GERMANISCHE RELIGION

Gesamtheit des Artikels: Copyright © Gerhard Hess, Oktober 2019
 
GERMANISCHE RELIGION
 
Ich künde der Runen geheimsten Sinn,
er ist der Germanen Ehren-Gewinn.
Was keiner wusste, war keiner sah,
macht der Oding‘sche Ring gewahr.
 
Wer die Runen vor 2.000 Jahren schuf,
der folgte seinem tief innersten Ruf,
den lenkte die Gottheit zu seiner Tat,
der spendete zeitlosen, reiflichen Rat.
 
Sein weises, kosmisches Gottesbild
wurde der Gläubigen ehernes Schild.
In diesem Glauben ward Rom besiegt,
dass Hugin, der freie Gedanke, fliegt.
 
Der Freiheitsgedanken damit zugleich -
begründet im heiligen Geisterreich -
woraus die Weisheit, das Wissen wächst,
um hin zu reifen, zum runischen Text.
 
Der Runen Od-Kunde im ODING ist
Weltsicht-Weistum aus frühester Frist.
Es deckt sich erstaunlicherweis‘ generell
mit modernem kosmischen Welt-Modell.
 
Es dreht sich unfassbar in Wirklichkeit,
es gleicht das OD-Ding dem Rad der Zeit.
Es meint, dass es Materie nicht gibt,
was Quantenphysik, zu erklären liebt.
 
Alle Köper sind reger, geronnener Geist,
die Quantenmechanik es klar erweist.
Der germanische Genius hat es erdacht,
zum Weltverständnis das Tor aufgemacht.
 
Die Meister Planck, Hahn und Heisenberg
und Hans-Werner Dürr, im Titanen-Werk,
sie steh‘n in der Kette, so Glied für Glied,
die leuchtend über Jahrtausende zieht.
 
Wohl Erul, ein Kimber, die Od-Lehre gab,
er ringte die Runzeichen Stab, um Stab.
Sie reifte zum geistig Unfassbaren fast
im Goldhörner-Wunder des Hlewagast.
 
Es zeigt urdeutschen Sinn für die Zahl:
Das God und der Kosmos sind irrational !
Drum sind sie allein in Zahlen zu fassen,
soweit sich „Götter“ ergründen lassen.
 
7.000 JÄHRIGE ENTWICKLUNGEN NORDISCH-GERMANISCHER NATUR-RELIGION
 
Monotheismus, ein unglaubwürdiges Konzept
 
Kein geistgesunder Mensch des jetzigen 21. Jahrhunderts wird heute noch ernsthaft glauben wollen, die antiken Bibel-Texte, mit ihren christenkirchlichen Ausdeutungen, könnten einen Zugang zum kosmologischen Weltverständnis und damit einer glaubhaften Gotterkenntnis vermitteln. Die biblischen Geschichten, im vorderasiatisch-althebräischen Milieu, sind längst nicht mehr geeignet auch nur annähernd befriedigende Erklärungen zur Genesis aus dem 1. Buch Mose bzw. der darin enthaltenen Schöpfungsgeschichten zu geben. Umstritten ist der nur relative historische Wert der biblischen Berichte und Legenden, es bleibt allein ihre romantische Bedeutung, als nationales Erinnerungsbuch für das israelische Volkstum. Aus der Position einer grundsätzlichen Infragestellung der judäo-christlichen Historisierung von Gottesvorstellungen, ist das gesamte Gotteskonstrukt des Jehova-Glaubens abzulehnen, welches konkret als Spekulation aus dem Jahr 458 v.0 erklärt werden kann und zwar durch die Weisungen des persischen Bevollmächtigten „Richter Esra“, für die 5. Satrapie bzw. der Provinz Jehud. Er war als Provinzverwalter bemüht, seinem Herrschaftsbereich, in dem gegeneinderstrebende Volkgruppen beheimatet waren, eine befriedende, identitätsspendende Grundlage zu schaffen. Esra muss bedeutenden Einfluss auf Auswahl und Redaktion der sog. „heiligen Schriften“ und des „mosaischen Rechts“ ausgeübt haben. Die durch Esra veranlasste Niederschrift eines jüdischen Volks- und Religionsbuches, das sich auf den propagierten Monotheismus des angeblich frühzeitlichen Volksführers Moses bezog, sollte ein vereinheitlichendes Grundgesetz für den gesamten Herrschaftsbereich der Provinz Jehud sein, in der zuvor diverse Glaubensformen und Kulte des Baals und der Kybele nebeneinanderher gelebt hatten. Der Monotheismus war mithin ein politisches Kalkül und mit der Macht, ihn rigoros zu erzwingen, war Esra von den persischen Herrschern in Babylon  befähigt worden. Wie unnachsichtig und gewalttätig dabei Esra ans Werk ging, ist im biblischen „Buch Esra“ festgehalten worden: er trennte Ehen, er ließ töten, er erzog sich sein untertäniges, vereinheitlichtes bzw. gleichgeschaltetes Volk. Das entsprach im vollen Umfang der persischen Staatsdoktrin, die ebenfalls auf einer Form des Monotheismus beruhte, nämlich der des zoroastrischen Schöpfergottes Ahura Mazda („Weiser Herr“). Was Moses anbelangt, so entschleiert der sich als Amenmesses (auch Masesa u. Messui), der ein kurzzeitiger Gegenkönig von Sethos II. war und von 1203 bis 1200 regierte. Er wird nach seinem verunglückten militärischen Vorstoß nach Unterägypten in Richtung Sinai geflohen sein, wobei seiner Gefolgschaft kleinere vorderasiatische Fremdvölker angehörten, die sich dann absetzten, ein Vorgang der aus völkisch-hebräischen Legenden zum sog. biblischen „Exodus“ hochstilisiert worden ist (Ägyptologe Rolf Krauss, „Das Moses-Rätsel - Auf den Spuren einer biblischen Erfindung“, 2000 / Klaus Magnoli, Franka Foresti, „Mose - Stab und Schlange: Eine objektbasierte Untersuchung zu seiner Person“, 2015). Fraglich bleibt, woher der israelische Eingottglauben mehr Anleihen aufnahm, vom Aton-Kult des Ägypter-Pharao Eschnaton (1362-1334) oder vom Mazdaismus des persischen Religionslehrers Zoroasters (um 1500 v.0) ? Der gedankliche Anstoß zur biblischen Niederschrift erfolgte indes mit Sicherheit aus dem Vorbild des persischen Religionsbuches Awesta.
 
Politisch-spekulative Religionen + Utopistisch-imaginative Religionen
 
Der Eingottglauben kann nie das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung aus den Bedürfnissen des gemeinen Volkes sein, dafür ist die Welt der Erscheinungen zu vielgestaltig, eine zwanglose Entwicklung zu dieser Glaubensform ist unmöglich. Ihr geht immer die Gewaltsamkeit eines Glaubenszwanges, also einer Anordnung von oben nach unten voraus, oder zumindest die von einem Herrscher geförderte revolutionäre Predigt eines Umgestalters. Der ägyptische Monotheismus war das Werk des Amenophis IV., der sich nach Glaubenswechsel Echnaton nannte, und der hebräische Monotheismus war das Werk des persischen Satrap („Schützer der Herrschaft“) Esra. Der relative Monotheismus persischer Art, den Zarathustra gepredigt hatte, verstand den höchsten Gott als einen Vater, der das Oberhaupt über eine großen Familie unterschiedlichster Kraftmächte darstellt -, nicht aber als liebevoll-strenger Alleinherrscher wie Aton, oder gar wie der grauenerregende Diktator von erschreckender Art eines jüdischen Jahwe sowie arabischen Allah, welche beide in hybrider Willkür die Unterwerfung bis zur Ausrottung fremder Völker befehlen. Hier, exakt an diesem Punkt, überschreiten die letztgenannten Gottesideen die Schranken der Naturgesetzlichkeiten und werden damit zu unbeschränkten, tyrannischen Ideenwesen. Sie haben nichts mehr gemein mit der Natur, sie sind keine ordnenden Väter der Wirklichkeiten (der in Wirkung begriffenen Natur) mehr, sie sind über die Natur gestellt, sie sind nur noch abstrakte Gebilde aus typisch rein menschlichen Machtgelüsten, für die sie - in schrecklicher Weise vorbildgebend - herhalten sollen. Mit diesen Gotteserfindungen legitimiert der machtlüsterne Herrenmensch seinen Machtanspruch gegenüber den von ihm Unterworfenen und Vernichteten. Es handelt sich so gesehen, um politische Götter, die, um ihre Glaubhaftigkeit vor dem Publikum zu erhöhen, mit mancherlei legendenhaften Beiwerk scheinkonkretisierend und historisierend ausgestattet worden sind. Erweist sich der Jahwekult als mehr oder weniger fromme Erfindung aus dem Staatskalkül des „Richters Esra“, dann fällt damit ebenso die auf ihm basierende Gestalt des samaritanisch-jüdischen Tekton (griech. „Handwerker, Zimmermann“) und späteren Reformers wie essenischen Sektenführers Jehoschua/Jesus. Er verkündete seinen nationalistischen Anhängern, kein Strich der Thora bzw. vom Gesetz des Moses wahrhaft überwinden zu wollen (Matthäus 5/l7 - Johannes 4/22), denn aller Segen käme aus seinem Volkstum, dem Judentum. Im gleichen chauvinistischen Sinne hat sich der Jerusalemer Sadduzäer Flavius Josephus (eigentlich Joseph ben Mathitjahu, ca. 37-100 n.0) in seinen Schriften geäußert. Selbstüberschätzung und Ichbezogenheit sind die denkbar schlechtesten charakterlichen Voraussetzungen für ein Gottsuchertum, wer sich selbst zu wichtig nimmt, wird zu einem ferngerichteten gedanklichen Ziel nicht hinfinden. Das Menschenhirn muss von sich absehen können, wie es wissenschaftlich arbeitende Personen vermögen, um sich im Zielobjekt fokussieren zu können. Max Planck (1858-1947), dessen ganzes Streben darauf gerichtet war, die Harmonie der Naturgesetze durchschauen zu lernen, führte einmal aus, dass sich Naturwissenschaft und Religion sehr wohl vertragen könnten, denn in der Religion ginge es darum: „Was soll ich tun ?“, während die Frage der Naturwissenschaft lauten würde: „Was ist ?“ Für ihn, der die herkömmliche Religion, aus welchen Gründen auch immer, nicht anzutasten wagte, war es möglich, diese Unschärfe zu tolerieren. Die strengere Frage aber müsste lauten: „Warum sollte der Mensch etwas tun, wenn er nicht weiß was ist !“ So lange die Menschheit nicht sicher sein kann, hinsichtlich ihrer Religion, der Kosmogonie und dem daraus ableitbaren Gottesbild, wie könnte sie dauerhaft zufriedengestellt und „gehorsam“ bleiben ?! Jedes Weltbild und Gesellschaftsmodell das auf Unbewiesenem und auf Lügen begründet ist, hat auf Treibsand gebaut ! Denker wie Max Blank haben ungewollt und unbemerkt das große Tor einen Spalt weit, zu einem besseren Welt- und Gottesverständnis aufgedrückt und damit gleichzeitig die Vorarbeit geleistet für eine tragfähigere Religion der Zukunft. Diese Denkart, des bedingungslosen Wissenwollens was ist - was in Wahrheit ist - war nie die Stärke des Orients, es war vielmehr die Eigenart des nordischen Griechentums. Vor den griechischen Denkern, den ionischen Philosophenschulen und den Mathematikern gab es zwar priesterliche Forschungen in den Tempeln, doch Wissenschaft um ihrer selbst willen zu betreiben, war das Neue, das Verdienst der frühen Griechen und wurde - den mittelalterlich-christenkirchlichen Behinderungen zum Trotz - zum nie mehr vergessenen Vorbild für die europäische Wissenschaft. 
 
Die diversen Völker, Haplogruppen, Ethnien, Rassen und die ihnen zuzuordnenden Einzelwesen sind, aufgrund ihrer unterschiedlichen Ursprungsregionen, woraus unterschiedliche genetischen Prägungen und Ausrichtungen erwuchsen, ebenso zu unterscheiden, wie in ihren seelisch-körperlichen Neigungen und Bedürfnissen, bis hin zu unterschiedlichen Krankheitsdispositionen und Denkbefähigungen (IQ). Dazu gibt es eine statistische Faustregel: Je jünger die Ethnie in anthropologischer Hinsicht und je fortschrittlicher ihre Hautaufhellung bzw. defizitäre Pigmentierung, umso höher ihr durchschnittlicher Intelligenzquotient. Der Psychologe Hans Jürgen Eysenck (1916-1997) hat dazu bahnbrechende Arbeiten geliefert: „Vererbung, Intelligenz und Erziehung. Zur Kritik der pädagogischen Milieutheorie“, „Die Ungleichheit der Menschen“, beide 1975. Die einfache Erklärung zu diesem Phänomen ergibt sich aus dem höheren Selektionsdruck in kälteren, unwirtlichen, lebensfeindlichen Regionen, in denen auf Dauer allein die intelligentesten, innovativsten also lebenstüchtigsten Individuen eine Überlebenschance zur Fortpflanzung gewinnen. Solcherart ungünstig-günstige Entwicklungsverhältnisse traten in den langen Eiszeiten für die Jägergruppen am Eisschildrand Nordeuropas ein, im Raum der nordfranzösischen und norddeutschen Tiefebenen, wo sich aus den Küstenjägern der „Ahrensburger Kultur“, „Kongemose-Kultur“, „Maglemose-Kultur“ und „Ertebölle-Kultur“, bis zur „Trichterbecher-Kultur“ (5.100-4.100 v.0), der nordische, auch als arisch benannte, expansive indogermanische Menschentyp heranentwickelte. Im Zusammenwachsen der von den norddeutschen Küsten her in die Flussläufe nach Süden vordringenden Küstenjägern und den aus mitteldeutschen Regionen nach Norden vorstoßenden bäuerlichen „Bandkeramikern“, resultierte die nordische „Trichterbecher-Kultur“, wie der Althistoriker Carl-Heinz Boettcher (1928-2015), mit dem ich in für mich bereicherndem Kontakt stand, beeindruckend zu erklären vermochte: „Der Ursprung Europas - Die Wiege des Westends vor 6000 Jahren“, 2000. Je näher zum Äquator Menschengruppen leben, je weniger müssen sie Sorge tragen, ihre Körpertemperatur vor kälterer Witterung zu schützen und je weniger bedarf es der Vorratsspeicherung für die fruchtlosen Winterphasen. Die größeren Herausforderungen der Nordregionen bedingten die Entwicklung einer höchst realistischen, einfallsreichen, durchsetzungsfähigen Menschenart. Dieser Typus schuf analytische Gottbezogenheiten und Religionen, er beobachtete sehr genau die irdischen Wirklichkeiten und das Geschehen am Himmel. Es entwickelte sich der „faustische Mensch“, der Denker, der Naturwissenschaftler und der religiöse Mensch, der Gottsucher mit seiner Planck’schen Prämisse: „Was ist ?“. Im grundsätzlichen Gegensatz standen und stehen dazu die politischen Religionsformen, wie der eschnatonische Atonismus, esraische Mosaismus, paulinische Christianismus und mohammedanische Islam, mit ihren praktischen, weltbezogenen Fragestellungen: „Was ist machbar ?“. Ebenso stehen der analytischen Religion die Formen der Fantasie-Religionen entgegen, wie der tiergestaltige Amun-Kult, oder hinduistische Elefantenkult. Bei diesen Klassifizierungen handelt es sich um normierende Vereinfachungen, denn tierische Attribute und Metaphern lassen sich auch in nordischen volksreligiösen Glaubensformen nachweisen und eifrige Gestirnbeobachtungen auch in altägyptischen und babylonischen Priesterkasten-Religionen. Trotzdem ändern sich damit nicht die von mir dargelegten langfristig erkennbaren Tendenzen. Denn das Ausufern fantastischer, fantasievoller Tiervergötzungen, indem Göttern ein Tierkopf aufgesetzt wurde, sowie dass Tiere als göttliche Inkarnation abgebetet und einbalsamiert wurden, gelten als starres Festhalten und anachronistisches Kultivieren von primitiven jägerzeitlichen Praktiken.
 
Nordische Kalenderberechnungen als Ausdruck der Wissenschafts-Religion
 
Die nordische „wissenschaftliche Gestirns-Religion“, wie ich sie nennen möchte, ist eine Frühform der Naturwissenschaft. Für sie liegt eine Fülle von archäologischen Nachweisen vor. Eine ihrer Errungenschaften waren die Zeitweiser-Artefakte, also die Kalender, welche in einer uns noch unbekannten mathematischen Technik erklügelt und dargestellt worden sind. Der bislang älteste Kalenderfund - mindestens 35.000 Jahre alt - stammt aus einer schwäbischen Höhle, dem Geisenklösterle bei Blaubeuren. Es handelt sich um eine kleine Mammutelfenbeinplatte, halb so groß wie eine Streichholzschachtel, deren Vorderseite den Adoranten, eine anbetende Menschengestalt - die älteste jemals gefundene - mit hoch erhobenen Armen zeigt. Sämtliche Kanten sind gekerbt. Links und rechts je 13 an der Zahl, unten sechs und oben sieben. Viermal taucht die 13 in den Kerbreihen auf, die auch Prof. Hermann Müller-Karpe (1925-2013), einer der vorzüglichsten Prähistoriker Deutschlands, „als Kalender für religiöse Feste, um Gott zu danken“, versteht („Erwachen in der Steinzeit: Wie wir Menschen wurden“, 2010). Die Menschengestalt, so wird vermutet, könnte auch das markante Sternbild des Orion meinen. Die etwas abweichenden Proportionen lassen sich mit der Veränderung des Sternbilds in den letzten 35.000 Jahren gut erklären.Im frühzeitlich besiedelten „Thüringer Becken“ bestand die Baalberger-Kultur (4.200-3.100 v.0), einer Tochterkultur der Trichterbecherleute. Hier entstand im Spätneolithikum (3.200-2.800 v.0) die urthüringische Walternienburg-Bernburger-Kultur, die auch in Gebieten des heutigen Sachsen-Anhalts und Frankens beheimatet war. Ihre Tontrommeln, Doppelstreitäxte, Schiefermesser waren fein gearbeitet und ihre Ärzte vollzogen bereits ausheilende Schädeltrepanationen mit kreisrunden Öffnungen der Schädelkalotten. Man fand Höhensiedlungen und Kultheiligtümer wie die Schalkenburg bei Quenstedt und der Steinkuhlenberg bei Derenburg. In dieser Zeit, um 3.000 v.0, vollzog sich die Vereinigung von Ober- und Unterägypten, womit die Geschichte des Pharaonenreichs erst begann. Die kultische Trommel von Hornsömmern (Unstrut-Hainich-Kreis), mit weißen Dekor von Strichelungen, weisen sich als Kalendermarkierungen aus. Die Verknüpfung von Kalendarien und dem Trommeln, also der Ton- bzw. Musikproduktion, macht nachdenklich und regt zu Deutungsversuchen an. Es kann sich nur um rituell verstandene Tonfolgen gehandelt haben. Erfolgte während der Klänge von Trommeln und schrillen Pfeifen das wintersonnwendliche Stieropfer, von dem man die Auerochsengehörne als Bodenzeugnisse bei den Toren vom Sonnenkultplatz Goseck (bei Naumburg) fand ? Das Alter des Gosecker Wintersonnwendkultrondells liegt auf 4.800 v.0. Von seinem Mittelpunkt aus sieht man die Torfluchten im SSO, des Sonnenaufganges zur Weihnachtszeit und im SSW jene des Sonnenunterganges. Man feierte also das nordische Julfest, mit Stieropferriten, vor ca. 7.000 Jahren. Alle diese urdeutschen Kulturen befleißigten sich der Zeit-Betrachtungen und -Berechnungen, bis in die Bronzezeit hinein, aus der uns Kalender-Bronzegefäße bekannt sind, wie das vom „Königsgrab von Seddin” (um 800 v.0). Im sachsen-anhaltinischen Goseck („Gottesacker“) und im niederbayerischen Meisternthal („Tal der Meister“) sind die uns bislang ältesten bekannten Sonnenkalenderbauten der Welt errichtet worden, die hohe mathematische sowie astronomische Kenntnisse voraussetzten. Der Sonnen- oder Kalendertempel von Meisternthal ist als exakte Ellipse auf Nord-Süd-Achse konstruiert, eine geometrische Überraschung. 181° beträgt die geringe Abweichung von einem Grad, was durch sieben Jahrtausende Pendeln der Erdachse erklärbar wird. Ihre Erbauer wussten vier Jahrtausende vor Pythagoras, dass die Summe der Entfernungen zu den beiden Brennpunkten von jedem Punkt eines Ellipsenringes gleich groß sein muss. Peilt man vom Mittelpunkt der Anlagen bzw. von den beiden Brennpunkten der Ellipse durch die Tormittelpunkte, sieht man jeweils eine Stelle, an der zu einem wichtigen Datum im Jahr die Sonne aufgeht. Die steinzeitlichen Konstrukteure hielten so ganz verschiedene Daten fest: Winter- und Sommersonnenwende, Tag- und Nachtgleiche, und die Tage, die genau zwischen Tag- und Nachtgleiche und Wintersonnenwende liegen. Weihnachten, Ostern, Lichtmess und Allerheiligen sind nur scheinbar christliche Feste, die diesen steinzeitlichen Festtagen entsprechen. Dazu wurde der Sonnenstand von 4.800 v. 0 zugrunde gelegt bzw. zurückberechnet. Der dortige Flurnamen „Himmelreich“ lässt aufhorchen. Sollte sich die Erinnerung seit Steinzeittagen von Generation zu Generation bis heute weitervererbt haben, dass sich hier eine heilige Stätte der Himmelsbeobachtung befunden hat ? Als der Geophysiker Helmut Becker die Proportionen der Anlagen untersuchte, kam er auf das Richt- und Grundmaß von 83,1 Zentimeter. Jedem Kenner historischer und megalithischer Bauwerke ist dieses Maß wohl bekannt: Es entspricht ziemlich genau dem, was vor einigen Jahren die Forschung in Stonehenge und an bretonischen Megalithanlagen als „Megalithisches Yard" entdeckt hatte: 82,9 Zentimeter (+/- 2 Millimeter Abweichung). Und vielleicht noch überraschender: Nur vier Millimeter mehr maß bis ins 19. Jahrhundert die „Bayerische Elle” mit 83,3 cm. Die bayerische Elle ist unverkennbar über fast 7.000 Jahre als Tradition in einer Folge von 280 Generationen weitergegeben worden -, warum sollten nicht auch die Begriffe „Gottes-Acker“ und „Meistern-Tal“ über diesen Zeitraum - dem Sinne nach - weitergereicht worden sein ?! Zu einem grandioser Meilenstein nordischer Wissenschaftsreligion wurde die Kalenderscheibe vom Mittelberg bei Wangen-Nebra/Sachsen-Anhalt, aus einer Zeit vor 3.600 Jahren. Der Mittelberg selbst war ein Kalenderberg, denn von ihm aus wurden die wichtigen Jahres-Festpunkte angepeilt; die Sonne geht zum Beginn des Sommerhalbjahres hinter dem Kyffhäuser und zur Sommersonnenwende hinter dem Brocken unter. Schon in der Jungsteinzeit ist er als Observatorium genutzt worden. Wurde die Himmelsscheibe von einem Parawari (Heiltumswart) auf dem Mittelberg so über den Kopf gehalten, dass die beiden seitlichen Randbögen exakt in Ost-West-Richtung zu stehen kommen, ist die Scheibe als Kalender zu benutzten, z.B. können mit diesem Zeitbestimmungsapparat die Sonnenwenden und -Gleichen festgestellt werden. Das nordische Kalenderrechnen erweist sich ebenso am Beispiel des „Sonnenwagens“ aus einem Trundholmer Moor, nahe Nyköping auf Seeland / Dänemark. Es ist ein sechsrädriges bronzenen Kultwägelchens, dessen Gesamtlänge nach geglückter Wiederherstellung 60 cm beträgt. Zu ihm gehört eine einseitig mit Goldblech belegte Diskusscheibe. Sie trägt auf beiden Seiten eingravierte Spiralen und kon­zentrische Kreise. Das Zugpferdchen mit ähnlichen Verzierungen auf Kopf, Hals und Brust war mittels eines Bändchens durch die Öse an der Sonnenscheibe so verbunden, dass der Ein­druck er­weckt wurde, als zöge das Ross die goldblinkende Sonne. Aus etwa glei­cher Zeit blie­ben Felsritzungen (z.B. Balken / Tanums­hede / Bohuslän / Schweden) und Zierbilder auf Rasiermessern (z.B. Viborg / Jütland) erhalten, welche ebensolche Sonnenpferdchen darstellen. Eine Messergravur (Ketting / Laaland / Dänemark) stellt das Rösslein mit dem Kopf nach unten dar, wie es die Sonne über das Weltenschiff zieht. Nach nordischem Mythos bewegt sich die Sonne bei Tage von Ost nach West (also für den Beobachter von links nach rechts) vom Ross gezogen - mit oder ohne Wagen, bei Nacht zurück auf einem von Schwänen gezogenen Schiff von West nach Ost. Auf­grund stilistischer Kriterien ordnet man das Trundhol­mer Kunst­werk der älteren Bronzezeit (1.700-1.000) zu; es wird auf ca. 1.400 v.0 datiert. Ich begann im Jahr 1997 den Ornamentalschmuck beider Sonnendiskus-Seiten zu studieren und gelangte zu Ergebnissen die mehrfach veröffentlicht wurden, z.B.: „Die Zahlensprache der germanischen Zeit“ in „Elemente - Buchzeitschrift des Thule-Seminars e.V.“, 1998. Es führt ein Rechenweg zum Mondjahr von 354 Tagen, bestehend aus 12 syn­odischen Mondläufen (von Neumond zu Neumond) à 29,5 Tagen, sowie zum alther­kömmlichen Sonnen-Rundjahr von 360 Tagen. Auch das altindische und babylo­nische Jahr bestand ursprünglich aus 360 Tagen - und das Hinzufügen von 5 Festtagen zu den 12 ägyptischen Monaten legt nahe, dass das ägypti­sche Jahr einst auch 360 Tage umfasste. Auf diese Weise war die Kreisbahn der Sonne im Ekliptikgürtel auf der Himmelskugel in 360 Teile zerlegt, von denen jeder einem Tag und einer Nacht entsprachen. Das aufschlussreiche, fein gearbeitete Trundholmer Kultobjekt trug also eine kleinlich-ge­naue ma­thematische Symbolsprache, die nicht nur befähigt ist, ein Zeugnis abzulegen von hochentwickelter Ästhetik nordischen Kunstschaffens, sondern auch die Rechnungs­grundlage der Organisation eines frühgermanischen Mond-Sonnen-Jahres (lunisolares Schema) liefert. Die Zeit zu berechnen muss sämtlichen Weltkulturen ein wichtiges Anliegen gewesen sein und in Mitteleuropa findet man dazu die beeindruckenden Nachweise bis in die fernsten Frühzeiten. Als jüngstes Erzeugnis in dieser fast im mythischen Nebel verborgenen altehrwürdigen Reihung wäre die vor ca. 2.000 Jahren konzipierte Runenreihe von 24 Sinnzeichen zu nennen, die - zum Kreis zusammen geschlungen - nichts anderes darstellt als den gemeingermanischen luni-solaren Sakralkalender der 24 mondgebundenen Festpositionen. Keine zweite Geisteskultur in der Völkerfamilie besitzt ein derart ausgeklügeltes Buchstabensystem, das sich im Grundprinzip - ebenso wie die Mathematizität der nordgermanischen Goldhörner-Sprache - nicht an das profane, breite Publikum wendet, vielmehr an den gewiss nicht allzu großen Kreis der Eingeweihen, der Adepten einer intelligenten, erschütternd modern anmutenden irrationalen Religiosität (Gerhard Hess, „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, 1993). Keine Region der Welt, kein Volk der Welt hat eine so altehrwürdige, ernsthaft betriebene Kalender- und Zeitberechnungstradition wie die Deutschen bzw. die Menschen des abendländischen Zentralbezirkes, wobei angemerkt sein muss, dass ich „deutsch“ im Ursinne des Wulfila’schen Begriffes auffasse, nämlich als Kenntlichmachung des eigengesetzlichen Urvolkes im mitteleuropäisch-nordischen Großraum. Die Erfindung der Taschenuhr durch den Nürnberger Schlossermeister Peter Henlein (1479-1542), die folgenden „Nürnberger Eier“ (Aeurlein / Ührlein) und die ebenso wunderbaren Astronomischen Großuhren, welche Sonne und Mond im Tyrkreis (Ekliptik), die Mondphasen oder Stellungen der großen Planeten anzeigen, befinden sich an mitteleuropäischen kommunalen und sakralen Prunkbauten. Oft sind es mechanisch-mathematisch hoch anspruchsvolle Kunstwerke von monumentaler Größe,die als analoge Vorgänger der heutigen Computertechnik zu bewundern sind. Die älteste noch erhaltene wurde i.J. 1379/80 für die Rostocker St. Marienkirche gebaut. Jene vom Straßburger Münster, mit ihrer komplizierten Funktionsweise, gehört mit ihrer Höhe von 18 m zu den größten und bedeutendsten astronomischen Uhren der Welt. Die ältesten Astrolabiums-Uhren sind die Berner „Zytglogge-“ [Zeitglocken] Uhr vom Jahre 1405 und die vom Prager Rathaus, welche i.J. 1410 gebaut wurde, also 62 Jahre nach der dortigen Gründung der ersten deutschen Universität durch Karl IV..
 
Die nordisch-religiöse Forschung nach dem „WAS IST ?“
 
Der nüchterne nordische Mensch, mit seiner genetischen Prägung auf das Faktische und im Besonderen der germanische, ethnisch am stabilsten gebliebene nordische Typus, neigt nicht zum enthusiastischen Schwärmen. Ein Hinweis auf die Flagellanten in den 1260er Jahren, besonders aber infolge der Pest 1348/49, als es im ganzen Reich zu großen Geißlerzügen kam, die zur Buße ihrer Sünden und in „Nachfolge des Vorbilds Christi“ solche ritualisierten Selbstgeißelungen verübten, können mein vorhin Gesagtes nicht entkräften. Denn die bittere Armut weiter Kreise und die Entwurzelungen durch die Pest ließ manche Menschen verzweifeln, machte sie perspektivlos und einfach toll. Die Nüchternheit und Zweckorientiertheit des nordischen Geistes, die er in den gefahrvollen Jahrzehntausenden seiner Gletscherrand-Heimat gewonnen hatte und die sich im spannenden, abwechslungsreichen Insel- und Seengemisch Nordeuropas zur Doggerlandzeit noch verschärfte, wurden zum Rüstzeug des innovativsten Menschentypus, der bis in die Jetztzeit die Weltmaßstände setzt. Genmutationen bilden sich entsprechend den Bedürfnislagen. In sonnenlichtärmeren Geobezirken muss sich die menschliche Haut aufhellen, um genügend UV-Strahlung ins subkutane Gewebe einzulassen, weil sie beispielsweise zur Herstellung von Kalziumbildungen für die Knochenstärkung benötigt werden. Wunschimpulse bilden auf Dauer genetische Umprägungen. So hat - um ein Beispiel aufzuzeigen - der Wunsch des zahnlosen Chamäleons nach einer wehrhaften Zahnreihe, ihm im Laufe der Entwicklungsgeschichte zumindest die vorgetäuschten Zähne in Gestalt von Lippenschuppen hervorbilden lassen, zur Abschreckung von möglichen Angreifern. Das Bedürfnis nach Bemeisterung der Elemente, des kalten, aufgepeitschten Nordmeeres, der wilden Stürme, der undurchdringlichen Wälder und der tückischen Moore ließen den nordischen Phänotypen entstehen, der sich im Zuge der indogermanischen Wanderzüge  einen Großteil und schließlich mittels seines Erfindungsreichtums die gesamte Welt unterwarf. Es begann mit den Frühgriechen, den Hellenen, die aus dem mittel- bis norddeutschen Großraum in eruptionsartigen „Seevölker-Bewegungen“ und „Dorischen-Wanderungen“ in die Balkanhalbinsel und den Peloponnes vorstießen, die Pelasger, die Minoer überlagerten, unterwarfen und bis nach Ionien, Zypern und Palästina hin, eine bis dahin nie gekannte technologische Modernität einerseits schufen und anderseits einen in seiner Erreichbarkeit vorher nie erkannten geopolitischen Horizont -, in einer Art Vorwegnahme dessen was der blonde nordgriechische Makedone „Alexander der Große“ (356-323), durch seine militärischen und kulturgeschichtlichen Siege, im von ihm hervorgebrachten Hellenismus, zur Blüte trieb. - Der klimabegünstigte Südmensch kann sich einen größeren spekulativen Spielraum erlauben, im Abweichen von strengen Naturgesetzlichkeiten; das mildere Klima und dessen größerer Fruchtreichtum lassen manchen Verhaltensfehler nicht tödlich enden, so wie ihn die Nordnatur ahnden würde. Das kann beim Einzelmenschen zum realitätsgelösten träumerischen Schwärmertum führen, zum Schwelgen in fantastischen Hingaben an Traumgesichte und Halluzinationen. Verstärken mag sich diese Neigung durch den zeitweisen Aufenthalt in eintönigen Wüstenregionen, wo die relative Eindrucksarmut einer wüsten Leere, das menschliche Hirn dazu verführt, sich die gewünschten Dinge selbst hinzuzudenken, so dass es zur Illusion einer geistigen Fata-Morgana kommt, zu Sinnestäuschungen und Gaukelbildern, wie sie fixiert-exzentrischen Religionsschöpfern von der Art eines Jeschua-Jesus, Schaul-Paulus, Mohammed - um die bekanntesten zu nennen - widerfahren ist. In Folge der bezeichneten Völkerverschiebungen kristallisierten sich eurasische Gebiete von unterschiedlichen Konzentrationen nordischer oder südlicher Gen-Typen heraus, die sich auch auf dem Sektor der Blutgruppen-Normierungen unterscheiden lassen. Dort wo in überwiegendem Maße nordisch bestimme Menschen ihre Gemeinwesen aufbauten, herrschte überwiegend eine Kombination von geordneter, prosperierender relativer Freiheitlichkeit und Rationalität. Ebenso entwickelten sich stabil funktionierende Staatswesen, so lange nordische Führungsschichten dominierend blieben. Im gleichen Maße wie sich die südlich bestimmten Unterschichten vervielfachen und schließlich die Mehrheit gewinnen, verändern sich die Verhältnisse ins Negative, es beginnen Erscheinungszunahmen von Stagnation, Primitivität und Ordnungsabbau. In sämtlichen nördlichen, westlichen, nah- und mittelöstlichen Gebieten leben durcheinandergehend Menschen die mehr oder minder nordisch oder südlich geprägt sind -, sehr vereinfachend betrachtet, könnte man sagen, es leben zwei grundsätzlich verschiedene Geisteshaltungen in jeder Gesellschaft nebeneinander. Ich räume ein, diese prognostizierte Erkenntnistheorie, würde, wollte sie als wissenschaftlich belegt gelten, einer Menge weiterer statistischer Parameter bedürfen. Trotzdem steht fest, dass in den genannten Gesellschaften zwei seelisch-geistig grundsätzlich unterschiedliche Menschentypen nebeneinanderleben, nämlich der im Schwerpunkt sachlich-rationale Typus, mit in der Tendenz besseren intellektuellen Befähigungen und der eher emotionell-schwärmerische Typus, als der tendenziell weniger denktalentierte -, nein, nicht der denkunfähigere, aber der weniger grüblerische bzw. denkversessene. Doch nur jene die das Nachdenken in den Mittelpunkt ihres Strebens stellen werden Wissenschaftler, Finder und Erfinder und bringen damit die Menschheit voran.
    
Der Kampf zwischen der zur religiösen Besessenheit, Hysterie und dunkler Dogmatik neigenden orientalischen Seele und dem klaren nordischen Denken des Griechentums spielte sich zunächst - bevor er auch Rom ergriff - in Palästina und dem großstädtischen Zentrum Alexandrien ab. Hier prallten Griechentum und Judentum - also Nord und Süd - in ganzer Schärfe in zeitweise bürgerkriegsähnlichen Turbulenzen aufeinander. Nach dem „Jüdischen Krieg“ (66-74) und dem jüdischen „Diasporaaufstand“ (115-117), kam es zum jüdischen „Bar-Kochbar-Aufstand“ (132-136). Schon die Rebellion von 115-117, die auch „babylonischer Aufstand“ genannt wurde, ergriff das Gebiet Ägyptens, das östliche Libyen, Mesopotamien und die Insel Zypern, wo von jeher große jüdische Gemeinden existierten. Die vom religiösen Massenwahn ergriffenen Juden fielen zuerst über ihre griechisch-römischen Nachbarn der libyschen Stadt Kyrene her und schlachteten sie ab („tumultus Iudaicus“). Aufgehetzt und geleitet wurden die jüdischen Horden, die sich selbst als „Gotteskrieger“ bezeichneten, von einem Führer namens Andreas. Sie rasten nach und tobten in Alexandrien, töteten wen sie zu erreichen vermochten und brannten Stadtquartiere nieder. Sie ergingen sie sich in hemmungsloser Grausamkeit und Zerstörungswut. Bald darauf kam es zum Gemetzel an den griechischen Einwohnern Zyperns; die Stadt Salamis wurde zerstört. Dort allein sollen 240.000 Griechen umgebracht worden sein. Nach der römischen Niederschlagung des Aufstands war die Kyrenaika derart entvölkert, dass der römische Staat dort ausgediente Legionäre als Neubürger ansiedeln musste. Hauptziel der jüdischen Zerstörungen waren die Tempel des Apollo, Zeus, der Dioskuren, der Demeter, Artemis und Isis. Die nüchternen, wissenschaftsorientierten griechisch-hellenistischen Bürger Alexandriens sahen sich auch nach den bezeichneten jüdischen Tumulten immer erneut fanatisierten jüdisch-syrischen Sektenführern gegenüber, die nach der Macht griffen und in Gestalt des Frühchristianismus - das ja nichts anderes als eine jüdische Sektenbewegung war - endlich auch zur Macht gelangten. Die neuplatonische Lehrerin der Astronomie und Mathematik Hypatia von Alexandria (355-414) wurde von einem mönchischen Pöbelhaufen, auf Geheiß des Bischofs Kyrill I. (375-444), bei lebendigem Leib vor dem Altar, eindeutig als heidnisches Opferlamm, ermordet und zerschnitten, was eine ausreichende Aussage über das Charakterbild und den geistigen Zustand der frühen orientalischen Christen-Banden abgeben kann, die vom gleichen unduldsamen monotheistischen Dogmatismus beseelt waren wie die Fanatiker des „Jüdischen Krieges“ und den folgenden jüdischen Erhebungen. Wie der Althistoriker Manfred Clauss schreibt, war Kyrill „einer der bedenkenlosesten und gewalttätigsten [...] in der langen Reihe exzentrischer alexandrinischer Patriarchen“ („Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums“, 2015). Im Mord an Hypatia fokussiert sich die judäo-christliche Bedenkenlosigkeit, Machtbesessenheit, Brutalität, Intoleranz, Frauen- und Wissenschaftsfeindlichkeit, die sich - in diversen Ausformungen - durch die gesamte Kirchengeschichte weiterverfolgen lässt.

Überall dort, wo sich nach der Völkerwanderungsphase des 4./5. Jahrhunderts neue Staaten zu bilden begannen, in denen es Konzentrationen von nordisch-germanisch bestimmten Menschen gab, regten sich die ungebundenen Wissenschaften, gegen die aber die gleichzeitig an Macht gewinnende, im Orientalischen wurzelnde Christenkirche, ihre Attacken focht. Ein erbitterter Kampf hub an, auf einer Seite die religiös-schwärmerisch-düstere Süd- oder Orientseele gegen die nach Klarheit strebende religiös-nordische Seele. Die eine Seite stützte sich auf ein Buch, die hebräische Bibel, sie behauptete, „alles ist darin niedergelegt was für den Menschen zu wissen nötig, weswegen Wissenschaft zukünftig überflüssig“ sei. In diesem jahrhundertelangen Streit wechselten Erfolge und Niederlagen auf beiden Seiten. Die nordische Vernunft wehrte sich gegen die kirchlich-südliche Unvernunft, welche sich im römischen Vatikan eine Bastion geschaffen hatte. Von dort aus ergingen die gedanklichen „katholischen“ Anstöße bis zu den konkreten Anweisungen zur Ausrottung des nordischen Freiheitsgeistes und seiner Blutsträger. Das begann bereits mit dem römisch-katholischen Kampf gegen den durch germanische Gläubige verkörperten Arianismus. Nicht zuletzt waren es romkirchliche Hetzen und Intrigen, die zur Ausrottung der Germanenreiche in Nordafrika und Italien zielgerichtet hinführten und dann die katholisch-übertölpelten fränkischen Hausmeier (Staatsverwalter) zu ihren angeordneten Blutbädern an Alemannen (Cannstatter-Blutgericht 746) und Sachsen (Verdener-Blutgericht 782) anspornten wie belobigten. In Zwischenzeiten, wie unter dem genialen Stauferkaiser Friedrich II. (1194-1250), schien sich nordischer Geist der Vernunft und der Ausgleichs zu erholen und durchzusetzen; 1224 gründete er zu diesem Zweck die Universität von Neapel. Doch bald triumphierten wieder die Tücken der päpstlichen Dunkelmänner. Die päpstlich initiierten Kreuzzüge gegen Albigenser (1209-1229) und Katharer, welche im 14. Jahrhundert endlich als ausgetilgt galten, waren Ausrottungsorgien gegen das freiheitlich gesinnte nordisch-westgotische Bevölkerungselement Südfrankreichs. Auf dem Höhepunkt der Kirchenmacht wurde jeder wissenschaftliche Ansatz und jedes Aufbegehren gegen die Kirchenknute unter dem Brandmal des „Häretikertums“ ausgemerzt. Das vatikanische Papsttum hatte seit Anbeginn seines Bestehens, als es sich bildete aus den beiden Zutaten, den imperial-repressive agierenden romstädtischen Patrizierkreisen und dem jüdisch-orientalischen, wissenschaftsfeindlichen Bibel-Geist, das freiheitlich gesinnte Germanentum als seinen gefährlichen Hauptfeind erkannt. Es versuchte, zum Teil mit Erfolg, durch sein Gaukelwerk bezüglich einer geheimnisvollen orientalischen Heiligkeit, auch nordische Geister sich zu verpflichten, zu bestechen, zu übertölpeln, oder umzubringen. So gelang es ihm auch hochgelehrte nordische Geisteskräfte gewissermaßen einzukaufen, um sie vor den eigenen Karren zu spannen. Das gelang mit Nikolaus von Kues (1401-1464), der schon zu Lebzeiten ein berühmter, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker war, der dem neuplatonischen Denken zugetan war. Noch auf dem „Konzil von Basel“ (1431-1449) stand er auf der Seite der Mehrheit, die eine Beschränkung der Befugnisse des Papstes forderte, doch konnte er offensichtlich eingekauft werden, was seine folgende Karriere als Kardinal (ab 1448) und päpstlicher Legat beweist. Der dumpfe, wissenschaftsfeindliche Süd-Geist des römisch-orientalischen Vatikans schien auf Dauer obsiegen zu können, bis der Deutsche Martin Luther (1483-1546) den hochmittelalterlichen Aufstand des Nordens anstieß und genug nordische Geister zur sog. „Reformation“ mitriss, so dass freiheitlich gesinnte Ritter und Denker - jeglicher auf seine Art und Weise - aufbegehrten, wie beispielsweise der wieder in deutscher Sprache dichtende Ulrich von Hutten (1488-1523). Der Preuße Niklas Koppernigk bzw. Nikolaus Kopernikus (1473-1543), Mathematiker, Astronom und Arzt, erkannte als erster in der Neuzeit, dass die Erde ein Planet ist, sich um ihre eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. Er widerlegte das falsche biblisch-christliche Weltbild der geozentrischen Sichtweise, die Sonne drehe sich um die Erde. Diese wissenschaftliche Welterkenntnis, nämlich über die konstruktive Vernunft zur kosmischen Wahrheit zu gelangen, nennt man die „Kopernikanischen Wende“ oder die „Kopernikanische Revolution“. Der nordisch-lombardische Universalgelehrte Galileo Galilei (1564-1646) und der lombardische Philosoph und Astronom Giordano Bruno (1548-1600), den der Vatikan als Ketzer öffentlich verbrennen ließ, begriffen das neue wissenschaftliche Weltbild und traten dafür ein. Der Steiermärker Johannes Kepler (1571-1630), war Naturphilosoph, Optiker, Astronom, Mathematiker. Er bestätigte, dass die Planeten um die Sonne kreisen, war Mitbegründer des heliozentrischen Weltverständnisses und erklärte dessen Gesetzmäßigkeiten („Keplersche Gesetze“). Damit zählt er zu den Begründern der modernen Naturwissenschaften. Durch sein Rechnen mit Logarithmen trug er zur Verbreitung dieser Rechenart bei. Der Durchbruch gegen die jahrhundertealte Blockade von Seiten der orientalisch-kirchlichen Dunkelmächte war getan, der germanische Geist stellte seine zutiefst religiöse Gottsucher-Frage „Was ist ?“ immer unverhüllter. Aus Germanien und dem germanisch-lombardisch geprägten Norditalien bahnten sich - oft genug anringend gegen die Büttel der päpstlichen Inquisition - der Wille zur Freiheit des Geistes und den Wissenschaften ihren Weg in die Zukunft. Die Ergründung der Wirklichkeiten war nicht mehr aufzuhalten.
  
„Dunkelmänner“ - „Leuchtende Männer“
 
Der katholische Dominikaner-Orden wurde im frühen 13. Jahrhundert von einem spanischen Fanatiker namens Dominikus (1170-1221) mit der Absicht gegründet, jedes freie Denken - im Auftrag des Papstes - zu unterdrücken, was er begann, mit dem Kampf gegen die germanisch-westgotischen Katharer (Nordspanien/Südfrankreich), welche eine Papst-Herrschaft nicht anerkennen mochten. Man nannte die Dominikaner treffend: „domini canes“ (Hunde des Herrn). Zu einem ihrer düstersten Figuren wurde Tomás de Torquemada (1420-1498), der „Großinquisitor“ Spaniens; er hatte selbst konvertierte jüdische Vorfahren, er verfolgte mit verbissener Energie alle Glaubensabweichler des Katholizismus mit gnadenloser Strenge. In Deutschland trat ein Papst-Gesandter als Inquisitor auf, der Konrad von Marburg (1180-1233), welcher an der allerkatholischsten Pariser Universität seinen Magister erworben haben soll. Als Beichtvater der jungen Witwe Elisabeth v. Thüringen, quälte er die mildsinnige Leichtgläubige in ihren frühen Tod hinein. Er peitschte sie aus, bespitzelte sie und gierte nach ihren Witwengütern. Mit zwei zwielichtigen Gestalten zog er umher, strengte schauerliche Ketzerprozesse an, bereicherte sich damit, sowie den Papst, und wurde immer selbstherrlicher in seinem Vorgehen, auch gegen Männer und Frauen von Stand. Selbst dem gewaltigen Heinrich III. Graf von Sayn (1193-1247) - ein Mann der Körpergröße von 2,25 Meter - unterstelle er „Ketzerfreundschaft“. Der konnte den Angriff abwehren, mittels eines Reichsgerichtes im Mainzer Dom. Auf seinem Rückritt nach Marburg ist der Inquisitor, mitsamt seinen Dienern, von sechs hessischen Rittern aus dem Geschlecht derer von Dernbach im „Ebsdorfer Grund“, am 30. Juli 1233, zum bejubelten Glück Deutschlands erschlagen worden. Jakob Sprenger (1435-1495), ein deutsch-dominikanischer Inquisitor, war eine weitere päpstliche Folterkammerkerze, die aus katholischer Sicht als „Leuchte des wahren Glaubens“ gehandelt worden ist. Er hat als „Hexentheoretiker“ am berüchtigten „Hexenhammer“ des „Kölner Konvents“ mitgearbeitet. Die Geldbeschaffungsmethoden, für die Errichtung des Petersdoms in Rom, des Dominikaners Johann Tetzel (1460-1519), stellten den Anlass dar für Martin Luthers (1483-1546) 95 Thesen gegen den „Ablasshandel“. Der „Tetzelkasten“ war ein Sammelkasten auf den Tetzel einen Teufel malen ließ, der die armen Seelen im Fegfeuer martert. Darüber stand geschrieben: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ Nicht weniger als die spanischen Dominikaner exaltiert in Sachen Zwangsmission, baute sich der konvertierte mährische Jude Joseph/Johannes Pfefferkorn (1469-1521) als Dominikaner auf. Er verfasste antijüdische Schmähungen und rief zur öffentlichen Verbrennung der jüdischen Religionsschrift „Talmud“ auf. Dagegen ging - zum Schutz der Angegriffenen - sogleich der deutsch-germanische Freiheitsgeist in Stellung, und zwar in Gestalt des gelehrten Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522), mit großem Anhang der Gebildeten und der studentischen Jugend. Aus diesem Streit - hier deutsche Toleranz und dort christenkirchlicher Unterdrückungssinn - gingen die satirischen „Dunkelmännerbriefe“, 1515 (lat. „Epistolae obscurorum virorum“), hervor, über die sich das freiheitliche Deutschland köstlich amüsierte. Es waren fingierte Briefe, deren Aufgabe es war, die alberne christenkirchliche Scholastik ins Lächerliche zu ziehen und das ausschweifende Leben des Klerus anzuprangern. Der Streit wogte hin und her. Pfefferkorn schrieb einen antijüdischen „Handspiegel“, Reuchlin seinen „Augenspiegel“. Die deutsche Bildungselite nahm regen Anteil; der Streit wogte über Germanien hinaus. Der päpstliche Inquisitor und Dominikaner Jakob van Hoogstraten (1460-1527) schaltete sich ein, verfolgte Reuchlin wegen dessen judenfreundlicher Position und gebot die Verbrennung seiner Schriften. Ebenso stand die Pariser Universität auf Seiten des Klerus und Pfefferkorns Judenschmähung, während sich eine Phalanx der renommiertesten Humanisten Deutschlands der Idee von Freiheit des Geistes verpflichtet fühlten, darunter: Ulrich von Hutten, Philipp Melanchthon (Philipp Schwartzerdt), Crotus Rubeanus (Johannes Jäger), Mutianus Rufus (Konrad Muth), Helius Eobanus Hessus (Eoban Koch), aus deren Briefe eine Schrift veröffentlicht wurde: „Briefe leuchtender Männer“ („clarorum virorum epistolae“). Während seines Linzer-Aufenthalts belobigte Kaiser Friedrich III. Reuchlin indem er ihm den erblichen Adelsstand und ein Ehrenamt verlieh. Reuchlin lernte dort den gebildeten jüdischen kaiserlichen Leibarzt Jacob ben Jechiel Loans (-1506) kennen, von dem er sich im Hebräischen unterrichten ließ. In Reuchlins Werk über die Kabbalistik gibt es die Stelle, wo er einen Moslem einen Juden, nach folgendem Vorsatz, loben lässt: „Gute Götter, ein Jude, von Juden geboren, ernährt, erzogen und unterwiesen, ein Volk, das überall von den Völkern als barbarisch, abergläubisch, gemein, verworfen und dem Glanz aller guten Wissenschaften abgeneigt angesehen wird…“ („De arte cabalistica“, 1517, 22B), woraus hervorgeht, wie übel der Ruf der Juden - hinsichtlich Bildung - beschaffen war.
 
Wer könnte, ergänzend neben den Naturwissenschaftlern, mit ihrer Frage nach dem „Was ist ?“, besser die religiösen Visionen der nordischen Seele erkennen lassen, als die Dichter, mit ihren arteigene Sehnsüchten ?! Kein anderes Volk hat eine solche Masse von Dichtern hervorgebracht wie das nordische. Reimeschmiede sind keine Menschen die sich einem haltlosen emotionellen Schwelgen hingeben, im Gegenteil, sie verdichten komplexe Vorstellungsbilder, in strenger Konzentration, zu fokussierten Verdeutlichungen. Nicht anders funktioniert wissenschaftliches Arbeiten. Die Dichter galten im Altnordischen von besonderer Gottesnähe oder Heiligkeit, weil man das geistvolle Spiel mit Wort-Gedanken als eine vom Geistgott Odin geschenkte religiöse Begeisterung betrachtet wurde. „Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will“, formulierte der Philosoph Johann Gottfried v. Herder (1744-1803). Und von solchem funkensüchtigen Zunder ist die Seele des Nordmenschen voll, dass ihn die Suche nach den Antrieben der Wirklichkeit vorantreibt. Das deutsche Wort „Wirklichkeit“ trifft den Kern der irdischen und kosmischen Wahrheit besser als der Begriff Realität, denn die Dinge sind in einer beständigen Bewegung begriffen, nämlich in einem Wirkprozess zu neuen Verwirklichungen. Hinter die Kulissen der Erscheinungswelt schauen zu wollen, ist immer (!) als religiös zu interpretierender Impuls zu verstehen. Ein oberflächlicher Welt- und Lebemensch interessiert sich nicht für den fernliegenden Kern oder Antrieb des Seins. Der Religiöse sucht - mehr oder minder intensiv - nach einer höheren Verbindung, zu einer höheren Kraft oder Instanz, nennen wir sie „Gott“. Darauf geben die diversen Religionen ihre Antworten. Ganz richtig heißt im Lateinischen „religio“ = „Rückbindung“, bezieht sich dementsprechend auf den Umstand, dass wir eine Verbindung zu etwas verloren haben, das der Suchende herausfinden möchte, um sich mit ihm erneut zu verbinden. Solche Suche, nach einem Rückhalt im erhofften Beständigen und Gerechten, sei es bei einer „Gottheit“, oder den „guten Geistern“ der vergöttlichten Ahnen, ist bei allen Völkern und Kulturkreisen anzutreffen. Die Unterscheidungsmöglichkeit liegt woanders und zwar in der Kritikfähigkeit der „Gläubigen“. „Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig“, kritisierte Hans Daiber (1942-), der am „Orientalischen Seminar“ an der Frankfurter „J.W. Goethe-Universität“ einen Lehrstuhl hat. J.W. v. Goethe (1749-1832) sagt es noch drastischer: „Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens“. Und der herbe Arthur Schopenhauer (1788-1860) steigerte den Vorwurf: „Glauben und Wissen vertragen sich nicht wohl im selben Kopfe: sie sind darin wie Wolf und Schaf in einem Käfig; und zwar ist das Wissen der Wolf, der den Nachbar aufzufressen droht“. Wer den folgenden Erkenntnissatz geprägt hat, blieb mir unbekannt: „Der glaubwürdige Gott ist nicht denkbar, ein denkbarer Gott ist nicht glaubwürdig“. Und der grandiose Walter Schäfer (1901-1976), Theaterintendant und Schriftsteller, brachte es ganz despektierlich auf den Punkt: „Gott ist die fixe Idee von Theologen, die bei dem Verständnis der Fakten des Universums hoffnungslos überfordert sind“. Dieser Satz lässt die Scheidegrenze aufleuchten, zwischen ideal-nordischem Geist und südlich-orientalischer Dumpfheit. Der Norden hinterfragt, ist kritisch, ist ungläubig, wird aus seiner Natur des „Wissenwollens“ zum Ungläubigen, zum Ketzer und zum Wissenschaftler, sobald er die existentiellen Möglichkeiten dazu findet. Den Südmenschen ficht sein Unwissen kaum an, er ergibt sich lieber der Bequemlichkeit des ihm übergestülpten Gaubens und wird nur geschäftig oder auch leiblich wild, wenn er das geistige Ruhebett „seiner Religion“ angegriffen und in Frage gestellt sieht. Dann kann er zum gnadenlosen Verfolger der geistigen Freiheit mutieren, zum Inquisitor, zum Henker, im einschläfernden Bewusstsein der Rechtschaffenheit für „Gott“. Dazu ein Satz vom großen Franzosen Voltaire (1694-1778): „Ich bin überzeugt, dass die christliche Religion seit Konstantin mehr Menschen vernichtet hat als es heute Einwohner in Europa gibt.“ Sie gaben vor, im Geist der Nächstenliebe leben zu wollen, aber sie gierten nach bestialischen Verfolgungen, Zerstörungen und hemmungslosen Mordtaten. Das Bild der frühen Christen wurde systematisch von der imperialen Kirche verfälscht und ins Positive verklärt. Dieses gefälschte und geschönte Bild wird bis heute von den Kanzeln herab propagiert, in Schulen gelehrt und von den Medien so gut wie tagtäglich verbreitet. Die nackte Wahrheit aber ist eine schaurige. Nun wagte es eine britische Historikerin die Jesus-Anhänger als religiöse Fanatiker zu beschreiben, die eine zwar nicht eben liberale, aber hochentwickelte Kultur zum Einsturz brachten, nämlich die hellenistisch-griechisch-römische. Sie bestätigt damit vollinhaltlich meine eigenen Darlegungen die ich seit über vierzig Jahren veröffentliche. (Catherine Nixey, „Heiliger Zorn - Wie die frühen Christen die Antike zerstörten“, 2019)

Dass zwei gegengerichtete Wirkmächte die Wirklichkeit bestimmen, ist die uralte Erkenntnistheorie der diversen Geisteskulturen und Kulturkreise. Für die iranisch-zoroastrische Awesta-Lehre sind es Spontamaniu und Angramaniu, der gute und der ungute Geist. Das Ringen zwischen Gut und Böse findet im Menschen seinen Ausdruck zwischen den guten (Vohu-Mano) und schlechten Gedanken (Ahem-Nano). Die ägyptischen Legenden erzählen von Horus und Seth. Die germanische Edda nennt die Gegenkräfte Balder und Höder, auch werden die Trabanten des Bösen Dunkelalfen und die Hilfsgeister des Lichtgeistes als Lichtalfen bezeichnet. Im ursächlichsten  menschlichen Verständnisansatz stehen sich die griech. „apollinischen“ (himmlischen) und griech. „chthonischen“ (unterirdischen) Mächte feindlich gegenüber, wie es der griechische Mythos bereits im „Titanenkrieg“ der Urzeit schildert. Die ungebärdig-triebhaften Kinder der Gäa, der Erde, greifen nach der irdischen Herrschaft, was die göttlichen Ordnungsmächte, unter Führung des Zeus, verhindern können. Im weitreichende griech. Symbolismus stehen im Widerspruch die „himmlisch-klare Gerechtigkeit“ des Apollon und die „triebhaft-düstere“ Sinnlichkeit des Dionysos. Der Lichtgott des Nordens, Apollon, galt als die moralische Ausrichtungshilfe der nordischen Griechen, er spiegelt sich im altnordischen Balder, als dem guten-kraftvollen Prinzip. Er gilt als der „geliebte Sohn“ des Geistgottes Wodan-Wodin-Odin, wie ebenso der eranische Spontamaniu als geliebter Sohn des „weisen Himmelsvaters“ Ahuramazda gilt. Prinzipiell umfassen die Maßgaben des nordisch-religiösen Idealdenkens, untrennbar voneinander, die sinnlich-moralischen wie die geistig-intelligiblen menschlichen Antriebe. Der nordische Wille, zum vorbedingungslosen Erkennenwollen, sowohl der nahen Lebenswelten, wie ihrer geistigen numinosen Hintergründe, schlug sich nieder in den teilweise schon erwähnten archäologischen Fundkomplexen. Neolithische mitteleuropäische Kultstätten, wie die Kreisgrabenanlagen oder Ringheiligtümer, beweisen durch Baudaten und Konstruktionsmaße, Zweck und Aufgabe als Observatorien, als Himmelsbeobachtungsstätten vor um die 7.000 Jahren. Sie besteht aus bis zu sieben ineinander liegenden Palisadenringen, Erdwällen und Gräben. Durchbrochen werden diese von Toren, durch die an den uralten Jahresfestdaten die Sonne hindurchschien. In den Bauwerken sah man wohl ein Abbild des kosmischen Gesichtsfeldkreises, in dem die Menschen Kontakt zu den Naturkräften aufnahmen. Um einige zu benennen:  niedersächsische Anlage von Watenstedt, brandenburgische bei Jüterbog, sachsen-anhaltischen von Gosecku. Pömmelte, sächsische von Kyhna, niederbayrische von Meisternthal, fränkische, bisher größte gefundene von Ochsenfurt-Hopferstadt, österreichische von Kleinroetz. Diese Ringanlagen stehen auf einer geistigen Höhe mit jener aus Steinen errichteten vom südenglischen Stonehenge. Die beim Ringheiligtum Pömmelte befindlichen Gräber in der Osthälfte des Rondells zeigen junge Männer, vielleicht Krieger, in Fötusstellung, das Gesicht der aufgehenden Sonne zugewandt. Offensichtlich hofften sie auf ihre Wiedergeburt. Die Epoche der Jungsteinzeit ging in die frühe Bronzezeit über, aus der das über Jahrtausende gesammelte himmelskundliche Wissen sich in der „Himmelsscheibe von Wangen-Nebra“ (an der Unstrut) eins genialen Meisters niederschlug (Harald Meller u. Kai Michel zur „Himmelsscheibe von Nebra“, 2018).
 
Nordeuropa, Wiege der Weisheiten und der Wissenschaft
 
Exakt in diesem ältesten Hochkulturgebiet der Erde, das seine grandiosen Errungenschaften hervorbrachte, auch ohne Menschenmassenansammlungen in Großstädten, wie im klimatisch begünstigten Zweistromgebiet Mesopotamiens, oder im fruchtbaren Niltal, oder der Indus-Kultur, wo schon bis zu 30.000 Menschen zusammenlebten, hier dem klimatisch herben mittel- bis nordeuropäisch-deutschen Großraum entwuchsen die genialen Köpfe welche in der Neuzeit die wahre, die wissenschaftliche kosmische Rückbindung, also Religion, für die Menschheit entwickelten. Während die Franzosen, mit ihrem Napoleon Bonaparte I. (1769-1821), einen Leichenfelder produzierenden Moloch der Machtgier hervorbrachten und Engländer sich mit so viel Verschlagenheit wie Brutalität die Welt einverleibten, gebiert die deutsche Nation eine erlese Schar himmlisch begnadeter Geister, von der Art eines Schiller (1759-1805) und Goethe (1749-1832), Hölderlin (1770-1843), Haydn (1732-1809), Mozart (1756-1791), Beethoven (1770-1827), Wagner (1813-1883) und Nietzsche (1844-1900). Der „Deutsche Idealismus“, um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert, war der aus tiefstem religiösem Bedürfnis erwachte Impuls zum Weltverständnis, nämlich das Weltganze auf „wissenschaftliche“ Weise erschöpfend zu erkennen und darzustellen, genau wie es die klassische griechische Philosophie vorexerziert hatte. Diese Epoche der „deutschen Philosophie“, von Kant (1724-1802), Fichte (1762-1814) bis Hegel (1770-1831), Schelling (1775-1854) und schließlich Schopenhauer (1788-1860) beschwor Freiheit und Vernunft in gleicher Weise. Mit Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) und Hegels „Phänomenologie des Geistes“ (1807) waren die Tore moderner Erkenntnistheorien aufgetan. Und dann traten die erhabenen Forscher-Geister an, um nur einige zu benennen: Der Westfale u. erste Nobelpreisträger für Physik Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923), der nordfranzösische Mathematiker, Physiker, Astronom u. Initiator zur Relativitätstheorie Jules Henri Poincaré (1854-1912), der ostpreußische Mathematiker, Physiker David Hilbert (1862-1943), der Schleswig-Holsteiner u. Begründer der Quantenphysik, Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947), der Ostpreuße u. Begründer der „Sommerfeldschule der Theoretischen Physik“, Doktorvater vieler genialer Physiker Arnold Sommerfeld (1868-1951), der Hesse, Pionier der Radiochemie, Nobelpreisträger, erbrachte Nachweis für Möglichkeit der Kernspaltung, „Vater der Kernchemie“ Otto Emil Hahn (1879-1968), der Däne, Physiker, Forscher zur Struktur der Atome, Nobelpreisträger Niels Henrik David Bohr (1885-1962), der Franke u. Begründer mathematischer Formulierung der Quantenmechanik, der Nobelpreisträger theoretischer Physik, Begründer der „Unschärferelation“, Nobelpreisträger Werner Karl Heisenberg (1901-1976), der Hamburger Naturwissenschaftler, experimenteller Kernphysik, Schöpfer von 600 Erfindungen, Zwangsverpflichteter für sowjetische Wasserstoffbombe Manfred Baron von Ardenne (1907-1997), der Berliner Physiker mit seinem „Versuch einheitlicher Feldtheorie“ Burkhard Christian Ludwig Alexander Heim (1925-2001), der Schwabe, Physiker, der 1956 bei Edward Teller promovierte, Nachfolger von W. Heisenberg als Direktor des „Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik“ Hans-Peter Emil Dürr (1929-2014). Die Wiege des modernen Denkens, der höheren Moral, des Individual- und Frauenrechtes, des Tierschutzes, der Naturerhaltung stand im Gemüt des nordischen Menschen, ebenso wie der findige Sinn zur Technik und den Naturwissenschaften. Nichts steht orientalisch-biblischem Denken ferner als Toleranz, Frauen- und Tierrechte, und das antike Rom konnte dafür auch keinerlei Gespür entwickeln. Aus germanisch bestimmten Siedlungsregionen gedieh Europa der Segen der Moderne zu, überspitzt könnte man sagen, aus dem Kerngebiet jenes Dreiecks: „Berlin-London-Paris-Berlin“. Kein zweites Volk hat der Menschenwelt solch eine Fülle von Geschenken gemacht wie das deutsche. Ebenso hat keine zweite Nation so viele prosperierende Kulturzentren entwickelt wie Deutschland -, weder England noch Frankreich können darin konkurrieren. Keine andere Nation hat so sinnvoll, geschickt und verantwortungsvoll seine Gemeinwesen organisiert: Gilden, Ringe, Knappschaften, Zünfte und Hansen, mit ihren Witwen- und Waisenversorgungen, ließen ein arbeitsames und reicher und reicher werdendes Germano-Deutschland entstehen, was seit Anbeginn der deutschen Volkwerdung den räuberischen Neid der Nachbarn hervorrief. Aus diesen homogenen städtischen Kristallisationspunkten traten unzählige begabte Handwerker, Ingenieure, Künstler und Geistesschaffende in etlichen Universitäten hervor. Die deutschen Schulen und die allgemeine Volksbildung wurden vorbildlich. Nach den siegreichen Befreiungskriegen vom französisch-napoleonischen Joch, geht ein Ruck der kulturellen Selbstbesinnung durch die Nation, in Weimar treffen sich die erhabensten Geister, Philosophen, Denker und Dichter und prägen die Epoche der „deutschen Klassik“. Dann, nach dem Sieg über das intrigante, landgierige Frankreich im deutsch-französischen Krieg anno 70/71 und der folgenden Auferstehung des 2. Deutschen-Kaiserreichs in Versailles, geht erneut ein beglückender, beflügelnder Rausch durch deutsche Seelen. Die deutsch-nationale Romantik und gleichzeitig die Naturwissenschaften erleben einen wunderbaren Frühling. Doch von der nationalen Selbstfindungsidee fühlen sich nicht allein die Deutschen angesteckt, auch das Judenvolk entdeckt mit dem herzl‘schen Zionismus sein nationalistisches Wiedererweckungsziel, es drängt mit der „Judenemanzipation“ in höhere Gesellschaftskreise und auch in die Universitäten. Erwähnenswert viele jüdische Männer und Frauen beteiligten sich auf einmal an der Erforschung der Natur und werden zu beachtlichen Leistungsträgern innerhalb der Atomphysik -,nicht aber die Juden schlechthin, vielmehr jene, die die deutschen Schulungen und deutsche Lehrer genossen hatten. Bezeichnend ist, dass diese begabten jüd. Physiker bei deutschen Lehrern in die Lehre gegangen waren, so immatrikulierten Albert Einstein (1879-1955), zusammen mit seiner späteren ersten Frau Mileva Maric (1875-1945), am Polytechnikum Zürich, in der Abteilung die für Physik- und Mathematik zuständig war. Sie schrieben beide im Jahre 1900 ihre Diplomarbeit bei dem Thüringer Prof. Heinrich Friedrich Weber (1843-1912). In dieser Zeitspanne wurden für die nähere und fernere Folge einschneidende Weichenstellungen vollzogen. Der germanisch-faustische Wahrheitssucher begann, in Gestalt seiner Physiker, erstmalig sich hinter die Kulissen der Erscheinungswelt vorzutasten. Das in seinem Umfeld ansässige, intellektuell befähigte Judentum, begann sich anzuschließen, ließ sich mitreißen, obwohl es sich damit schwertat, aufgrund seiner orientalisch-mosaischen Seelenbedingtheiten. Das tritt auch zutage im Brief Einsteins an seinen Freund, den Mathematiker, Physiker, Professor in Göttingen Max Born (1882-1970), vom 04.12.1926: „Ich bin überzeugt, dass der Alte nicht würfelt !“, worauf Born ihm geantwortet haben soll: „Hören Sie endlich auf, dem Herrgott Vorschriften machen zu wollen wie er die Welt betreiben soll.“ Einstein kam von seiner monotheistisch-mosaischen Prägung nicht los. Der Zeitgeist war es, der die Menschen auf die Goldwaage gezerrt hatte, denn gleichzeitig mit dem Aufkommen der Nationalstaats-Idee warben die aggressiven Parolen des marxistischen Kommunismus, um Parteinahme. Sie riefen das „Proletariat“ zum Kampf gegen die als „Ausbeuter“ verächtlich gemachte Bourgeoisie auf. Einstein wurde einerseits Salonkommunist, andererseits glühender Zionist; also Internationalist und jüdisch-rechter Nationalist zugleich. Es begann sich schon vor der Jahrhundertwende der zuspitzende völkische Gegensatz von Judentum und Deutschtum zu entwickeln, der seinem tragischen Höhepunkt nach Weltkrieg I., im aufkommenden NS-Staat und Weltkrieg II., entgegenging. 
 
Hellenischer und hyperboreischer Geist
 
Urverwandt ist das Denken der Deutschen mit dem der Helenen, der alten Griechen. Von den Physiognomien ihrer Skulpturen bis zu den Äußerungen ihrer Großen sind sie uns Deutschen so vertraut und lieb wie eigene Ahnen und das hat seinen realen historischen Grund, denn so wie ihr Lichtgott Apoll ein nordischer Gott war, der dem Mythus entsprechend, jedes Jahr zurückkehrt in den heimatlichen Norden zu seinen geliebten Hyperboreern, so findet die Archäologie die ältesten Aschenaltäre des Zeus im bayrischen Donaubogen, wo auch die uralten stichbandkeramischen Kultrondelle erkannt wurden. Wie sehr fühlen wir uns angesprochen von den um Erkenntnis ringenden Dialogen des großen Platon (428-348 v.0), als hörten wir Goethes Doktor Faustus in seiner Studierkammer deklamieren. Das dünkte dem orientalischen Geist und mithin der jüdischen Seele völlig fremd. In den Talmudschulen wurde nie die vorbedingungslose Fragestellung nach der kosmischen Wahrheit erwogen, sondern allein die selbstbezogene relative Auslegungswahrheit rabbinischer Texte. Platon beschrieb in seinen Texten die Weisheiten seines verehrten Lehrers Sokrates und die bestanden aus bohrenden Fragestellungen nach dem Max-Planck’schen „Was ist ?“. Wenn Sokrates aus dem Munde Platons erwägt: „Glücklich leben kann nur, wer weiß, was gut für ihn ist“ und „damit die Seele keinen Schaden nimmt, muss der Mensch sich auf die Suche nach Wahrheit und Weisheit machen, also philosophieren“, dann erschiene solches einem Rabbiner bereits als Ketzerei wider das „Gesetz“, das Gesetz der Thora. Die jüdische Starrheit des Festhaltens an einmal gegebenen Glaubensinhalten hat zwar „den Kindern Abrahams“, als Rasse, das Überleben über zweieinhalb Tausend Jahren gesichert, doch eine Art unproduktiver geistiger Inzucht beschert. Dieser traurige Zustand wurde durch die jüdischen Physiker, aus deutschen Schulen, beendet. - Im Jahr 399 wurde Sokrates von der Athenischen Demokratie zum Tode verurteilt, weil er fremde Götter eingeführt und die Jugend verdorben hätte. Unangepasste Querdenker hatten es nie leicht. Auch wenn Plato über die Beschaffenheit des Kosmos und mathematische Zusammenhänge sinniert, schwingt unterschwellig die Frage nach dem glücklichen Leben mit. Er riet zur Philosophie ! Das heißt Wahrheitssuche in Freiheit, den Grundimpulsen griechischer und ebenso deutscher Ausrichtungen -; nicht aber traditionell jüdischer. Logisches, mathematisches Denkvermögen war jüdischen Gehirnen immer gegeben, doch ihr mosaischer Monotheismus verhinderte, gleich einem eisernen Keuschheitsgürtel, über lange Zeiten jegliche geistige Ausschweifungen. Auch Einstein war ein vorzüglicher Mathematiker, doch irrte er auf vielerlei Arten und Weisen, menschlich, privat, moralisch, auch hinsichtlich des von ihm nie akzeptierten Quantensprungs bzw. des nachweisbaren Quantenzufalls, was Veranlassung für den erwähnten Brief an seinen Freund Max Born vom 04.12.1926 war, wie einen weiteren vom 03.12.1947: „Ich kann deshalb nicht ernsthaft daran glauben, weil die Theorie mit dem Grundsatz unvereinbar ist, dass die Physik eine Wirklichkeit in Zeit und Raum darstellen soll ohne spukhafte Fernwirkungen.“ Das Spukhafte der kosmischen Wirkungen werden für die Quantenphysiker als solche immer deutlicher. Auch die Lichtgeschwindigkeit ist nicht, wie Einstein postulierte, die schnellste erkennbare Bewegung, vielmehr vollzieht sich offenbar die energetische Kommunikation zwischen Protonen des Atomkerns und den Negativ-Teilchen, oder -Wellen, mit geheimnisvoll-höheren Geschwindigkeiten. Es bleiben also bis heute Grenzen der Erkennbarkeit kosmischer Geheimnisse. Eines aber steht jetzt unumstößlich fest: alles ist Geist, Materie ist nur eine Form von Energie.
 
Jüdisch-orientalische Glaubensreligion wider deutsch-germanische Wissensreligion
 
Zunächst Antwort auf die Frage, warum von einer „jüdisch-orientalischen“ Religion gesprochen werden muss, warum die Definition „orientalisch“ nicht ausreichend wäre: Der paulinische Christianismus - der den Tod des samaritanischen Prediger-Zimmermanns Jeschua-Jesus in den Mittelpunkt seiner Verkündigung stellte - ist hervorgegangen aus einer militanten jüdisch-nationalistischen Sektentradition der Makkabäer-Essener, welche sich in ihrer argumentativen Selbstdarstellung auf die Esra-Bibel stützte. Diese hatte, mit dem Zweck der völkisch-politischen Einigung der diversen widerstrebenden Stämme und Gruppierungen (hauptsächlich Judäer u. Samaritaner) in der persischen „Satrapie Jehud“ des 5. Jh. v.0, eine einzige orientalische Kulttradition protegiert, eben jene des Wettergottes „Jahwe“, bei strengem Ausschluss aller anderen. Die mosaische und ebenso die jesuisch-paulinische Religion verlangen Glaubensunterwerfung, unkritische Hingabe unter dem Motto: „Wer glaubt wird selig !“ Ein Forschen, ein Hinterfragen, ein Abklopfen auf den konzeptionellen Wahrheitsgehalt und die Seriosität der Verkünder, galt und gilt bis heute als verwerflich. So wie die mosaische Buch-/Thora-Religion des Esra die exklusiv jüdischen Gläubigen mittels festgelegter Glaubensformeln, Glaubensdiktate im einseitigen Ausrichten, religiös zu uniformieren versucht -, gedachten - nach diesem verlockenden Vorbild - die sektiererisch-paulinischen Juden sich eine ebensolche Schrift-Grundlage zu schaffen und schufen sich das sog. „Neue Testament“ -, wobei ihnen der vermögende jüdische Reeder-Sohn Markion (100-160) vom Pontus vorausging, der das erste frühchristliche Evangelium schrieb, um seine Anhänger vom altjüdischen „Gesetz“ abzugrenzen. Solche Buch- und Verkündungsreligionen behaupten, dass das wahre Heil bzw. der Heilsweg von bereits abgelebten Menschen gefunden worden sei, denen man nur noch bereitwillig und demütig zu glauben haben würde, also die eigene Denkfähigkeit nicht gebrauchen müsse. Dass derartige glaubensgesellschaftliche Grundgesetze geistigen Stillstand bedeuten und Zwangsmaßnahmen hervorrufen, zur Unterdrückung spekulativ-geistiger Beweglichkeiten, muss nicht extra ausgeführt werden. Völlig anders verhält es sich bei Naturreligionen, deren führende Geister im permanenten Versuch begriffen sind, die Gottnatur noch besser, noch vollkommener verstehen zu wollen. Die Natur kennt kein Dogma. Sie kennt kalendarisch festliegende komische Abläufe, aber keine Denkverbote, wie die Buch- und Verkündigungsreligionen. Deshalb kennen die Teilhabenden an solchen Glaubensgilden keine Zwänge. Sämtliche paganen Naturvölker, wie auch wir Deutschgermanen kommen also aus einer angstfreien Glaubensvorgeschichte die mit dem Aufkommen des monotheistischen Bibelglaubens zu Ende ging. Der jüdische und in Nachfolge christliche Monotheismus stellte seine Gottesidee über die Natur, die Natur gilt lediglich als Gottes Produkt, ist ihm also nachgeordnet und ohne jegliche Bedeutung für die interpretierte Heilsidee. Hingegen heiligen die paganen Naturreligionen Gott in der Natur, sie vermuten Gottes Sprache und Ausdruck in der erlebbaren Naturwelt, die es darum zu erforschen gilt. Wer die Natur nicht heiligen kann, will sie auch nicht ergründen. Das jüdisch-christliche Desinteresse an der Naturforschung liegt mithin im Glaubenssystem begründet. Aber die Distanz spitzt sich noch zu, durch den definierten Gegensatz zwischen „Gott“ und Natur. Es erkannten schon die frühesten christlichen Kirchenväter, dass die vielfältigen Naturgewalten außerhalb und inwendig des Menschen von einer einflussnehmenden gewaltigen Kraft sind, der es - um die Glaubensdominanz zu bewahren - durch Herabwürdigung bis zur Verächtlichmachung, zu widerstehen gilt. Dem willkürlichen und künstlichen Monotheismus, als einem unnatürlichen menschlich-geistlichem Konstrukt, gilt alles Natürliche zwangsläufig antigöttlich, das überwunden werden müsse. Ihren verständlichsten Ausdruck hat diese Denkweise in den historischen Baumfällungen der christenkirchlichen „Missionare“ gefunden, die man unhöflicher ausgedrückt mit Fug und Recht auch Übertölpelungskünstler benennen dürfte. Jener kirchliche Kampf gegen den Baum hat Schlüsselbildcharakter, denn der Baum ist das perfekte und lehrreiche Abbild des Lebens selbst. Mit seinen Wurzeln verkrallt er sich in die irdische Realität, sein Streben geht in die raumgewinnende himmlische Höhe. In seiner frühjährlichen Brautzeit schmückt er sich mit dem Blütenkleid, im Herbst trägt er Früchte -, so mag er für den Menschen ein wohlgestaltes Vorbild sein. Nicht aber für die „Menschenfischer“ des Monotheismus, die alles natürlich Gewachsene für ihr Kunstprodukt ausroden wollen. Die Entwurzelung muss zwanghaft vorangehen, für die Schaffung eines neuen „Gottessvolkes“ von der Pfaffen bzw. der am wahren Volk schmarotzenden Kirchenagenten Gnaden.
 
Wer die Natur schätzt und liebt und sie weitgehend mit Gott gleichsetzt - wie es nordische Tradition ist - der will sie auch erforschen. Unbestreitbar sind die Deutschen ein Naturvolk, ich will meinen, ein Volk, welches ein besonders inniges Gefühl für die Natur besitzt und auszuleben bestrebt ist. Kein Volk zählt so viele Dichter und Dichtungen, welche die Natur, den Wald, die Auen, die natürlichen jahreszeitlichen Wechsel mit ihren unterschiedlichen Naturbildern besingen. Der Natur gehört ihre heimliche, nie erlöschende Hingabe. Ganz im Ge­gensatz zu den romanisch bestimmten Welschländern und dem Orient sowieso. Von unseren Vor­fah­ren schrieb der Römer Tacitus (Germania, Kap. 16): „Ein Dorf legen sie nicht nach unserer Art aus miteinander verbundenen und zusammenhängen Gebäuden an: Jeder umgibt sein Haus mit einem Freiraum, sei es als Schutz gegen Feuergefahr, sei es aus Unkenntnis im Bau­wesen.“ Alle alten deutschen Städte sind nach Art der Dörfer gebaut. In den neuen Städ­ten wollen zumindest die Wohl­ha­benderen nach der Weise des Dorfes wohnen. Derartige Vil­len­vorstädte findet man in keiner französischen oder italienischen Großstadt. Die unver­mö­gen­den Leute streben nach einem „Schrebergärtchen“ und begnügen sich zumindest mit Blu­mentöpfen, oder Tomaten- und Geranien­kästen auf Balkonen und Fensterbrettern. Kein nor­maler Mensch geht in Italien oder Frankreich vor den Toren der Stadt spazieren, in Deutsch­land jedoch drängen sich an Sonn- und Feiertagen die Bürger aus der Stadt hinaus aufs Land. Die Wanderlust der Deutsch­en ist uralt, die fahrenden Scholasten durchstreiften schon das Mittelalter, die Zünfte schick­ten ihre jungen Gesellen auf die Walz. Noch die heutige tou­ri­stische Reiselust ist mitgespeist von die­sem genotypischen Urimpuls der Deu­tsch­en und Skandinavier. In der Romantik, jener kulturgeschichtlichen Epoche, die vom Ende des 18. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein währte, geschah eine erneute Hinwendung zur eigenen Kultur, verbunden mit der verklärenden Sehnsucht nach der reinen Natur, nach Einheit und Heilung durch die Natur -, nach mythisch überglänzten Berggipfeln und nebel­verhangenen Waldtälern, nach der „Blauen Blume“, unter deren Begriff die unschuldige Rücksuche und Naturverinnerlichung verstanden wurde. Auch von dieser urdeutschen Heilsuche in der Natur schrieb schon Tacitus (Germania, Kap. 9): „Übrigens finden sie es der Größe der Himmlischen nicht ange­mes­sen, die Götter in Tempelwände zu bannen oder sie irgendwie menschlichen Zügen ähnlich darzustellen. Haine und Waldtriften betrachten sie als heilig und bezeichnen mit dem Namen Gottheit jenes Geheimnisvolle Etwas, das sie einzig mit dem Auge der Andacht schauen.“ Einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Einfluss übte die geniale Persönlichkeit des deutschen Naturforschers Ernst Haeckel (1834-1919) aus. Er war Arzt, Professor für vergleichende Anatomie, bienenfleißiger Zoologe, begnadeter Zeichner der Artenvielfalt, mo­nisti­scher Religionsphilosoph, kämpferischer Freidenker und Vertreter eines natur­wissen­schaftlich geprägten Fortschrittgedankens; 1910 trat er aus der evangelischen Kirche aus. Er, der eine spezielle Abstammungslehre im Sinne des Angelsachsen Charles Darwin (1809-1882) schuf, verstand die Natur, bis hin zu anorganischen Kristallen („Kristallseelen“), als beseelt. Der von ihm vertretene Monis­mus lehrte eine durchgeistigte Materie im Sinne des Pantheismus, in dem Gott in eins gesetzt wurde mit dem bestimmenden allgemeinen Naturgesetz. Haeckels epochale Werke prägten das Bewusstsein suchender Generationen, denen die abgeschmackten Lehren der Kirchen nicht mehr genügten: „Generelle Morphologie“ (1866), „Natürlichen Schöpfungs­ge­schichte“ (1868), „Anthropogenie - Ent­wicklungs­ge­schich­te des Menschen“ (1874), „Die Welträthsel“ (1899), „Lebenswunder“ (1904). Im September 1904, wäh­rend des Internationalen Freidenker-Kongresses in Rom, an dem Tausende teil­nah­men, wurde Ernst Haeckel feierlich zum „Gegenpapst“ ausgerufen, was schrille Anfeindungs-Kam­pagnen von kirchlicher Seite zur Folge hatte. Den bösartigen jesu­itischen Unterste­llun­g­en, er sei ein Fälscher und Betrüger, trat er mit seiner Schrift „Sandalion“ erfolgreich ent­ge­gen. Charles Darwin würdigte Ernst Haeckel in seiner Einleitung zu „Die Abstammung des Men­schen“, Auflage 1870, mit den Worten: „Wäre die ,Natürliche Schöpfungsgeschichte’ er­schie­nen, bevor meine Arbeit niedergeschrieben war, dann würde ich sie wahrscheinlich nie zu Ende geführt haben. Fast alle Schlüsse, zu denen ich gekommen, finde ich durch diesen Natur­forscher bestätigt, dessen Kenntnisse in vielen Punkten viel vollkommener sind als die me­i­nen.“ Mit Haeckel erschien den Deutschen aus urtümlich deutschen Neigungen und Denk­formen ein prägender Naturenthusiast, Naturwissenschaftler und Naturprophet von geradezu antiker Größe, welcher der bibel-christlichen Naturmissachtung und -verachtung die aus gallo­germanischer Seele wieder heraufschimmernde religiöse Verehrung der Allnatur ener­gisch und fundiert entgegenhielt. Die Idee des Tier- und Naturschutzes stieß in Deutschland - so wie in keinem anderen Lande - stets auf stärkste Anteilnahme und aktiven Zuspruch. Anfänge der Naturparkbewegung in Deutschland reichen bis zur Gründung des Vereins „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ im Jahr 1909 zurück. Nach dem Kriege wurden bereits über 500 Naturschutzgebiete eingerichtet. Auch das Dritten Reich unterstütze den Gedanken ganz energisch, schuf eine „Reichs­fach­stelle für Naturschutz“ und stellte 1935 mit dem Reichsnaturschutzgesetz diese Idee auf eine neue sichere Grundlage
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