FASNACHTS-RÜGE-BRAUCH

 Ilmtaler Narren-Tiger, Faschingsumzug 2016
 
 
FASNACHTS-RÜGE-BRAUCH
 
Es war ein Brauch zur Fasenacht,
die Obrigkeit zu rügen,
einmal im Jahr, mehr grob als sacht,
ihr Schelte zuzufügen.
 
Das Recht am alten Rügebrauch,
das war den Bürgern eigen,
da duldete die Herrschaft auch,
den Ton von schrillen Geigen.
 
Verächtlich ist Duckmäusertum,
und keinem Staate dienlich,
ein Freiheitsrecht gereicht zum Ruhm,
daran ist nichts unziemlich.
 
So mancher hohe Potentat,
ließ Scheltwort sich gefallen,
nicht Anstoß dran genommen hat,
ließ nur sein Lachen schallen.
 
Weil Fürst und König ihn erlaubt‘,
den Spiegel der Schalksnarren,
ward er als guter Brauch geglaubt,
der Spott von Faschings-Karren.
 
Doch was berechtigt Usus war,
wird heutzutag‘ bemängelt,
die Merkel-Ära macht uns klar,
wir werden mehr gegängelt !
 
Das „Flüchtlings“-Thema ist tabu,
da wird ein Spott verboten,
man hält der Bürger Mäuler zu
und Späße nennt man Zoten.
 
Großzügigkeit ziert das Gesicht,
wohl auch von Demokraten,
denn kriminell sind sie ja nicht,
der „Narrenfreiheit“ Arten !

 

Zum alten Faschingsbrauchtum gehört in Deutschland seit alters der Rügebrauch, welcher der Obrigkeit den Spiegel ihrer Ungereimtheiten und Fehler vors Gesicht hielt. Das war stets ein willkommener Anlass zur ausgelassenen Heiterkeit und der innerlichen Befreiung der Bürger auch, indem sie ihren Herzen einmal Luft machen durften. Der Fasching soll vor allem Spaß machen, aber er soll mit seinen Umzügen und Festwagen auch provozieren, er soll zum Nachdenken anregen. Das fröhliche Aufzeigen von Fehlentwicklungen gehört also zum alten Brauchtum. Die Rügegrenzen, bezüglich der Merkel‘schen Überfremdungspolitik durch die Entgrenzung des Landes mit allen ihren ungeheuerlichen Folgekosten, wurden während der Faschingsumzüge 2016 enger als gewöhnlich gezogen. Kritik ist unerwünscht ! Die regierungskonformen Propagandamedien tönten, die diesbezüglichen „Grenzen des guten Geschmackes“ seien in mehreren deutschen Städten überschritten worden. Ein in den Zügen mitfahrender Tiger-Panzer überrascht zwar als unmotiviert im Zusammenhang mit den Asylanten-Schwärmen, denn es könnten völlig unmanierliche Assoziationen hervorgerufen werden, doch die Narrenfreiheit sollte ein großzügiges Mäntelchen für sich beanspruchen dürfen.
 
So fuhr - wie die Medien monierten - im kleinen Städtchen Wasungen südwestlich von Erfurt ein Wagen mit der Aufschrift „Balkanexpress“ durch die Straßen. Grün angemalt war die Papplokomotive. Vorne drauf stand der Schriftzug: „Die Ploach kömmt“ (Die Plage kommt). Die Jecken trugen grüne Heuschreckenkostüme. Der „MDR Thüringen“ berichtet Online: „Nach dem Karnevalsumzug in Wasungen befasst sich die Staatsanwaltschaft Meiningen mit dem „umstrittenen Motivwagen Balkan Express“. Bei dem Umzug hatte eine Gruppe am Sonnabend eine Lokomotive mit Anhänger mit dieser Aufschrift sowie dem Schriftzug  gezeigt. Vom TV-Sender „MDR“ nach Motiven für den Wagen befragt, beantworteten die Jecken in Wasungen, dass sie die Flüchtlinge nicht als Plage sehen. Einer der Befragten sagte nur, dass die Wasunger „schon immer ihren Spaß gehabt hätten“.
 
Auch gab es einen Panzer in Ilmtal mit der Aufschrift „Asylpaket III“. Medien: „Das gibt es bisher nicht - wahrscheinlich wünschen sich die ,Fahrer‘, dass die Flüchtlinge an den Grenzen mit solchen Panzern (es handelt sich dabei um einen Wehrmachtspanzer) gestoppt werden. Sicher, es kann sich auch um Satire handeln, um einen Witz.“ „Zeit - Online“ am 08.02.2016: „Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Faschingspanzer - Die selbst ernannte Asylabwehr aus Bayern steht im Verdacht der Volksverhetzung. Die Fahrer des Motivwagens wollten explizit gegen die Flüchtlingspolitik protestieren. Wegen des als Panzer dekorierten Wagens mit der Aufschrift ,Ilmtaler Asylabwehr‘ bei einem Faschingsumzug in Bayern ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Ein Polizeisprecher in Ingolstadt sagte, dass bereits Anzeigen vorlägen. Der Panzer der Karnevalisten von Steinkirchen war keineswegs nur eine arglose Gaudi von ein paar ,Buben'. Das hatte der örtliche Zugleiter Konrad Moll nach dem ersten Shitstorm über den kriegerischen Motivwagen beteuert. Der vermutlich politische Antrieb der selbst ernannten Ilmtaler Asylabwehr zeigte sich an der Vorderseite des Panzers mit dem Schild: ,Asyl wir schaffen das ???‘ Drei Männer im Bundeswehrfeldanzug posieren auf dem Geschützturm, ebenso zwei junge Frauen in Zivil. Inzwischen sind zahlreiche Strafanzeigen gegen die Gruppe eingegangen. Laut dem Zugleiter war das Panzerimitat bereits 2015 beim ,Gaudiwurm‘ zu sehen, ohne dass es Aufsehen erregt habe - ,da hat sich jeder über das tolle Gefährt gefreut‘, sagte Moll dem ,Donaukurier‘ Damals allerdings rollte der Motivwagen noch ohne Kommentar zur Aufnahme oder Abwehr von Flüchtlingen. Moll wies Vorwürfe gegen die ihm persönlich bekannten Panzerfahrer zurück: ,Die haben mit Rechtsradikalen nichts am Hut.‘
 
Und weiter rauschte es aus dem Pressewald: „Ist das wirklich noch witzig ? Mitten in der Flüchtlingskrise, in der Deutschland gespalten ist wie nie und täglich Angriffe auf Flüchtlinge verübt werden, meinen manche Karnevalisten, sie müssten mit fremdenfeindlichen Wagen auffallen.“ Von den Angriffen seitens Einwanderer gegen deutsche Bürgerinnen und Bürger kein Wort, die gelten wie weitgehend, wie die Kritik an der Regierungspolitik, als tabu. Guter demokratische Stil ist das nicht !
Pin It