DER PEITSCHENWURM

 

DER PEITSCHENWURM

Im Süden ist der Mensch Tourist,
weil er so gern im Ausland ist,
erholt sich dort vom Alltagssturm -;
es freut sich schon der Peitschenwurm.

Der Peitschenwurm sitzt im Salat,
weil er es immer schon so tat,
und wartet auf den nächsten Gast,
im Darm ist ihm die liebste Rast.

Doch solls ein Darm des Nordens sein,
da kriecht er allzu gern hinein.
Des Südens Därme sind immun,
kein Peitschenwurm will darin ruh’n.

Hat nun der Wurm den Wirt gefunden,
beginnt er darin seine Runden,
er beißt sich durch die Därme durch,
und schwimmt im Blute wie ein Lurch.

Von dort besucht er die Organe,
dringt ein und startet die Schikane.
Er saugt das Blut an vielen Stellen,
so dass bald seine Eier quellen.

Der Peitschenwurm ist niemals satter,
der Mensch indes wird immer matter.
Für jede Dummheit muss er zahlen,
weil redlich Gottes Mühlen mahlen.

Der Reisewahnsinn in die Tropen,
zum Peitschenwurm und Antilopen,
bestraft das Mütterchen Natur,
mitunter gleich, mal langsam nur.

Zehntausende von deutschen Narren,
sehnsuchtsvoll in die Ferne starren,
und wünschen sich von dort nach hier,
ein schönes Reise-Souvenir.

Das Peitschenwürmchen ist so was,
macht dauerhaft Toiletten-Spaß.
Es gibt manch’ weiteres Angebot,
an Mitbringsel ist niemals Not !




 

KRANK DURCH URLAUB

Immer häufiger infizieren sich deutsche Fernreisende mit zum Teil bisher unbekannten exotischen Krankheiten. Zahllose Keime bringen Urlauber aus den entferntesten Erdenwinkeln mit nach Hause. Mit steigender Tendenz. Einige der Überträger-Tiere haben sich dadurch bereits in Europa angesiedelt. - Der Peitschenwurm (Trichuris trichiura) ist weltweit im warmen Gebieten verbreitet, am häufigsten in den Tropen und Subtropen. Rund 750 Millionen Menschen sind weltweit infiziert. Diese Parasiten werden bis zu 3-5 cm lang. Ihr hinteres Ende, mit Darm und Geschlechtsorganen, ist verdickt, wodurch der Wurm peitschenähnlich aussieht. Der Wurm setzt sich im Übergangsbereich zwischen Dünn- und Dickdarm fest, wo er vom Inhalt der Darmschleimhautzellen lebt, deren Wände er auflöst. Dort werden auch die Eier ausgeschieden. Daraus schlüpften die Larven, die sich im selben Gebiet festsetzen, sich mehrmals häuten, um schließlich im ausgereiften Zustand selbst wieder Eier zu legen.

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