BÜCHERVERBRENNUNGEN

 
BÜCHERVERBRENNUNGEN
 
Ich muss wahrhaft herzhaft lachen,
muss ich stets aufs neue hören,
von den geistig allzu flachen
Leuten die sich krass empören.
 
Gift und Galle spucken Schwätzer,
dass auch Bücher einst verbrannten,
doch einäugig sind die Hetzer,
die nicht all’ die Täter kannten.
 
Durch die Nazis brannten Bücher,
mag’s doch keiner je bestreiten,
doch ich seh’ die „rotem Tücher“,
gerad’ so auch in and’ren Zeiten.
 
Nazis brannten ein paar Flämmchen,
ein paar kleine Bücher-Stöße,
aber doch die Christen-Lämmchen,
schafften das in wahrer Größe !
 
Turmhoch brannten Bücherberge,
in den fast zweitausend Jahren,
dagegen war’n die Nazis Zwerge,
kaum im Zeitlauf zu gewahren.
 
Was die Kirche ließ verbrennen,
das war’n echte Geistes-Schätze.
Kaum hört man die Untat nennen,
schützen Kirchen doch Gesetze.
 
Doch das größte Buch-Vernichten,
mochte kaum ein Mensch entdecken,
Flammen waren nicht zu sichten,
Täter hockten still in Ecken.
 
Größten Bücherberg verbrannten,
die Sieger mit den Sieg-Trabanten.
Das geschah nach Weltkrieg-Zwei;
die „Befreier“ war’n so frei !
 

Unbestreitbar sind die Bücherverbrennungen der römisch-katholischen Kirche, die seit ihren Anfängen vorgenommen wurden und ihren Höhepunkt in der Inquisition erreichten. In neuerer Zeit verbrannten französische Revolutionäre Bücherberge und auch britische Truppen in Nordamerika Bücher der „Bibliothèque Nationale“ bzw. die „Library of Congress“. -- Die sog. „kalte Bücherverbrennung“ durch die Kontrollräte der Weltkrieg-II.-Sieger und ihrer Kollaborateure wurde stets versucht in diversen Gradationen abzustreiten, ist aber durch die sog. „Liste der auszusondernden Literatur“ nachweisbar. Es handelt sich um mehrbändige Publikationen der „Deutschen Verwaltung für Volksbildung“ in der sowjetischen Besatzungszone des „Ministeriums für Volksbildung“ der DDR zur Aussonderung von Beständen unliebsamen deutschen Literatur. In den Westzonen waren und sind die „Liste unerwünschten Schrifttums“ ebenso vorhanden. Die Ausleihe an Laienleser in den Bibliotheken ist bis heute untersagt und erfolgt lediglich an Politologie studierende Personen, welche durch ihr einschlägiges Studium als „unbedenklich“ bzw. systemimmanent eingestuft werden können. Ebenso sind hunderte von wunderbaren Filmen aus alter Zeit verboten - im übertragenen Sinne also verbrannt - die u.a. bei der Wiesbadener „Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung“ lagern.

 

Gemälde von Pedro Berruguete, um 1495 - Verbrennungen unliebsamer Bücher der Albigenser und Katharer in Albi (Frankreich)

 

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