FADAR RUNAR

runar

 

FADAR RUNA

Erzvater Runar im Ahnen-Od,
gültiger Geist aus germanischem God,
du sahst, wie das Sonn’rad des Nordens stieg,
der schimmernde Hammer das Südland schlug,
sprangst mit dem Lichtheer von Sieg zu Sieg -,
ertrugst auch das Ende in Trauer und Trug.
 
Erzvater Runar im Ahnen-Od,
dich neigte nicht Drangsal, nicht Todesnot -,
verloren die Schlachten, das Volk zerfallen,
blutend in fremdem Gebirge geborgen,
als heimloser Gast in garstigen Hallen -,
die Seele geschunden von brennenden Sorgen.
 
Erzvater Runar im Ahnen-Od,
du brachtest ein bessres neues Gebot -,
warfst dir vom Halse den würgenden Wicht,
der von Unglaube, Feigheit und Kleinmut sprach;
aufleuchten musst' wieder erloschenes Licht,
gesühnt sollte werden die Schande, die Schmach.
 
Erzvater Runar im Ahnen-Od,
du buhltest um Lebens-Gebräu und -Brot.
Du fandest God und das God fand dich.
Du sangest der Zukunft das Zauberlied,
aus Sinnmarken fügtest du meisterlich
die ratweise Schöpfung, du Runenschmied.
 
Erzvater Runar im Ahnen-Od,
du wiesest den Enkeln den waltenden Wod.
Um seinen Gewinn kreist der Runen Gewalt.
Wer ihn erkennt, sich selbst begreift,
der weiß seiner Gottheit ganze Gestalt -,
der steht für Segen und Sieg gereift.

 

Gedichtet auf Island, Heuert 6999 n.M.

 

Die Kimbern und Teutonen verließen um 120 v. 0 ihre norddeutschen Siedlungsräume, um im Süden neue Lebensräume zu finden. Sie brachten 113 und 105 den Römern Niederlagen bei, bevor sie 102 und 101 vernichtend geschlagen wurden. Ihre Spur verliert sich dann in den Geschichtsquellen. Insgesamt legten die beiden Stämme in rund 20 Jahren 7.000 Kilometer zurück. Es vergingen 270 Jahre, bis wieder größere germanische Stämme (Markomannen) in Italien eindrangen. – Durch die Niederlage der Nordgermanen muss es einen Glaubenswandel gegeben haben, der schließlich zur Wodin-Religion der Runen führte.

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