GERMANISCHE RELIGION II.

Böser Geist gegen guter Geist
 
Die menschliche Intelligenz kann zum Guten oder Unguten genutzt werden, der Logos kennt keine Moral. Ohne eine religiöse Sittenlehre die das Gutsein zum Ideal erhebt, macht der Mensch seine Erdenwelt zur Hölle. Dass im menschlichen Sinnen ein gutes und ein böses Denken gleichermaßen angelegt ist, weshalb es hilfreiche Richtlinien zum Guten geben muss, erkannten wohl alle vernünftigen Religionsschöpfer. In den arischen Systemen wurde das Gute gleichgesetzt mit „Gott“, dem zu gefallen oder nachzueifern sei. Die beiden gegenläufigen Denkweisen bzw. Mächte, die gottgefälligen und die antigöttlichen, wurden personifiziert, als Anführer der lichten und der dunklen Geistwesen. Die altpersische Ahura-Mazda-/Ohrmazd-Religion, die auch Mazdaismus oder Zarathustrismusgenannt wird und von der Weisheit des großen Ariers Zarathustra (ca. 1.500 v.0) geprägt war, bezeichnet das gute Denken („Sponta-Mainyu“) und das schlechte Denken („Angra-Mainyu“), also den guten und den bösen Dämon als gleichstarke Söhne des vatergöttlichen „Weisen Herren“. Das Ringen zwischen Gut und Böse findet im gesamten Kosmos satt und kommt im Menschen zum Ausdruck zwischen den guten („Vohu Mano“) und schlechten Gedanken („Ahem Nano“). Zwischen dem Herrn des Lichtes und jenem der Finsternis tobt dieser Kampf, der sich im nordischen Mythenbuch-Edda als Kampf zwischen „Balder“ (der starke Gute) und „Höder“ (der blinde Bruder) geschildert findet, wobei Bader der Gottheit geliebter Sohn ist. Der Kampf dauert so lange an, bis Ahura-Mazda die dunkel-dämonischen Gegenmächte auf ewig in ihren Abgrund zurückstoßen wird, um eine Ära des Friedens und des Glücks einzuläuten. Die eddischen Bruchstücke der nordischen Mythologie, die uns der Isländer Snorri Sturluson (1179-1241) übermittelt hat, erzählen im Kern ein ganz Ähnliches, dass nämlich der göttliche Geistvater Wodin die gestorbenen Kämpfer in der Jenseitshalle Walhalla für den Endkampf gegen die unholden Mächte sammelt. Der Kampf und die Opfertode der göttlichen Mächte findet statt und in einer idealisierten, verklärten Wiederkehr des fast Ewig-Gleichen ersteht eine bessere Neue Welt, in der die Gegensätze und das Böse aufgehoben sind. Nach dem ältesten Edda-Lied, der „Völuspa“ (Der Seherin Vision), kehren „Hödur und Balder heim, um froh im Sieghof zu hausen“ (Vers 63); die „wackeren Scharen leben freudvoll in Gimles Glanzhalle bis in fernste Zeiten“ (Vers 65); „der düstere Drache, die schillernde Schlange, Nidhögg [der neid-/hassvoll Hauende] fliegt tief drunten und versinkt endgültig“ (Vers 66). Weder aus der Edda, noch anderen Quellen geht hervor, dass die nordische Religion einen Hass auf konkurrierende Glaubensformen gekannt hätte. Dem Geistgott Wodin wird Omnipotenz und Gültigkeit für alle Menschen zugeschrieben, gleichgültig welcher Art sie angehören. Deshalb heißt es, dass er viele Namen trägt (Grimnismál, Hávamál, Gylfaginning). Weder lassen sich Nachweise für Glaubenshass, noch für Rassenhass in den nordischen Zeugnissen finden. Die Glaubensverfolgungen begannen mit dem monotheistischen Absolutheitsanspruch des jesuischen und paulinischen Christianismus und steigerten sich mit zunehmender Macht der Romkirche. Die sog. Christenverfolgung z.B. unter dem röm. Kaiser Nero (37-68 n. 0) waren keine Maßnahmen des Glaubens wegen, sondern entsprangen staatspolitischem Kalkül, indem er die vom Volk verhassten Orientalen als Brandstifter beschuldigte und zum Sündenbock stempelte. Die röm. Dekrete und systematischen Pogrome die im 3. Jh. geschahen, wurden ebenso wenig aus religiöser Intoleranz sondern aus Gründen der Staatsräson unternommen, weil Christen den Grundkonsens des Staates ablehnten, so wie heutige in Deutschland lebende Muslime, welche für sich die Verbindlichkeit des BRD-Grundgesetzes ablehnen und ihre mitgebrachte islamische „Scharia“ über das Recht ihres Gastlandes einordnen. Zu Wodins Lichtritter, die als Gute Geister für den Endkampf in der jenseitigen Walhalla gesammelt werden, können demzufolge nicht allein Germanen oder verwandte Gallier, Sklaveni, Pruzzen und Rus Zutritt erlangen, vielmehr tugendsame tapfere Männer und Frauen aus allen Völkern die sich zu Wodins Regie und runischen Heilsgeboten bekennen.
 
Religion soll Halt aber keinen Hass vermitteln
  
Je archaischer Individuen und je primitiver Ideologien sich artikulieren, umso intoleranter und restriktiver sie sich im Vorgehen gegen andere Denk- und Handlungsweisen gebärden, umso deutlicher sind sie im engstirnigen Urmenschlich-Bestialischen zu verorten, denn die humanitäre Vernunft ist ein erst langsam im Verlaufe der schmerzhaften Menschheitsgeschichte erworbenes Produkt. Je gefahrvoller und dem Leben abträglicher der ursprüngliche Lebensraum einer Ethnie ist, umso mehr erzwingt sie die Entwicklung eines vernünftigen Gemeinsinns, weil auf andere Art ein Überleben des Einzelnen wie der Gesellschaft gar nicht möglich wird. Diese Schulung ist im Verlaufe der Jahrtausende allen Völkern vom nördlichen Eisschildrand genetisch eingeprägt worden. So wie die kühle, sachbezogen Vernunft zum Merkmal des Nordmenschen wurde, so ist die törichte, emotionell überschäumende Unvernunft als ein Merkmal der klimatisch begünstigten südlichen Völkerschaften zu konstatieren. Diese Faustregel kann nur die echten äquatorialen Urwaldbewohner nicht einbeziehen, welche, auf andere Arten und Weisen als der herbe Norden, ihre Umweltgefahren zu meistern haben. Es ist die Vernunft, die des Menschen Verteidigungsbereitschaft erfordert und seine Fähigkeit zu töten, denn was das Leben gefährdet darf vom Leben abgewiesen - auch auf Dauer abgewiesen - werden. Aber immer ohne den Verstand beeinträchtigende Gefühlwallungen des Hasses. Der Begriff „Hass“ hat sich aus dem Beschreibungsversuch der Emotionen „Erschütterung, Kummer, Groll“ entwickelt; verwandt mit griech. kēdos = „Sorge, Trauer, Leichenbestattung“; im germ. Sprachbereich hat sich daraus der Sinn von „Verfolgen, Jagen, Hetzen“ erweitert, was dem alten Sprachverständnis nach im Kern nichts anderes als „Eifern für eine Sache“ meinte. Das Eifern-Können, ob im religiösen oder im profanen Bereich, gehört zur unbedingten Voraussetzung für jeglichen zu erhoffenden Erfolg. Die Trägen, Schlaffen, die Ja-Sager und Angepassten haben zu keiner Zeit etwas Positives zur Hinaufentwicklung ihrer Nation und der Gesamtmenschheit  beigetragen. In diesem Verständnis sollten wir eifern für das Gute, Wahre, Schöne, sollte wir brennen für die Erweiterung unseres Wissens und sollten streben nach mehr Gerechtigkeit, dass jedes Ding und jeder Mensch nach seinem Maße beurteilt und bedient werde. Der dumpfe Hass aus niederer Gesinnung aber, der pauschalisierend fremde Positionen, Kulturen, Denkweisen und Völker verurteilt, der ist nach Selbstanalyse abzutun, und anderwärts zu verachten. Der ideale nordische Geist ist ein entspannter, sachlich-kühl rechnender, der langsam nur in Feuer gerät. Möglicherweise gewann gerade deshalb die Faszination des numinos Andersgearteten, wie die des dionysischen Rauschgottes Wodin, diesen hoher Stellenwert im germanischen Kult -, wohl aber auch weil in der gesegneten Ektase Bewusstseinserweiterungen, Hellsichtigkeiten und unverhüllte Direktheiten zutage treten, so dass der Volksmund meint: „Betrunkene sagen die Wahrheit“, oder „In vino veritas“ (im Wein liegt Wahrheit). Wodin weiß die Wahrheit, er ist die Wahrheit, er vermittelt die Wahrheit dem religiösen Konzept nach; er ist der Erfinder der Runen, die alle Wahrheiten in sich tragen. Wodin ist der germanische Heilige Geist, der Logos (Vernunft, Sinn, Wort) und die Heilige Sofia (Weisheit) zugleich. Die Römer setzen ihm den Hermes-Mercurius  gleich, der wiederum dem ägyptischen Schrifterfinder-Gott Thot, dem Herrn der Magie, der Wissenschaft, des Kalenders und des Seelenganges („Gott des Westens“) zu entsprechen schien, so wie auch dem gallogerm. Teut, Teutates („Vater des Volkes“). Der Christenkult hat dem Volk dafür den „Heiligen Geist“, aber als Stellvertreter für den martialischen Aspekt den „Erzengel Michael“ und „Sankt Martin“ angeboten. 
 
Erzwungen durch die jahrhundertelangen Bedrohungen Germaniens durch den römischen Imperialismus, ausgerüstet mit einer tödlich perfekt funktionierenden Militärmaschinerie, musste, um des Überlebens willen, der germanische Geistgott auch ein Anführer im Krieg werden. Trotz ihrer industriellen und militärisch-organisatorischen Unterlegenheit erlag Rom schließlich der germanischen Jugendkraft. Bei aller Härte der Auseinandersetzungen, kennen wir keine Berichte über gegenseitigen Hass aufgrund von religionsbedingten Differenzen, diese begannen erst mit dem Aufkommen des eifersüchtigen Monotheismus christenkirchlicher Prägung, als die Hassattacken zwischen den Richtungen des Katholizismus und Arianismus aufbrandeten. Hass bis zum Mord-Hass aus religiösem Antrieb darf als Spezifikum des orientalischen Glaubensfanatismus betrachtet werden. Zu argen Untaten ist situationsbedingt jeder Mensch jeder Menschenart - Heide, Christ wie Moslem - befähigt. Doch eine Untat aus Gottglauben zu begehen, ihr also einen frommen Antrieb zu unterlegen, das ist - wenn dieser Ausdruck erlaubt ist - monothetische Handschrift. Neben den weltweit zahllosen Terroranschlägen islamischer Fanatiker, hat ein Norweger namens Anders Behring Breivik am 22.06.2011 einen national-terroristischen Anschlag begangen während dem er 77 Menschen erschossen hat. Und ein Australier namens Brenton Tarrant hat am 15.03.2019 einen antiislamischen Terroranschlag auf Moscheen ausgeführt wobei er 51 Menschen erschoss. Beide Männer waren zwar Christen, doch ihre Taten waren nicht christlich sondern völkisch-nationalistisch motiviert. Der jüdische Arzt Baruch Kappel Goldstein wurde Ende Februar 1994 zum Attentäter als er mit einem Sturmgewehr 29 zum Gebet niederkniende Moslems in der Ibrahim-Moschee in Hebron erschossen hat. Am 4.11.1995 erschoss der jemenitische 25-Jährige fromme orthodoxe Jude Yigal Amir seinem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin.  Er schoss ihm zwei selbst gebastelten Neun-Millimeter-Dumdum-Geschosse in den Rücken, „im Auftrag Gottes“, wie Amir sagte. Wenige Stunden vor dem Attentat hatte er in einer Synagoge gebetet, „er möge die Gelegenheit bekommen, den Ministerpräsidenten zu ermorden, sein eigenes Leben aber möge verschont bleiben“. Nie hat er seinen Mord bereut, bereut hat er allein: dass er Rabin „nicht schon früher“ ermordet habe, vor dem Oslo-II-Abkommen, das den Palästinensern mehr Autonomierechte einräumte. Wie viele junge Israelis seiner Generation besuchte Amir von Kindesbeinen an religiöse Schulen. Der Attentäter gab an, Rabin sei ein Verräter an Israel gewesen, weil er die Aussöhnung mit den Palästinensern gesucht habe und dafür auch laut Bibel zu „Eretz Israel“ gehörende Gebiete wie das Westjordanland habe aufgeben wollen. Nach dem jüdischen Gesetz sei der Ministerpräsident ein Verräter gewesen, der getötet werden dürfe, um schlimmeres Unheil von der Judenheit abzuwenden. Der fromme junge Mann bezeichnete exakt das Talmudische Gesetz welches einen solchen Mord befehlen würde. Der Fanatiker hatte regelmäßig eine Talmudschule südlich von Tel Aviv besucht. Wie er bekundete, war für ihn jeder Araber, also auch jeder Palästinenser, ein Untermensch. Yigal Amir hatte beschlossen, sein weiteres Leben der Zerstörung des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses zu widmen. Bestätigung und Stärkung für seine Tat bezog er aus dem Vorbild des Baruch Kappel Goldstein. In Amirs Zimmer im Haus seiner Eltern fanden sich neben religiösen Werken das Buch: „Baruch - Ein ganzer Kerl“. Rechtsradikale Täter und Taten sind von allen Nationen bekannt, dass aber solche Untaten „aus Religion“ begangen werden können und die Täter sich wie „Helden der Religion“ fühlen dürfen, ist eine der unfassbarsten Anachronismen unserer Neuzeit.
 
Wer die alten Bibeltexte aus der Zeit Esras, dem Erneuerer des politischen wie kultischen Judentum im 5. Jahrhundert (458 v.0), liest und in seinem Inneren widerklingen lässt, der hört eine sich zu grauenhaften Höhepunkten steigernde disharmonische Sinfonie aus Hass und Wut. Aus ihrer Entstehungszeit heraus sind sie durchaus zu verstehen als ein Spiegel schlimmer aufwühlender kriegsgeschichtlicher Ereignisse, wie sie beispielsweise assyrische Keilschriften und Reliefs belegen. Dass aber dieser Hass nie erlöschen soll, dafür sorgen die Bibelschriften. Wer solch einen Hass textlich am Leben hält, sogar in die Religionslehre aufnimmt, wie die Thematiken des Pessach-und Purimfestes, der produziert immerwährenden Hass und nach dem Kausalitätsgesetz auch Gegenhass. Im talmudischen Mystizismus gibt es den heiklen Amalek-Komplex, der eine solche Erbfeindschaft beschreibt. Die Amalekiter waren eine kanaanitische Bevölkerung die im nordägyptischen Vorfeld, also Palästinas, lebte. Als die Altisraeliten von Ägypten herkommend dort eindrangen, machten ihnen die alteingesessenen Amalekiter ganz natürlich das Vordringen streitig. Das wird im biblischen Buch „Exodus“, Kap. 17 dargestellt. Weil die Amalekiter - auch kurz „Amalek“ genannt - die Neuankömmlinge abzuwehren versuchten, sollten sie und ihre Nachkommen für alle Zeit verteufelt werden -, laut biblischer Mystagogen. Die Israeliten schließlich „verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter“ („Genesis“, 14:7) und ihre Könige Saul, David und Hiskia sollen sie gänzlich besiegt und als Volk wiederholt ausgerottet haben („1. Buch Samuel“, 15; „1. Buch der Chronik“, 4:43). Das „2. Buch Mose“ gibt Moses als Verfasser an, wo es heißt: „Und der Herr[Gott] sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke.“ („Exodus“ 17:14) Von Jahwe heißt es: „Er führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.“ Trotz ihrer Ausrottung wurde der Name „Amalek“, oft ohne nähere Erklärung, zum Synonym für vergangene und lebende „Feinde des Volkes Israel“. Sie gelten in der Bibel als Nachkommen Esaus, dem jüngeren Bruders und jüdischen Stammvaters Jakob. Sie gelten als Söhne von Isaak. Amalek sei ein Enkel Esaus gewesen, der sein reines Judenblut nicht bewahrte, indem er kanaanäische Frauen genommen habe („Genesis“, 36:1), was seine Nachkommen zu einem verachtenswerten Mischvolk degradierte. Bedeutende Rabbiner wie Maimonides von Cordoba (11./12. Jh.)  und Pinhas Halevi von Barcelona lehrten, dass es immer noch Amalekiter gäbe, und mit diesen eben auch die Pflicht, sich ihrer Taten zu erinnern und sie zu vernichten. Bis in die aktuelle jüdische Überlieferung hinein werden Personen, die durch Juden-Feindschaft namhaft geworden sind, dem „Stamm Amalek“ zugeordnet. Es gibt Interpreten welche die Palästinenser als Volk mit Amalek gleichsetzen und auch den Deutschen insgesamt eine Abstammung von den Amalekitern nachsagen. So weigerte sich der Großrabbiner Joseph Chaim Sonnenfeld (1848-1932) den deutschen Kaiser Wilhelm II. bei seinem Jerusalembesuch zu begegnen, da er der Meinung war, der Kaiser wäre ein Amelekiter-Nachfahre. Und Rabbiner Israel Hess (1935-1997) veröffentlichte am 26.02.1980 in der Studentenzeitung „Bat Kol” der „Bar-Ilan-Universität” den Artikel mit dem Titel „Genozid - Ein Gebot der Thora“, auch übersetzt als „Das Gebot des Völkermords in der Thora”. Er argumentierte darin dafür, dass die Palästinenser „das gleiche Schicksal wie die Amalekiter verdienten” und, dass während dem das Töten von Säuglingen ohne Erbarmen vonnöten sei. Daraufhin ist der Autor vom Präsidenten des Institutes, dem Rabbi Emanuel Rackman (1910-2008), seiner Position an der Schule enthoben worden. Aus diesem Geschehen ist zu entnehmen, wie religiöse Texte auch sogar von Fachleuten unmenschlich missgedeutet werden können, um wie viel verfänglicher können sie für extremreligiöse Schwärmer unter den Laien werden. Die Gefahr der Verselbständigung religiöser Hetzschriften ist groß, so dass alle Religionen d.h. ihre Führungspersonal gut beraten wäre, sich der Schmähungen und gar der Verfluchungen gegen religiöse Mitbewerber zu enthalten und ihre geheiligten Grundlagentexte öffentlich klar und deutlich so zu definieren, dass daraus keine Tötungsaufrufe herausgelesen werden können. In Zeiten des immer akuter werdenden Globalismus muss das Bekenntnis zur Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit ein oberstes Gebot auch für die religiösen Führer der Völker sein. An den politischen Differenzen der Nationen und den daraus resultierenden Hetzschriften trägt die irdische Völkerfamilie schwer genug, die Religionen sollten nicht zusätzlich ihrerseits Öl ins Feuer der menschlichen Zwietracht gießen ! 
 
Jener uralte Teilaspekt der Unversöhnlichkeit eines Hass- und Rachekultes im Mosaismus hat sicherlich zum unguten Ruf des mittelalterlichen Judentums mit beigetragen, so dass auch der dem Judentum zunächst wohlwollend gegenübertretende Reformer Martin Luther (1483-1546) 1543 die Schrift „Von den Jüden und ihren Lügen“ verfasste, worin er die Wegnahme ihrer religiösen Bücher forderte, was der mit den Dominikanern sympathisierende Jude Joseph/Johannes Pfefferkorn (1469-1521) ebenso befürwortete, indem er die Verbrennung des Talmud forderte und antijüdische Schmähschriften verfasste, wie den „Handtspiegel“, 1511. Den gleichen biblisch-hysterischen Hass predigte der jüdische Reformer Jeschuha/Jesus. Wer seine Botschaft nicht hören und annehmen wollte, dem solle es er­gehen wie den Sodo­mern und Gomorrhern (Mt. 10,14 u. 15). Er verlangte den Selbst­hass und den Hass ge­gen die eigenen Hausgenossen, gegen Vater, Mutter, Brüder und Schwestern (Lk. 14,26). Er sagte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ (Lk. 11,23). Er wollte kei­nen Frie­den bringen, sondern Entzweiung (Lk. 12,51ff); er kün­digte den Krieg um sei­netwillen an (Mt. 10, 34). Er verhieß den Pharisäern die Ausrot­tung (Mt. 15.13f) und den Un­ver­ständigen die Verbrennung im Feuerofen (Mt. 13,42+50). Er wollte ein gnadenlo­ser Richter sein (Mt. 25,41). Von Verzeihung und Vergebung mochte er nichts wissen (Mt. 7,23). Er hielt Scheltreden von nicht zu über­bietender Maßlosigkeit, die Schärfe seines Zornes war ang­sterregend. Seine Gegner nannte er Narren, Heuchler, Blinde, übertünchte Gräber, Schlangen, Natternbrut, Otterngezücht, Fliegen, Säue, Kinder der Hölle. Er ging in sei­nem krankhaften Hass so weit, dass er hoffte, die Ver­stockten blieben ver­stockt auch bis zum Ende, damit sie grauenhaft bestraft werden dürf­ten (Mk. 4,12). Er behauptete von sich, größer und bedeutender als der Tempel zu sein (Mt. 12,6). Das jerusalemer Volk war entsetzt von seiner Redeweise (Mt. 7, 29; Mk. 1,22). Er wusste, dass so viel eingepeitschter Hass natürlich Gegenhass erzeugen würde; „Ihr müsst gehasst werden von jedermann um mei­nes Namens willen“ (Mt. 10,22), und „mich aber hasst die Welt, weil ich ihr sage, dass ihre Werke böse sind“ (Joh. 7,7), bekannte er sei­nen Mitläufern. Er schwelgte in schrecklichen Untergangs­phantasien aller bestehen­den Zustände; er ver­kün­dete (aus es­senischem Gedankengut) die Zer­störung des jüdischen Zen­tralheiligtums (Mk. 13,1-25). Schließlich ist es nicht verwun­derlich, dass auch das zusammengeströmte Stadtvolk ihn wider­hasste und als es die Wahl hatte, lieber einen Krimi­nellen frei ließ, ihm aber zu­rief: „Er werde ge­kreuzigt !“ (Mt. 27,23). Tragischerweise schlägt der im Judentum textlich gespeicherte Hass immer wieder auf das Judentum zurück. Nicht nur bekämpften sich die jüdischen Parteiungen während des „Jüdischen Krieges“ (66-70 n. 0), den Flavius Josephus (37-100 n. 0) beschrieb, auch die sich später entwickelnden judäo-christlichen Sekten hassten sich bis aufs Blut, was zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Stadt Rom ausartete. Des Arabers Mohammed (570-632) Kopf war angefüllt von jüdisch-religiösem Schriftgut. Gegen das Jahr 610 soll dem ca. 40-Jährigen - nach eigenem Bekunden - der Erzengel Gabriel (arabisch „Dschibril“) auf dem Berg Hira bei Mekka erschienen sein, um ihm ein zusammengeschautes Gemisch aus jüdisch-christlichen Ansichten einzuflüstern. Wie es um die bestialische Psyche Mohammeds bestellt war erweisen beispielsweise seine Handlungen gegen den mächtigen jüdischen Stamm der Banū Quraiza bei Medina, im Jahr 627. Die reiche Gruppe lebte von landwirtschaftlichen Erträgen sowie durch Geldverleih. Um sich in den Besitz dieser Güter zu bringen, ließ der „Religionsverkünder“ um 900 männliche Juden köpfen, ihre Kinder versklaven und ihre Frauen zu übernehmen (Sure 33, 26-27). Mohammed fühlte sich gedrängt, seine gefundenen Betrachtungen öffentlich zu verkünden und sich Anhänger zu schaffen. Er diktierte seine Eingebungen - verbrämt als „Erzengels Gabriel“ Ansprachen - in Form eines Buches, das unter dem Namen „Koran“, zur heiligen Schrift des Islam wurde. Des sog. Propheten Hass gegen seine eigentlichen Lehrmeister hat er im Koran verewigen lassen: „Verflucht sind die Ungläubigen der Israeliten durch die Zunge Davids und Jesus, weil sie rebellisch waren und sich vergingen. Sie verboten einander nicht das Verwerfliche das sie begingen. Wahrlich schlimm ist ihr Tun ! … Wahrlich schlimm ist was ihre Seelen ihnen vorausschicken ! Allah zürnt ihnen deshalb und in der Strafe werden sie ewig verbleiben. … Wahrlich, du wirst erkennen, dass unter allen Menschen die Juden und die, welche Allah Götter zur Seite stellen, den Rechtgläubigen am meisten feind sind … Wer aber nicht glaubt und unsere Worte als Lügen bezeichnet, diese sind dem Höllenpfuhl verfallen.“ (Sure 5:82-86). Das Gefährliche an Mohammed ist, er konzipierte sein Buch in Gott Allahs Befehlsform. Wenn er scheiben lässt, wie in Sure 9,29: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben - [kämpft gegen sie], bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten“ -, dann galt das ihm und gilt seinen Gläubigen noch heute, als gültig für ausnahmslos alle Erdenbewohner, alle „Nichtgläubigen“ und Angehörige sämtlicher anderer Religionen. In der islamischen Lehre wird die Gewalt selbst nicht nur geduldet, sondern zur heiligen Pflicht erklärt, von Allah persönlich angeordnet, um die Ausbreitung des Islam zu befördern (Dschihad-System). Die Gewaltexzesse sind also quasi Allah- oder Gottesdienste. Sure 2, 191: „Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ Sure 8, 39: „Kämpft gegen die Ungläubigen, bis es keine Verfolgung mehr gibt und der Glaube an Allah allein vorherrscht !“Sure 9, 5: „Und wenn die verbotenen Monate verflossen sind, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt.“ Sure 47, 4: „Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande.“ Nähme man diese „Religion“ ernst, würde sich die Frage stellen, was für ein „Gott“ das sein soll, der seine Anhänger zu brutalem Mord und zu regelrechten Massakern anstachelt. Er ordnet diese ja an, proklamiert sie als Gottesdienst und sucht mit verlockenden Belohnungen - 72 Jungfräulein im Paradies mit alles irdische Glück übertreffenden Freuden - zu ihnen zu verführen. Mohammed berief sich, ebenso wie vorher Jeschuha-Jesus, wie auch sein Interpret Schaul-Paulus, auf die gleiche talmudische Gottesidee „Jahwe“. Der entscheidende Unterschied ist, dass er im Koran konkrete Mordbefehle seinen Anhängern gab -, das tuen Talmud, Evangelien und Paulusbriefe nicht. Damit ist die vierte monothesistische Variante als die inhumanste zu betrachten. Wie viele Millionen Menschen-Opfer auf das Konto der christlichen „Religion der Nächstenliebe“ gehen, durch Heidenmassaker, Häretiker- wie Ketzerbränden, Hexenverfolgen und Kreuzzüge gegen verhasste Sekten und Völker gehen, muss nicht ergründet werden, es sind etliche Millionen. Über viele Jahrhunderte lebten die Menschen vor dieser Christenkirche in Angst. Ebenso berechtigt war und ist bis heute die Angst der Nichtmuslime vor den Tötungsbefehlen in Mohammeds „heiligen Texten“. Der Islam hat in einer Serie von Überfällen, denen grauenerregende Massentötungen folgten, ganze Völkerschaften und Kulturen ausgerottet. 57 Nationen, die zuvor artgläubig-heidnisch, christlich, buddhistisch, zoroastrisch oder hinduistisch waren, hat der Islam schon gefressen. Wie viele „Ungläubige“ (kuffar) sind in den islamischen Eroberungskriegen umgekommen ? Die Schätzungen gehen von bis zu 300 Millionen Menschen aus, die in den 1.400 Jahren islamischer Terrorherrschaft - von Arabien bis Spanien, Indonesien und Usbekistan - von der selbsternannten „Friedensreligion“ im Namen Allahs ermordet worden sind.
 
Ganz natürlich sind diese dunklen, gewalttätigen, grausamen und bösartigen Seelenkräfte in jedem von uns Menschen angelegt, ebenso wie die hellen, gütigen, sanftmütigen und guten. Aber es leuchtet wohl ein, dass von außen an das Individuum herangetragene Weltanschauungen, die insbesondere auch Menschenbilder und Moralvorstellungen enthalten, die Seele des Einzelnen tiefgehend prägen und formen können. Die nordische Mythologie schildert die Lichtseelen („Ljosalfar“), die aus der Sonne ihre Kraft ziehen und die Dunkelseelen („dökkalfar“), welche während der Nacht die Welt in ihrer Gewalt haben (Hrafnagaldr, 25 f). Eigentlich lehrt die Edda drei Klassen von Alfen: Licht-Alfen, Dunkel-Alfen und Schwarz-Alfen, wovon die ersten Bewohner der reinen Lichtregion, die zweiten irdischer Bergklüfte und Höhlen, die dritten der Unterwelt sind. Sind es Metaphern oder ist es mehr ? Die nordische Religion war und ist, wie es anhand zahlloser Artefakte und Bildfunde bewiesen ist, ein reiner Sonnenglauben, der zwanghaft das Lichte, das Gute, das Reine als Vorbildfunktion angenommen hat. Er schuf ein höchst moralisches, ethisches Weltbild. Dagegen lässt sich die diktatorisch-rigide, gewaltsam eingezwungene Sonnen-Aton-Religion des Ägypter-Königs Echnaton nicht ins Feld führen, denn sie war dogmatisch-starr monotheistisch, und damit ohne Freiheitsspielraum ausgerichtet. Was sich Echnaton einfallen ließ war eine menschenverachtende, Menschen versklavende Sonnen-Diktatur. Sie wurde - prinzipiell-geistesgeschichtlich gesehen - der Prototyp und das Vorbild aller folgenden monotheistischen Religionsmodelle. Ausdrücklich erklärt soll werden, damit keinen falschen Schlüssen Vorschub gegeben werden kann, dass die Mordtaten aus religiösem Fanatismus, wie sie für monotheistische Religionsformen historisch nachgewiesen werden können, selbstverständlich nicht geeignet sind, sämtliche Gläubigen solcher Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren ! Mord ist immer die Tat von Einzelnen, oder von Gruppen. Den zu Mitmenschenverfolgungen und Mord anstachelnden bzw. verleitenden religiösen oder politischen Texten ist der Vorwurf nicht zu ersparen, leicht erhitzbare Geister zu ihren Taten verführt zu haben, aber dafür eine gesamte Glaubensgemeinschaft haftbar machen zu wollen - zu einer Art Kollektivschuld - ist völlig unsinnig. Unverantwortliche Hetzer haben so etwas gegenüber Deutschen, Juden und Muslimen versucht anzustrengen. Aber jede Pauschalverurteilung ist als unsittlich zu werten, ihr ist entgegenzutreten und sie ist streng zu verurteilen. 
 
„Mehr Licht !“
 
Völlig gleichgültig ist, ob der große J.W. Goethe (1748-1832), im Lehnstuhl des Sterbezimmers sitzend, mit seinen allerletzten Worten nach „mehr Licht“ durch das Öffnen des Fensterladens verlangte, oder ob er um „Töchterchen gib mir Deine Hand“ bat, oder visionierte „nun kommt die Wandelung zu höheren Wandelungen“, oder nach dem „Botschanper“ verlangte, dem Nachtgeschirr, um sein letztes Körperhüllenbedürfnis abzuschlagen -, durchgesetzt und festgehalten wurde das Wort welches über Goethes Denker- und Forscherleben symbolisch stand und das dem deutschen Volk als sein wichtigster Leitbegriff erscheinen muss. Kein zweites Volk hat wie die Deutschen, von den dunklen Nebelküsten des Nordens kommend, so sehr nach Licht gerungen und so viel wissenschaftliches Licht gespendet. Der heutige Name Deutschland kommt in seinen sehr alten Überlieferungen nicht nur als Adjektiv vor und zwar in ahd. diutisg, dūtisg, asä. thiudisk = deutsch, wobei man hier von dem Stamm diut-, dūt-, thiud- auszugehen hat. In dieser Form hat man nicht nur die Bedeutung „Volk“ sehen wollen, sondern müssen ! Der Begriff „Deutschland“ ist somit korrekt als „Volksland“ zu deuten. Der gotische Bastard Wulfilas (311-383), der zum ersten Christenagenten, Bischof und Bibelübersetzer für die Germanen avancierte, gebrauchte das Wort für jene seiner gotischen Stammesbrüder welche seiner neuen Glaubenslehre fernstanden, besser gesagt, sich nicht umerziehen ließen, zu fremden Göttern und Brauchtümern, also dem besten, treuesten Teil der germanischen Volksmasse angehörten. Der erste Beleg ist eine Textstelle in Wulfilas Bibelübersetzung (Galater 2:14). In seiner „Septuaginta“ (Bibel in griech. Sprache) fand er als Gegenbegriff zu „jüdisch“ einen griechischen Begriff für „nichtjüdisch“ bzw. „heidenvölkisch“ den er mittels des gotischen „þiudisko“ übersetzte. Da er seine Christenpredigt an sein Gotenvolk richtete, musste er ein gebräuchliches, allgemeinverständliches gotisches Wort benutzen. Wir erkennen daraus, dass die Goten bzw. die Germanen sich selbst auf diese Weise bezeichneten. Die nichtjüdischen Völker, die zukünftig christlich bekehrt werden sollten, wurden mit diesem Wort zusammengefasst. „þiudisko“ bedeutet also „Das-dem-eigenen-unverfälschten-Volk-Zugehörige“. Diese Echten, Unbekehrten im geistig-körperlich Erscheinungsbild belegte Wulfilas mit dem Adjektiv „þiudisko“ (thiusisko), wodurch er sie als autochthon bzw. ursprünglich-völkisch zu kennzeichnen beabsichtigte, also als deutsch bzw. heidnisch. Ein wahrer Deutscher, im semantisch korrekten Sinne, kann nur ein heidnischer (vorchristlicher) Mensch von germanischer, gallischer, ostelbisch-sklavenischer Rasse sein. Friedrich Nietzsche (1844-1900) erklärt den Begriff„deutsch“: „Vergessen wir doch nicht, daß die Völkernamen gewöhnlich Schimpfnamen sind. … Die 'Deutschen': das bedeutet ursprünglich 'die Heiden': so nannten die Gothen nach ihrer Bekehrung die grosse Masse ihrer ungetauften Stammverwandten, nach Anleitung ihrer Übersetzung der Septuaginta, in der die Heiden mit dem Worte bezeichnet werden, welches im Griechischen 'die Völker' bedeutet: man sehe Ulfilas. - Es wäre immer noch möglich, daß die Deutschen aus ihrem alten Schimpfnamen sich nachträglich einen Ehrennamen machten, indem sie das erste unchristliche Volk Europa's würden, wozu in hohem Maasse angelegt zu sein Schopenhauer ihnen zur Ehre anrechnete. So käme das Werk Luther's zur Vollendung, der sie gelehrt hat, unrömisch zu sein und zu sprechen: 'hier stehe ich ! Ich kann nicht anders !'“ („Die fröhliche Wissenschaft“, 1887, 166) Der Begriff „Germanen“ taucht erstmals in Caesars Buch „Gallischer Krieg“ auf. Hiermit bezeichnete er - ohne tiefere Kenntnisse der völkischen Gegebenheiten - die Stämme die rechts des Rheins wohnten, im Unterschied zu den „linksrheinischen Kelten“, die er für Rom unterjochen wollte. Da es ein gesamtgermanisches Stammesgefühl gab, wird es auch einen Oberbegriff dieser Stammesgemeinschaften gegeben haben. Das geht aus des römischen Historikers Cornelius Tacitus (58-120 n.0) Bericht hervor, den er in seiner „Germania“ (39) hinterließ. Er schrieb sie um 100 n.0. Wir erfahren darin vom Semnonen-Hain (im Raum Berlin), über den auch in der „Lieder-Edda“ („Helgakviða Hundingsbana II“) berichtet wird. In diesem heiligen sog. „Fesselhain“, der „durch die von den Vätern geschauten Vorzeichen und durch uralte Scheu geheiligt ist“, trafen sich Abgesandte „sämtlicher Stämme desselben Geblüts … Insgesamt gründet sich der Kultbrauch auf den Glauben, dass von dort der Stamm sich herleite und dort der allbeherrschende Gott wohne, dem alles unterworfen, gehorsam sei.“ Den Begriff „Germanen“ hat man, von wohl zu simpel, von „Ger-Mann“ abgeleitet, also vom Ger (Wurfspeer). Die germ. Form von Speer ist aber gaisaz, deswegen ist es wahrscheinlicher, dass sich Germane von germanus ableitet, was so viel bedeutet wie „leiblich, echt, wahr“ und einer Secundärform gair („Nachbar“) -, so dass wir den Germanenbegriff als eine von Cäsar festgehaltene Selbstbezeichnung dieser Völkerschaften - die „Wahren, Echten“ - zu verstehen haben. Ebenso wie sich die Skiren, sich selbst die „unvermischten, Schieren, Reinen“ nannten. Es war ein  ostmitteleuropäischer Germanenstamm, der mit den Bastarnen (den „Gemischten“) um 200 v.0 in die Region des „Schwarzen Meeres“ zog. Odoaker (433-493), Sohn einer Skirin und wohl eines Thüringers war es, der einen Schlussstrich zog unter das Weströmische-Reich, indem er im Jahr 476 dessen letzten Kaiser absetzte.
 
Nach allen Quellen zur nordischen Religion die wir kennen war das ethische Ideal des nordischen Menschen: Treue, Tapferkeit, Mannhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit. Das personifizierte Inbild diese Tugenden wurde in der Gottesgestalt des Baldur geschaut. Er war die nordische Gottheit des Lichtes, und der Schönheit. In Britannien führen die Stammtafeln von Bernicia und Wessex einen „Bældæg“ („heller Tag“) als Wodans Sohn auf. Aus der indogerm. Vorsilbe bhel- („glänzend, weiß, glänzen“) bzw. der Vorsilbe bhõ- („glänzen, leuchten, scheinen“) entstanden über die germ. Vorsilben bala-, balla, balaz, bzw. ballaz; sowohl verschiedene altgerm. Vornamen, wie z. B. Balas, Balan, Balamber als auch der Name des Balder/Baldur. Er wird im eddischen Gylfaginning (22) so beschrieben: „Odins anderer Sohn ist Baldur. Von ihm ist nur Gutes zu sagen: es ist der beste und wird von allen gelobt. Er ist so schön von Antlitz und so glänzend, dass ein Schein von ihm ausgeht. Ein Kraut ist so licht, dass es mit Baldurs Augenbrauen verglichen wird, es ist das lichteste aller Kräuter: davon magst du auf die Schönheit seines Haars sowohl als seines Leibes schließen. Er ist der weiseste, beredteste und mildeste von allen Asen. Er hat die Eigenschaft, dass niemand seine Urteile schelten kann. Er bewohnt im Himmel die Stätte, welche Breidablick („Breitglanz“) heißt. Da wird nichts Unreines geduldet, wie hier gesagt wird.“ Im Gylfaginning (17) wird auch beschrieben, dass Breidablick in der Nähe von Alfheim liegt, wo die Lichtalfen wohnen: „Da sind noch manche merkwür­dige Stätten. So ist eine Wohnung, die Alfheim heißt. Da haust das Volk, das man Lichtalfen nennt: […] Die Lichtalfen sind schöner als die Sonne von Angesicht. Ausführlich wird im Gylfaginning (49) und in mehreren Liedern und Erzählungen beschrieben, wie Baldur im weithin bekannten Mythos sein Leben verlor und zur Hel, zur Unterwelt gehen musste. Der boshafte Geist Loki, Laufeyjas Sohn, will Baldur von der Erde schaffen, ihn töten lassen. Dazu nutzte er ein Schießspiel auf Balder. Er erfuhr von den Dunkelmächten, dass es der auf Bäumen wachsende Schmarotzerbusch Mistel sei, mit dessen Zweig allein Baldur umzubringen wäre. Loki riss ein Mistil-teinn aus, ging zum Schießspielplatz, legte ihn dem „blinden Bruder“ Höder als Pfeil auf den Bogen und lenkte ihn auf des Lichtgottes Herz. Der Schuss flog und durchbohrte Balder, dass er tot zur Erde fiel, und „das war das größte Unglück, das Menschen und Götter betraf“, wie der nordische Mythos klagte. Erschütternd ist wie hellsichtig die Metapher der Götterlegende die Realitäten trifft: Der boshaft-ungezügelte Freigeist, Truggeist Loki, der Logos ohne Prinzipien und Moral, verführt den blinden, blindgemachten Volksbruder Höder das Heil, das Gute, Helle zu töten. So musste also Baldur zu Hel gehen. Ein weiteres treffsicheres Gleichnis ist, dass Loki, wie es im Gylfaginnig (50) heißt, auf seiner Flucht vor den Göttern weglief „und sich in einem Berge barg. Da machte er sich ein Haus mit vier Türen, dass er aus dem Hause nach allen Seiten sehen könnte. Oft am Tag verwandelte er sich in Lachsgestalt und barg sich in dem Wasserfall, der Franang hieß, und bedachte bei sich, welches Kunststück die Asen wohl erfinden könnten, ihn in dem Wasserfall zu fangen….“ Wer müsste bei Betrachtung des „Lügen-Lachses“ nicht an den Christen-Fisch denken ?! Der derbe Bauergott Donar-Thor griff nach ihm und bekam ihn in der Mitte zu fassen, doch er glitt ihm in der Hand, so dass er ihn erst am Schwanz wieder festhalten konnte. Darum ist der Lachs hinten spitz. Nun war Loki friedlos gefangen. Auch Lokis Söhnen, Wali und Nari oder Narwi, ereilte das Gleiche. „Den Wali verwandelten die Asen in Wolfsgestalt: da zerriss er seinen Bruder Narwi. Da nahmen die Asen seine Därme und banden den Loki damit über die drei Felsen.“ Gift tropft ihm ins Angesicht, wogegen er sich so heftig sträubt, dass die ganze Erde schüttelt, und das ist es, was die Erde immer 'mal wieder zum Beben bringt.
 
Das religiöse Denken des nordischen Menschen war darauf gerichtet, „Huld und Heil“ zu gewinnen, was modern ausgedrückt mit „Wohlwollen und Weihe“ von Seiten der höheren Mächte umschrieben werden könnte; als höchste Macht galt das Goð, das unpersönliche Gute. Den Heilswunsch liest man auch am Ende des eddischen Weisheitsgedichtes die Hávamál, „Des Hohen Lied“ oder „Die Sprüche des Hohen“: „Heil dem, der sie kennt !“ Heil denen, die sie hörten.“ Im „Codex regius“ ist die Hávamál als zweiter Text direkt hinter der Völuspá, „der Seherin Sichtung“, platziert. Die Hávamál-Verse beziehen sich auf Gott Odin, der den sterblichen Menschen Rat gibt, wie sie ein erfolgreiches und ehrenwertes Leben führen können. Der dritte und letzte Teil der Hávamál sind die 18 „Zauberlieder“ des Ljóðatal (Verse 147-165), eine Aufzählung des mythologischen Wissens, dessen wichtigste Strophe 157 ist, in der Odin als Gott der Runen erklärt wird und als Einziger der Tote wieder zum Leben erwecken kann. Obwohl in Strophe 160 von Odin als „Hroptatyr“ in der dritten Person die Rede ist, muss Odin selbst Sprecher der Hávamál sein, deren einstmals echte, noch unzerstörte Urgestalt ein Kernbestandteil des Odin-Kultes darstellte, in dem Odin seine Religions- und Morallehre verkündete. An deren Ende steht der Segensspruch bzw. die Akklamationsformel: „Heil dem, der sie kennt ! Heil denen, die sie hörten.“ Die altnordischen Adjektive „heill“ oder „séls“ bezeichnen die körperliche Gesundheit eines Menschen: gesund, ohne Wunden und geistig gesund = „heill hugr“ enthält die semantischen Inhalte „Ehrenhaftigkeit u. Geradheit“. Im alten Sprachverständnis war das Wohlergehen der Sippe anhängig von ihrem Heil. Der stärkste Wunsch war jener nach dem Heil, deshalb die für sich selbst, den Sippenangehörigen und Freunden gegenüber ausgesprochenen Segenswünsche: „Rat-Heil“, „Sieg-Heil“, „Acker-heil“, „Ernte-Heil“, „Fisch-Heil“, „Ski-Heil“ usw.. Das Heil, das Gute, galt als die Lebenskraft selbst, das Gegenteil ist das Unheil, das Schlechte, das Antigöttliche. Ebenso wie die Begriffe „Gut und Böse“ im Altnordischen mit „séls“ und „unséls bezeichnet werden. Got. altnord. séls, ahd. salig, schwed. salig, selig = gut, selig, glücklich, glückbesitzend, füllehabend, wohlgeartet, heil; der Begriff ist verwandt mit sal = Wohnung, Sitz. Die Seligkeit erwächst aus dem Heimatbesitz, dem Gutsbesitz, dem Odal, dem Odalhof, dem Wissen woher man stammt und wohin man gehört. Das ahd. Wort „salicheit“ meint „Verklärung, Vollendung im Reich Gottes u. ewige Anschauung Gottes“, im höchsten Ort von Asgard („Seelengarten“), oder der Walhalla („Totenhalle der Krieger“), oder Gimle („Glanzhalle“), die schöner als die Sonne beschrieben wird. Zum Begriff „selig“: Das Adjektiv mhd. sælec, ahd. salig „wohlgeartet, gut, glücklich; gesegnet; heilsam“, niederl. zalig „selig“, aengl. sælig, aisl. sælligr „glücklich“ ist die altgerm. Weiterbildung eines äteren Adjektivs, das noch in got. sels „tauglich, gütig, schwed. säll „glückselig“ und in aengl. un-sæle „boshaft“ erscheint. Als abgeleitetes Substantiv steht daneben mhd. sælde „Güte, Glück, Segen, Heil“ (ahd. salida, aengl. sæld, aisl. sæld), das im Nhd. durch Seligkeit w. (mhd. sælec-, ahd. salicheit) abgelöst wurde. Außerhalb des Germanischen ist vielleicht lat. solari „trösten“ verwandt. Ableitungen von auf -sal gebildeten Begriffen wären aus Substantiv „Mühsal“ das Adjektiv „mühselig“ und red-, rühr-, feindselig d.h. beseelt bzw. bestimmt von Feindschaft. Wer „heill“ und „séls“ besitzt ist von guter Art, hat Inhalt aus dem Goð, stammt aus dem Goð, ist von Gottesart, wie es die eddische Rígsþula („Lied von Rig“) lehrt, wo die mythische Werdung der menschlichen Stände aufgezeigt wird. Der Götterkönig Rig („König“) erzeugt aus Menschenfrauen die er aufsucht - wie der arioindische Gottkönig Manu die Kasten - die drei Stände die sich in Art und Wesen unterscheiden: Er wird zum Ahnherr der „schwärzlichen Knechte“, der „rotwangigen freien Bauer“ und der „lichtlockigen adligen Edelinge“. Die angelsächsischen Herrscherhäuser führten ihre Stammbäume sämtlich auf Gott Woden-Odin zurück. Die aus den Urzeiten - über das Dolmen- und dann das Urnenzeitalter - sich entwickelnde nordische Glaubensform war eine auf ethischen Regeln des Sippenethos basierende Religion das Spendens und Empfangens von „Huld und Heil“, immer in einer Art Vertragsverhältnis von Geben und Nehmen. Man gab das Gute und erhoffte vom „Freund-Gott“ die Gegengabe des Guten. Die persönlich gedachten Götter wurden als intime Freunde und nicht als ferngerückte Herrscher geschaut (Uwe Ecker, „Die Religion der Germanen in schriftlichen Quellen“, S. 193 ff). Opfergaben wurden als Liebesgaben, nicht aber als Tribute verstanden. Diverse Götter kennen alle Kulturkreise. Schon im ersten Kapitel der biblischen Genesis werden die Götter im Plural „Elohim“ 29-mal erwähnt. Doch hierin liegt der große Unterschied zu den orientalisch-monotheistischen Herrscher- und Sklaven-Religionen, mit ihren gnadenlosen Herren-Göttern, die nach dem Willen ihrer Verkünder wie blutrünstige Tyrannen regieren: Aton, Jahwe und Allah. 
Die nordische Religion, in Ausgestaltung ihrer verschiedenen Kultformen, stellte hohe moralische Anforderungen an ihre Gläubigen, war getragen von feinsinniger Spiritualität, übte ein hohes Maß an Verantwortlichkeit gegenüber der Natur, namentlich gegenüber geheiligten Bäumen und Quellen, würdigte die Frau, den Gast, den Ferngereisten, den Greis, die Greisin, ehrte die Ahnen, der Ahnen Werke, war erfüllt vom Glauben an ein Jenseitsleben, an gerechten Lohn und Strafe für gute und böse Taten, erhoffte die Wiedergeburt und brachte hervorragend organisierte, funktionierende Gemeinwesen hervor, die mit Recht das Gebot der Treue - dem Gegenpart von Lüge, Verrat und Unverantwortlichkeit - auf den obersten Platz des Wertekanons stellten, denn mit der Untreue gegenüber dem Leben, der Liebe, dem Herkommen, den heimischen Göttern, den Ahnen, den Frauen und Kindern, dem Land und der Volkserhaltung beginnt jeglicher Untergang, das Chaos, also Rückkehr des „Ginnungagap“, der wüsten Urschlucht, aus der sich die gediegene Ordnung, Anstand und höhere Gesittung einstmals emporentwickelt hatten. Auf „Huld und Heile“ beruhte das Ideal des Gesellschaftsvertrages innerhalb von Sippen und Volksgenossen, ebenso wie der Vertrag mit den höheren Mächten, den Freund-Göttern, im Sinne von: Wer Huld verschenkt, dem wird Huld gegeben, wer Heil walten lässt, dem wird Heil zuteil ! Und das alles ohne Zwang und Kontrolle seitens einer zentralgelenkten Priesterkaste, ohne Verfolgungen von Andersgläubigen, ohne Ablasshandel, Ohrenbeichte, ohne Folterkammern einer päpstlich belobigten Inquisition. Im wertenden Vergleich fallen die monotheistischen Religionsformen deutlich ab; sie wären konkret insofern als amoralische Schwindel-, Herrschafts-, Obrigkeits- oder Unterdrückungsreligionen abzuwerten, weil: 1.) Im Mosaismus, mit seinem „Sündenbock“-Mythos und dem „Kolnidere“-Sündenerlass ein striktes Gutsein nicht vonnöten erscheint. 2.) Im Katholizismus, mit dem Konstrukt von „Ohrenbeichte“, der priesterlichen „Sündenvergebung“ bei Wohlverhalten gegenüber der Kirche und Verbüßungsverringerung durch geldlichen „Ablasskauf“ verbrecherische Taten künstlich „wiedergutzumachen“ sind. 3.) Im Islamismus jegliche Untaten durch eine größere Untat, nämlich der Tötung eines Glaubensfeindes bzw. eines Christen, angeblich aufgehoben werden können.
 
Nordische OD-Religion
 
Seitdem ich als zwölfjähriger Junge 1952 vor einem Weihnachtsdiorama der „Maria-Hilf-Kirche“ in Wiesbaden stand, mit Palmen, Kamelen und der Weihnachtkrippe, stiegen in mir die Fragen um die verheimlichte Religion unserer deutschen Nation in der Seele auf. Draußen war ich zur Kommunionsstunde durch den knöchelhohen Schnee gestapft und drinnen im Kirchenraum lag eine orientalische oder afrikanische Landschaft vor unseren Augen, die ein heiliges Geschehen abbilden sollte. Der Widerspruch stach mir in die Augen, so dass ich den jungen Pfarrer befragen musste: „Und was war damals bei uns hier, welches Winterfest haben wir gehalten ?“ Als der Geistliche auch nach mehreren bohrenden Nachfragen, die er als „unwichtig und nur störend“ abtun wollte, eingestand, dass man das nicht wissen könne, wuchsen in meinem Kopf genau diese Fragen immer größer. Lange habe ich gemeint, dass ich nur den richtigen Wissensträger finden müsste der mir meine Fragen beantworten könnte. Das war mein Antrieb, eine Menge Wissenschaftler zu kontaktieren, aufzusuchen und deshalb wurde ich in meiner Freizeit Stammgast auch in der Landdesbibliothek zu Wiesbaden. Boden unter die Füße bekam ich 1981, mit meiner Dechiffrierung des Strukturprinzips der älteren germanischen Runenreihe, die, rechtsläufig gelesen, „Futhark“ genannt wird. Dazu veröffentlichte ich 1993 das Buch „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, aufgrund der Erkenntnis, dass bei rechtsbeginnender Lesung die Runenreihe, nach ihren erste drei Stäben, „Oding“ zu nennen wäre, was als ihr ursprünglicher Name zu verstehen ist, denn - nach alter mythischer Denkweise hat alles Rechtgeratene-Rechte mit rechts zu beginnen ! Besteht der Beginn, der Kopf des runischen Lehrgebäudes aus dem „OD“, ergeben sich daraus weitgehende Schlüsse. Der Aufgang der Einsichten fängt mit der gründlichen Erfassung des germanischen Begriffes „od“ an. Óð, manchmal als Odr oder Od bezeichnet, ist eine mythische Gestalt, die mit der germ. Hauptgöttin Freyja als verehelicht beschrieben wird (Völuspá 25). Im prosa-eddischen Skáldskaparmál, Kap. 20, sind poetische Namen für die Göttin Freyja aufgeführt, darunter „Frau von Óðr”. Deren gemeinsamen Töchter heißen Hnoss und Gersemi (beides bedeutet altnord. „Juwel, Schatz, Kostbarkeit, Schönheit”). Quellen dazu sind „Prosa Edda” u. „Heimskringla” von Snorri Sturluson, im 13. Jh. In der Prosa Edda wird erwähnt, Freyja habe für Óðr „Gold geweint”. Es heißt dort, dass Óðr für lange Zeit auf Wanderschaft hinausfuhr, während Freyja „hinter geweinten Tränen roten Goldes zurückgeblieben sei”. Freyja zog daraufhin in die Welt hinaus, sie „reiste unter fremde Völker”, während sie ernsthaft nach Óðr suchte und trug dabei viele Namen. Gott Óðr/Od ist, da er als Gatte der gemeingerm. Muttergöttin auftritt, als Urform des Wodin-Odin anzusehen. Die naheliegendste Erklärung besteht darin, Óðr mit Odin zu identifizieren, dass es sich um Variantennamen eines einzigen Gottes handelt. Óðinn/Odin bedeutet „Geist, Seele”. In der nordischen Mythologie gilt Óðr auch für den „göttlichen Rausch”, für die „Erregung”; als Adjektiv trägt es Bedeutungen wie „hektisch, wütend, vehement, eifrig”, als Substantiv meint es „Geist, Gefühl, Seele”. Mit diesem Begriff befinden wir uns mitten im geheimnisvollen, für uns Heutige schwer deutbaren Zentrum der nordisch-germanischen Religion. Óðr ist abgeleitet von einem protogermanischen wōð, wōþ und es ist verwandt mit got. wôds („wütend, besessen”), ahd. wuot („Wut, Wahn”) und den angelsächsischen Wörtern („Wut, Tollwut”) und („Lied, Schrei, Stimme, Poesie, Beredsamkeit”). Zu den altnord. Ableitungen gehört œði = „starke Erregung, Besitz". Darüber hinaus kann óðr auch „Lied, Poesie, Inspiration (Anregung der Kreativität bzw. des Intellekts, göttlicher Einfluss auf Seher und Propheten”) bedeuten, und es hat eine sprachlich entwickelte Nebenbedeutung von „Besitz” angenommen. Diese germ. Wörter leiten sich von dem proto-indogerm. Wort wāt- ab, was „entfachen, anblasen, entflammen, begeistern“ bedeutete. Die gleiche Wortwurzel erscheint im lat. Wort vātēs („Seher, Sänger”), das als keltisches Lehnwort gilt und verwandt ist mit dem irischen fāith („Dichter, Erregter, Inspirierter”). Óðr steht also für „Geistgott, Gesang, Dichtung“. Der kryptische Namen der älteren Runenreihung „Oding“ wäre demnach - da der germ. Suffix „-ing“ = Nachkommen bedeutet - als „Kind des Gottesgeistes“, oder als „Kind des göttlichen Liedes“ zu begreifen.
 
Die beiden aus dem 9./10. Jh. stammenden althochdeutschen „Merseburger Zaubersprüche“ vermitteln uns heidnisch-germanisches Denken. Im 2. Spruch erfahren wir die formelhafte Heilsgeschichte vom Od-Gott Wotan, dem Heilzauberer, der den verrenkten Fohlen-Huf des Balder (Phol) heilt: „…da besprach ihn Wotan, der es wohl verstand: ,Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung, so Gliederverrenkung: Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Gliedern, wie geleimt sollen sie sein !‘“ Wie er dem Fohlen seinen Heilsegen ins Ohr flüstert, so flüstert er auch seinem toten Sohn Baldur auf der Totenbare ins Ohr, dass er wieder erwachen werde. Er ist der Verheißer des Jenseitslebens, wie er ebenso als Schenker des Erdenlebens fungiert. Es ist der Atemgeber für alle Wesen, aus seinem göttlichen Hauchmund fährt die Verlebendigungskraft in die pränatalen Leiberchen. Der Od-Gott ist ganz und gar Od, die Weltseele, das Fluidum des Lebens, der Äther der Verlebendigung. Und die Rune des Lebens, die Othala-Schlinge, ist sein Symbol der wodanischen Urkraft, sie gehört zu ihm wie das Werkzeug zum Handwerker. Handwerker und Werkzeug sind eine Person; Medizin und Arzt in Personalunion. Auf ihm lag der Gläubigen ganze Hoffnung in Bezug auf Leben, Heilung und Ewiges-Leben. Wie er mittels Atem-Seele das Leben schenkt ist auf den mittelalterlichen Prägebildchen der Gold-Brakteaten-Amulette oft und oft zu sehen. Die Seelenkräfte wurden als vogel- oder schlangengestaltige Wesen verbildlicht, indem die Odal-Schlinge einem Seelen-Schlängelein angehängt, oder die Vogelflügel zur Odal-Schlinge geschlungen wurden. Was vermochte dagegen schon ein orientalischer Jesus an Reputation ins Feld führen, der nur ein Sohn des Judengottes gewesen sein soll und sich von niederen Häschern an den Schandpfahl hat heften lassen müssen ?! Ohne staatlichen Zwang hätte der Wodanglaube nie und nimmer vom romkirchlichen Jesuskult besiegt werden können.
 
Da das runische „od“ Beginn und Kopf des Odings verkörpert, müsste das entgegengesetzte Ende der Buchstabenreihe, mit der Lautfolge „fuða“, den Fuß darstellen wollen. Nach Grimmschen u. Vernerschen Lautverschiebungsgesetzen wurde aus späturgerm. „ð“ = westgerm. „d“ = ahd. „t“ und aus germ. „t“ wurde ahd. „z“, wie z.B. germ. witōda (Gesetz), anfrk. witut, as. witōd, ahd. wizzōd. Das runische fuða (Fuß ?), germ. fōtu, got. fōtus, ahd. fuoz, mhd. vuoz, an. fōtr, ae. fōt, engl. foot, dän. fod, afries. fōt, schwed. fot, fries. foet, anfrk. fuot (Altniederfränkisch ist älteste bekannte Sprachstufe des Niederländischen). Lautgesetze sind nicht von juristischer Art, einen Sprachwart kannte man zur Runenentstehungszeit nicht, es könnte das runische „fuða“ für „Fuß“ einer ingwäonischen Dialektgruppe entsprochen haben, oder könnte auch der Runenschöpfer eine linguistische Ungenauigkeit in Kauf genommen haben, um seiner konzeptionellen höheren Stimmigkeit des Oding’schen Gesamtarrangements willen. Und was zwischen Kopf und Fuß des ODING liegt, ist das germanische ABC, ist die formelhafte Kodifikation der germanischen OD-Religion und das germanische sakral-jährliche Festkalendarium. Und was zwischen Kopf und Fuß des ODING liegt, ist das germanische ABC, ist die formelhafte Kodifikation der germanischen OD-Religion und das germanische sakral-jährliche Festkalendarium. Die Quelle lädt ein, wie ein Buch aufgeschlagen zu werden, als Heilige Schrift, mit Wonne, gelesen zu werden und als geistes- wie religionsgeschichtliches Lehrbuch studiert zu werden. Seine Sprache besteht aus Buchstaben-Lautwerten und -Begriffen, zahlenmythischen, kalendarischen und epigraphischen Aussagen. Es offenbart sich eine auf Wodin-Odin zentrierte Konzeption. Er erscheint als väterlicher Weltgeist, nicht aber als monotheistischer Autokrat bzw. Despot. Die Oding’sche Zahlenlogozität ist exakt: Es handelt sich um 24 Buchstaben, Quersumme 6. In der Antike galt 6 als Zahl des Kosmos, es ist die kleinste „vollkommene Zahl“, weil es keine anderen drei Zahlen (1,2,3) gibt, deren Produkt gleich ihrer Summe ist. Die 6 steht für die Kreisbildung, mithin auch für den oding’schen Runenkreis. Bei einem gleichseitigen Sechseck, in einen Kreis gezeichnet, ist die Länge jeder Kante des Sechsecks identisch mit dem Kreisradius. Wird der Kosmos durch 6 definiert, definiert sich, zahlenmythischem Denken zufolge, der Geist des Kosmos, der Weltgeist, durch Aufsummierung der 6; das Ergebnis ist 21, es  ist die Oding’sche Runenposition des Asen Wodin-Odin. Wird 21 aufsummiert, als Wirkung (Schöpfung) des 21ers, ist das Ergebnis 231, also wieder die ersten 3 Zahlen als Segmente der Kosmos-Zahl 6. Die Quersumme-Kernzahl von 21 ist 3, wie auch die Addition aller 24 Runen 300 bzw. 3 ist; d.h. Odin trägt den gleichen Zahlenwert = Odin ist das weltgeistliche All. Zur Zeit der Runenschöpfung hatte sich der Glaubensschwerpunkt vom indogerm. Himmelsgott bereits auf den Geistgott u. Schrifterfindergott verschoben; er erscheint noch, ehrenvoll auf 8. Position („Er war, er ist, er wird sein“: 3x8 = 24) als Tyr-Rune. Die Zahl 3 steht aber auch für Sonne (Himmelsfeuer), Feuer, für Wind, für Geist, im Gegensatz zur 4, der Materie- und irdischen Weltzahl. So heißt es im Veda: „Wenn die Sonne [Suraya] sinkt, gehtsie in dieFeuer [Agni], wenn die Feuer erlöschen, gehensie hinein in den ewigen Wind [Vayu]. Vayu (Sanskrit: „Wind, Luft“), auch Pavana genannt, ist der ario-arische Gott des Windes, der Luft und des Lebenshauches Prana. Exakt identisch mit dieser geglaubten numinosen Wesenheit ist Wodin-Odin, wie er als verlebendigender Lebenshauchgott in Wort und Bild erscheint, wie er auf den ikonographischen Bildprägungen der mittelalterlichen Goldbrakteaten unzweideutig von germanischen Prägekünstlern gestaltet wurden. Der germ. Skralkalender ergibt sich, wenn die erste Rune, othala, auf ein Neumond-Datum, nächst der Wintersonnenwende (21.12.), gestellt wird und die weiteren 23 Runen auf den folgenden Neu- u. Vollmondzeiten platziert werden. Die Differenz von ca. 11 Tagen zwischen Mond- (354 Tage) und Sonnenjahr (365 Tage), erzwingt das Einschieben eines 13. Schaltmonats, im 2./3. Jahr, so wie es der Angelsachse Beda Venerabilis (672-735) vom vorchristlichen Kalender in seiner „Kirchengeschichte des altenglischen Volkes“, 731, beschrieben hat.
 
Was hier zu Tage tritt, mit dieser zahlenbezogenen Religiosität, entspricht der traditionellen Intellektualität der nordischen und germanischen Führungseliten, nachweisbar seit der Steinzeit, Kupfer- und Bronzezeit. Die sieben- und fünftausendjährigen stichbandkeramischen Sonnenobservatorien von „Meisternthal“ in Niederbayern, von „Goseck“ in Sachsen-Anhalt, von Schalkenburg-Quenstedtim nordöstlichen Harzvorland bezeugen den genuinen Willen zum nüchternen, vernunftgetragenen „Was ist ?“, im Sinne von Max Planck. Ein Schlaglicht auf das gleiche Phänomen wirft der dänische bronzezeitliche „Sonnenwagen von Trundholm“, der zwar den volkstümlichen Mythos verbildlicht, vom Sonnenpferdchen welches das Gestirn übers Firmament zieht, aber gleichzeitig auf dem Sonnendiskus in vergeheimnister Ornamentalsprache Auskunft gibt über die exakten lunisolaren Jahresdaten. Und in gleicher Weise spiegelt sich das geistreich-kompliziert Welt- und Gottesverständnis im durchmathematisierten runischen Umschriftungssatz des goldenen Runenhorns vom nordschleswigschen Rosengaard-Mögeltondern. Zur Ehre und Bitte an die erahnten, erhofften „Himmlischen“ werden keine Unsinnigkeiten, wie tumbes Gebetelallen, Gebetsmühlendrehen, oder Kniebeugen in Richtung Mekka, geübt, vielmehr wird ein geniales Zahlengedicht ersonnen und verewigt. Wer wird dabei „angebetet“, wer wird zu erreichen versucht ? Der menschliche Intellekt richtet sich an den göttlichen Intellekt, Geist sucht den Geistgott ! Durch geistige Zeugnisabgabe wird versucht, dem höheren Geist zu gefallen, ihn beeindrucken zu können; es wird Gottesdienst zelebriert in Form von Intellektualität. „Du gleichst dem Geist, den du begreifst“, bescheidet der Erdgeist den  Erkenntnissucher Faust, zu Beginn von Goethes „Faust-Drama“. Diese Art der Gottesdienste darf mit Fug und Recht jenen der christenkirchlich verordneten, christianisch-jesuisch-paulinischen, als geistig haushoch überlegen bezeichnet werden. Das dort verheiße „Seligwerden durch Glauben“, also der Verführung zum religiösen Dummbleibenwollen und „Wie-die-Schäflein-werden-sollen“, hat Europa und die Deutschen um viele Jahrhunderte zurückgeworfen und nur einer Macht gedient, beileibe nicht Gott, nur einer pfäffischen Schmarotzerklicke, der sog. Kurie, mit ihrem trügerischen Mönchswesen, die sich wie schwarze Vampire an den Blutadern der Völker fest- und fettgesaugt haben.
 
Der uralte, unüberbrückbare Widerspruch zwischen Nord und Süd, zwischen Okzident und Orient, zwischen apollinischer Klarheit und dionysischem Sinnenrausch offenbart sich einmal mehr in profanen wie religionsbezogenen Sicht- und Denkweisen. Der rituelle Rausch als gemeinschaftsstiftender Umtrunk war dem germ. Wodin-Odin-Kult nicht fremd. Doch wird der nicht als ein Vergessenstrunk gewertet, nicht als Hinwegtaumeln aus irdischer Herbheit in die süßen Traumwelten sinnlicher Fantasien, sondern als Grenzüberschreitung in die höheren Sphären des Weltwissens. Das bezeugt der Namen des sog. „Skaldenmets“ (Hávamál, 107): „Óðrörir” (an. „Geistanregender”). Wie alt der arische Mythos ist, zeigt die arioindische Mythologie des „Rigveda”, wo das Getränk Soma heißt (im iranischen „Awesta” heißt er Sauma, Haoma) und starke Bezüge zu Gott Inda hat, der weitgehend dem germ. Donar/Thor entspricht. Der altnordische Óðrörir” soll, nach mythischen Erzählungen, so entstanden sein: Aus dem Speichel aller Götter wurde das weiseste anthropische Wesen hervorgegoren, namens Kvasir, dessen Blut, mit Honig vermischt, zum Skaldenmet („Dichtermet”) - semantisch gemeint ist „Seher-Met” - gedieh, der jeden der davon trinkt zum Poeten macht (Snorri, Skáldskaparmál 1). Der Óðrörir wurde, genau genommen, als „Inspiration-Rausch-Anrührer” verstanden und zwar durch das Einswerdens mit dem Göttlichen, mit dem Od. Snorri gab Volksschwänke wieder, keine theologischen Erörterungen, die erklären wie sich Odin in den Besitz des begehrenswerten Gebräus brachte. Der südjütländische Schöpfer der goldene Runenhorns von Rosengaad, im Beginn 5. Jh., ritzte als letztes Wort seiner mathematizierten Langzeile tawido (an. „machen“) ein, aus dem rechtsbeginnend „odiwat“ wird, also „Odi-Wasser“ bzw. „Odi-Trunk“: germ. „wata / watam“ = Wasser / Trunk. Sechs Stäbe gebraucht der meisterliche Hlewagast und hat damit auch dem zahlenmythischen Grundkanon der 24-er Heilige Ur-Runenreihe Genüge getan, ist doch die Quersumme und Seelenzahl von 24 = 6. Meine Erkenntnis hinsichtlich der Oding-Religion des Nordens bestätigt der Ostgote Jordanes (?-552) in seiner Getica („Gotengeschichte“) wo er eine Kult- od. Volksgruppe in seiner gotischen Urheimat erwähnt, nämlich die „Otingi“. 
 
Nach dem Vorherbedachten, im Raum der Od-religiösen Terminologie, müsste man auf die Vorgänge bei Kulttrunkfesten schließen, dass nämlich Gott Od, im Besitz des göttlichen Odrörirs, die Weihe des menschlich-kultischen Odrörirs vornimmt, worauf die sich begeisternden Kulttrunkgenossen den Od-Gesang anheben - stimmlich oder stumm - woraus sich das Runen-Oding als kosmische Wahrheit offenbart, beispielsweise so wie eine wunderschöne Gestalt unversehens vor den Augen aufsteigt, wenn eine sie vorher verhüllende Nebelwand urplötzlich in sich zusammenfällt. Durch alles Nordische schimmert der urverwandte griechische Geist. Es kann kaum ein Zufall sein, dass die besonders feierliche Gedichtsform im Altgriechischen Ode („Lied, Gesang“) genannt wurde, obwohl die etymologische Abhängigkeit schwerfallen dürfte. In der griechischen Antike wurde jegliche Lyrik, die man zur Begleitung von Musik vorgetragen hat, jeder Hymnus, als Ode bezeichnet. Zudem ist unübersehbar die Nähe zwischen griechischem und germanischem Schriftdenken. Wie die 24 Runen traditionell in die 3 „ættir“-Gruppen von jeweils acht Zeichen eingeteilt wurden, unterteilen schon die Griechen ihre 24 Buchstaben in 3 Achtergruppen (an. ætt fem. „Geschlecht“). Und ein Kalendersystem, wie ich es im ODING nachwies, schufen die Griechen auch schon, allerdings nicht von der oding‘schen Feinheit wo jede Rune einen ganz bestimmten luni-solaren Festcharakter besitzt. Die gesamte geistige Ausrichtung der Runenmeister, der Erilari, vom Erscheinungsbild des Holsteiners Hlewagast, erinnert an den Bund der Pythagoreer, die Jünger und Anhänger des Griechen Pythagoras (um 570-510 v.0). Ihre religiös-philosophische Bewegung lehrte die Naturwissenschaften, das mathematische Wissen, die spekulative Zahlenmystik, mit dem Grundsatz „Alles ist Zahl“, die „Freundschaft mit den Göttern durch wissende Verehrung“, Freundschaft der Seele mit dem Leib, die „Seelenwanderung“ menschlicher wie tierischer Seelen und den Vegetarismus. Schon im 4. Jh. v.0 führten Aristoteles und Aristoxenos die Anfänge der Mathematik auf die Pythagoreer bzw. Pythagoras zurück. Etliche Ziele und Überzeugungen teilten die Pythagoreer mit den Orphikern, einer religiösen Gemeinschaft, im 6. Jh. v.0, die sich von Thrakien ausbreitete. Die blonden Thraker waren ein indogerm. Volk, das, genau wie die benachbarten Mazedonen, typisch nordisch beschrieben wurden. Der Orphiker religiöses Bestreben war die Vorbereitung auf das von ihnen erwartete Fortleben der Seele nach dem Tod. Orphische und pythagoreische Philosophien durchwoben sich. Ein beeindruckendes Arkosol-Felsengrab, das sog. Grab des Orpheus, wird bei Tatul gezeigt, einem Dorf im heutigen Südbulgarien. Bei diesem Megalithkomplex handelt es sich um die über 2.000 Jahre alte heidnische Kultstätte, auf einem Berggipfel. Tongefäße, die in der Nähe gefunden wurden, datiert man auf ein Alter von 7.000 Jahren, also auf eine Zeit in der die urdeutschen Ringheiligtümer der Sonnenobservatorien errichtet wurden. Das Orpheusgrab“ von Tatu gleicht dem sog. „Sargfelsen“ des Externsteins im Teutoburger Wald, von dem anzunehmen ist, dass es sich um ein zentrales Gau-Heiligtum Germaniens gehandelt haben muss.
 
Seelenwanderungslehre des Nordens
 
Die nordische Naturwissenschaft und Astronomie hat die „Himmelsscheibe von Wangen-Nebra“, an der Unstrut, hervorgebracht. Sie fand sich auf dem Kalenderberg, dem sog. „Mittelberg“, von dem aus die Sonnenbeobachtungen für die priesterlichen Zeitbestimmungen vorgenommen wurden. Die kreisförmige Bronzeplatte mit Sonnen- und Mond-Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte, konkrete Himmelsdarstellung, eines frühbronzezeitlichen Alters von 3.700 bis 4.100 Jahren. Die Beobachtungen der ewig sich wiederholenden Rundläufe am Nachthimmel führte sicherlich direkt zu den Folgerungen, dass auch das Menschenleben dem Kommen und Gehen und Wiederkommen unterworfen sei. Die älte­sten Schriften der Indoeuropäer sprechen in eindeutiger Festigkeit von der „unsterblichen Seele“ des Menschen (Rigveda I, 164,30). Auch den Griechen war der Gedanke nicht fremd, so riet schon Platon („Staat“, I 521f): „Ein mittleres Leben zu wählen und sich vor dem Übermäßigen nach beiden Seiten zu hüten, sowohl in diesem Leben, als auch in jedem folgenden; denn so wird der Mensch am glückseligsten.“ Der griech. Historiker Diodor (V, 28) berichtete, ge­stützt auf Poseidonius (135-51 v.0), über die Gal­lier: „Das Ende des Lebens achten sie für nichts. Es herrscht nämlich unter ihnen die Meinung, die Seelen der Menschen seien unsterb­lich und nach einer bestimm­ten Zahl von Jahren lebe man wieder auf, indem die Seele in ei­nen anderen Körper einwan­dere ... Bei dem Begräb­nis der Leichen werfen einige daher Briefe, die sie an ihre verstorbenen Ver­wandten geschrieben ha­ben, in das Feuer, in der Hoffnung, dass die Toten diese lesen.“ Ebenso schrieb Cäsar in seinem De bello Gal­lico (VI,14): „Vor allem lehren sie, dass die Seelen nicht stürben, sondern nach dem Tode von einem auf den anderen übergingen, und dadurch glauben sie einen Hauptantrieb zur Tugend zu fin­den, wäh­rend die Todes­furcht in den Hintergrund tritt.“ Der röm. Dichter des 1. Jh. n.0 Marcus An­naeus Luca­nus (39-65 n.0) sprach in klügelnder Überheblichkeit von der Glau­benskraft Nord­europas (im Ge­dicht „Parsalia“): „Die nördlichen Völker fürwahr sind glücklich in ihrer Ein­bildung, da jener größte der Schrecken sie nicht be­drängt: die Furcht des Todes. So stürzen die Männer mutig dem Stahl entgegen und sterben mit williger Seele. Hier heißt feig, wer das Leben schont, das doch wieder zu­rückkehrt.“ Der röm. Au­tor Appian des 2. Jh. n.0 berich­tete von den Ger­manen un­ter ih­rem Führer Ariovist (?-54 v.0), „die wegen der Hoff­nung auf Wieder­geburt Verächter des Todes waren.“ Und noch aus dem hoch­mittelal­terli­chen 13. Jh. findet sich der Zusatz eines Sammlers isländischer Handschriften (Edda) zum Lied von Helgi und Sigrun: „In alten Zei­ten glaubte man, dass Menschen wieder­geboren wür­den; das wird nun Alt­wei­ber­wahn ge­nannt.“ Nach den Prosa­stellen im Helgi-Liede wurden Helgi, Sigmunds Sohn, und seine Ge­liebte, Sigrun, für Wiederverkörpe­rungen von Helgi Hjör­vardsohn und Svafa gehal­ten; man glaubte, dass sie nach ihrem Ableben in den Gestal­ten von Helgi Had­dingjaskati und Kara Halfdanstochter wiedergeboren wurden. Im kurzen Si­gurd-Lied verflucht Hagen die Brünhild: „Ver­wehrt sei ihr auf ewig die Wiedergeburt !“ Diese Ah­nung um die Wieder­kehr der Seelen rankt sich durch die ganze nordeuropäische Geistes­ge­schichte. In seiner Schrift „Über die Ursa­che“ (1484) speku­lierte der kenntnis­reiche Deutsch-Italiener Giordano Bruno (1548-1600): „Nim­mer ver­geht die Seele, vielmehr die frühere Woh­nung tauscht sie mit neuem Sitz und lebt und wirkt in diesem. Alles wechselt, doch nichts geht unter !“ Selbst der Spötter Vol­taire meinte: „Die Lehre von der Wiederverkörperung ist weder wider­sinnig noch nichtssa­gend ... Zweimal gebo­ren zu werden ist nicht wunderbarer als einmal.“ Ob Les­sing, Schiller, Jean Paul, Kleist, Goe­the - die tiefen Geister be­kannten sich - oft in geradezu keu­scher, schamhaft-zurück­haltender Art - zur Metamorphose, durch die der Mensch hindurch­schreite, um die Fülle seiner Mög­lichkeiten auszuschöpfen. Den Worten Goe­thes ist nicht viel hinzuzu­fügen, aus ih­nen spricht in unüberbietbarer Klarheit die alt­gläu­bige Weis­heit: „Des Menschen Seele - Gleicht dem Was­ser - Vom Himmel kommt es - Zum Him­mel steigt es - Und wieder nieder - Zur Erde muss es - Ewig wechselnd.“ Der voll­kommene Meister des deutschen Den­kens ver­mochte sich seine tiefe Bin­dung an Char­lotte von Stein nicht anders zu erklären, als dass sie für die Dauer eines vor­ausgegangenes Lebens schon einmal in gleichstarker Liebe miteinan­der verbun­den waren. Sein Jugend­gefährte Georg Schlos­ser schrieb in einer späteren kleinen Schrift für den Freundes­kreis: „Wenn ich dir zeige, dass die See­lenwanderung ... nebenher tausend Rätsel, tausend Geheim­nisse der morali­schen Welt erklärt und den, der sich daran erwärmt hat, über tausend Dinge beruhigt, die uns sonst im­mer unglücklich ma­chen, den be­sten am unglücklichsten; so wirst du doch den Wert dieser Hypo­these so weit anerken­nen, als der Wert aller Hypothesen reicht: uns in den Au­genblic­ken wohlzutuen, wo wir das Bedürfnis haben, durch die Wolken zu schauen, die über den Ge­heimnissen Gottes lie­gen...“ Nietz­sche ließ sei­nem Za­rathustra aus des­sen Schülerschar zuru­fen: „Siehe du bist der Lehrer der ewigen Wiederkunft ...“ An anderer Stelle sagte der Pro­phet des Übermen­schen: „Hier ist die Wurzel aller wah­ren Kultur; und wenn ich unter dieser Sehnsucht der Men­schen verstehe, als Hei­liger und als Genius wie­dergebo­ren zu werden, so weiß ich, dass man nicht erst Bud­dhaist sein muss, um diesen My­thus zu verste­hen...“ (Un­zeitgemäße Be­trachtungen 1874). Auch die Großen Skandinaviens: Kierkegaard, Ibsen, Strind­berg fan­den ihren Halt im Wissen, im Ahnen, im Hof­fen um die Wie­der­kunftslehre.
 
Doch die antiken Berichte, die Spatenfunde und Sprachstudien lassen eine viel weitere Kultgemeinschaft der indogermanischen Nordvölker vermuten. Grandiose Perspektiven eröffnen sich unserem Blick hinsichtlich der OD-Religion, deren Zentralwert - neben den Naturwissenschaften - der Wiedergeburtsglaube war. Die Seelenphilosophen der Orphiker und Pythagoreer erwähnte ich schon. Im Nordbalkangebiet, im Donaumündungsgebiet, an der westlichen Schwarzmehrküste befindet sich mit der Vinča-Kultur eines der ältesten, jungsteinzeitlichen europäischen Zivilisationsgebiete, mit Schriftzeugnisse die um 1.000 Jahre älter sind als die mesopotamischen. Hier, zwischen den nördlichen Karpaten, der Ägäis und dem Schwarzen Meer, entstand das Volk der Thraker, das den Germanen und frühen Galliern so voll entsprach, dass man sie getrost als ein südgewandertes Nordvolk einstufen muss, das schon zur Zeit der Hethiter und Achäer aus dem deutschen Raum gekommen ist. Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v.0) schrieb: „Äthiopier sagen, dass ihre Götter Stupsnasen haben und schwarz sind; Thraker, dass ihreblauäugig und rothaarig sind.“ Sie seien das größte Volk nach den Indern, schrieb Herodot. Ein Thrakerfürst namens Spartacus (?-71 v.0), war es, der zusammen mit Germanen und Galliern, den Sklavenaufstand (73-71) gegen Rom wagte. Die Odrysen waren der größte thrakische Volksstamm, andere waren die Odomanten, Edonen und später die Geten. Der Staat der Odrysen gelangte zu großem Wohlstand. Odrysia war vom 5. bis 3. Jh. v.0 die Hauptstadt des Odrysenreiches, später hieß sie Adrianopel, heute bulgarisch Odrin. Die heute bulgarische Schwarzmeer-Hafenstadt Warna hieß zur Thrakerzeit Odessos. In der Mitte des 1. Jh. v.0 gebot König Burbista oder Boirebista über ein großes getisch-dakisches Reich. Während der großen Völkerwanderung - mit der man das Mittelalter beginnen lässt, verschmolzen die benachbarten und jetzt nach Süden drängenden, einstmals aus Skandinavien gekommenen Goten, mit den Dakern bzw. Thrakern. Wohl nicht allein die Ähnlichkeit des Namens veranlasste griechischen und römischen Schriftsteller, ja die die Goten selbst, zu glauben, die Nachkommen der Geten zu sein. Es wird eher so sein, dass die uralte ethnische Verwandtschaft dieser norditen, blonden Völker Grund dafür war.
 
Odysseus aus Ithaka, der bekannte Heroe des trojanischen Krieges und der griechischen Mythologie, von dem Homer (8. Jh. v.0) in seiner „Odyssee“ schrieb, war ein nordischer Mykener bzw. Achäer des späten 13. Jh. v.0. Auch er trägt die interessante Vorsilbe Od-. Die Frage drängt sich auf, ob der thrakische-griechische Od-Begriff mit dem der nordischen Religion in Verbindung gebracht werden kann, oder ob es sich um eine zufällige lautliche Gleichheit handelt ? Wir finden den Namens Odysseus in mehreren Varianten von Vaseninschriften überliefert, z.B. Oliseús, Oulixeús, etruskisch Uthuze, Utuse, Utsthe. In Homer-Epen tritt die Form mit Od- auf, was als ursprünglicher gelten dürfte, dem der griech. Begriff odýssomai („zürnen“) zugrunde liegt. Es könnte demnach aus gleicher indogerm. Wortwurzel hervorgegangen sein das urgriechische „od-„ und das protogermanische „u̯āt-, u̯ōt-“ =„wütend, angeregt-sein, inspiriert“. Ein semantischer Unterschied in den Begriffen des klugen, listenreichen, zur zürnenden Ekstase fähigen Odysseus und dem germ. Gott Wōdan ist nicht erkennbar. Das got. wods („wütend, besessen“), ahd. u. mhd. wuot („heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei“) und nhd. Wut („rasender Zorn“) ist immer zu verstehen als ein Begriff für höchste seelische Erregtheit wie er auch für Gottergriffenheit, Sehertum und religiösem Aussichheraustreten Verwendung fand. Das „w-“, als Anlaut vor dunklen Vokalen, hat sich irgendwann davorgeschoben und verlor sich im Germanischen im 5./6. Jahrhundert auch wieder, aus Wodan/Wodin wurde Odin. Das Wort der griech. Ode entspricht dem altenglisch wōþ („Ton, Stimme, Dichtung, Gesang“) und altnordisch óðr („Erregtheit, Dichtung, Dichtkunst“). Was der Kleriker Adam von Bremen (um 1050-1081) in seiner Beschreibung des Tempels von Uppsala in seiner „Hamburger Kirchengeschichte erklärte: „Wuodan id est furor“ („Wodan, das heißt Wut“) ist lautlich so richtig wie es semantisch fasch ist, denn er als Christ, unterstelle „sinnlose Wut“, was der Heide als „frommes Eifern“ verstand.
 
Odyssos war ein Mykener und Achäer, also einer der nordischen Einwanderer die die Minoische Kultur im südgriechischen Raum ablösten. Es handelte sich um mehrere Bevölkerungsschübe aus dem Norden: Die „Urnenfelder-Bewegung“ (1.300/1.200-800 v.0), die „Dorische-Wanderung“ (1.200 v.0), „Seevölker-Wanderung“ (Ende 13. Jh. v.0), die nicht nur aus dem Nordbalkangebiet und Süddeutschland, sondern auch Menschen von den Nordseeküsten mitriss, was wir daran festmachen, dass seitdem im Chaukischen Siedlungsraum deutliche Fundverdünnungen archäologisch nachweisbar sind. Die mykenische Spiralornamentik, Hörnerhelme usw. weisen direkt in den höchsten skandinavischen Norden der bronzezeitlichen Felsbildermotive vom südwestschwedischen Bohuslän. Die Verbindungen zwischen Nord und Süd rissen nicht ab. Eine Sage ging, zwei Jungfrauen aus Hyperborea, namens Arge und Opis, wären in Begleitung von Apollon und Artemis nach Delos gekommen und hätten die Götterlehre des Nordens verkündet. Von dort habe sich dieser Kult über die Inseln und ganz Ionien verbreitet. Später brachten zwei nordische Jungfrauen, Hyperoche und Laodike, in Begleitung von fünf Männern, apollinische Weihegeschenke nach Delos, wo sie hochgehrt bis zu ihrem Tod blieben. Die Geschenke aus dem Norden sind von Volk zu Volk bis zu den Griechen weitergereicht worden. Es gab eine uralte Handelsroute zwischen der Ostsee und den Thrakern, die über die ostgermanischen Stammesgebiete führte. Mit Sicherheit aber kann man heute die Anwesenheit der Thraker im Karpatenbecken während der jüngeren Hallstattzeit belegen. Vom thrakischen Kerngebiet bis zur mittleren Donau und den ostalpinen keltischen Ländern hatte sich bereits im 13./12. Jh. v.0 eine hochqualifizierte Metallurgie entwickelt, die ihre Impulse bis in den befreundeten „Nordischen Küstenkreis“ hin sandte, wo diese Anregung nachweisbar aufgegriffen wurden. Der materielle und mit einhergehende geistige Austausch führte wohl auch zur Entwicklung der Urnenfelder-Kultur, ihrer Schwanenmotive und der Buckel-Amphoren. Die Schmiedekunst der Thraker hat hervorragende Zeugnisse hinterlassen, die des Nordischen-Kreises auch. So wurden sog. Buckel-Amphoren aus getriebenem Bronzeblech im Brandenburgischen bei Seddin (Prignitz) gefunden, auch beim Dorf Herzberg (Krs. Neuruppin) hob man die Niederlegung einer Amphore mit fünf kleinen Bechern aus getriebenem Bronzeblech (ca. 1.000 - 700 v.0). Ähnliche Gefäße sind aus Unia (bei Wreschen / Posen) und Rørbæk (Mittel-Jütland) bekannt. Gefunden wurden Bronzestier und Bronzevögel, die zu einem Prachtwagen gehörten, von Fredbjerk, Himmerland, Jütland. In Westfalen fand sich die Bronzeamphore aus Gevelinghausen (Hochsauerlandkr.), 9./8. Jh. v.0. Weitere sind bekannt aus dem Karpatenbecken und Nord- bis Mittelitalien. Zumindest die drei erwähnten nordischen Funde stammen offenbar aus der gleichen Seddiner Werkstatt. Die horizontalen Muster stimmen zu 99 Prozent überein. Die Buckel-Dekore mancher Amphoren (z.B. Fund Herzberg, Ostprignitz-Ruppin) symbolisieren Zeitabschnitte. Der einfache Buckel wird als Zeichen für einen 24-Stunden-Tag gedeutet. Ihre Summen ergeben die Zeitabschnitte wie etwa ein Mondjahr zu 354 Tagen oder ein Sonnenjahr mit 365 Tagen. Astronomische Wissenschaft der Gestirnsbeobachtung verband sich mit metallurgischem Werkgeschick. Das gleiche astronomische Kalenderwissen und metallurgisches Meistertum ist für die Thraker nachweisbar. Der griech. Historiker Herodot (um 485-425 v.0) behauptete, die geistige Entwicklung der Thraker bzw. der Geten habe in inniger Verbindung mit Pythagoras gestanden, einer ihrer halbmythischen Gott-Könige und Priester sei Schüler von Pythagoras und dessen Unsterblichkeitslehre gewesen, oder sogar sein Vorgänger. Die Geten glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, die nach dem Tod den Körper verlässt, um mit dem Universum eins zu werden. „Diese Menschen hatten einen unglaublichen philosophischen Weitblick, sie waren ausgezeichnete Astronomen und glänzende Mathematiker … In diesen Vorstellungen der Griechen von den Geten sehen wir den Faden, der uns zum antiken Wissen unserer Vorfahren auf dem Gebiet der Mathematik, Astronomie, Philosophie und Harmonie zurückführt“, schreibt diebulgarische Thraker-Kundlerin Prof. Diana Gergowa. Homer, im 8. Jh., erwähnt die griech. „Argonautensage“, die Erzählung von dem schnellen Schiff Argo, mit dem die bedeutendsten griech. Helden, darunter Väter vieler Troja-Kämpfer, die „Argonauten“ genannt, einen Abenteuerzug unternahmen, um ein wertvolles goldenes Widderfell zu gewinnen. Auf der Rückfahrt gelangte die Schiffsbesatzung angeblich hoch in den Norden, bis an Ostsee oder Nordsee und das Bernsteinland („Elektrideninsel“). Einige Erinnerungen müssen sich hier vermischt haben. Auch in Homers „Odyssee“ wird der mythische Held durch Stürme an die Inselküste „Scherias“ verschlagen, dem Land der Phaiaken, am „Ende der Welt, viel umflutet vom Meer“. Die Einwohner waren berühmt für ihre schnellen Schiffe die auch bei Nebel sicher ihr Ziel fanden. Aufgrund seiner fernen Lage wurde Scheria noch nie von Feinden angegriffen. Homer kann keine der Mittelmeerinseln gemeint haben, die den Griechen sämtlich bekannt waren, das Land der gastlichen Phäaken muss identisch sein mit dem überzeichneten „Atlantis“, dem Nordland der Hyperboreer „am Ende der Welt“.
 
Die hervorragenden nordischen Thraker-Daker
 
Die nordischen Küstenjäger der Ertebölle-Kultur (5.100 v.0) und die daraus hervorgegangenen Menschen der Trichterbecher-Kultur der Jungsteinzeit (ca. 5.200-2.800 v.0) müssen mit dem Nordbalkan, dem Hauptsiedlungsgebiet der Thraker, in kulturellem Austausch gestanden haben. Die Thraker waren Menschen der nordischen Ethnien, deren Idiome mit den baltischen Sprachen der Ostseeküsten eng verwandt waren. Auf gleichen Wegen wie die späteren Goten wanderten sie in die Schwarzmeer-Regionen ein, hauptsächlich in die Donaumündungsbiete, zwischen Südkarpaten, Balkangebirge und Marmarameer und über die Dardanellen hinaus. Die Thraker hatten Zugang zum Schwarzen Meer, zum Marmarameer und zum Thrakischen Meer, an dessen Nordküste die Stadt Abdera lag (die i.J. 550 von Thrakern zerstört wurde); davor liegt die Insel Samothraki und rund 300 km südlich in der Ägäis, liegt Insel Samos, auf der Pythagoras i.J. 570 v.0 geboren wurde. Kernland der Thraker war das heutige Bulgarien. Sie entwickelten in den goldreichen Gebirgen ein frühzeitiges Berg- und Hüttenwesen und hervorragende Fähigkeiten der Metallverarbeitung. Sie schufen in der Jungsteinzeit die kulturell fortschrittlichste Region Europas, die in ihre nordischen Ursprungsländer zurückstrahlte. Im Rhodopen-Gebirge bei Krumowgrad, wurde das einzige bekannte prähistorische Goldbergwerk Europas entdeckt, wo von etwa 1.500 v.0 bis zum Ende der Bronzezeit um 1.000 v.0 der Abbau des Edelmetalls betrieben wurde. Ab dem Ende des 7. Jahrtausends v.0 gab es hier große, planmäßig angelegte Siedlungen von Ackerbauern mit einer reichen Kultur. Hier kristallisierte sich ein kultureller Kern des indogerm. Alteuropa. Die Thraker wurden zu einem der ältesten und größten indoeuropäischen Völker. Sicher tauschten sie ihre himmelskundlichen Erfahrungen mit denen ihrer nördlichen Nachbarn und Verwandten aus, den Stichbandkeramikern Zentraleuropas. Ihre zahllosen bis heute unerschlossenen Hügelgräber, Megalith-Heiligtümer und Sternwarten, wie das von „Beglik Tash“ (aus 13. Jh. v.0) setzen in ehrfürchtiges Erstaunen. Aus den flachen Felsen wurden beispielsweise Fußabdrücke gemeißelt, was wir von den schwedischen Felsbildern kennen. Das „Grab des Orpheus“ von Tatul, in den Rhodopen-Bergen, ein in den Felsen geschlagener Sarkophag auf der Höhe des Felsenheiligtums gleicht dem „Sargstein vom Externstein“, einem der Zentralheiligtümer des alten Germaniens. Im Jahr 2018 wurde 80 km vor der bulgarischen Schwarzmeerküste, in zwei Kilometer Wassertiefe, ein hervorragend erhaltenes Schiffswrack aus der Thrakerzeit, 500/400 v.0, gefunden. Es gehört zum Schiffstyp, den man von antiken Abbildungen kennt, beispielweise der „Sirenen-Vase“, die Odysseus am Mast seines Schiffes angebunden zeigt, damit er nicht den lockenden Gesängen der Sirenen zum Opfer fällt. Verbindende Strömungen des beiderseitigen geistigen Austausches zwischen der schifffahrtsbegeisterten Nordkultur und den Thrakern konnten nicht abreißen, dafür sorgte schon die Donau als Wasserstraße. Die führte zum Oppidum von Manching (beim heutigen Ingolstadt), der größten Siedlung nördlich der Alpen im 3. Jh. v.0.. Im 2. Jh. lebten dort um 10.000 Menschen innerhalb der Stadtmauern, die eine Länge von rund 7,2 Kilometern aufwiesen. Die dortigen keltischen Vindeliker siedelten bis zum Bodensee und kannten den Weg am Rhein entlang bis hinauf zu den Hyperboreern. Der technologische und theologische Wissenstransfer verlief in beide Richtungen. Als im 4. Jh. n.0 die thrakischen Geten in den skandinavischen Goten aufgingen und als Ostgoten nach Italien marschierten, wo ihr König Theoderich der Große (451-526 n.0) sein Reich errichtete, gelangte diese Kunde selbstverständlich auch nach Skandinavien und Schweden. Der Runenstein von Rök,in der Provinz  Östergötland, Gemeinde Ödeshög, erzählt mittels der längsten bekannten Runenschrift: „Tjodrik der Kühne, Häuptling der Seekrieger, herrschte über den Strand des Reidmeeres. Nun sitzt er gerüstet auf seinem gotischen Pferd mit dem Schild am Gürtel, der Höchste der Märinger.“ Als der isländischen Gelehrte Snorri Sturluson zu Anfang des 13. Jhs. die Texte der Edda schrieb, u.a. Gylfaginning (an. „Gylfis-Täuschung“), baute er auch die alten nordischen Erzählungen von der Verbindung in den europäischen Südosten, dem Tor nach Asien, ein. Er präsentiert die „Asen“, die Ahnengötter, als menschliche Einwanderer aus Asien. Auch (w)Odin, besser gesagt, Impulse zu einer Variante seines Kultes, hätte durchaus aus Thrakien herrühren können, aber Urformen der Geistgottes-Speergottes finden wir verbildlicht bereits in der Felsbilderwelt der skandinavischen Bronzezeit, im schwed. Bohuslän. Die Thraker verehrten die „Große Mutter“ und ihren Sohn, den Himmels- und Sonnengott Zagreus bzw. Sabazius („Vater Dyaus“) oder Zeus. Das Motiv der Muttergöttin als Mutter der Sonne muss schon zum Beginn der Jungsteinzeit aufgekommen sein, da es sich bei allen indogerm. Völkern findet. Ihre fromme thrakische Art ließ so verschiedene Mysterienkulte entstehen, wie die extrem entgegengesetzten des Orpheus und des sinnlich exaltierenden Dionysos, denn Thrakien lag am Einfallstor von Asien nach Europa. Was Thraker und Germanen in den Augen antiker Beobachter gleichsetzte, war ihr Tollkühnheit, sie glaubten gleichermaßen, unsterblich zu ein, weil die Seelenwanderungslehre zu ihren Glaubensgütern zählte. Dem dakischen König Decebal (reg. 85-106 n.0) gelang es, die thrakisch-dakischen Stämme zu vereinen, gegen die Begehrlichkeiten Roms. Die Germanen aller Stämme - Quaden, Markomannen, Barstarnen - unterstützten die befreundeten Daker und Geten in der Hoffnung, die Römer endgültig loszuwerden. Doch der würgenden Macht des Imperiums, unter Kaiser Trajan (reg. 98-117), gelang die Zerschlagung des freien Dakiens. Nach der Invasion seines Reiches durch römische Truppen im Jahr 106 tötete sich König Decebal selbst, um der Schmach der Gefangenschaft zu entgehen. Nach all den röm. Massenmorden - wie es traditioneller röm. Befriedungsbrauch war - wurden noch 50.000 Kriegsgefangene weggeführt und unermessliche Edelmetallschätze, das Land lag fast menschenleer und wurde von lateinisch sprechenden Neusiedlern schnell romanisiert. Diesem schlimmen Schicksal entgingen die Germanen und rächten ihre thrakischen Brüder, indem sie dem schrecklichen Römerstaat, in Gestalt des germ. Truppenführers Odoaker (433-493), im Jahre 476 ein Ende setzte, als er dessen letzten Kaiser absetzte. 
 
Paulinischer Jesus-Kult aus uralten Vorbildern
 
Als ein thrako-getischer Glaubensreformator galt der weitgereiste Zalmoxis od. Sámolxis (8./5. Jh. v.0), welcher den Verstorbenen ewiges Leben schenkt. Sterben hieß bei ihnen: „zu Zalmoxis gehen“. Herodot von Halikarnassos berichtete im 5. Jh. v.0 über ihn. Der legendäre Zalmoxis soll zeitweilig auf der Insel Samos bei dem Philosophen Pythagoras gelebt haben, um bei ihm, wie könnte es anders sein, die Seelenwanderungslehre erfahren zu haben. Sámolxis predigte seine Lehre unter den Geten, war dann drei Jahre verschwunden, schien gestorben, tauchte wieder auf, worauf verkündet wurde, er sei von den Toten auferstanden, was viele glaubten, aber einige Lästerzungen mutmaßten, er habe sich nur versteckt gehalten, womit sie die thrakische und pythagoreische Unsterblichkeitslehre verspotten wollten. Ähnlichen Spott mussten auch die späteren Jesus-Anhänger hinnehmen, denen man verständlicherweise vorwarf, dass „Auferstehung“ und „Himmelfahrt“ des toten Jesus ein inszeniertes Märchen sei. Der Auferstehungs-Vorläufer Sámolxis erklärt sehr gut warum die paulinische Christuslehre zuerst bei den Goten-Geten Fuß fasste, nachdem der vom Byzantinischen Hof angesetzte Christenagent Wulfilas, die christliche Zersetzungslehre zu verbreiten begann. Er war nur ein halber Gote, seine Mutter stammte aus Inneranatolien, Loyalität empfand er nur gegenüber dem Reichs- und Glaubenssystem Ostroms. Der oström. Reichsbischof Eusebius v. Nikomedia hatte ihn im syrischen Antiochia i.J. 336 geweiht und auf der Synode in Konstantinopel i.J. 360 unterzeichnete Wulfila das sogenannte „Reichsdogma“, unter der Regie Kaisers Constantius II.. Wulfila starb i.J. 383 unmittelbar nach Ankunft in Konstantinopel, wohin Kaiser Theodosius I. seine Kirchenhauptleute zum Appell einbestellt hatte. Die Milyas war eine röm. Verwaltungseinheit im Südwesten Kleinasiens, südlich des Tauros-Gebirges, wo man deportierte Thraker angesiedelt hatte. Aus dem Jahr 5/4 v.0 ist eine Inschrift überliefert, die eine Weihung für Roma und Augustus durch die Milyadeis, gemeinsam mit der thrakischen und römischen Bevölkerung, belegt (Alan S. Hall: „The Milyadeis and Their Territory“. In: „Anatolian Studies“, Bd. 36, 1986, S. 148-149). Im Jahre 10 v.0 hatte Kaiser Augustus seinen Stiefsohn Tiberius gegen die Daker-Thraker geschickt, der wohl die Deportationen veranlasst hatte. Mit dem religiösen Formengut bzw. Predigten der südwestlich des Taurus-Gebirges lebenden Thraker-Gemeinden wird das Judenkind und späterer Rabbiner Schaul/Paulus (10-60 n.0) in Kontakt gekommen sein, denn er wurde in der östlich davon liegenden Stadt Tarsus geboren, die zum gleichen Verwaltungsbezirk gehörte, nämlich Cilicien (Kilikien). Nachdem Schaul als junger Mann den Häscher-Auftrag der Jerusalemer Tempelbehörden erhalten hatte, die neue Essener-Sekte des Jeschuha-Jesus (4 v.-30 n.0) in ihren Versecken zu stellen und zu liquidieren, gelangte er nach der Oase Qumran im Westjordanland, ca. 40 km östlich von Jerusalem. Sie trug unter den Sektenmitgliedern den Tarnnamen „Damaskus“. Hier wurde er bekehrt bzw. umgedreht, er ließ sich von den schriftbewanderten Männern aus den altjüdischen Texten erklären, dass der tote Jeshua in den Augen seiner Anhänger der erhoffte „Messias“ („Retter Israels“) gewesen sein könnte und er erkannte, dass die neue Sekte keinesfalls antinationaljüdisch ausgerichtet war, im Gegenteil, sie wollte auch - wie er selbst - das „Gesetz erfüllen“. Er hatte den Jeschua selbst zwar nie erlebt, aber ihm dämmerte, dass man aus seinem Tod und seinem angeblichen Wiederauferstehen, einen Kult bauen könne, der dem des thrakischen Sámolxis entspräche. Die Juden waren nur eine unbedeutende und verachtete Bevölkerungsgruppe im römischen Orient, deshalb wandte sich Schaul-Paulus mit seiner Predigt an alle - auch an Griechen und Römer - was von Seiten der echten Jesusjünger getadelt wurde. Die Apostelgeschichte beschreibt, wie er nach Jerusalem fuhr, wo er mit Jaakow (Jacobus), dem Bruder des toten Sektenchefs und dem Fischer Schimon (Petrus) Streitgespräche um das richtige Verständnis der von ihm erdachten neuen Lehre führte. Er war der Gebildete, er besaß das röm. Bürgerrecht, er setze sich durch, er brachte als Eintrittsbillet ins Römische Imperium den Satz mit: „Gib dem Kaiser was des Kaisers ist“, was ein frommer Jude nie gesagt hätte, denn es galt für Sadduzäer, Pharisäer und Essener gleichermaßen - nur nicht den Kollaborateuren Roms - das politisch-religiöse Ziel, Judäa vom Römerjoch zu befreien. Schaul-Paul bescherte der Welt den gescheiterten Zimmermann und Geheimbündler Jeschuha als „Jesus-Chrístos“ (altgriech. „der mit Salben beschmierte, Tüchtige, Nützliche“) - zudem als „Gottessohn“ und sündentilgendes jüdisches „Opferlamm“ - die schauerliche Flickschusterei die sich Christentum nennt.
 
Wie ist das Produkt des Schaul-Paul religionsgeschichtlich einzuordnen ? Er bereicherte die reiche Palette der sterbenden und auferstehenden Vegetationsgötter um eine jüdische Variante. Vorläufer waren der thrakische Orpheus, der ja auch aus der Unterwelt zurückgekehrt war. Sodann Adonis wie Attis, beides ursprünglich mythische Gestalten der indogerm. Phrygier die im 8. Jh. v.0 ihr Reich in Anatolien errichtet hatten. Im gleichen Raum, lange vor ihnen, seit 1.900 lebten hier die ebenfalls indogerm. Hethiter, deren Großkönige von ca. 1.600-1.200 v. 0 die heutige Türkei, bis ins nördliche Syrien hinab, beherrschten. Sie kannten schon den gestorbenen und wiedererstandenen Vegetationsgott Telipinu, Sohn des Himmelsvaters und eng mit Muttergöttin Hannahanna verbunden. Der ägyptische Osiris, eng mit Mutter Isis verbunden, war ebenfalls ein von den Toten auferstandener Fruchtbarkeitsgott, der den Menschen ein ewiges Leben im Jenseits versprach. In den Sargtexten identifizieren sich die verstorbenen Gläubigen mit Osiris und durch die ausführliche Beschreibung von Osiris' Einbalsamierung und Wiederauferstehung erhofften sie, dass bei ihnen ebenfalls dieser Verlebendigungsprozess gelingen würden. Der sumerische Vegetationsgott Dumuzi, eng mit der Göttin Inanna verbunden, wurde Vorbild für den semitischen Tammuz, eng mit Göttin Ishtar verbunden, da die Gläubigen beider Abscheiden jedes Jahr beweinten, sind sie indirekt gefeierte Auferstehungsgötter geworden, obwohl die Züge des Glaubens an eine lebensspendende Muttergöttin vorherrschten. Ähnlich verhält es sich bei Attis, eng mit der Göttin Kybele verbunden, Adonis, eng mit der Göttin Aphrodite (lat.Venus“) verbunden, Dionysos, eng mit Erdmutter Demeter verbunden. So erweist sich der Jesus-Mutter-Maria-Kult, zu dem Saul-Paulus den Grundstein legte, als eine Wiederholungsgeschichte, die auf jahrtausendealten Vorbildern beruht. Der kleinwüchsige, braunhäutige Samaritaner aus Galiläa (wie er in der „Calixtus-Katakombe“ in Rom, im Jahr 250 n.0 abgebildet ist) wurde dann dem Norden als „Weißer Krist“ offeriert. Eine Manipulationsgeschichte von Anbeginn bis zu ihren traurigen Höhepunkten der Heidenverfolgungen bzw. den Massakern an Andersdenkenden, Häretikern, Ketzern und sog. Hexen.
 
Gallogermanische Gnosis ODING-Wizzod
 
Im Wesentlichen ging es der nordischen und thrakischen-griechischen Religion um die Aufhellung, um die Lichtbringung und Lichtwerdung der Gemeinschaft wie des Einzelnen, was die moralische Aufwertung von Tun und Handeln der Menschen mit einschließt. Der legendäre apollinische Kultstifter Olen, Priester, Dichter, Verfasser der ältesten Hymnen, kam mit anderen aus Hyperborea nach Delphi, wo er das Orakel des Apollo begründete und Preislieder auf die Göttinnen, sowie die hyperboreeischen Jungfrauen Opis (Oupis) und Arge schuf, welche mit Kultbildern der göttlichen Geschwister Apollo u. Artemis aus dem Norden gekommen waren. Olen ließ sich auf Delos nieder; als ältester Sänger, soll er sogar älter als die Dichter Pamphos und Orpheus gewesen sein. Mit der Religion die er nach Delos verpflanzte, brachte er auch die Geschichte des nordischen Sonnenglaubens mit. Der hochgeehrte Priester-Poet besang die Geburt des Apollo und der Artemis. In einem dritter Zug kamen aus dem Hyperboreerlande zu den Deliern zwei Jungfrauen, Laodike u. Hyperoche, in Begleitung von fünf Nordmännern. Woher kamen diese nordischen Boten des Sonnengottes ? Der norweg. Dorfnamen Ølen, in Rogaland, der norweg. Südwestspitze, war ursprünglicher Olund und soll von germ. Sippe alund-, alwund- („Lichtgestalt") herstammen, der mit der indogerm. Worturzel urdu- („gelb-rot“) in Verbindung gebracht wird. Oberhalb von Ølen befindet sich das Dorfmuseum auf dem alten, zentralen Bauernhof Nerheim (1326 noch „Niarðhjim“), von Gott Njord, Gott der Seefahrt oder des Meeres,dem Vater von Fruchtbarkeits- u. Sonnengott Freyr, der dem griech. Apollo entspricht. Apollon ist Gott des Lichts, der Sonne, der Heilung, des jährlichen Frühlingserwachens, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, der Musik, Dichtkunst, des Gesanges, aber auch der rächenden Gerechtigkeit; Homer nannte ihn in seiner Ilias Smintheus („Rattenvertilger“) und den mit seinem Bogen „fernhin Treffenden“. Er sendet mit seinen Pfeilen die Pest zu denen die sich gegen Moral und Sitte vergangen haben, insbesondere gegen Frauenvergewaltiger. Als Inkarnation des Weltlogos tötet er die titanische Schlange Python, das Urwesen der archaischen Urerdmutter Gaia, was zu deuten wäre, als Sieg der verantwortungsbewussten Vernunft gegen die sinnengepeitschte Triebhaftigkeit. Was darüber hinaus die thrakischen und griechischen Mysterienkulte ihren Adepten an geheimen Weisheiten mitteilten, können wir zumeist nur erahnen, aber in der Regel geht es spirituellen Menschen um das „Ewige Leben“, um „Himmelsreisen“, um „Jenseits-Berichte“. Dass ein Leben nach dem Tode zu erwarten sei, darüber war man sich sehr einig, von Griechenland und Thrakien bis in den skandinavischen Norden. Der Symbolismus auf germanischen Kleingeräten, wie Gürtelschnallen, Koppelschlösser, Waffen, Brakteaten-Amuletten, Schnitzarbeiten auf Särgen usw., lässt für Kenner, die sich in die mythische Materie eingearbeitet haben, keine Zweifel zu: Das Doppelschlangen-Zeichen, in vielerlei Variationen, war das Symbol für Reinkarnation. Die aufschlussreichsten Quellen bleiben zweifellos die gesammelten Edda-Schriften durch den isländischen Goden und Skalden Snorri Sturluson (1179-1241). Hinzu kam ab 1981 die Fundgrube der durch G. Hess entschlüsselten Heiligen Schrift der Germanen, das ODING, das aussagereiche germ. Runen-ABC. Das weltweit Einmalige am zahlenmythologisch geordneten Runensystem ist, dass der Schöpfer einen lunisolaren Sakralkalender schuf.
 
Wie ich mit meiner Untersuchung „Woden- / Oden- / Gottes-Orte“, 2013, nachweisen konnte, war das autochthone Germanien überspannt von einem Netz der altheiligen Weihe- und Kultorte der OD-Gottheit, nämlich des „Od“, „Goð“, „Wodan“, „Godan“, „Gott“. Etliche derartige Ortsbezeichnungen haben bis heute ihre alte Sprachgestalt bewahrt, andere - wie Eding, Ötting, Oeding, Oedingberge - gingen im sprachlichen Abschliff aus der ursprünglichen Ortsbezeichnung Oding hervor. Hinter Altötting (alte Schreibweise: „Alt-Oding“) in Bayern, ist die zweitgrößten Wallfahrt Deutschlands jene von der Asenhochburg Osnabrück in Westfalen zum alten Rittergut Oedingberge. Diese Wallfahrt muss eine Erinnerung aus alten Missionstagen sein, wo kirchenchristliches Engagement besonders vor den altheidnischen Weiheorten Flagge zeigen wollte. Dieses Oedingberge wird als „Burg des Oding“ der altheilige Sitz eines priesterlichen Vorstandes und Lehrkörpers gewesen sein. Etwa 75 km westlich liegt die kleine westfälische Burgsiedlung Oeding im Kirchspiel Südlohn, wo ausgerechnet der „Heilige“ Otger (ahd. „Besitzer des Speeres“) der älteste christl. Glaubensbote im 6./7. Jh. am Niederrhein gewesen sein soll. Wenig nördl. davon liegt Ottenstein. Des Weiteren findet sich ein Oedingen / Odingen (bei Eslohe) im oberen Sauerland, das noch zur sächsischen Herrschaft Engern gehörte. Vom Oedinger Berg, mit seiner alten Wall- und Fliehburg, die im Jahre 1.000 als Grundlage für die Errichtung eines Nonnenklosters diente, spricht eine Urkunde von 1533: „tho Odingen uff deine Berge...“. 
 
Die griech. sog. Vorsokratiker waren Erforscher der Naturgesetzlichkeiten die nicht einfach hinnehmen wollten, dass irgendein Gott die Welt erschaffen hätte und den Sternenrundenlauf und das Wetter und die geschichtlichen Geschehnisse regeln würden, sondern, dass es Naturgesetze in den Dingen und für die Dinge geben müsse, welche die Erklärungen liefern müssten, für die Erscheinungswelt und ihre Phänomene. Die Eigenschaften der Dinge durch rationales Denken zu erklären und nicht durch lapidare Priesterworte von der „unergründlichen Macht der Götter“, das war das typisch Nordische und das Neue. Das heißt, es war nicht völlig neu, da die Natur- und die Sternenhimmelsbeobachtungen schon lange betrieben wurden, neu war aber, dass sich freiheitliche Denker fanden, die ohne Priester- und Herrscher-Bevormundung ihre Forschungen anstellen konnten, darüber Schriften verfassten und Schulen begründeten, so dass Spätere darauf aufbauend, oder ablehnend, uns bis heute davon Kunde übermitteln konnten. Thales von Milet (624-548 v.0) fand, dass alles aus dem nassen Element sich entwickelt habe. Pythagoras von Samos (570-510 v.0) meinte, mittels der Zahlen den Kosmos hinterfragen zu können. Heraklit von Ephesos (520-460 v.0) sah im wohltuenden und verzehrenden Feuer ein schöpferisches Urelement. Er lehrte, „alles fließt“ und „man steigt nicht zweimal in den gleichen Fluss“. Und jeder von den frühen Naturphilosophen hatte ein Stückweit Recht. Aber welche Abgründe unterschiedlichster Antriebe liegen zwischen den etwa gleichzeitigen Werken des Pythagoras und des Esra -, also der engvölkisch-jüdischen Nabelschau von Bibelschriften, mit ihrem historisierenden Gottes-Devotismus einerseits und anderseits dem griechischen Himmelsblick, mit den Versuchen, den Kosmos im Menschenhirn einzufangen ?! Germanen folgten den geistverwandten griechischen Wegweisungen, wie u.a. das „Gold-Runen-Horn von Rosengaard“, des Erilar Hlewagast (ca. 365-435) ausweist, welcher das pythagoreische Brüderzeichen „Pentagramm“ in seinem Horn kryptisch so verschlüsselte, dass es allein den Mitwissern, oder kongenialen Runologe wie dem Prof. Heinz Klingenberg, offenbar werden konnte. Aber den Germanen wurde, gegen ihren mehrheitlichen Willen, die andere, die biblisch-christliche Weltschau, übergestülpt wie eine Zwangsjacke, von der sie sich erst wieder unter Schmerzen, im Zuge des Zeitalters der „Aufklärung“ (meist auf etwa 1650-1800 datiert) befreien musste. Der ganze fürchterliche Widerstreit hebt immer aufs Neue einmal an, wenn sich die Konturen schärfen und er ist nicht beizulegen so lange diese Bibel-Kirche besteht. Den demaskierenden Offenbarungseid leistete die inquisitorische Romkirche im Prozess gegen Galileo Galilei am 22. Juni 1633, im Augenblick der tiefsten Demütigung des alten Mannes, war sie es selbst, die vor allen kommen Zeiten nackt und bloß niedersank und sich zu erkennen gab, als die mächtigste Institution der wissenschaftsfeindlichen arroganten Dummheit. Dem was Galilei abschwören musste, weil es schwarz auf weiß in der Bibel stand, dass nämlich „Josua der Sonne stillzustehen gebot, und nicht dem Erdreich“ (Josua 10:13), waren zwar keine Erkenntnisse Galileis, aber er vertrat sie provozierend genug auch gegenüber den päpstlichen Autoritäten. Das Fernrohr hatten gleichzeitig der Deutsche Hans Lipperhey/Lippersheim (1570-1619) und Jacob Adriaansz i.J. 1608 erfunden und Zacharias Janssen aus Niederländisch-Middelburg verkaufte die Teleskope auf der Frankfurter Messe. 1609 baute Galilei ein Lippersheim-Rohr nach und präsente sich als sein Erfinder. Und ca. hundert Jahre zuvor, 1707, hatte der deutsche Domherr Niklas Koppernigk (1473-1543) in Heilsberg im Ermland geschrieben, gerafft: „Die Erde ist nicht der Mittelpunkt der Welt, alle Planeten umkreisen die Sonne als ihren wahren Mittelpunkt und die Sonne dreht sich nicht um die Erde, sondern umgekehrt“. Die Deutschen Niklas Kopernikus und Johannes Kepler (1571-1630) waren die Überwinder des geozentrischen falschen Bibel-Weltbildes, das der Ägypter Claudius Ptolemäus (um 100-160) zu einem hypothetischen Dogma erhoben hatte. Die mittelalterliche Dunkelmännerei begann zu wanken, an der spanischen Universität Salamanca wurde Astronomie seit 1561 parallel nach Ptolemäus und nach Kopernikus gelehrt, damit die Studenten vergleichen konnten, favorisiert wurde natürlich der irrende Ptolemäus. Astronomie stand zu allen Zeiten auf den beiden Beinen der optischen Sehhilfen bzw. Fernrohre und der Mathematik.
 
Die Zahlensprache der Pythagoreer spricht auch das Runen-ODING. In seinem grundkonzeptionellen Ansatz, die Welt über die Mathematik begreifbar zu machen und zu begreifen, bewegt sich die heutige Astrophysik noch immer. Im mathematisierten Pantheon des ODING stehen die vertrauten gallogerm. Götter-Metaphern im Zauberkreis der Buchstaben. Zuerst Nr. 1.) die othala-Urschlinge des Weltgewebes, des Seelen-Kraft-Symbols 2.) der demiurgische Doppelaxt-Tag-Vater, 3.) das Sonnenkind Ingwi-Frō, zum Jolablot, 4.) die lina-lauka-lagu-Heil-Weihe, 5.) der Mikrokosmos Mannus-Urmensch, 6.) das göttervertraue Ross, 7.) die weißhäutige Birkenmuttergöttin, 8.) der Himmelsraum-Vater Tiu-Tyr, 9.) die erblühte Sieg-Sonne der frühjährlichen Sigarblot-Feier, 10.) die Baldur-Vegetationskraft zum Sommerbeginn, 11.) die mailiche Schalenmutter Perdo-Peratha, 12.) die eiwaz-Rune des Weltenbaums Eibe-Yggdrasil, 13.) die Jahresteilung zur Sommersonnenwende, 14.) der Eis-Pfeil zum Lichtabstiegsbeginn, 15.) die Notwendigkeits-Rune des Not-Nyd-Feuers, 16.) Hagel-und-Heil-Rune der Hirsch-Brüder bzw. Alkes-Dioskuren 17.) wunjo, die Ernte-Wonne 18.) gibor-„Geben-und-Nehmen“-Rune des Erntedanks, 19.) die kin-kan-kaun-Herbstgleiche, 20.) der reido-Totenkarren des Rhadamanthys (Unterweltsrichter), 21.) der „Dreimalgröße Hermes“ (3x7), Logos, Zaubermeister Ase-Wodin, 22.) der antigöttliche Thurse, der Unhold, 24.) das Urstier-Jahresopfer, 24.) das Vieh, der Viehbesitz als materielles Gut des Menschen. So spannt sich im Kreis das geistgebilde Od-Kind vom Od-Kopf bis zum Od-Fuß.
 
Zugrunde liegt sehr deutlich ein gnostisches System. Kein monotheistischer Gott dominiert den Runenkosmos; Himmelsgott Tiu-Tyr tritt nur als eine Macht unter anderen auf, ebenso wie die Urmutter Berkana. Der alte indogerm. Himmelsgottglauben an Dyaus-Tiu-Tyr, der noch zur Kimbern- und Teutonenzeit vorherrschte, war bereits überwunden und hatte der Lehre vom Od-Weltgeist Platz gemacht. Welchen Stellenwert man dem Ross (6. Rune) und dem Urstier (23. Rune) zuordnete, ist schwer abschätzbar, obwohl wir ihre Mythen recht gut kennen. Auch sie besitzen Teilfunktionen in der großen Koordination. Und doch gibt es einen gemeinsamen Nenner, den des Weltgeistes in Gestalt des Asen, dem 21er, denn die Aufsummierung der 24 Stäbe ergibt exakt diese Zahl „aller guten Dinge“, nämlich über ihre Quersumme, die 3, die ebenso erzielt wird bei der Addition alles 24 Buchstaben. Der Runenkosmos wird also durch die Geist-3 definiert, nichts anderes sagt die modere Physik: „Alles ist Energie, alles ist Geist“; der alte „Geist-Materie“-Dualismus gilt als aufgehoben. Materielle Körper, wie sie die 4. Rune lauka-lagu („Lauch u. Wasser“) versinnbildlicht, oder der Thurse, der unholde 22er (2+2=4), der titanische Materiedämon, sie lösen sich aus gesamtrunenkosmischer Sicht auf, in der Geist-3. Diese Gedanke sind aus der vorchristlichen Gnosis bekannt und ebenso aus der „Stoa“, die darin dem Heraklit von Ephesos (520-460 v.0) folgte, welcher sagte - als Kontrahent von Thales - dass die Dinge aus einem Weltfeuer hervorgehen, das der Logos vernünftig lenken würde. Alles befindet sich in einem ständigen, fließenden Prozess des Werdens, welches scheinbare Gegensätze in einer höhergeordneten Einheit zusammenfasst, „alles fließt“ nach der Ordnung einer höheren Vernunft. „Die Gottheit beherrscht nicht die Welt, sie ist die Welt“, so verstanden es auch die Stoiker. Sie leiteten alles Geschehen aus der Weltgeist-Gottheit her, deren allbelebende Urkraft sich Logos = Urfeuer) gemeinsam mit der Weltseele (Pneuma = Lebenshauch) eine unerbittlich vorausbestimmte (determinierte) Weltordnung bedingen würden. Im ODING vereinen sich Urfeuer mit Lebenshauch im Od, dem fungierenden Wodin-Odin, dem 21er. Den Stoikern galt also der feurige Urstoff von der Gottheit durchströmt, sie ist zugleich Schöpferkraft, Lebensprinzip, Formtrieb, Gestaltungswille, schaffende und leitende Weltvernunft, Allseele, Vorsehung, höchste Norm, Naturnotwendigkeit = Logos. Das Schicksal ist vorbestimmt glaubten die Stoiker und glaubten Germanen, dafür gibt es hinreichend Beweise. Für das Fatum waren aber schon die drei indogerm. Schicksalsspinnerinnen zuständig (griech. Moiren, lat. Parzen, germ. Nornen), oder auch die dreigesichtige griech. Göttin Hekate, die ebenfalls als Weltseele verstanden werden konnte. Man schaute diese männlich-weiblichen Schicksalsmächte in der übergeordneten, vernünftigen Schau einfach zusammen und sprach z.B. in griech.-hellenistischen Zauberpapyri von der „Herm-Hekate“ (Hermes u. Hekate als zweigeschlechtliches Geistwesen). So müssen auch Odin und Nornen zu einer Schicksalsmacht verbunden empfunden worden sein.
 
Es entwickelt sich beim Studium der ODING-Welt- und Gottesschau das Bild einer intellektuellen religionsphänomenologischen Kombination. Dass diese sensible Gottesschau nicht der Volksglaube der einfachen Leute gewesen sein kann ist naheliegend, es wird als die priesterlich-akademische Überhöhung und Auslegung der germ. Wodan-Religion zu verstehen sein. Als sehr verständlich bietet sich auch die Erklärung an, dass das ODING das Werk des Religionsgründers der Od-Religion war. Nach meinen Überlegungen, könnte es der Kimber Erul (um 109-44 v.0 ?) gewesen sein, von dem jene erste kurze germanische Inschrift stammt, im „Helm von Negau“. Wenn der Kimber Erul zur Zeit der Kimber-Niederlage i.J. 101 v.0 bei der Schlacht von Vercellae ein achtjähriger Junge war, der versklavt wurde, so war er zur Zeit der Schlacht bei Mutina i.J. 72 v.0, als Zenturio (Kompanieführer) im Germanen- u. Gallier-Heer des Spartakus-Aufstandes, ein Mann von 30 Jahren und vermochte über die freigewordenen Alpenpässe in seine nordjütländische Heimat zurückehren, um seine runische Od-Religion zu verkünden. Und wenn er 65 Jahre alt wurde, starb er im Jahre 44 v.0. Seine Nachfolgegenerationen, die jütländischen Heruler (lat. Eruli) gelangten mit den Goten bis ans Schwarze Meer, beendeten mit Odoaker/Otacher (433-493) das römische Kaisertum, kämpften mit ihm um Italien und schließlich Ravenna und mussten dann den Ostgoten Theoderich des Großen (451-526) weichen. Ein Teil von ihnen ging zurück nach Thule, also zurück in die skandinavische Heimat. In ihnen sehe ich die Anhänger des Runen-Schöpfers Erul, nach dem sich die Runenmeister Erliari benannten. Ein bedeutender Erilar war der Ewart Hlewagast-Holtijaz (365-435), der in seinem Kulthain von Rosengaard, etwas nördlich der deutschen Stadt Tondern, die beiden Goldhörner schuf. Der schwed. Historiker Eric Graf Oxenstierna gab in seinem Buch „Die Goldhörner von Galle­hus“ (1956, S.192), die Information, dass die ältere Fundort­bezeichnung der Goldhörner noch Anfang 17. Jh. „Rosengaard“ war. Das „Handwörterbuch d. dt. Aberglaubens“ erklärt zum Stichwort „Rosengarten“: „Ro­sengarten dient zur Be­zeichnung von Friedhö­fen, ... sowie Versammlungs-, Fest- und Ge­richtsplätzen. ... und als Garten des Zwergenkönigs Laurin. ... Manchmal sind es Orte, wo rö­mische und prähistorische Funde gemacht wurden. Die einen suchen im Namen R. mythi­sche Beziehungen. Die R. seien alte heidnische Begräbnis- und Kultplätze, wo man die Früh­lings­spiele abhielt. Sie waren mit Dornen, Hagrosen be- oder umpflanzt. In den R.-Epen findet man Spiegelung alter Frühlings­kampfspiele, und die Zwerge deuten auf Beziehungen zum To­tenreich.“ Die Hagrose gehört zu den nordischen heimischen Strauchgewächsen. Diese Aussage ist in höchstem Maße erstaunlich, da sie in mehreren Punkten deckungsgleich ist mit den Gegebenheiten um die Goldhörner des zwergwüchsigen Holtijar, der sich selbst auf dem Horn als ca. 50-jähriger, mit kahler Stirn und langem Bart, von geringer Größe darstellte. Wir werden zur Annahme ge­drängt, den Fundort im weiteren Sinne mit ihrem Ent­stehungs- und Aufbewah­rungs­ort gleichzusetzen. Bei Rosengaard ist der heilige (Eiben-)Hain zu vermu­ten, in dem der Hainpriester „Holtijaz“ (Sohn des Holtagastiz/Holta), lebte und seinen Gottesdienst versah. Wenn sich die Bezeichnung des Orakel-Arkanums „Tarot“ aus dem Begriff „Buch des Thot“ entwickelt hat, erklären sich manche Übereinstimmungen mit den Zahlen des ODING, denn der Ase Wodan-Wodin entspricht der Göttergestalt des Hermes Trismegistos („Dreimal größter Hermes“) die hervorging aus der hellenistisch-synkretistischen Verschmelzung des griech. Psychopompos („Seelengeleiter“) Hermes-Mercurius mit dem ägyptischen Schrifterfinder-Gott Thot. Der Trismegistos sei der Verfasser der nach ihm benannten hermetischen Schriften, wussten die Gläubigen. Die 21. Tarotkarte bedeutet „Die Welt“ und die Null oder 22. Karte heißt „Der Narr“, so wie der Teufel oft tituliert wurde, weil er so närrisch ist, dass er als Bösewicht immer erneut in die für die Guten gegrabenen Fallgruben selbst hineinfällt. Der nordische und runische „Teufel“ ist der Thursen-Troll auf Platz 22. Erstaunlich, wie sich die Zahlenbezüge gleichen  !
 
Meister Eckhart von Hochheim (1260-1328) leistete wichtige Beiträge zur Gestaltung der deutschen philosophischen Fachsprache. Als Kirchenmann ließ er sich nicht in ein Glaubenskorsett zwingen, sondern blieb innerlich so ungezügelt, dass er sich zu einer Art germanisch-deutscher Glaubensfreiheit bekennen mochte, was ihm den Vorwurf der Häresie bzw. Ketzerei und schließlich die Ermordung am damaligen Papstsitz zu Avignon in Südfrankreich eintrug. Streng gerügt wurde beispielsweise seine Aussage, der „Seelengrund“ sei nicht wie alles Geschöpfliche von Gott erschaffen, sondern göttlich und ungeschaffen, also gleichwertig mit der höchsten Kraftquelle. Im Seelengrund sei die Gottheit stets unmittelbar anwesend. Nichts anderes führen ario-indische Veda-Stellen aus und war Ansicht der die eranische Gnosis und demonstriert das germanische ODING: Götter und Urmensch stehen im gleichen Werde- und Wirklichkeitskreis. Obwohl um 1.000 Jahre dazwischen lagen, gelangte auch der große Universalgelehrte Nicolaus von Kues an der Mosel (1401-1464) prinzipiell nicht über den Erilar Hlewagst hinaus. Er suchte unablässig Wege, Gott begreifen zu können, doch fand er bald, dass Gott über rationales Denken nicht zu fassen ist, er aber in den Abbildern seiner Schöpfung und in den Symbolen zu erklären sei. Dazu schrieb er: Alle unsere weisen und heiligen Lehrer stimmen darin überein, dass das Sichtbare in Wahrheit Bild des Unsichtbaren sei und dass der Schöpfer auf erkenntnismäßigem Wege von den Geschöpfen wie in einem Spiegel und Gleichnis erkannt und gesehen werden könne.“ Der Cusaner wollte, in bester antiker und germanischer Tradition, von mathematischen zu metaphysischen Einsichten gelangen. Mit Analogien zwischen mathematischem und metaphysischem Denken befasst er sich in mehreren Schriften wie z.B. „De mathematica perfectione“ („Über die mathematische Vollendung“, 1458). Dass die Mathematik uns im Begreifen des Göttlichen am meisten hilft, vertraten die Pythagoreer wie die Erilari. Sein Satz „Gott ist eine Kugel, deren Zentrum überall und ihre Peripherie nirgends ist“, hätte auch ein Runenmeister sagen mögen. Ein katholischer Theologieprofessor warf Kues 1442/43 die Ketzerei des Pantheismus vor und beschuldigte ihn der Zerstörung der Theologie. Von dem krativen N. Kues stammt die erste Landkarte Mitteleuropas. In seinem Werk „de pace fidei“ („Über den Glaubensfrieden“) entwarf Kues einen Toleranzbegriff, der dazu steht, dass Gott die Menschen in der Verschiedenheit geschaffen hat, so dass sie ihn auf verschiedenartigste Weise erkennen dürfen, darum sind die verschiedenen Formen der Gotteserkenntnis und Gottesverehrungen gottgewollt und keinesfalls ein Ärgernis, welches man mit Gewalt beseitigen müsste. Freilich wurde der Papst sein Arbeitgeber, er wurde Papstgesadter, so dass er sich vom hybriden „Wahr­heits­an­spruch des christ­li­chen Dogmas“ nie offiziell verabschieden konnte. Leider sind die Großkirchen diesen Gedanken des großen deutschen „Kirchenmannes“ nie gefolgt. Giordano Bruno (1548-1600), der ital. Astronom und Naturphilosoph, begriff das Universum als eine unermessliche Unendlichkeit, ohne Grenzen, ohne Mittelpunkt, erfüllt von zahllosen Sonnen, Sternen und Weltsystemen. Dabei übernahm er viele pantheistische Gedanken des Cusaners. So erklärte er zur Weisheitslehre: „Die Philosophie ist in dem großen Buch niedergeschrieben, das vor unseren Augen immer offen liegt, ich meine das Universum. Aber wir können es erst lesen, wenn wir die Sprache gelernt haben und mit den Zeichen vertraut sind, in denen es geschrieben ist. Es ist in der Sprache der Mathematik geschrieben, und seine Buchstaben sind Dreiecke, Kreise und andere geometrische Figuren; ohne diese Mittel ist es einem Menschen unmöglich, auch nur ein einziges Wort zu verstehen.” Er akzeptierte keine Trennung von Physik und Metaphysik, so konnte er nicht biblisch-katholische sein und büßte für seine goldrichtigen Bekenntnisse durch Vertreibungen und schließlich durch gewaltsamem Tod auf dem Scheiterhaufen. An der Ablehnung der Gottessohnschaft Christi und des Jüngsten Gerichts sowie an seiner Behauptung vieler Welten hielt er unbeirrbar fest, trotz seiner jahrelangen Folterhaft in der Engelsburg von Rom. Nur in Deutschland hatte es sich so recht zuhause gefühlt. In seiner Abschiedsrede an der Universität Wittenberg, i.J. 1588: „Gebe, o Jupiter, dass die Deutschen ihre Kräfte erkennen und ihren Fleiß auf höhere Dinge richten, dann werden sie nicht mehr Menschen, sondern Götter sein !
 
Nicht ein einziger Gedanken der in der Bibel auftaucht könnte hilfreich sein für eine reale und vernünftige Gotterkenntnis, sie taugen allein zur völlig unfruchtbaren Einstimmung für einen vorderasiatischen Wettergott, der als tyrannischer, eifersüchtiger Stammesgötze ausgedeutet worden ist und um kein Haar reifer, toleranter, vernünftiger als der spätere mohammedanische Allah interpretiert wurde und wird. Wäre doch das Abendland seinen eigenen Traditionen gefolgt, da waren gute Ansätze, es hätte den grausigen Umweg über das „dunkle Mittelalter“ nicht gehen müssen. Die christenkirchliche Verführung der statischen Fixierung zu einer entwicklungsunfähigen Glaubens-Doktrin hat den Monarchen genützt, die sie verordnet hatten, denn auf freiwilliger Grundlage hätte es zu keiner Zeit eine Mehrheit gegeben die für die Unterwerfung unter die Knute der Schwarzröcke und ihrer Inquisitionen gestimmt hätte. Das vom Grundprinzip her unvernünftige und gewaltsame monotheistische Weltverständnis predigt das Ende allen fortschrittlichen Denkens, verbietet jede Korrektur aufgrund neuer Erkenntnisse und ist damit der zentrale Hemmschuh für jegliche Entwicklung zum Besseren hin. Eine Religion die ein einmal gefasstes Bild konservieren will und jedes Darüberhinausschauen und Darüberhinauserkennen als Häresie brandmarkt, ist für den allzeit beweglichen, emporstrebenden Menschengeist der denkbar übelste Widersinn. Nicht das Gottesbild selbst muss festgezurrt werden und darf unbeweglich bleiben, sondern das Erkenntnisprinzip, dass nämlich die Wissenschaft am Gottesbild unablässig zu feilen hat und ihr die heilige Aufgabe auferlegt ist, es zu verfeinern, damit die Wahrheit um Mensch und Kosmos immer klarer hervortrete. Über starr monotheistische Religionskulturen ist wie ein Sirup gegossen, der jede gesunde Regung und Bewegung verklebt, träge oder unmöglich macht, weshalb solche Kulturen stagnieren, wie es der gesamte islamische Archipel seit Jahrhunderten vorexerziert. Das Abendland hat trotz der kirchlichen Denkverbote - vornehmlich im germanischen Siedlungsraum - gegen die Schikanen und Verfolgungen seinen Entwicklungswillen vorangebracht; jeder einzelne Fortschritt wurde nicht wegen, vielmer trotz der Bibel-Kirche durchgesetzt. Und wo das starke, geistgesunde Gallo-Germanentum fehlte oder zu stark ausgedünnt wurde, dort ist die Prosperität verbeigeschritten, ohne in die verschlafenen Winkeln zu schauen. Solche Schauungen bewogen wohl den Philosophen Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), dass er im Schluss der „Reden an die deutsche Nation“ sein Volk beschwor: „Gehet ihr in dieser eurer Wesenheit zugrunde, so gehet mit euch zugleich alle Hoffnung des gesamten Menschengeschlechts auf Rettung aus der Tiefe seiner Übel zugrunde - Wenn ihr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne Hoffnung einer einstigen Wiederherstellung.“
 
Das was manche Leute lobend die „arabischen Wissenschaften“ nennen, die uns nach Nordeuropa zuflossen - über die thrakisch-byzantinischen Gebiete Ostroms und die Westgotengebiete der Iberischen Halbinsel und die langobardischen Gebiete Norditaliens, waren keine originär-arabischen Erfindungen, sondern stammten aus den von den Araberstürmen überrannten hellenistischen Bildungsstätten, waren griechisches Erbe. Und das was manche Leute, man nannte die „Panbabylonisten“, glaubten, den Babyloniern das „Ex oriente lux“ verdanken zu müssen, auch die irrten, denn der Nahe und Mittlere Osten war ein Mischkessel verschiedener Süd- und Nordkulturen, die auf den Errungenschaften der sumerischen Stadtkulturen aufbauen konnten. Die indogerman. Hethiter waren kein autochthones kleinasiatisches Volk, sie wanderten mindestens schon im 2. Jt. v.0 aus dem mitteleuropäischen Raum nach Anatolien, sie sprachen eine Kentumsprache wie Griechen und Germanen. Auch die Mittani waren ein Volk in Nordsyrien des 15./14. Jh. v.0, an der Grenze Nordmesopotamiens, mit einer indogerm. Oberschicht, wie König Artatama II.. Ihre Personen und Götternamen werden von Fachleuten als „Relikte arischer Prägung“ bezeichnet. Ihre militärische Oberschicht waren maryanni („Wagenkämpfer“), ein Begriff aus ved.-altind. márya („junger Mann, Held“). Ebenso handelte es sich bei den Hurritern, des nordmesopotamischen Königreichs, ca. 2.300 v.0, zumindest anteilig, um arya („Arier“), die Züge nach Assyrien, Kleinasien und in die Levante unternahmen. Unter dem Namen Hyksos („Herrscher der Fremdländer“) eroberten sie zwischen 1.719-1.692 v.0. Ägypten und gründeten ihre Hauptstadt Auaris im östlichen Nildelta. Sie machten die Ägypter erstmalig mit Pferden und mit pferdebespannten Streitwagen und der schnell drehenden Töpferscheibe bekannt. Aus allen den politischen Katastrophen der verworrenen Überschichtungen mit vorderasiatischen, akkadischen, assyrischen, babylonischen, persischen Völkerschaften und ihren Ideengütern haben sich zum Fanatismus neigende orientalische Ethnien herausgegoren, die, aufgrund ihrer genetischen Prägungen, seelisch-geistige Tendenzen mit Herrsch- und Unterdrückungskonzeptionen entwickelten, woraus sich Religionsmodelle formten (Bibel, Johannes-Evangelium, Koran), die zu Weltgefahren geworden sind. Psychologisch ist das nachvollziehbar. Die Sehnsucht nach strammen, gewaltsamen monarchischen und monotheistischen Ordnungen einseitiger Richtlinien ist die kausale Folge aus den archetypischen Ängsten vor dem Chaos unklarer Zeitumstände, ebenso die imperialistische Attitüde die gewünschte Ordnung im Weltmaßstab zu erzwingen. Keine der thrakischen, griechischen und gallogermanischen Kulte gaben vor, die Welt erobern zu wollen, um alle Völker mittels missionarischer Eiferer gleichzuschalten. Das Proselytenmachen, also das drängende Werben für den eigenen Glauben, fremde Menschen ihrem angeblichen „Götzenglauben“ abspenstig zu machen, war in röm. Kaiserzeit schon ein Merkmal der Juden, wogegen es röm. Klagen gab und gegen das die röm. Behörden vorgingen. Ein Gleiches geschah als die jüd. Christensekte begann, aktiv zu werden und dann wiederholte es sich im Extrem mit der Gewaltmission des Islams, jenes geheiligten Räuberhauptmanns Mohammed (570-632), der mit seinen Koran-Texten einen Monotheismus vertrat und in Gestalt seiner Fanatiker bis heute vertritt, der in einer Art des dritten Anlaufs, den Gipfel eines „heiligen Wütens“ für Gott Allah predigt. Er verheißt den „Gotteskriegern“ die für seinen Einen-Gott einen Ungläubigen töten, die ewige jenseitige Seligkeit, im Kreise von zweiundsiebzig ihn verwöhnenden Jungfrauen. Geistloser und respektloser geht es nicht, aber der Begriff des Monotheismus scheinveredelt noch die primitivsten, schlimmsten Taten, weil sie „nur“ aus religiöser Verblendung oftmals im Selbstopferakt geschehen. Es wird höchste Zeit, dass man in der unreflektierten Geisteshaltung des absoluten Eingottglaubens die akute Gefahr erkennt für das friedliche und damit gedeihliche Miteinander unserer Menschenwelt. Beispielhaft für die anhaltenden sinnlos-grundlosen Morde der Islamisten ist der vom 15.01.2010, wo ein 24jähriger Rilwan C., sri-lankischer Herkunft, einem Hamburger Taxifahrer, ohne Vorwarnung, von hinten dreimal in den Kopf schoss. Mit 18 Jahren war er zum Islam konvertiert, trug einen Turban und bekannte Freunden gegenüber, man müsse alle Ungläubigen töten; wenn man ihnen ihr Geld nähme, sei das keine Sünde. Während der Gerichtsverhandlung erklärte er: „Allah hat geschossen, nicht ich !“. Sure 8, 17 bestätigt die krude Sichtweise: „Und nicht ihr habt sie getötet, sondern Allah. Und nicht du hast jenen Wurf ausgeführt, sondern Allah.“ Der Koran bietet jedem Möder die verlockende Ausrede an, Allah hätte seine Hand zum Messer oder zur Schusswaffe gelenkt; darin liegt die Hauptgefahr aus dieser Religion, welche damit die Verantwortungslosigkeit für Mord verkündet. Es gab kein einziges böses Wort zwischen Täter und dem Familienvater Peter L.. Es kann also ständig und überall jeden Nichtmuslimen treffen, denn der Koran verheißt zusätzlich Sündenvergebung für Christenmord. Dieserart monotheistische Glaubens-Inspirationen, durch einen „sprechenden Dornbusch“ (Moses), oder durch Umdeutungen einer unbekannten Person zum „Jesus-Christos“ (Paulus), oder durch Geisterstimmen des „Engels Gibrīl-Gabriel“ (Mohammed), stehen im diametralen Gegensatz zu den nordischen Vernunftsreligionen, die mit untauglichen und tauglichen Mitteln um höhere kosmische Einsichten rangen. Die ersteren gaben vor, ein volles fertiges Wissen anbieten zu können, während die zweiten Denkansporne vermittelten, was zweifellos allein in die besseren Erkenntnisebenen hinaufführen kann. Die menschverachtende Gewaltsamkeit der monotheistischen Glaubensvermittler zeichnet sich bereits im frühen Verhalten ihrer Akteure ab: Moses beginnt seine Karriere mit dem Mord an einem Ägypter (2. Mose 2), Paulus beginnt mit Terrormaßnahmen und dem Mord an Stephanus (Apostelgesch. 7,58; 8,1) und weiteren Andersdenkenden (Apostelgesch. 26,9-11) und Mohammed übertraf im Mordgeschäft alle Vorgänger. Der kritische Mekkaner An-Nadr ibn al-ārith (?-624) hatte die Verkündigungen Mohammeds als abgedroschene Märchen zu verspottet, sie als „Geschichten der Altvorderen“ und den Koran einen „Abklatsch alter Mythen“ bezeichnet (Suren 8,31; 83,13 ). Als er gefangen wurde hieb ihm Mohammed aus Rache entweder selbst, oder sein Freund Ali den Kopf ab. Die Überlieferung zählt weitere 39 Opfer auf, die der „Prophet“ hinrichten ließ, weil sie ihn kritisiert hatten; an einem einzigen Tag ließ er um die 600 bis 900 Juden köpfen, das war auch für damalige rauen Zeiten ganz und gar nicht „normal“, wie das manche Muslime noch heute interpretieren möchten. In der islamischen Lehre wird die Gewalt selbst nicht nur geduldet, sondern zur heiligen Pflicht erklärt, von Allah - über Mohammeds Texte - persönlich angeordnet, um die Ausbreitung des Islam zu befördern („Dschihad“-System). Die Gewaltexzesse gelten somit als Allahs Gottesdienste. Es gibt Auftragsschreiber, die die Gefahr herunterspielen, mittels der Hinweise, es gäbe auch im Koran - in den späteren Suren - versöhnlichere Töne, aber welcher schlichte, unstudierte mohammedanische Fellachenkopf könnte die milden von den mörderischen Suren trennen, wenn es selbst die Imame es nicht übereinstimmend zuwege bringen ?! Allein die Fakten zählen, wie jene, dass der Islam über 57 Völker und Kulturen verschlingen und zerstampfen konnte und auf seine gewohnte Weise bis heute so rege ist wie eh und je. Von ihm gehen im 21. Jh. für die nordische Religion der Menschlichkeit, der Vernunft und Toleranz die größten Gefahren aus.
   
Der Höhere Mensch ist ein Bescheidener und Suchender, er ist niemals am Ziel, denn keine Erkenntnisetappe kann das absolute Ziel sein, es gibt immer noch ein Darüber und deshalb betreiben die monotheistischen „Offenbarungs-Religionen“, welche alle drei von sich behaupten, sie hätten die letzte und höchste Erkenntnisebene schon erreicht, nichts anderes als Scharlatanerie. Und ihre Lehren verführen zur Trägheit und Geistesarmut und - am ärgsten - zur selbstgefälligen Selbstüberschätzung. Die noch kommenden imaginären Realitäten sind die welche morgen und übermorgen zur sinnlich erkennbaren Realität werden, aufgrund der in den Dingen oder in uns selbst angelegten Möglichkeiten. Da das menschliche Gehirn ein Apparat ist, von fast unbegrenzten Möglichkeiten, wird auch unsere Erkenntnisfähigkeit in Zukunft gewaltige Erweiterungen erfahren, weshalb ist die Festlegung auf vorantike, antike und mittelalterliche Glaubensetappen ein Irrtum und ein Vergehen wider den Geist selbst ist. Der eklatante Unterschied zwischen den vorchristlichen Philosophenschulen und dem Christianismus ist, dass die alten Weisheitsschulen gewissermaßen Forschungsgemeinschaften waren, die sich gemeinsam auf dem Weg zum höheren Wissen die Hände reichten, ähnlich wie noch die mittelalterliche Alchimie. Und das ist das Redliche und Menschlich-Ehrliche an ihnen, im Gegensatz zum Bibelglauben, der ein Fertiges-Etwas in die Köpfe bohren wollte, gegen das es keinen Widerspruch mehr geben sollte. Der Gläubige hatte zu glauben und fertig, er war zum gehorsamen Konsumenten degradiert, im Sinne von: „Vogel friss oder stirb !“ Die geistloseste Predigt kam von Saul-Paulus: „Nur der Glaube macht selig !“. Das bedeutet das Ende jeder Verstandestätigkeit, das heißt: Überwindung des denkbefähigten Menschen. Das ist die große Zäsur, die krasseste Zensur in der totalstes Geistversklavung die jemals als experimentales Großprojekt unternommen worden ist. Dass so etwas sich allein durch Zwangsmaßnahmen unmenschlichster Arten und Weisen erhalten und seine Macht ausbauen konnte, versteht sich von selbst. Dass sich die frühchristlichen Gruppen wegen ihrer unterschiedlichen Ausdeutungen bekämpften, liegt auf einer völlig anderen Ebene, denn jeder wollte eben sein Fertigprodukt anbieten und wollte es von keiner Konkurrenz überbieten lassen. Das falsche Denken der Uneinsichtigen, der grundsätzlich Bösen, der Minusseelen, der Störenwollenden muss erkannt, benannt und möglichst gebremst werden. Der Maßstab darf aber kein Glaubensdogma liefern, sondern die redliche Vernunft. Das große Anliegen des Menschen soll das Gute sein, das die nordische Religion mit dem Begriff Gott verbindet, dessen semantischer Kern „das Gute“ ist. Dass das Gute gefährdet ist, dass es verteidigt werden muss, das Vernünftige gegen das Unvernünftige, ist allen indogerm. Religionskonzepten geläufig. Immer ringen, unter unterschiedlichen Benennungen, die Lichtritter gegen die Finsterlinge, so wie in der eranischen Mythologie der Gute-Geist („Spontaman“) gegen den Bösen-Geist („Angraman“), oder in der altnord. Mythologie die sonnengeistigen Lichtseelen („Ljósálfar“) gegen die nachtgeistigen Dunkelseelen („Svartalfar“). Der Dualismus im ODING stellt sich am klarsten dar in der Konfrontation des 21-ers, des Odinischen Lichtgeistes (21. Rune = 3) und dem 22-er, dem Thursen (22. Rune = 4), es steht die kosmische Licht-Drei gegen die irdische Finsternis-Vier. Und doch kommt es bei endlicher Addition der 24 runischen Kosmos-Segmente zur kohärenten Aufhebung der Gegensätze in der Geist-Drei -, also dem Sieg des Geistigguten durch Überwindung der irdisch-triebhaft-materiellen Strukturen. Dabei handelt es sich um eine gnostische Sichtweise vom „Ewigen Friedensreich“ mehrerer Religionen.
 
Auch der Logizität trägt das ODING Rechnung, dass die Geistenergie des Asen-Odin (21. Rune), die Ur-Idee und der Weltengeist, über weiblich-männliche Potenzen verfügen müsse: Bei Addition der 21 zur weißhäutigen Urmutter-Birkengöttin (7. Rune) ergibt sich 28, mit Kernzahl 1 (2+8 =1), also dem Ur-Eins-Od (1. Rune = odal), aus dem die oding‘sche Genesis ihren Anfang nimmt. Der Dualismus im ODING stellt sich am klarsten dar in der Konfrontation des 21-ers, des Odinischen Lichtgeistes (21. Rune = 3) und dem 22-er, dem Thursen (22. Rune = 4), es steht die kosmische Licht-Drei gegen die irdische Finsternis-Vier. Und doch kommt es bei endlicher Addition der 24 runischen Kosmos-Segmente zur kohärenten Aufhebung der Gegensätze in der Geist-Drei -, also dem Sieg des Geistigguten durch Überwindung der irdisch-triebhaft-materiellen Strukturen. Dabei handelt es sich um eine gnostische Sichtweise vom „Ewigen Friedensreich“ mehrerer Religionen. Indem der Runenschöpfer die oding‘sche Geist-3 bzw. die kosmische Od-Kraft Wodin-Odin, als Zahlengröße definiert, will er plausibel machen, dass es sich um eine benamte, personifizierte Energieform handelt und erst zweitrangig - für die schlichteren Gemüter - um ein anthropomorphes Gottesbild. Was sich hier erkennen lässt, ist der Versuch, einen intelligiblen kosmischen Code zu ersinnen. Das liegt religionsphänomenologisch gesehen weit über dem biblischen Niveau der unglaubwürdigen Umdeutung eines vorderasiatischen Naturgötzen - der sich in Gestaltungen von Rauch- und Feuersäulen sichtbar macht - in eine übergeordnete Weltengott-Figur. Aus dem runischen ODING, nicht aber aus er Edda, bezüglich ihren burlesken Götterschwänken, lesen wir die akademisch-theologischen Betrachtungen der germanischen Hochreligion.
 
 „Ewige Wiederkehr“ - Ewiges Leben
 
Was das ODING zuerst einmal so bemerkenswert macht, ist die von ihm vorgeführte Idee der „Ewigen Wiederkehr“, die in Kontrast zur christlichen linearen Geschichtsbetrachtung steht, wo von der Genesis bis zum „Jüngsten Gericht“ die einmalige irdische Lebensstecke währt, während das Heidentum von immer erneuten Reinkarnationen des Einzelne wie auch der Erdenwelt ausging. Die Ur-Runenreihe der 24 Buchstaben ist von seinem Schöpfer als Kreis konzipiert. Die Ur-Runenreihe erweist sich, wie schon ausgeführt, als Mond-Sonnenkalender, mit exakten Festzeitangaben des nordisch-paganen Sakral- oder Godenjahres. Das was den genialen antichristlichen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900) zutiefst bewegte, der Gedanke der „Ewigen Wiederkunft des Gleichen“, was ein zentraler Gedanke in seiner Philosophie wurde, das Runen-ODING nahm ihn vorweg. Vielleicht war es bei Nietzsche ein glückliches Urerinnern. Dieses zyklische Zeitverständnis ist für Nietzsche die Grundlage höchster Lebensbejahung. Das ODING wird also dem Kenner zum „Ring der Ringe“ und zum „Rad des Seins“. Nietzsches in seinem „Also sprach Zarathustra“ als Höhepunkt vorgeführter „tiefster Gedanke“, der ihm auf einer Wanderung bei Sils im Engadin kam, im Schatten des 9 km entfernten Berges „Pitz-Ot“ („Erhabene bzw. hohe Spitze“), ist die altheidnische Vorstellung, dass alles Geschehende schon unendlich oft geschah und unendlich oft wiederkehren wird. Man solle deshalb so leben, dass man die immerwährende Wiederholung eines jeden Augenblickes nicht nur ertrage, sondern sogar begrüße. „Doch alle Lust will Ewigkeit - will tiefe, tiefe Ewigkeit“, lautet folglich der zentrale Satz in „Also sprach Zarathustra“. Schon die thrakischen Orphiker, die keltischen Druiden und „Stoa“ und die Pythagoreer lehrten nichts anderes. Die germanische Ikonographie, wie beispielsweise auf dem Brakteaten von Lyngby (bei Kopenhagen), mit seinen Schlingensymbolen und dem „Ouroboros“ bekunden ein Gleiches wie die eddische „Völuspá“ (an. „Seherins Weissagung"). Dass der christliche Traditionalist, Mythograf und Skalde Snorri Sturluson als Edda-Übermittler selektiert haben muss - das heidnisch Heikle vom christenkirchlich Unbedenklichen -  ist so sicher wie das Amen in seiner Kirche. Wertvoll ist es allemal was er uns erhielt, aber es muss sorgfältig ausgedeutet werden, denn Vieles davon ist in Metaphern eingekleidet, die nach Entschlüsselung rufen, ebenso wie die Runen, die ein unverfälschter Kerbstock für die einstmals Eingeweihten sind. Was der gelebte Glauben anbelangt, der in Brauchtümern und Riten zur Geltung kommt, wissen wir genug, um ihn in weiten Strecken rekonstruieren zu können. Dazu sind hilfreich die bronzezeitlichen skandinavischen Felsbilder, die gotländischen Bildsteine, die Brakteaten-Ikonographie, die Sagen und Märchen. Freilich hatte sich eine reichhaltige, romantische Legendenbildung um die nordische Religion entwickelt. Wer auf das Ewige Leben hofft, malt es sich aus. Nach Aussage des Eddaliedes „Baldrsdraumar“ vermag Odin auf dem Rücken des achtbeinigen Götterpferdes Sleipnir (an. „Gleitender“) in die Welt der Toten zu reisen, um dort eine verstorbene Seherin zu wecken und sie nach den beunruhigenden Träumen seines Sohnes Balder befragen. Nach dessen verhängnisvollem Tod durch das zauberische Mistelzweig-Geschoss des Höder („Blinder-Kämpfer“) reitet der Gott Hermóðr („Seelenmelder“, aus an. herma = melden, erzählen) auf Sleipnir ins Jenseits, um dort die Rückkehr Balders zu fordern. Wie die gotländischen Bildsteine zeigen, werden die nordischen Helden im Jenseits von schwanengleichen Walküren empfangen, die ihnen Trinkhörner als einen Willkommenstrunk reichen.

Die große Frage, ob ein nachtodliches Geistleben-Jenseitsleben denkbar ist, führt uns in die moderne Physik. Der Physiker Burkhard Heim (1925-2001) zog sich bei einem fehlgeschlagenen Experiment i.J. 1944 lebensgefährliche Verletzungen zu, er verlor beide Hände und wurde blind. Als sein Hauptwerk gilt der Versuch einer einheitlichen Feldtheorie, welche die Quantenphysik mit der Relativitätstheorie in Einklang bringen sollte. Hier gebe ich etwas wieder was sich meiner Nachprüfbarkeit entzieht: Heim machte sich als Physiker tiefschürfende Gedanken über den „Elementarprozess des Lebens“. Seine Überlegungen in seiner Abhandlung: „Der kosmische Erlebnisraum des Menschen“ gehen bereits weit über unsere drei bekannten Dimensionen der Physis hinaus und erweitern die Erkenntnisse über unsere Daseinsform. Da die Beschreibung der geometrischen Struktur der Teilchen nur in einem 6-dimensionalen Raum gelingen kann, wobei die beiden zusätzlichen Dimensionen imaginär sein müssen, sind auch wir Menschen in 6 Dimensionen eingebettet, was die Frage nach der Bedeutung der 5. und 6. Dimension und die Ausdehnung des Menschen in diese Bereiche aufwirft. Nach Heim bezeichnet die 5. Dimension eine organisierende Wirkung, die immer von der 6. Dimension begleitet wird. Die 6. Dimension steuert die Organisationen in der Zeit. Heim hinterfragt mögliche „Postmortale Zustände“, die speziell bei der wissenschaftlichen und interdisziplinären Betrachtung von Gesundheit und Krankheit und damit dem Heilungsprozess von entscheidender Wichtigkeit zu werden scheinen. Nach Heims Modell bildet unsere vierdimensionale sichtbare Welt - die Dimensionen d1 bis d4 - nur die untere Ebene des Universums. Darüber steht das energetische Steuerungsfeld (ESF) - die Dimensionen d5 bis d6 - und der Bewusstseinsraum - die Dimensionen d7 bis d12. Die vier höchsten Dimensionen d9 bis d12 bilden den Geist mathematisch ab. Durch die Zeitwelle kommunizieren die höheren Dimensionen mit der uns bekannten vierdimensionalen Raumzeit. Die beiden unteren Ebenen des Bewusstseinsraums bilden das globale Informationsfeld (GIF). Diese zwölf Dimensionen bringen nach Heims Modell Materie in direkten Zusammen-hang mit Bewusstsein. Die Kommunikation zwischen diesen Bereichen geschieht dabei durch die Zeitwelle. Im Rahmen der Heimschen Physik lässt sich der Begriff „Leben“ nicht allein aus der Wechselwirkung materieller Elemente auf der Ebene raumzeitlicher Ereignisse erklären. Vielmehr ist Leben ein komplexer Prozess, der alle Daseins-Ebenen umfasst. Heim wies nach, dass nicht einmal ein Elementarteilchen existieren würde, wäre die Wirklichkeit auf vier Dimensionen beschränkt. Ein einfaches Elektron bedarf bereits des physikalischen Wechselspiels von sechs Dimensionen. Jedes physikalische Ereignis wird von mathematisch beschreibbaren Prozessen auf den höheren Ebenen begleitet. Kein Elementarteilchen bewegt sich, ohne dass seine Bahn in den höheren Dimensionen vorgezeichnet wurde. Wann immer der Zufall im wissenschaftlichen Erklärungsmodell auftritt, kann man davon ausgehen, dass an dieser Stelle eine direkte Wechselwirkung zwischen der materiellen Raumzeit mit den geistigen Dimensionen durch die Vermittlungsräume stattfindet. Heims Schüler, der Astrophyiker Illobrand v. Ludwiger schrieb das Buch „Unsterblich in der 6-dimensionalen Welt - Das neue Weltbild des Physikers Burkhard Heim“, 2013. Heim geometrisiert nicht nur das Gravitationsfeld, sondern sämtliche physikalischen Felder. In seiner Theorie lassen sich alle Elementarteilchen als dynamische, quantisierte geometrische Strukturen angeben. Dipl.-Ing. Horst Willigmann, der sich über viele Jahre mit der Heimschen Theorie beschäftigte, bringt in der Arbeit „Grundriss der Heimschen Theorie“ einen Überblick über die Vorstellungen von Welt und Mensch in den Veröffentlichungen Heims („Einheitliche Beschreibung der Welt“, 4 Bd., 1996-1998). Burkhard Heim hat diese Aussagen aus seiner Theorie abgeleitet, in der er unter anderem die Daten der Elementarstrukturen der Materie berechnet hat. Der Autor geht im Kapitel „Das Menschenbild“ relativ ausführlich auf Heims Schrift „Postmortale Zustände ?“, 1980, ein. Er fasst die diesbezüglichen Erkenntnisse zusammen (S. 123f): „Das Ganze ist auf eine entelechale [im Sinne einer Metamorphose] Höherentwicklung der geistigen und sittlichen Kräfte angelegt.“ Es lässt sich also ein Leben nach dem Tode auch rational erdenken, völlig abwegig dürfte der alte Glaube wohl doch nicht sein.
 
Dazu die wichtigste Literatur:
Wilhelm Grönbech (1873-1948) - „Kultur und Religion der Germanen“, 1937-39
Jan de Vries (1890-1964) - „Die geistige Welt der Germanen“, 1943/64
Karl Hauck (1916-2007) - „Goldbrakteaten aus Sievern“, 1970
Heinz Klingenberg (1934-) - „Runenschrift, Schriftdenken, Runeninschriften), 1973
Gerhard Hess (1941-) - „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, 1993
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