DIE ZEHN GEBOTE

Copyright Gerhard Hess / Oktober 2020
 
Der runische Gedenkstein bei Karlevi, auf der Ostsee-Insel Öland, aus der Zeit um das Jahr 1000, enthält die Prosa-Inschrift: „Der Stein wurde für den toten Sibbe, den vortrefflichen Sohn Foldars, von seiner Gefolgschaft auf dieser Insel gesetzt.“ Dazu ist ein stabgereimtes Ehrengedicht auf den Wikinger-Führer eingeschrieben, das nur schwer genau zu lesen ist: „Geborgen liegt der Mächtige, den der Tod holte, in diesem Hügel. Doch nie wird ein gerechterer Kämpfer in Odins Totenritt[-Reich] raten/sinnen, als dieser [Seeheld] aus Danmarks weitem Meer.” Stellt Euch, liebe Freunde des ODING-WIZZOD, und mithin des rechten germanischen Heimatglaubens, das schöne Bild vor, die folgenden „Zehn Gebote“ auf solch einem Runenstein eingemeißelt, stehend auf einer der sturmumbrausten Nordmeerinseln.
 
DIE ZEHN GEBOTE
 
Die zehn Gebote rein und ohne Schändung,
ganz ohne christenkirchliche Verfremdung,
gelten uns deutschen Heiden musterhaft,
haltet sie fest, in treuer Glaubenskraft !
 
Das erste Gebot:
„Ich bin Dein Geist und Gut. Du sollst keine fremden Geister neben mir haben.“
 
Wodin ist unseres Geistes Gott und sonst sei keiner.
Nichts lehrt ihn als der Runen Oding-Wizzod reiner !
 
Das zweite Gebot:
„Du sollst den Namen Deines Geistes nicht schmähen.“
 
Wer Deinen Geist verflucht dem darfst Du fluchen,
nur unter Deinesgleichen sollst Du Freunde suchen !
 
Das dritte Gebot:
„Du sollst Deine heiligen Feiertage achten.“
 
Halte des Sonnenglaubens hohe Jahresfeste,
in Freundesrunde sie zu feiern ist das Beste !

Das vierte Gebot:
„Du sollst wie Deine Eltern Deines Volkes Ahnen ehren.“

Vergiss nicht welchen Stammes Du entsprossen,
such‘ Dir aus Deines Blut‘s Genossen !
 
Das fünfte Gebot:
„Du sollst aus Lust und Leichtsinn niemals töten.“
 
Das Töten ist die schwerste Last auf Erden,
ob Tier, ob Mensch, nie darf es leicht Dir werden !

Das sechste Gebot:
„Du sollst nicht ehebrechen.“
 
Des Leibes Lüste hat kein weiser Geist verboten,
doch sollst Du ehrsam nach Gespielen loten !

Das siebte Gebot:
„Du sollst nicht stehlen.“
 
Vom Stehlen kennt der Mensch gar viele Arten,
auch Zins und Zinseszins ist wie gezinkte Karten !

Das achte Gebot:
„Du sollst weder trügen, lügen noch fälschen.“

Die Wahrheit gelte Dir bedingungslos als Ganzes,
auch halbe Wahrheit entbehrt des wahren Glanzes !

Das neunte Gebot:
„Du sollst nicht begehren des Mitmenschen Weib.“
 
Manneszucht gelte im Frieden wie in Kriegen,
gewaltsam darf kein Mann beim Weibe liegen !

Das zehnte Gebot:
„Du sollst nicht begehren des Mitmenschen Hab und Gut.“
 
Raub darf dem edlen Sinn nicht frommen,
doch nimm zurück was man Dir hat genommen !
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