Zwei Fahrten nach Helgoland

 
ZWEI HELGOLAND-FAHRTEN

Am Donnerstag, dem 11. Hartung 7.001 n.M., begab ich mich auf den Weg nach Norden, fuhr bis Oldenburg und machte es mir nach einem Stadtbummel mit Schlafsack und Decken so ungemütlich, wie es nun mal nicht anders geht im engen Kleinwagen.
 
Morgens stand ich als erster vor dem Museum für Naturkunde und Vorgeschichte. Ich wollte sie mir noch einmal anschauen, die Rekonstruktion des Vierradwagens aus dem 3. Jahrtausend vor Null. Perfekt gearbeitete Moorbohlenwege mit den beiden Verkehrszeichen, die man lange für ein männliches und weibliches Idol hielt, die Moorleichen und all die anderen Funde des 4. und 3. Jahrtausends, die eine ausgeklügelte Fernstraßensystematik in Norddeutschland beweisen. Auf den Bohlen von Oltmannsfehn fand man runenartige Symbole, deren Sinn und Zweck bisher unerschlossen blieb. Fest steht aber, dass sie viele Jahrhunderte vor der Erbauung von Stonehenge eingekerbt wurden. Momentan (noch bis zum 29. April !) wird in diesem Museum die Sonderausstellung gezeigt „Wohin die Toten gehen - Kult und Religion der Steinzeit“. Eine schöne Sammlung von Fundnachbildungen wurde hier anschaulich zusammengetragen. Unter anderem wird der Deckstein des Warburger Großsteingrabes (Kr. Höxter) ausgestellt, der aufgrund von Begleitfunden auf 2.974 v.0 datiert wurde. Darauf sind einige Symbolzeichen zu finden, u.a. ein kleiner Ring als Sonnensymbol und ein U-förmiges Zeichen als Stier-Chiffre. Die beiden Sinnzeichen sind die frühen Vorläufer der 3. und 23. ODiNG-Runen.
 
Nach intensivem Studium der Exponate ging es weiter in Richtung Bremen - Bremerhaven - Cuxhaven. In Bederkesa machte ich wieder Halt, um im Burg-Museum das älteste Möbelstück Deutschlands anzuschauen, einen 65 cm hoher Sessel aus einem ausgehöhlten Erlenstamm, herrlich mit rechtsläufigen Hakenkreuz-Schnitzarbeiten verziert. Dazu gehört das bekannte Fußschemelchen mit dem Hirschjagd-Motiv und der am Rand eingegebenen Runenritzung, welche „Hirsch-Schädiger“ lautet (siehe dazu mein Aufsatz „Runenschemel im ZerrSPIEGEL“). Schmucke Holzschalen, zierliche Esstischchen mit fein gedrechselten Beinchen, ein Schwanendöschen und manche schöne Schnitzarbeit mehr stammen allesamt (5. Jh. n.0) aus dem Totenschiff bzw. Bootsgrab von Wremen. Welch ein hohes Niveau hatten diese frühmittelalterlichen sächsischen Nordseeanrainer ! 1999 erschien nun auch der empfehlenswerte Fundkatalog mit hervorragenden Abbildungen. Auch das liebevoll ausgestattete Handwerksmuseum in Bederkesa lohnt einen Besuch.
 
Ich fuhr weiter bis nach Cuxhaven, erstand einen Rückfahrschein für das einzige in Wintermonaten fahrende Schiff nach Helgoland, parkte den Wagen nicht weit von der „Seute Deern“ - so der Name des Schiffes. Dann ging's ins Vergnügen eines Kneipenrundganges. Im „Störtebeker“ war mein Tresennachbar schon am frühen Abend so sternhagelvoll, dass er schließlich vom Wirt hinausbefördert wurde. Ich hockte lange mit einem alten Fahrensmann zusammen; wir prahlten uns gegenseitig die Hucke voll mit unseren wildesten, natürlich erzählenswert ausgeschmückten Seefahrtsabenteuern. Nachdem ich genügend Garn gesponnen hatte, ging's ein bisschen beschwipst im eiskalten Wind zurück zum Hafen, um mein Nachtquartier wieder in meiner vierrädrigen Behausung zu suchen. Es wurde eine unangenehm kalte Nacht.
 
Am Freitag, 10:30 Uhr legte das Schiff ab - hinein in die Deutsche Bucht zu unserer einzigen Hochseeinsel. Helgoland liegt rund 70 km von der Küste entfernt, umfasst ca. 1 Quadratkilometer, beherbergt 1.650 Einwohner und gehört verwaltungsmäßig zum Kreis Pinneberg des Landes Schleswig-Holstein. Nach ca. 2 1/4 Stunden legten wir an. Helgoland begrüßte uns mit „Welkoam ipp lunn“, zumindest steht es so in den Touristikbroschüren. Von der 61 m hohen Steilküste ist zunächst nichts zu sehen, denn das Südkap haben die Engländer mit ihrem „big bang“ 1948 in die Luft gejagt. Über 6.000 Tonnen Sprengstoff sollen damals verpulvert worden sein.
 
Ich trippelte am Hafen entlang, an den farbigen „Hummerbuden“ vorbei, bis zum Fahrstuhl, der das Unter- mit dem Oberland verbindet. In den folgenden Tagen benutzte ich ausschließlich die drei Treppen mit ihren 182 bis 260 Stufen - schließlich wollte ich ja auch etwas abspecken. Nicht weit von meiner Pension in einem Vorgärtchen der dicht aneinanderklebenden Häuschen wächst eine Palme, und auch Maulbeerbäume gedeihen hier. Durch den nahen Golfstrom hat die Insel ein relativ mildes Hochseeklima. Eine Kur für Bronchien und Herz hatte ich mir hier vorgenommen. Wenn ich am Ufer ging, nahm ich oft tiefe Atemzüge von der etwas schwefelig riechenden keimfreien Luft. Ich begann meinen ersten kompletten Inselrundgang.
 
Am Hafen steht die Büste Hoffmann v. Fallerslebens, der hier 1841 das „Lied der Deutschen“, also unsere Nationalhymne, geschrieben hat. Ein anderer Großer, Werner Heisenberg (1901-1976) formulierte im Juni 1925 auf Helgoland die Grundlagen der Quantenmechanik, die Theorie der Naturgesetze im atomaren Bereich. 1932 erhielt er dafür den Nobelpreis.
 
Meine Wanderung über die Westküste führte vom Heisenberg-Gedenkstein am Südpunkt bis zur Langen Anna, dem freistehenden Felsenturm an der Nordspitze, der zum Wahrzeichen wurde. So wie dieser Felsen seit Jahrhunderten den Naturgewalten trotzt, so soll er ein gutes Omen sein für die Unverwüstlichkeit des ganzen Eilands. Doch Sturm, Wellen und Frost betreiben unablässig ihr Zerstörungswerk, Helgoland wird langsam aber sicher kleingenagt. Am Oststrand suchte ich nach Bernstein - doch was ich für einen solchen hielt, war nur ein gelbes abgeschliffenes Stückchen Glas, das erklärte mir später ein Juwelier. Nach alten Berichten hat man hier im Mittelalter körbeweise Bernsteinbrocken auflesen können - das ist ebenso vorbei wie die Heringsflut, von der die Helgoländer bis in die Neuzeit ihr Auskommen hatten. Später wurden sie Lotsen. Anfang des 19. Jahrhunderts waren von 400 männlichen Helgoländern 380 im Lotsendienst tätig. Sie kannten die Deutsche Bucht wie ihre Westentaschen.
 
Zwei holländische Fischkutter lagen am Kai, und ein deutscher tuckerte gerade ins Hafenbecken herein. Als er festgemacht hatte, rief ich dem Schiffer zu: „Habt Ihr Krabben gefangen ?“ - „Ja“, war seine Antwort, „Liter 6 Mark, willst du welche ?“ Ich erstand einen Plastikbeutel voll und begann, auf einem Polder sitzend, mit dem Krabbenpuhlen. Bei den lütten war es mir oft zu mühselig, und ich steckte sie mit Panzern und Fühlern in den Mund. Faserstoffe sind schließlich segensreich für die Verdauung. Beim Puhlen entwickelte sich ein kleines Gespräch mit der Besatzung. Der Fischer erzählte, dass es sich nur bis etwa 10° plus lohne, auf Krabbenfang zu gehen. Ist es kälter, werden die Tierchen zu faul und wollen nicht mehr in die Netze. Die Ärmsten, da haben die nur im Winter Ruhe!
 
Am nächsten Tag traf ich den „Hexer“ von Helgoland, Hans Wessels, Jahrgang 1912. Er gilt als einer, der den sechsten Sinn besitzt, hat Gesichte und Kräfte, die etwas übernatürlich erscheinen, ein rechter „Spökenkieker“. Ich sprach ihn einfach an, weil er interessant und romantisch aussah, wie einer der alten Matrosen mit Schiffermütze, dickem Rollkragenpullover - es fehlte nur die Pfeife im Mundwinkel. Er war es, der seinerzeit den Atlantis-Forscher Jürgen Spanuth zum Steingrund hinüberfuhr, auch zusammen mit seinem Schwager Willi Paulsen. Der Fischer Wessels ist ebenso Jäger, darf deshalb an jedem Punkt der Insel umherstreifen. Sogar am Fuß der Langen Anna geht er auf die Pirsch, um sich dort kupferführende Buntsandsteine herauszuholen, die er zuweilen an Touristen verkauft. Er sieht mittlerweile nicht mehr gut, aber sein Gedächtnis ist ausgezeichnet. Er erzählte mir von den Fahrten zum Steingrund, der etwa eine Seemeile (ca. 18 km) nordöstlich liegt. Aus 8 m Wassertiefe holten sie Plattenflintstücke herauf, die Spanuth für Fußbodenteile eines „Atlantis-Palastes“ hielt. Ja, er kannte die Atlantis-Theorie Spanuths genau, er glaubt an sie. Als auch ich mich als Bekannter und Anhänger des Atlantis-Entdeckers zu erkennen gab, fielen wir uns in die Arme, küssten uns die grauen Bärte und schlugen uns begeistert gegenseitig auf die Schultern wie alte Kameraden. Er übergab mir eine schöne Steinplatte mit dunkelgrüner Kupfererzschicht und wollte mir unbedingt noch einen der großen, von ihm selbst präparierten Krebse dazu schenken. Ich bat ihn, vor seine Hummerbude mit dem Rentiergeweih über dem Eingang zu treten, damit ich ein Foto von ihm schießen könne. Ich wollte keinen seiner Krebse und war ganz glücklich über die schönen roten Steine mit den leuchtend grün-blauen Kupfereinschlüssen. „Gehen Sie zum Hafenmeister, Herrn Stühmer. Der hat die Kupferscheibenfunde in Verwahrung, welche beweisen, dass es auf Helgoland in Urzeiten Kupferverhüttung gab.“
 
Ich machte mich sogleich auf zum Hafenmeister. „Kommen Sie um 16 Uhr wieder, da hab ich Feierabend und zeig Ihnen, was Sie sehen wollen“, beschied er mich. Das tat ich und ließ mich von dem unterhaltsamen, kompetenten, belesenen Mann unterrichten. Er war lange Jahre Freitaucher, ist Fossiliensammler, Mineraloge und vieles mehr - schließlich ist er auch ein Mensch mit dramatischen Lebensdaten. Er erzählte mir auf höchst amüsante, spritzige Weise aus seiner Zeit, seitdem er nach Helgoland versetzt wurde, bis hin zu seinen Liebes- und Eheproblemchen. „Spanuth wollte manipulieren, das darf nicht sein !“ sagte er und erzählte, wie der Pastor einstmals Anfang der 70er Jahre hinter der Hafenmeisterei die Plattenflintstücke, die an unterschiedlichsten Stellen gefunden wurden, zu einem Fußbodenbelag von Atlantis zusammenzupuzzeln versuchte. Als ich Spanuth zur etwa gleichen Zeit in seinem Bredstedter Haus aufsuchte, war er aber von diesem erfolglosen Versuch bereits abgerückt. Keine der Platten wies menschliche Bearbeitungsspuren auf.
 
In einem Extraräumchen hat Herr Stühmer einen Großteil seiner Schätze zusammengetragen: u.a. ein Ammonit von ca. 60 cm Durchmesser, eine einzigartige Sammlung von fossilierten Tintenfisch-Rückenplatten; anhand seiner Sammlung konnte die Wissenschaft bisher unbekannte Arten definieren - eine davon ist sogar nach Stühmer benannt. Jetzt sah ich sie, die pfannkuchenartigen Helgoländer Kupfererzscheiben. Sie stammen aus archaischen Erzverhüttungstechniken. Das verflüssigte Metall wurde in trichterförmige Gruben gegossen und die jeweils erkaltete Oberschicht abgehoben. Die größte beträgt wohl 50, 60 cm, die kleinste, das Endstück, ist nur etwa so groß wie eine Männerfaust. Sie wurden im Südhafen gefunden. Mit vielen anderen Metallschrott-Teilen aus den Weltkriegszerstörungen holte man sie herauf und brachte sie zur Schmelze aufs Festland. „Da waren viel mehr“, sagte Stühmer. „Einige wenige hab ich an mich nehmen können, nachdem ich feststellte, dass es sich hier nicht um modernen Schrott handelte.“ Die Fachwelt datiert sie per C14-Methode als wikingerzeitlich bzw. 750 Jahre alt. Doch durch den Schmelzprozess wird der C14-Gehalt der eingeschlossenen Holzkohlepartikelchen wahrscheinlich derart gemindert, dass daraus die jungen Altersbestimmungen resultierten. Über eine mittelalterliche Kupferverhüttung auf Helgoland gibt es keinerlei Berichte. Auch Stühmer meint, diese Funde würden wohl bronzezeitlich sein. Sie müssen durch das Absacken südhelgoländischer Landteile unter Wasser gelangt sein.
 
Ich hörte während dieses Gespräches erstmalig vom „roten Flint von Helgoland“. Schon in der Steinzeit wurde das schöne Material weit verhandelt. Die Farben des normalen Flints spielen vom tiefsten Schwarz über diverse Grautöne bis ins Bräunliche. In Drente/Holland z.B. fand man ein Depot mit Werkzeugen aus rotem Helgoländer Flint. Etliche Helgoländer Einzelfunde aus der Steinzeit beweisen ein frühes Leben auf dem langgestreckten Landrücken, an dessen äußerstem westlichen Ende der Helgoländer Felsen stand. Einige Feuersteinbeile, ein blaugraues dicknackiges Beil, mehrere Feuersteinklingen und Meißel beweisen die Besiedelung zur Trichterbecherzeit. In der Bronzezeit scheint die Insel sogar eine sehr bedeutende Rolle gespielt zu haben. Das ist an der ansehnlichen Zahl von teilweise recht wuchtigen Grabhügeln abzulesen. Acht namentlich bekannte und drei weitere kleinere Hügel werden in den Quellen bezeichnet.
 
War das also die Insel Abalus, von der Plinius berichtete und auch der um 340 v.0 lebende Pytheas von Massilia ? Wie deutlich sich auf der Insel megalithische Mythen erhalten haben, erkennt man daran, daß nach dem Kinderglauben auf Helgoland die Babys nicht vom Storch gebracht, sondern von der Mutter aus der „Sapskuhle“ auf dem Oberland geholt wurden, nachdem diese den in ihr liegenden großen Granitfindling aufgehoben hatte. Unter ihm sollten die ungeborenen Kinder in der Erde ruhen. Einer der großen Grabhügel heißt auch „Moderberg“. Die alten mutterkultischen Aspekte der „Dolmenmutter“-Verehrung scheinen hier noch durchzuschimmern
 
Ich begann also in den nächsten Tagen, an allen Stränden der Insel nach rotem Flint zu suchen. Täglich ging es mit dem Fährboot rüber zur „Düne“ (0,7 qkm). Die Landverbindung dorthin zerbrach erst während einer Sturmflut 1720. Ein Rudel von ca. 60 Seehunden liegt dort zumeist auf dem Nordstrand. Die kläglichen Rufe der Heuler tönten herüber. Ich zog mir die Ohrklappen meiner Fuchspelzmütze herunter, die Augen tränten, ein eisiger Sturm blies mich durch bis auf die Knochen; ich nahm mir vor, mich in den nächsten Tagen wärmer anzuziehen. Da lag vor mir ein blondes Seehundbaby, regungslos mit geschlossenen Augen. Ich ging auf das Bündel zu, dachte, es sei tot. Als ich unmittelbar vor ihm stand, schlug es die großen, runden Lichter auf und schaute mich erschrocken an, musterte mich eine ganze Weile, ich rührte mich nicht von der Stelle, um es nicht in Panik zu versetzen. Dann watschelte es zum Strand, wo ich aus den Uferwellen den großen Kopf des Muttertieres auftauchen sah. Ich ärgerte mich fürchterlich, dass ich die Kamera nicht schussbereit in Händen hielt. Ein verliebtes Seehundpärchen tummelte sich abseits der Herde im seichten Wasser. Sie, eine schlanke, zierliche, verträumte Braut und er, ein alter dicker Grobian, der immer nur das eine wollte. Wir drei beobachteten uns sehr aufmerksam, viele Stunden lang. Nach vier Tagen kamen sie bis auf zehn Schritte heran, wenn ich am Ufer stand. Zwischen ihrem verspielten Umgleiten und Umschlingen, hoben sie immer wieder ihre drolligen Kegelköpfe aus dem seichten Wasser und lugten zu mir herüber. Ich lief weiter, stundenlang, immer die Augen auf den Boden geheftet, am Nord- und Oststrand entlang, auf der Suche nach Fossilien, Bernstein und rote Flintknollen. Was ich fand, war - nach vielem vergeblichem Spähen - nicht mehr als zwei kleine rote Knollen. Wenn man sie aufschneiden lässt, ergeben sich wunderschöne Steinscheiben, die wie Achatplatten aussehen. Die Hände wurden klamm, zuweilen gefühllos. Die schneidende Brise von Nordost peitschte die Schaumkronen der Brandung wie Wattebällchen über den Sand.
 
Mit einem Vibrieren in meiner Oberschenkeltasche meldete sich das Handy, gehört hätte ich die Klingeltöne nicht. Mit steifen Fingern nestelte ich das kleine Ding aus dem Stoff. Eine SMS von Eldrid aus Solingen, unserer „Kalenderfrau“, in die ich damals bis über beide Ohren verknallt war. Sie fragte, wo ich gerade sei und was ich so unternähme. Die Antwort einzutippen mit froststeifen Händen, verlangte Überwindung. Immer wieder mussten die Finger durch Anhauchen beweglich gemacht werden. Trotzdem gingen einige Nachrichten hin und her, bis der Akku streikte.
 
Jeden Tag fuhr ich rüber und hoffte auf das große Finderglück. Unmittelbar nach den wilden Herbststürmen müsste man suchen, da würde sich einiges lösen, aufgewirbelt und angeschwemmt werden. In Stühmers Büro hängen an der Wand blanke Holzplatten mit draufgehefteten seltsam gebogenen daumendicken grau-grünen schlangenartigen Gebilden. „Was ist das ?“ hatte ich ihn gefragt und erhielt die Antwort, es handele sich um kupferne Schiffsnägel bzw. Plankenverbinder aus mittelalterlichen Wrackteilen. Sie gelten als begehrte Sammlerobjekte. Diese Erinnerung spukte mir durch den Kopf, ja, wie sollte ich an sowas rankommen? Wracks werden keine mehr an den Strand geworfen -, tauchen müsste man können! Ich wanderte auf die Ostmole des Dünen-Nordstrandes zu. Es war Ebbestiefststand. Ich suchte die Steinschüttungen der Mole nach dem begehrenswerten roten Flint ab. Was ich da sah, ließ meinen Puls schneller gehen. Ein großes, tiefschwarzes, zerklüftetes, gebogenes Kantholz hatte sich zwischen Felsbrocken und Molenwand eingekeilt. Heraus ragte eine lange, leuchtend rote Kupferstange mit einem durch Hammerschläge aufgebörtelten verdickten Ende. Ich wusste sofort, was ich vor mir hatte. Es kostete noch viele Anstrengungen, bis der wunderbare Fund geborgen war, immer von der Angst begleitet, dass mir ein anderer die Beute abjagen könnte. Am nächsten Tag besorgte ich mir ein Beil, nahm meine Gummistiefel mit, musste die Ebbe abwarten und arbeitete im wahrsten Wortsinne, schweißtriefend trotz der Kälte, bis zum Erfolg. Diese über 1 Meter lange und 3 cm dicke mittelalterliche Kupferstange ist mein schönstes Reiseandenken.
 
Am Freitagmorgen, dem 19. Hartung, sollte die „Seute Deern“ schon um 8:30 Uhr nach Cuxhaven ablegen. Meine Tasche war voller Steine, zusammen mit der Kupferstange war das zu schwer für den Tragriemen. Als ich aus der Haustüre trat, fiel der erste Schnee in feinen dichten Flocken aus nächtlichem Himmel. Die Straßen waren weiß, der Lichtfinger des Leuchtturmes kreiste über den niedrigen Dächern. Als ich meine Tasche über die Schulter werfen wollte, riss der Gurt. Oh weh, wie sollte ich das Gepäck hinunter zum Hafen befördern ? Ich erinnerte mich an das kleine, in einem nahen Garten stehende Handwägelchen. Das musste aushelfen ! Ich rollte meine Gewichte über den schneeglatten, steilen Südweg hinab zum Kai.
 
Helgoland ade, ich komme wieder ! „Es gibt nur zwei Sorten von Helgolandbesuchern“, hatte meine Zimmerwirtin Frau Matthes gesagt, „die einen besuchen uns nur einmal und nicht wieder, und die anderen sind vernarrt in die Insel und bleiben treue Gäste !“ Ich komme wieder !
 
In Cuxhafen angelandet, ging's erstmal daran, das Auto freizufegen. Eine dicke Schneeschicht hatte es eingedeckt, dass es wie ein Iglu ausschaute. Auf der Rückfahrt hielt ich in Verden an der Aller an, wo der ach so christliche Frankenkönig Karl im Jahre 776 an einem grauenvollen Tag 4.500 gefangene, wehrlose Sachsen hat niedermetzeln lassen. Es soll dort geschehen sein, wo heute der Dom auf heidenblutgetränktem Boden steht. An der Westseite des Gebäudes lungerten einige Pennergestalten vor einer Pforte. Neugierig stieg ich die Stufen hoch und trat hinein. Eine junge Frau griff sofort nach einem Teller und fragte: „Heute gibt’s Steckrübensuppe, wieviel wollen Sie ?“ Ich schaute überrascht: „Was kostest es ?“ „Das ist der Verdener Tisch“, sagte sie, „eine kostenlose Speisung für die Armen !“Nun, ich ließ mich nicht bitten, griff zu, nahm mir auch eine rote Rübe, dazu 'ne grüne Paprikaschote und bedankte mich. Aus einer ebenfalls auf dem Tisch liegenden Knoblauchzwiebel brach ich ein paar Zehen heraus und kaute eine davon zur Suppe. Die Wochenmarkthändler spenden wohl den Armen ihre ausrangierten, ältlichen Produkte. Ob die in Verden etwas gutmachen wollen, haben die ein schlechtes Gewissen wegen der geköpften Heiden ? Wohl kaum ! Der Duft einer Fischbratküche verführte mich, weiteren Reiseproviant in Gestalt eines leckeren Fischbötchens mit dicken Zwiebelringen zu erstehen.
 
Wohlgenährt und zufrieden machte ich mich auf die Suche nach dem „Sachsenhain“, dem in den 30er Jahren errichteten Großthingplatz, der als nationale Weihestätte geplant war. Natürlich muss man sich durchfragen, keine Beschilderung, ist ja ein Nazi-Erzeugnis, für das man sich pflichtgemäß zu schämen hätte. Doch die 4.500 großen Findlingsteine wieder wegzuräumen, wäre zu anstrengend, also hat man die „dämonische“ Stätte durch Ansiedlung eines evangelischen Jugendheimes „geweiht“. Ich wanderte die gesamte Strecke der Steinalleen ab, gedachte der heidnischen Vergangenheit meines Volkes und versuchte in jedem der Steine, auf die mein Blick fiel, mir einen Sachsenkrieger vorzustellen. Da sind vierschrötig untersetzt ausschauende Gestalten und hohe, schmale Formen, breite, wuchtige „Muskelmänner“ und fein strukturierte, wendig wirkende Steine aufgestellt. Ich hielt Zwiesprache mit den Ahnen, es war so etwas wie der würdige Abschluss meiner Reise in die Vergangenheit. Dann ging es erneut auf die Rollbahn nach Süden, der Heimat entgegen. Im Raum Hannover summte wieder das Handy, ich tippte die Antwort ein. Auto steuern, der Vergangenheit nachsinnen, nebenbei empfand ich Appetit auf mein Fischbrötchen -, das war wohl zuviel auf einmal.
 
Plötzlich tauchte ein Polizeiwagen vor mir auf, ein grünes Leuchtschild erschien in dessen Heckfenster: „Bitte folgen !“ Die Ordnungshüter lotsten mich zur nächsten Abfahrt, ein Beamter sprang aus dem Gefährt: „Stellen Sie endlich den Motor ab, was wechseln Sie über zwei Fahrspuren hin und her, obendrein sind Sie beständig irgendwas am Eintippen, haben Sie getrunken ? - Wissen Sie, ich bin sehr ungehalten, hauchen Sie mich mal an !“ Im Bewusstsein eines frisch entstandenen penetranten knoblauchig-fischig-zwiebelig-rübigen Dunstaromas blies ich dem Beamten eine volle Ladung auf den Riechkolben. Der Streifenpolizist fuhr erschrocken zurück, als hätte ich ihn angespien: „Sie haben Mundgeruch, aber heftig, aber heftig !“ Ich entgegnete scheinbar unterwürfig: „Ich hab' mich Ihnen ja nicht gerade aufgedrängt !“ Es war wie eine Vergeltung für Verden, die Rache des kleinen Mannes sozusagen. Wie diskreditiert, wie verketzert, wie verfolgt man uns Heiden heute noch ! Nein, sie schlagen uns wirklich nicht mehr die Köpfe ab -, dankeschön ! Aber sie behandeln uns oft so, als würden sie es herzlich gerne tun. Meine Papiere waren in Ordnung, Alkohol war nicht nachzuweisen. „Wenn Sie übermüdet sind, halten Sie mal eine Rast.“„Jawohl, Herr Wachtmeister, machen wir !“, grinste ich. „Lassen Sie doch den Unsinn, fahren Sie weiter !“ Die Straßen waren frei, ein wunderschöner blutigroter Sonnenuntergang beendete den Tag. Ich hielt nicht mehr an, bis ich um 19:30 Uhr vor der eigenen Garage stand.
 
 
DER ROTE SCHATZ VON HELGOLAND
 
Hallo, liebe Freunde, ich war einige Tage auf der schönen Insel Helgoland. Vielleicht können sich manche noch an meinen Helgoland-Fahrtbericht erinnern, den ich vor drei Jahren hier ins Forum stellte. Ich bin also wieder einmal zurückgekehrt zu diesem faszinierenden Eiland voller Geheimnisse, so schwer beladen von ältester und jüngster Geschichte. Helgoland, das Heilige-Land, der einstmalige Königssitz eines gewaltigen frühgermanischen Seereiches muss für jeden deutschempfindenden Menschen und besonders für uns deutsche Heiden einen ähnlichen Stellenwert besitzen wie für einen Moslem die arabische Pilgerstätte Mekka. Was für diese Wüstenmenschen der dortige schwarze Kaabastein ist, das ist für uns mitten im Meer jener rote Sandsteinfelsen Helgoland. Der Hauptanlass meines erneuten Besuches aber war ein ganz bestimmtes Verlangen. Ich wollte nach dem berühmten Helgoländer Achat suchen, dem roten Flint, den man schon in Steinzeittagen hier abbaute, zu gefährlichen Waffen bearbeitete und weithin verhandelte. Es lässt sich leicht denken, wie wertvoll einstmals rote Steinmesser oder rote Speerspitzen gewirkt haben müssen. Entsprechende Hortfunde kennen wir aus Niederdeutschen und Holländischen Grabungsstätten. In der Frühzeit war er wohl nicht schwierig zu beschaffen, doch heute ist er eine Rarität geworden. Das Rohmaterial, die roten Flintknollen stammen aus der leuchtend weißen Muschelkalkwand, die noch bis zur Neuzeit am östlichen Ende der Helgoländer Felsengruppe als das „Witte Kliff“ steil aufragte. Das Felseneiland begrenzte sich ja damals im Westen durch die roten Buntsandsteinsteilwände und im Osten durch eben diese Kreideberge, die heute zum kläglichen Rest der sogenannten „Düne“ zusammengeschmolzen sind. Hamburger, Dithmarscher und Bremer Kaufleute ließen den Kalk im Mittelalter als begehrtes Baumaterial abgraben und ins Binnenland verfrachten. In diesen ehemaligen Wänden saß der rote Flint; mithin ist er außen schneeweiß, dann folgt eine schwarze Schicht um einen lachsschinkenfarbenen Kernbezirk. Man hat ihn schon im 19 Jahrhundert zu feinen Scheiben geschnitten und als Schmuckachat den Touristen verkauft. Das geschieht noch heute. Doch wer etwas auf sich hält, der findet selbst seinen Helgoländer roten Flint. Während meiner damaligen Inseltour fand ich lediglich zwei kleine Knollen, diesmal wollte ich es aber wissen, ich nahm mir vor, mindestens einen Seesack voll steinerner Raritäten heimzuschleppen.
 
Ein Pensionzimmerchen war rasch gefunden, direkt zur Uferpromenade hin,  mit Blick nach Osten auf die „Düne“. Am nächsten Morgen zog der Tag herauf, klar und weit grüßte ein cyanfarbener Himmel. Und dann sprang glühend rot die Sonne wie ein Rubin auf den Horizont. Unwillkürlich musste ich an die ODINGsche Runenreihenfolge denken, genau so ist es, erst kommt der helle Tag ( Tag-Rune) und dann erst folgt ihr die Sonnenchiffre ( Ing-Rune) nach. Mein erster Urlaubstag war angebrochen, strahlend schön, aber kalt und windig. Ich zog mir die Ohrenklappen der Fuchspelzkappe runter und ab ging es zum Anlegeplatz des Bördebootes das mich hinüberbringen sollte zur vorgelagerten „Düne“. Das kleine Schiff tanzte und schlingerte durch den harten Seegang, ich stand an der Reling, ließ mir die Gischtspritzer ins Gesicht wehen und fühlte mich als Wikinger. Fast 40 Jahre ist es her, da fuhr ich selbst als Maat durch die Gewässer der Ostsee, der deutschen Bucht und bis hinauf nach Labrador und Grönland als Hochseefischer. Ich hab sie damals kennengelernt, die knochenharte Arbeit auf den kleinen Fangschiffen, den Seitenfängern, ich zog noch mit bloßen Händen, im Verein mit anderen wettergestählten Kerlen, prallgefüllte Fischnetze über die Bordwand. Ich sah die Eisberge an unseren Booten vorüberziehen, still und majestätisch. Ich sah in haushohe grauenhaft gewaltige Wellenberge, vor denen unser Schifflein viel eher einer heillosen Nussschale glich. Ein Schwesterschiff unserer Fischereiflotte hat in diesen Wochen bei Kap Farewell, an der grönländischen Südspitze, eine lange Kreuzdünung in Blitzesschnelle unter Wasser gedrückt, so dass der Funker nicht einmal die Zeit fand einen SOS-Funkspruch abzusetzen. Fast dreißig Kameraden fanden den Seemannstod. Doch wer denkt ans Ende wenn das Meer ruft ? Herrlich, ich war wieder daheim, im Norden, auf grünschimmernder See. Ist das nicht unsere wahre heidnische Heimat hier ?  Kann einer denn die Runen, den Geist der Runen, der Geist unseres Volkes verstehen, der nicht den Norden liebt, das Meer und den Sturm versteht? Wir sind doch Kinder des Nordens, gleichgültig woher wir kamen in diesem jetzigen Leben, wo wir geboren wurden, aus welchen Vätern und Müttern auch immer. Unsere wahren Väter sind die eisigen Stürme über salziger See und unsere wahren Mütter sind die ruhelosen Wogen über den eisigen Tiefen des Nordmeeres. Damals schon, als junger Seemann, griff mir der Norden mit seinen gewaltigen Eindrücken tief in die Seele und ich ahnte, dass es einen nordischen Mythos geben müsse, dass ein geistiges Geheimnis hinter all den herben erhabenen Naturschauspielen liegen würde das – bei Aufdeckung - mir den Schlüssel zum Begreifen der inneren gesamtheitlichen Zusammenhänge liefern könnte. Aus den nordischen Runen, dem „Geheimnis“ schlechthin, fand ich erst viele Jahre später den Weg zum geistgöttlichen Ur-Sinn unserer Nordheimat.
   
In der Neujahrsnacht des Jahres 1721 riss eine gewaltige Sturmflut die rote Insel Helgoland und die weiße „Düne“ auseinander. Seitdem muss der Besucher mit einem Schiff die rund 1000 Meter überwinden. Das früheste Bördeboot legt morgens um 8 Uhr ab, das letzte fährt um 16 Uhr zurück. Den ersten Tag verbrachte ich fast vollens auf der „Düne“. Zuerst besuchte ich den Friedhof der Namenlosen, angetriebene unbekannte Seeleute, Seeflieger aus dem ersten Weltkrieg, Soldaten aus dem zweiten Waffengang und ertrunkene Bootsbesatzungen späterer Sturmnächte. Eine große Glocke duckt sich an tiefstehendem Gerüst inmitten steinerner Gedenktafeln. Ich nahm meine Kappe vom Kopf und gedachte in Ehrfurcht und Trauer all der gefallenen deutschen Seehelden über die Jahrtausende hin. Weiter ging es zum breiten Südstrand, an faul dösenden Kegelrobben- und Seehundsippen vorbei zum kleinen rotweißen Leuchtturm. Rund 130.000 qm feinster Sand steht den Gästen zur Verfügung, doch ich war ganz allein. Kein zweiter Mensch kurvte mit mir über das Inselchen. Hier, zwischen den Kiesablagerungen des Südstrandes, fand ich die ersten Belemniten, „Donnerkeile“ genannt, fossile Tintenfische aus dem Trias. Wie Geschosshülsen von Gewehrmunition schauen sie aus. Später fand ich auch versteinerte Seeigel und sogar ein „Katzenpfötchen“, so nennt man die selteneren schwarzen kleinen Brocken, die aus versteinerten Ammonitensegmenten bestehen. Wer besonders viel Glück besitzt der findet sogar in den angeschwemmten Tanghaufen des Nordstrandes die begehrten Bernsteinbrocken. Der messerscharfe Ostwind ließ meine Augen tränen und erinnerte mich daran, demnächst wärmeres Unterzeug anzuziehen. Ich mag sie ja nicht, die langen Unterhosen, doch hier geht’s nicht ohne sie. Stunde um Stunde wanderte ich am Strand entlang, immer den Blick auf den Boden geheftet, auf der Suche nach Strandschätzen. Der Ostteil der „Düne“ heißt „Aade“, Wenn dort die Brandung ans Ufer schlägt, bewegen sich  Millionen Kieselsteine und erzeugen ein einmaliges Klangbild. Die „Aade“ gilt bei Ornitologen als einer der besten Plätze in Deutschland, um Vögel in Ruhe zu beobachten. In diesen grauen Geröllhalden musste der rote Feuerstein versteckt liegen, wie sollte man ihn erkennen ? Hin und wieder blitzt in der Frühsonne ein rotes Fleckchen in der Masse schaumüberspritzter Steine auf. Nicht immer war ich der Schnellere, manches Mal war auch die Brandungswelle rascher und ich bekam nasse Füße. Nur wenn das Flintgeröll verletzt ist, abgesprungen, aufgeschlagen, erst dann lässt sich das rote Innenleben entdecken. Natürlich bekommt der stetige Sucher im Laufe der Zeit ein immer besser geschultes Auge für die begehrten Steine. Ich bin mit meiner Ausbeute sehr zufrieden, endlich ist mein Bedarf daran gedeckt, mein Hunger ist gesättigt. Jetzt muss ich mich nach einer Möglichkeit umschauen, wo ich die schönsten Stücke aufschneiden und polieren lassen könnte.
 
Der rote nordische Feuerstein vom altheiligen Helgoland, mitten aus dem Meer, ist, so recht betrachtet, ein Symbol für das Eiland und den atlantisch-hyperboreischen Mythos selbst. Seine drei Farben Schwarz-Weiß-Rot sind ja ebenso die Zeichen der echten deutschen Reichsfahne mit ihrer tiefen inbildhaften Bedeutung. Der weiße Mantel steht für die ethische Reinheit und Klarheit der germanischen Seele und das solare Prinzip -, der schwarze Bereich symbolisiert das geistgöttlich-wodinische Prinzip des Nächtigen und Urgebärenden -, während der rote Kern das ewige blutvolle Lebensprinzip meint, das Urfeuer das im Zentrum der Dinge lodert damit aus dunklem Schoß immer aufs Neue der junge Werdeimpuls hervorzuspringen vermag. Jener die drei Farben verbindende Helgoländer Feuerstein ist für mich ein schöngestaltetes Sinnbild für unsere gallogermanische Runenreligion, für den ODING-Glauben unserer Ahnen und ebenso für die Seelenhaltung eines jeden rechtgläubigen Heiden der weiten Germania. Wer immer sich dazu zählen mag, der sollte zumindest einmal im Leben auf dem heiligen Felsen gewesen sein, einmal hinübergefahren sein zum ehemaligen „Weißen Kliff“, um ihn dort für seinen heidnischen Hausaltar gesucht und gefunden zu haben, den roten Schatz von Helgoland, den roten Feuerstein, der nur hier und sonst nirgends auf der Welt vorkommt.