LUG UND TRUG

„Rückgrat raus“,  1951
von Andreas Paul Weber
 
LUG UND TRUG
 
Alles Lüge, Trug und Täuschung,
Schemen nur und falscher Schein,
und die Illusion der Freiheit
ist im Schurken-Spiel ein Stein.
 
„Freiheit, Freiheit, Menschenrechte“,
lispelt der Eunuchen-Chor
und die lange Sklavenkette
paradiert gebeugt davor.
 
Dumpfe Massen treten Mühlen,
täglich im diktierten Trott,
und die Banker-Priester seufzen,
auf zu ihrem Mammon-Gott.
 
Oben Schmausen, unten Darben,
im Modell von „Herr und Knecht“;
nie hat sich etwas geändert,
wer die Macht hat beugt das Recht.
 
Methoden wurden nur verfeinert,
wie der Herr die Peitsche schwingt,
wie der Staat mit Paragraphen
Menschrecht ins „Unrecht“ zwingt.
 
Wer nicht denkt wie es geboten,
gilt den Häschern vogelfrei,
wird beraubt, man nennt es Strafe,
dass er künftig züchtig sei.
 
Vom Mittelalter zur Moderne,
bewährt sich des Prokrustes Bett,
wer missfällt wird draufgezogen,
bis man ihn zerbrochen hätt‘.
 
„Freiheit, Freiheit, Menschenrechte“,
lispelt der Eunuchen Chor,
hinter ihm die Peitschenschwinger
und der Leichenberg davor.
 
 
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