LISA AUS MARZAHN

 
 
Russlanddeutsche demonstrieren in mehreren Städten
 
 
LISA AUS MARZAHN
 
Was ist passiert, ein Kind verschwand,
war es in Kinderschänder-Hand ?
Das Mädchen schildert vier Versionen,
mit „südlich“ scheinenden Personen.
 
Die Russland-Deutschen sind empört,
dass alle Welt den Kummer hört,
standen sie auf und demonstrierten,
womit sie scheinbar sich blamierten.
 
Denn es sei rein gar nichts passiert,
wofür die Polizei plädiert.
Die Sex-Entführung war erfunden,
das konnten Fahnder klar bekunden.
 
Es gab nur Lisas „Blah, blah, blah“,
kein Wort ihres Berichts schien wahr.
Doch plötzlich wurd‘ die Story irrer,
auch Medien wirkten als Verwirrer.
 
Auf einmal wurd‘ jetzt umgepolt,
zwei „Täter“ aus dem Hut geholt;
ausdrücklich hat man sich beeiligt:
„Kein Nichtdeutscher ist beteiligt !“
 
Und vor Gericht bewies man es,
man klagte an den Ismet S.;
sein Sex-Verkehr war „einvernehmlich“,
war also nur die Lisa dämlich ?
 
Was wirklich war, man weiß es nicht,
es schloss die Türen das Gericht.
Was S. mit Lisa ausprobierte,
verschweigt man weil es sehr genierte.
 
 
Von der 13-jährigen Lisa aus Marzahn wurden pornographische Aufnahmen angefertigt
 
Was ist passiert ? Keiner weiß es offenbar genau, es wurde empört dementiert, das deutschrussische Mädchen Lisa hat angeblich gelogen, sie sei eine Schulschwänzerin, also keine Entführung, kein sexistischer Übergriff, oder doch ? Dementis werden dementiert, die Russen übertreiben, „spinnen die Russen“ ? Ich weiß nach dem Durcharbeiten etlicher Pressenachrichten immer noch nichts Genaues, das Gericht lässt Details nicht an die Öffentlichkeit kommen. Die Behörden, insbesondere die Polizei Berlin, standen wegen ihrer Öffentlichkeitsarbeit in In- und Ausland unter Kritik; unter anderem wurde ihnen eine „Salami-Taktik“ vorgeworfen.

Aus dem Text der „Berliner Morgenpost“ vom 30.01.2016 geht hervor, dass Svetlana F., die Mutter des Mädchens, berichtete: „Meiner Tochter geht es sehr schlecht“. Ihre Tochter befindet sich in „stationärer psychiatrischer Behandlung“. Nachdem sie wieder aufgetauchte, war Ihr T-Shirt, der Cardigan, ein Rucksack und das Portemonnaie verschwunden. „Sie hat geweint, hatte ein zerkratztes Gesicht, blaue Lippen und blaue Flecke von einer Prellung an der Nase.“ Die Polizei: „Sie sagt ja nun gar nichts Verwertbares.“ Sie habe bei ihrer zweiten Vernehmung auf einer Fachdienststelle der Polizei angegeben, dass es im Zeitraum ihres Verschwindens keine Entführung und keine Vergewaltigung gegeben habe. Seither schweige sie. Steht sie also unter Druck, hat sie Angst vor der Rache der Täter, wenn sie weitere Aussagen macht ? Es heißt, es werde gegen zwei junge Männer wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs ermittelt. Sie werden verdächtigt, in den Monaten vor dem Verschwinden des Mädchens sexuelle Kontakte zu ihr gehabt zu haben. Die Polizei geht davon aus, dass die 13-Jährige die Männer mit türkischem Migrationshintergrund schon über Monate kannte. Weil das Mädchen jünger als 14 Jahre ist, wäre auch einvernehmlicher Sex mit ihr strafbar.
 
Der Polizeisprecher sagte Ende Januar 2016: „In dem Fall konnten wir praktisch alles, was wir wussten, nicht kommunizieren….“ Der Fall der angeblich vergewaltigten 13-jährigen Lisa aus Marzahn bei Berlin sorgte vor etwas mehr als einem Jahr bundesweit für Schlagzeilen und schlug auch international Wellen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach von Vertuschung durch deutsche Behörden. Lawrow warf den deutschen Behörden eine Tendenz vor, „die Realität aus innenpolitischen Gründen politisch zu übermalen“. Deutsche Stellen wiesen die Unterstellungen ebenso empört zurück. Die Polizei veröffentlichte rasch ein Dementi: Nach den Ermittlungen des Landeskriminalamt „gab es weder eine Entführung noch eine Vergewaltigung“. Also alles ein Irrtum, alles nur Blah, Blah ! Bei den Entführern handle es sich um drei „südländisch aussehende Personen“, gab Lisa an. Bei weiteren Vernehmungen rückte sie von ihrer ersten Aussage ab und sagte, sie sei freiwillig mit den Männern mitgegangen. Laut Anwalt der Familie wies sie Hämatome auf und wurde „psychologisch betreut“. Acht Tage nach Lisas Anzeige, derzufolge sie von drei Männern entführt und vergewaltigt worden sei, wurde die Wohnung des 22-jährigen Ismet S. durchsucht. Zwei Männer gerieten in den Fokus der Ermittlungen, ein 23-jähriger und ein 20-jähriger, beide seien Deutsche, schrieb die Bild-Zeitung. Sie sollen zumindest Oral-Sex mit dem Mädchen gehabt haben. Dem Bericht zufolge konnte der 20-Jährige den Ermittlern glaubhaft versichern, dass er nicht wusste, dass Lisa erst 13 Jahre alt war. Gegen ihn werde nicht mehr ermittelt, heißt es. Der 23-Jährige soll dagegen Lisas Alter gekannt haben. Dann kam der „Fall Lisa“ also doch noch vor Gericht. Der jetzt 23-jährige Mann, der sexuellen Kontakt zu dem Mädchen hatte, muss sich wegen „schweren sexuellen Missbrauchs und Herstellung kinderpornografischer Schriften“ verantworten. Er hat seinen Missbrauch mit dem Kind sogar gefilmt. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte: „Wir ermitteln wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und haben derzeit zwei Beschuldigte.“ Es gebe Hinweise darauf, dass der Sexualkontakt einvernehmlich war. Trotzdem stelle er eine „schwere Straftat“ dar, da das Mädchen erst 13 ist. „Beide Verdächtigen waren keine Flüchtlinge“, sagte der Sprecher.
 
Im Januar vergangenen Jahres verschwand die 13-jährige Lisa aus Marzahn auf dem Weg zur Schule. Noch am Abend klebte die Familie des Kindes Suchplakate. Als das Mädchen nach 30 Stunden wieder bei seiner Familie auftauchte, sprach es von Entführung und Vergewaltigung. Im Internet kursierten Gerüchte, dass das Kind von Migranten vergewaltigt worden sei. Es gab Demonstrationen von zahlreichen russlanddeutschen Familien in verschiedenen BRD-Städten. Die polizeilichen Ermittler fanden schnell heraus - wie es hieß - dass an der Geschichte nichts stimmte. Die Russen-Proteste wurden demzufolge stärker. Lisa soll zugegeben haben, es seien nur Schulprobleme gewesen, weshalb sie für Stunden bei einem 19-jährigen Freund untergetaucht wäre. Dann stießen die Ermittlerauch auf den mittlerweile angeklagten 23-jährigen Ismet S. der mit Lisa sexuellen Kontakt gehabt habe, obwohl er gewusst haben müsse, dass das Mädchen erst 13 Jahre alt war. Zwar habe es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Doch weil Lisa noch keine 14 Jahre alt war, macht sich ein Erwachsener dadurch strafbar. Zudem hat der Mann seine sexistische Begegnung mit seinem Handy gefilmt. Die Öffentlichkeit wurde von der Verhandlung ausgeschlossen.
 
Alexej Danckwardt, der Anwalt der Familie, spricht von sexuellem Missbrauch und Körperverletzung. „Ob es sich zu einer Vergewaltigung addiert, wird man sehen.“ In Berlin war es der Verein „Internationaler Konvent der Russlanddeutschen“, der sich ins Zeug legte. Alle großen russischen TV-Kanäle haben über den Fall der 13-Jährigen berichtet. Tenor überall: Berlin vertusche den Fall, um Merkels Asylkurs nicht zu gefährden. Als Beleg führen die Sender Aussagen von Verwandten des Opfers an, die sie zusammenschnitten mit YouTube-Videos. So zeigte der Sender Ren-TV in dem Zusammenhang einen ägyptischen Mob auf Kairos Tahrir-Platz, der eine blonde Frau vergewaltigt. Staatsmedien und Putin-nahe Sender transportieren mit diesen Berichten eine Botschaft: Neben dem ersichtlich untergehenden Abendland nimmt sich Putins Russland aus wie ein Anker der Stabilität.
 
Zum Prozessauftakt standen vor allem russische Kamerateams vor dem Saal B 235 des Amtsgerichts Tiergarten. Jede Bewegung im Gerichtsflur wurde festgehalten. Lisa ist seit gut anderthalb Jahren ein Politikum zwischen Russland und Deutschland. Im Zusammenhang mit dem Fall hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow den deutschen Ermittlern Vertuschung vorgeworfen. Bei seiner Jahrespressekonferenz im Januar vergangenen Jahres sagte er: „Ich hoffe sehr, dass es keine Wiederholung der Fälle geben wird, wie den mit unserem Mädchen. Es gibt keinen 'einvernehmlichen Sex' mit Kindern, man kann sich vorstellen, wie dieses 'Einverstaendnis' zustande kam. Es ist enttäuschend, dass die deutsche Presse diesen Terminus weiterhin unreflektiert verwendet. Außerdem sehe ich mit Erschrecken, dass alleine schon mildernde Umstände bewilligt werden, wenn dem Opfer eine Aussage im Angesicht des Täters erspart wird. Das bedeutet, dass in Zukunft insbesondere brutale Verbrechen, bei denen die Opfer schwer traumatisiert sind, für diese Strafermäßigung in Frage kommen.“
 
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