ASTRONAUTEN-GÖTTER-UNSINN

Karl F. Kohlenberg, „Enträtselte Vorzeit -
Waren die Götter Astronauten anderer Planeten ?“, 1970
 
Auch das Geschwafel über die „Astronautengötter“ von Karl Kohlenberg ist haarsträubend. S. 33: „Den Überlieferungen zufolge kann zwar keinerlei Zweifel darüber bestehen, daß die geheimnisvollen Kulturbringer oder Götter hochgewachsen, hellhäutig und bärtig gewesen sind, doch kennen wir auf Erden keine Zivilisation aus vorgeschichtlicher Zeit, die über ein Wissen und eine Technik verfügt hätte, wie sie den Göttern zugeschrieben wird.“ Mit derartigen Unsinnssätzen ist das Buch angefüllt. Wenn die „Götter“ so hell und groß gewesen sein sollten, muss man sich sehr wundern, dass dort wo sie angeblich gelandet sind allein kleine, dunkelhäutige Menschen gezüchtet wurden und dort wo es allein solche hellen Menschen seit Urzeiten gab, es nie einem „Götterraumfahrzeug“ eingefallen ist, zu landen und zu züchten. Im nächsten Satz verbreitet sich Kohlenberg über die Wikinger, die als perfekteste Hochseebootbauer ihrer Zeit sich „noch im Zustand halber Barbarei befanden.“ Nein, es lohnt sich wirklich nicht, den Unsinn zu lesen, obwohl ich mir die Mühe trotzdem machte -; sie aber keinem vernünftigen Menschen guten Gewissens anempfehlen möchte. Bei vorliegendem Buch hat man den unappetitlichen Eindruck, als setze der Autor die Unwissenheit der Leser voraus, denen er seine fixen Ideen einzutrichtern erhofft, oder ist der Mann ein Eulenspiegel, der sich über seinen gelungenen Narrenstreich ins Fäustchen lacht ?
 
 
ASTRONAUTEN-GÖTTER-UNSINN
 
Kamen Götter von den Sternen ?
Schon die Frage ist erregend,
keimt sie doch aus falschem Denken,
in der Steinzeit sich bewegend.
 
Götter sind nicht zu begreifen,
als materielle Körper-Wesen,
wie sie Gleichnis-Märchen schildern.
Hexen reiten nicht auf Besen,
 
Götter nicht auf Raum-Raketen,
Kosmos-Gleitern und Flugzeugen,
um in „Erd-Mensch-Kolonien“,
dann zu züchten und zu säugen.
 
Geist braucht keine Körper-Träger,
funktioniert wie Schwingungsfelder,
die unendlich funkend wallen,
auch ohne die Frequenzen-Melder.
 
Menschen bilden Öffnungs-Schalter,
Geist und „Götter“ zu empfangen;
was immer da ist wird nur sichtbar,
doch kein Gott kommt „hergegangen“.
 
Dem primitiven Gott-Verständnis,
wie’s auch Bibel-Texte lehren,
sollten tunlichst die entsagen,
welche bessere Sicht begehren.
 
Je höher Menschen-Witz geraten,
umso größer die Portale,
die er Geist-Frequenzen öffnet -;
er greift selbst zum Wissens-Grale !
 
Nur albern wirken auf Adepten,
Astro-Götter-Fantasien,
die in Spekulatius-Köpfen,
wie dem von Däniken gediehen.
 
 
ASTRONAUTEN-GÖTTER ?
 
Die moderne Hirnforschung und medizinische Wissenschaften lösen sich in unserer Zeit immer mehr von der alten Newton’schen Auffassung eines mechanistischen Weltmodells von „Ursache du Wirkung“. Es entstehen im nervalen Bereich koordinierte Abläufe, wie beispielsweise bei akrobatischen schnellen tänzerischen Vorführungen, die innerhalb der vernetzten Nervenbahnen schnellere Informationen verlangen, als sie die Neuriten zu leisten fähig sind. Zur Erklärung geht man von übernervalen Energiefeldern aus, die den Gesamtorganismus Mensch umhüllen und aus sich heraus die Impulse vermitteln, nach denen die scheinmateriell strukturierten Nerven ihre Befehle an die benötigten muskulären Antagonisten und Synergisten, an Herzmuskelleistungen usw. weiterreichen. Eine leichtbegriffliche Vorstellung vom Vorhandensein dieser morphogenetischer Felder erhält man bei der Betrachtung des Schwarmfluges von Vögeln, welche innerhalb von Sekundenbruchteilen Schwenkmanöver durchführen, vor denen eine akustische Untereinanderverständigung, also Absprache in welcher Richtung das Flugmanöver hingehen soll, unmöglich ist. Auch die Wirkungsweisen von Placebo- und Nocebo-Effekten sind damit erklärbar. Wem es gelingt, mittels autosuggestiver Einwirkungen auf sein übernervales Energiefeld positiven Einfluss zu nehmen, der vermag die nervalen Strukturen zu stimulieren, damit sie im Molekularbereich Umwandlungs- bzw. Heilungsanstöße in Gang setzen. Im umgekehrten Fall können ebenso krankmachende Energiefelder aufgebaut werden, wenn ein Mensch der Überzeugung ist, er müsse aufgrund NUR eingebildeter negativer Beeinflussungen krank werden.
 
Die Regelmechanismen von morphogenetischen Feldern liegen nicht nur über dem Einzelmenschen, sondern zwangsläufig über Familien, Sippenverbänden, Völkern und möglicherweise im Ansatz sogar über der Gesamtmenschheit, ebenso wie über Tiergruppen und Rasseverbänden jeglicher Art. Zur Erklärung geht man von den morphogenetischen Energiefeldern aus, die den Gesamtorganismus Mensch gewissermaßen umfüllen. Die sinnvollen und aufeinander abgestimmten Handlungen von vielzähligen Bienen- und Ameisenvölkern machen das plausibel. Nicht anders wie die dynamisch vernetzten Energiekonzepte der Biophotonen im menschlichen Gehirn, mittels derer die Ganglienzellen ihre Informationen untereinander austauschen, zu einem Selbstbegreifen ihres Energiesystems gelangen konnten, dürfte es bei fortgeschrittenen tierischen Systemen in abgestufter Weise nicht anders sein. Bei den morphogenetischen Energiefeldern handelt es sich um vom scheinmateriellen Nervenknoten verselbständigte Frequenzen. Alle Formen in unserer Welt schwingen. Der alte Widerspruch zwischen Materie und Geist bzw. zwischen festem Körper und Energiewellen hat heute seine Gültigkeit verloren. Demnach liegen lediglich Schwingungsebenen übereinander, oder sind durch gegenseitige Impulsgebungen miteinander verwoben.
 
Geistige Vorstellungen wie Friedwilligkeit, Liebe, Aggressivität, Kriegshass und Intellektualität sind als morphogenetische Felder zu begreifen, welche - immer vorhanden - vom Einzelnen wie vom kollektiven Bewusstsein einer Menschengruppe - warum auch immer - geöffnet werden können, so dass Zugriffe oder Zugänge möglich werden. Dazu gehören selbstverständlich auch Gottesvorstellungen, also „Götter“. So muss beispielsweise auch jedes mögliche Wissen, auf jeglichem Sektor der Wissenschaften immer und ewiglich in seinen spezifischen Energiefeldern vorhanden sein, doch die einzelnen Menschen bekommen den Schalter erst durch ihr Studium in die Hand, ein Portal zu öffnen, so dass ihnen der Zugang zu dem jeweiligen Weistums-Energie-Feld gelingt. Je feingeistiger der Mensch ist, je bedachtsamer und ausdauernder er an seiner Einsichtsreife gefeilt hat, umso mehr befähigt er sich, ein Portal zu öffnen, das ihm das gewünschte Spezialwissen aufzeigt. Das Weltwissen, dessen was insgesamt gewusst werden kann, muss in entsprechenden Energiefeldern als immer vorhanden angenommen werden. Das Wissen schlechthin, auch das Wissen um die Götter und die Götter-Energien selbst sind latent immer existent und abrufbar, aber nur jene Einzelpersonen, die sich hohe Einblicks-Portale geschaffen haben, befähigen sich zum Zugriff auf die Erfahrbar- oder Sichtbarmachung des Gewünschten. So muss ein Volk, bestehend aus verwandten bzw. ähnlich strukturierten Menschen-Zellen, ein morphogenetisches Feld entwickeln, welches die Masse gleichmäßig beispielsweis über Gefahren informiert und bezüglich der anzubietenden Abwehrmaßnahmen unterrichtet, so dass es zu einem kollektiven Handeln kommt, bei dem sich Millionen in die gleichen Handlungsformation einstellen. Dass aus diesem Blickwinkel gesehen, die Existenz von Volksgöttern bestätigt werden müsste, liegt auf der Hand, während es als unmöglich zu bezeichnen wäre, einen einzigen Weltengott für die absolut unterschiedlichen Weltkulturen des Globus annehmen zu wollen. Da es auf der Erde kein uniformes Weltbewohnerbewusstsein gibt, kann auch kein mitsteuerndes morphogenetsches Feld für alle Erdenbewohner aufgebaut sein. Die Lehren von uniformen Göttern müsste also demzufolge ebenso als Illusion abgelehnt werden wie die Anpreisung eines Universalwerkzeuges, das angeblich alles kann, mit dessen Hilfe jegliche anfallende Reparaturnotwendigkeiten zu beheben wären. 
 
Die Kommunikation, so ist es anzunehmen, geschieht innerhalb der Energie-Felder - nicht anders wie im menschlichen Gehirn - über die Photonen bzw. Biophotonen-Virulenz, deren Wirkungsexistenz der Physiker Fritz Albert Popp nachgewiesen hat. Bei hohen molekularen oder energetischen Verdichtungsgraden - auf materiellen Ebenen Zellenanhäufungen - entwickeln sich Informationsaustausch-Potenzierungen, welche schließlich automatisch in Betrachtungen um die eigene Struktur einmünden, was wir Selbstbewusstsein nennen. Ist die Entwicklung eines Ich-Bewusstseins anzunehmen, so könnten die Energie-Felder, die der Mensch traditionell „Götter“ heißt, auch tatsächlich gleich handelnden Personen beispielsweise Erscheinungen, Segnungen im Sinne besonderer Zuwendungen usw. bewirken. Eine solche, auf den Energieebenen verstandene Götter-Begrifflichkeit, ist aus Sicht des modernen Menschen, der längst überwundenen Körper-Götter-Legenden zweifellos überlegen. Namentlich die Grundidee im Christianismus spiegelt den aus primitivsten Anfängen herrührenden Steinzeit-Glauben, dass nämlich, um von den Göttern etwas zu erhalten, eine Opfergabe vorausgeschickt werden müsse, hier der galiläische Zimmermann, der vermeintliche „Gottessohn“ selbst. Solche Blutkulte sind in so gut wie allen Weltkulturanfängen nachweisbar.
 
Die spektakulären Überlegungen einiger Sensations-Autoren, dass Astronauten-Götter im interstellaren Raum verkehrend, auch die Erde besucht hätten, um dort aus tierisch-äffischen Urwesen den vernunftbegabten Menschen heranzuzüchten, ist eine unbeweisbare verstiegene These. Zu gut belegt ist die lange Dauer der Anthropologie. Die Autoren solcher gewinnbringenden „Bestseller“ deuten die Völkermythen willkürlich, oft ohne Kontextbeachtung, meist fehlt ihnen das Fachwissen die vorgeführten Funde korrekt zu interpretieren. Beim Lesen dieser Texte ist der Fachkundige zuweilen entsetzt über die Leichtfertigkeit und Ahnungslosigkeit der Autoren. Entdecken diese Leute im Fundmaterial einen Gott oder Geist mit Flügeln, wird er sogleich als Abbild eines Astronauten missdeutet. Die Landungen und Züchtungen der „Astronauten-Götter“ sollen kurioserweise allein im „Fruchtbaren Halbmond“, in Altägypten und in Bezirken süd- und mittelamerikanischen Kulturen  erfolgt sein. In Mitteleuropa fanden keine „Götter-Landungen“ statt, aber schon die steinzeitliche stichbandkeramische Kultur Mitteleuropas baute eine Vielzahl von sog. „Kreisgrabenanlagen“, also kultischen Gestirnbeobachtungsstätten, so dass man annehmen muss, die Altdeutschen seien ohne Nachhilfestunden von „Astro-Götter“ ganz alleine schlau geworden. 
 
Wie weit die ahnende Einsicht in dergestalte Zusammenhänge bereits bei einigen geistreichen elitären Gruppen der Antike gediehen war - wohlgemerkt, vor Einbruch des primitiv historisierenden Christianismus - ist höchst erstaunlich. Die Pythagoreer nahmen die „Götter“ schon als abstrakte Zahlengrößen, wie es von dem Philosophen Empedokles von Agrigent (495-435 v. 0) überliefert ist. Ebenso hielt es der südjütländische Germane Hlewagast, der im 4. Jh. n.0 mittels eines raffinierten Zahlendomes und der „Fibonacci-Zahlenfolge“ einen Götter-Hymnus schuf, ganz klar in Sinne, dass göttliche Zahlen-Energien durch Zahlenwunder zu ehren seien, nach dem Lehrsatz: „similia similibus curentur („Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt [gelobt / gekräftigt] werden“. Wer die Götter für Körperwesen hielt, die sich nach Bedarf verleiblichen können, der glaubte, durch Blutopfer flösse ihnen Lebenskraft zu. Der Germane Hlewagast, der die beiden Gallehus-Goldhorn-Meisterwerke schuf, muss die Götter als energetische Geistwesen begriffen haben, sonst hätte er ihnen nicht Zuspruch und möglicherweise Stärkung durch seine mathematische Intellektualität zukommen lassen wollen.