die Bäuche.

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