EINER KAM

 
EINER KAM
 
Einer stieg aus dem Sonnen-Rad,
hinab, in den irdischen Kreis.
Die Kinder des Lichtes strömten ihm zu,
aus Schmerz und Angst und Schweiß.
 
Er lehrte sie schmieden ihr Sonnenreich
und der Sicherheit mächtigen Plan.
Dagegen wirkte die Höllenwelt,
mit der Lüge vom Gleichheitswahn.
 
Doch Menschen sind geschiedener Art,
ihr Selbst ist aus Heil oder Hass,
sie stammen vom Licht- und Finsternisberg,
aus dem hohen und nied‘ren Gelass.
 
Da heulten Schlangen und Drachen auf,
von den Giftzähnen tropfte der Sud,
das Gewürme wälzte in Massen heran,
doch Lichtem bricht nimmer der Mut.
 
Eine Lichtrittertruppe formierte sich,
Baldurs Berserker stürmten zur Front.
Nie wurde ein bess‘rer Germanen-Bann
von schimmernder Glorie umsonnt.
 
Es gibt mehr Würmer auf dieser Welt,
als Narrentorheit meint und weiß,
am faulen Ast, am frischer Reis
nagt täglich-nächtlich das Geschmeiß.
 
Der Weltkampf schwelt seit Urbeginn,
bis zum Ende von Zeiten und Raum,
denn Weltgegensätze wandeln sich nicht,
die hält kein Avatar im Zaum.
 
Heilbringer bannen die Dunkelheit,
doch die Pole zersprengen sie nicht.
Wer gestern einen Krieg gewann,
der steht schon morgen vor Gericht.
 
Die Welt folgt einem Wellen-Gesetz,
ein Großer kommt, ein Kleiner kommt,
und Glanz und Grausen wechseln ab,
was niemals Gottes Heilsplan frommt.
 
Geweissagt ward vom Runen-Ring
des Lichtes Sieg im Endgefecht -;
dann herrscht nur Helgis Himmels-Heer
und Frieden, Liebe, Ehr‘ und Recht.
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