VERBAL-SCHMUTZ-FILME

 
SCHMUTZ-FILME
 
Unter amerikanischer Lehranleitung,
hollywood’scher Schmutzverbreitung,
sinkt des deutschen Lehrlings Wesen
nieder, zum Kloaken-Besen !
 
Der Yankees dreckige Redensarten,
die keinen dritten Satz abwarten,
bis sie Schweinereien tönen,
war dem Slang nie zu entwöhnen.
 
Nie war‘s in deutschen Filmen üblich,
war‘n die Zeiten auch betrüblich,
zu nutzen solche Schimpf-Begriffe:
„Ficken, Scheiße, Schwanz + Schiffe“.
 
Ich wurde deutlich wider Willen,
doch wir brauchen scharfe Brillen,
um den Niedergang zu sehen,
wie deutsche Sitten untergehen.
 
Schamlose Regisseure schaffen,
mit des billigen Schmutzfilms Waffen
den deutschen Geist hinabzuziehen.
Dafür wird gern ein Preis verliehen !
 
Helmut Dietl war nie ein Paganini,
er schuf die Kakophonie „Rossini“,
ein Filme-Machwerk übler Prägung,
weiß Gott, bei einer milden Wägung.
 
Verbalinjurien veredeln keine Streifen,
sind kein Beweis für aktuelles Reifen,
oder postmodernes Toleranzen,
die gute Sitten hängen nur in Fransen !
 
Der deutschsprachige Regisseur Helmut Dietl (1944-2015), versuchte mit seiner Film-„Komödie“, des Titels Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“, 1997, die in US-amerikanischen Streifen üblichen und unvermeidlichen Fäkalbegriffe, auch dem deutschen Publikum nahe zu bringen und publik zu machen. Er hat damit ein Machwerk primitivster Superlative gelandet. Worum geht es dem Drehbuch nach ? „Ein Regisseur und ein Produzent treffen sich in einem bayrischen Restaurant und planen eine Filmproduktion. Daraus ergeben sich geheime Deals und Psychospielchen.“ Der DVD-Film verführt leicht zum Kauf durch seine großen Namen der Mitwirkender: Götz George, Mario Adorf, Heiner Lauterbach usw.. Die überraschende Alterseinstufung lautet: „Freigegeben ab 12 Jahren“; der gewünschten Versauung der neudeutschen Jugend wird damit gern Folge geleistet. Die volle Liste der versammelten „Filmsterne“ am düsteren Abendhimmel lautet: Regisseur Helmut Dietl, Darsteller: Carola Regnier, Herman Van Ulzen, Erich Hallhuber, Irene Rindje, Antonio Miglietta, Enzo Aulisio, Hilde Van Mieghem, Christina Mertenbacher, Eva Sommer, Andrew Kaisler, Joachim Król, Hubert Fischer, Cora Derksen, Burghart Klaussner, Frank Magnus, Götz George, Ekkehard Günthel, Angelo Monti, Bianca Brauer, Gabriele Dossi, Anna Heidenreich, Hannelore Hoger, Armin Rohde, Edgar Selge, Jan Kollarik, Linda Caroll, Christian Berkel, Elisabeth Grundl, Franco Coschignano, Eva Ingeborg Scholz, Gaby Hahn, Howard Fine, Armin Bielmeier, Gudrun Landgrebe, Artur Albrecht, Eva Mend, Heiner Lauterbach, Ekkehard Brandhoff, Jean-Yves de Groote, Hannes Kaetner, Axel Gesprochen U. A. V. Milberg, Giulio Ricciarelli, Jan Josef Liefers, Katharina Hagn, Veronica Ferres
 
Die dürftige Handlung: „Jeden Abend trifft sich die Medien-Schickeria einer nicht näher benannten Großstadt (die jedoch sehr nach München aussieht) in dem Luxusrestaurant ,Rossini'. Für die illustre Gesellschaft ist das ,Rossini' ein zweites Zuhause. Einen Abend lang verfolgt Helmut Dietls satirischer Film das turbulente Treiben im ,Rossini'. Da gibt es eine nymphomanische Journalistin, deren neuestes ,Opfer', ein Regisseur, unter Potenzproblemen leidet, einen hoffnungslos verliebten Schönheitschirurgen, dessen Angebetete sich derweil nicht entscheiden kann, ob sie den Lyriker Bodo oder den in Finanzproblemen steckenden Filmproduzenten Oskar zum Geliebten nehmen soll. Und natürlich Rossini selbst, der sich in seinem eigenen Lokal wie ein Butler der versnobten Gäste fühlt. Als dann auch noch eine verführerische, mysteriöse Schauspielerin namens Schneewittchen im Restaurant auftaucht und den Frauenfeind Rossini umgarnt, gerät das Geschehen endgültig aus den Fugen.“
 
Die verbalen Highlights des Films: Die von zwei Männern, mit denen sie abwechselnd ins Bett steigt, umschwärmte „Königin der Nacht“ Gudrun Landgrebe, zu ihrem Arzt: „Ich will scheißen können wie früher auch, gib mir was, dass ich wieder scheißen kann.“ - Hannelore Hoger, als nymphomanische Journalistin, sucht über den ganzen Film, bis zum Ende vergeblich, einen potenten Kerl der mit ihr ins Bett steigt. Nur den körperlich schwächeren, etwas senilen Bestseller-Autor Joachim Król, scheint sie durch einen überraschenden Selbstverteidigungsangriff in die Ecke und unter den Tisch gedrängt, nicht aus den „Krallen“ gelassen zu haben, wobei ihr ein Biss in die Vorhaut gelungen zu sein scheint, welcher der ärztlichen Notversorgung bedurfte. Auch bei Götz George (Uhu Zigeuner) gelingt es ihr nicht, sexuelle Zuwendung zu gewinnen. Sie liegt mit ihm in der Kiste und drängelt: „Ich gehe nicht, bevor ich nicht meinen Orgasmus habe, dreh‘ Dich auf den Rücken, gib mir Deinen Schwanz, ich kriege ihn schon hoch.“ - Heiner Lauterbach: „Lange krieche ich dem nicht mehr in den Arsch.“ - Mario Adorf: „Ich kann meinen Hund lieben, mein Auto … aber keine Frau, Frauen sind doch keine Menschen.“ - Edgar Selge: „Wenn ich so tief in der Scheiße sitze, komme ich früher an.“ - Götz George. „Das interessiert doch keine Sau !“ - Götz zu Joachim Król: „Natürlich hast Du sie [Frau von Götz] gebumst, das hast Du, Du Drecksau !“ - Hilde Van Mieghem, die noch ungeschiedene 5. Frau von Götz, zum Autor Joachim Król: „Macht er keinen Film, dann er kriegt keinen hoch, aber macht er einen Film, dann kriegt er einen hoch, viele, immer.“ Das ist ihrerseits der Grund, warum der Autor sein Buch zur Verfilmung freigeben soll. - Heiner Lauterbach: „kein Juristendeutsch, da scheiß‘ ich drauf !“ - Veronica Ferres zu ihrer lesbischen Freundin: „dafür war ich Dir gut genug, zum Ficken, zum Arsch abputzen, Speichellecken…“ - Heiner Lauterbach: „Die Scheiße ist am dampfen.“ - „Ihr Hosenscheißer !“ - Der „Lyriker Bodo“ bzw. Jan Josef Liefers zu Gudrun Landgrebe: „Lass Dir für jeden Fick zehn Braune hinlegen.“ - Götz George zu Heiner Lauterbach: „Wo gehst Du hin ?“ Lauterbach: „Schiffen !“, Götz: „Da geh‘ ich mit.“ - Der „Loreley“-Buchautor Joachim Król im Selbstgespräch, nach einem flüchtigen Wangenkuss von der Kellnerin Martina Gedeck: „Nur ein Kuss auf meine Wange und schon steht mir meine Stange …ah, wenn der Büstenhalter kracht….“ - Der Liebespoet, Jan Josef Liefers, zu Lauterbach: „Die haben Ihnen doch die Hosen ausgezogen bis zum Schweißfuß.“ Lauterbach entgegnet: „Na und, da scheiß‘ ich mit meinem nackten Arsch noch immer größere Haufen als alle drei Korinthenkacker da hinten.“ - Josef Liefers: „So schlecht kann der Film gar nicht sein, dass ihn nicht jedes Arschloch sehen will.“ - Produzent Lauterbach: „Diese dreckigen, hinterfotzigen, schweinischen Verbrecher“ und zu seinem Juristen Burghart Klaussner: „Was verstehst Du von Musik, Du Arschgeige, ich leg‘ doch nicht Millionen hin, bloß damit die Herren Künstler sich einen runterwichsen, nur ich guck zu wie der Kastrat und bin gefickt. Ich lass‘ mir doch nicht bei lebendigem Leib die Eier abbeißen von diesen Ratten. Auf so einen Film scheiß' ich doch. Weißt Du was Du jetzt machst, Du schleimscheißerischer Winkeladvokat, Du gehst jetzt rein zu dem Windisch, dieser Ratte, und sagst, seine Loreley, seine verschissene, die kann er sich in den Arsch schieben, rektal ! - Die Loreley, die verbrunste !“ - Ein typisch deutscher Gast, der vom Doktor dickere Brüste für seine Frau bestellen will („so richtig schwere Hämmer, so dicke, dolle Dudus“), springt auf, um den italienischen Wirt zu bedrohen, weil in seinem Lokal abwertende Begiffe über die Loreley gefallen sind: „Wer die Loreley beleidigt, bleidigt Deutschland -, Deutschland, das können Sie als Ausländer nicht ermessen, Sie Makkaroni !“ Der Wirt, Mario Adorf, krempelt die Ärmel hoch, zum Schlagabtausch bereit. Die Deutschtümelei soll damit hämisch karrikiert werden, denn Italo-, Türken- oder Judentümeleien sind tabu, aber über deutsche Aufgeregtheiten darf man heftig vom Leder ziehen und verbucht dafür allezeit einen Lacher. Im selben Sinne ist Dietls Passage zu verstehen, als der hoffnungspendende Geldgeber des Films, mit Zustimmung des Produzenten Lauterbach, meint, dass „wir Deutschen es den Amis mal richtig zeigen werden“ und man „Hollywood das Lichtlein ausblasen“ könne. Womit die unterstellte deutsche Großmannssucht auf die Schippe genommen wird. Da es mit anderen schon lange nicht mehr gelingt, nehmen die Neudeutschen am liebsten sich selbst auf den Arm. - Lauterbach zu Götz George: „Du Kameradenschwein, Du hast ausgeschissen, Du Judas, Du.“ - Lauterbach: „Wir kämpfen sie alle nieder, dieses Rattenpack !“ - Hannelore Hoger: „Ihr Männer seid alle Arschlöcher und die Frauen sind auch alle Arschlöcher !“ und „Es gibt keine Liebe zwischen Männern und Frauen, es gibt nur Sex und Sex ist auch Scheiße !“ - Die vielgeliebte Gudrun Landgrebe liegt bzw. reitet gerade auf Lauterbach in Rückenlage, stößt Lustschreie aus. Er: „Fick mich Du Tier !“, Sie: „Du bist der Einzige den ich liebe !“ Landgrebe, von Lauterbach abgesprungen, stachelt gegen ihren Zweitgeliebten, Jan Josef Liefers, zu Lauterbach gewendet: „Vor ‘ner halben Stunde hat der mich im Hof gefickt.“ Und an beide adressiert: „Was versteht Ihr von Liebe, reinstecken, abspritzen, niedergemacht … Seit ich Euch kenne bin ich verstopft, ich will wieder scheißen können, wie früher auch !“ - Veronica Ferres zu Regisseur Götz George: „Ich bin die Loreley, siehst Du das nicht, Du Arschloch ?“ - Lauterbach zum Poet Jan Josef Liefers: „Bodo lass‘ die Wichsgriffel von der Frau, die gehört mir !“ Vor Kurzem noch lag sie splitternackt und wohlgerundet in den Armen von Götz George. Gudrun Landgrebe bekam vom Busen-Doktor Armin Rohde, sogar noch eine späte Heiratsbitte, mitsamt seinem großen Vermögen, angetragen. Sie liegt, nach einer Nacht Bedenkzeit, aber am Ende in der blutigroten Badewanne, hat sich offenbar die Pulsadern aufgeschnitten. - Und das alles frei für Kinder ab 12 Jahren !
 
Über die ordinäre Verballhornung der deutschen Umgangssprache hinaus zielt das Dietl’sche Machwerk noch konkreter auf eine negative Infragestellung des Deutschseins. Im Rossini-Film geht es um das Filmprojekt „Loreley“, das eine Gruppe von letztlich nicht ernstzunehmenden deutschen Stammgästen im italienischen Lokal „Rossini“ besprechen will. Dietl beabsichtigt die Spiegelung einer angeblich albernen, geilen, unmoralischen, ausgeflippten, im Grunde aber kleinkariert-deutschen Gesellschaft herzustellen. Die vom Aussehen hübsche, langhaarig-blonde Veronica Ferres, der deutsche Idealtyp, muss ich von ihrer lesbischen Freundin sagen lassen, dass sie sich „hochschlafen“ will, um eine Filmrolle zu bekommen. Und sie selbst, das Abbild einer Loreley, gesteht dem Filmemacher Götz George, nach einem spontanen Geschlechtsverkehr: „Ich hab meinen Arsch und meine Titten hergehalten, nur, dass ich die … kriege, wegen der Rollen bin ich mit jedem ins Bett gegangen.“ Das soll sich, laut Dietls Zerrbild, assoziieren, beim Gedanken an das für Männer unerreichbare auf steilem Felsgestein lockende, aber keusche deutsche Märchenwesen der Loreley. Alles Hohe hinabzuziehen, das ist Dietls mieses Geschäft, womit er haargenau den Nerv der neudeutschen, linksverquasten - von den BRD-Regierungen geförderten - Multikult-Gesellschaft trifft. Kein Wunder also, dass auch sein „Rossini“-Film eine Reihe hoher Auszeichnungen erfuhr; man muss einen Köter nur füttern, dann wedelt er zutraulich mit Schwanz. Die Legenden-Loreley, die auf hohem Felsen der engsten Rheinpassage ihr goldenes Haar kämmt, zu der die Fischer hinauf sahen und in ihrer Verwirrtheit, in tödliche Strudel gerieten, ist neuerdings für jeden zu haben, der ihr ein Filmröllchen anbietet. Aber während des Castings, mit einer Auswahl hübscher Blondinen, stellt Lauterbach fest und George stimmt zu: „Ich sage Dir das zum letzten Mal, Du findest keine Loreley in Deutschland, solche Weiber gibt es nicht, guck Dir das doch an, das ist doch der letzte Schrott, das sind doch alles langweilige, unerotische, provinzielle Durchschnitts …“ Da sitzen eine Menge süßer, blonder, junger Frauen beim Casting, aber „das interessiert doch keine Sau“, stimmen die beiden chaotischen Filmemacher, Götz und Heiner, überein. Kurz vorher hatten sie sich ganz fürchterlich entzweit und dann doch wieder im lächerlich gemachten Rituell der Blutsbrüderschaft, mit gewaltigen Schlachtermesser, zumindest der eine, fast den Unterarm abgesäbelt. Zum Trost liegt aber die allzeit bereite Frau Landgrebe unmittelbar darauf auf Heiners Unterleib und seinem blutigen Hemd und stöhnt ihre Brunst, über quellendem Busengewoge, dem herbeigeeilten Zweitgeliebten entgegen: „Reiß mich doch herunter von ihm, wenn Du mich so liebst !“ Am Ende, wie schon erwähnt, liegt sie malerisch tot in der blutigen Badewanne. Ein erhabenes, erquickendes Lehrstück tieflotender Sinnstiftung, als Lebenshilfe für deutsche Menschen ab 12 Jahren ?       
 
Auszeichnungen für „Rossini“:
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