GERMANISCHE RELIGION

Gesamtheit des Artikels: Copyright © Gerhard Hess, Oktober 2019
 
GERMANISCHE RELIGION
 
Ich künde der Runen geheimsten Sinn,
er ist der Germanen Ehren-Gewinn.
Was keiner wusste, war keiner sah,
macht der Oding‘sche Ring gewahr.
 
Wer die Runen vor 2.000 Jahren schuf,
der folgte seinem tief innersten Ruf,
den lenkte die Gottheit zu seiner Tat,
der spendete zeitlosen, reiflichen Rat.
 
Sein weises, kosmisches Gottesbild
wurde der Gläubigen ehernes Schild.
In diesem Glauben ward Rom besiegt,
dass Hugin, der freie Gedanke, fliegt.
 
Der Freiheitsgedanken damit zugleich -
begründet im heiligen Geisterreich -
woraus die Weisheit, das Wissen wächst,
um hin zu reifen, zum runischen Text.
 
Der Runen Od-Kunde im ODING ist
Weltsicht-Weistum aus frühester Frist.
Es deckt sich erstaunlicherweis‘ generell
mit modernem kosmischen Welt-Modell.
 
Es dreht sich unfassbar in Wirklichkeit,
es gleicht das OD-Ding dem Rad der Zeit.
Es meint, dass es Materie nicht gibt,
was Quantenphysik, zu erklären liebt.
 
Alle Köper sind reger, geronnener Geist,
die Quantenmechanik es klar erweist.
Der germanische Genius hat es erdacht,
zum Weltverständnis das Tor aufgemacht.
 
Die Meister Planck, Hahn und Heisenberg
und Hans-Werner Dürr, im Titanen-Werk,
sie steh‘n in der Kette, so Glied für Glied,
die leuchtend über Jahrtausende zieht.
 
Wohl Erul, ein Kimber, die Od-Lehre gab,
er ringte die Runzeichen Stab, um Stab.
Sie reifte zum geistig Unfassbaren fast
im Goldhörner-Wunder des Hlewagast.
 
Es zeigt urdeutschen Sinn für die Zahl:
Das God und der Kosmos sind irrational !
Drum sind sie allein in Zahlen zu fassen,
soweit sich „Götter“ ergründen lassen.
 
7.000 JÄHRIGE ENTWICKLUNGEN NORDISCH-GERMANISCHER NATUR-RELIGION
 
Monotheismus, ein unglaubwürdiges Konzept
 
Kein geistgesunder Mensch des jetzigen 21. Jahrhunderts wird heute noch ernsthaft glauben wollen, die antiken Bibel-Texte, mit ihren christenkirchlichen Ausdeutungen, könnten einen Zugang zum kosmologischen Weltverständnis und damit einer glaubhaften Gotterkenntnis vermitteln. Die biblischen Geschichten, im vorderasiatisch-althebräischen Milieu, sind längst nicht mehr geeignet auch nur annähernd befriedigende Erklärungen zur Genesis aus dem 1. Buch Mose bzw. der darin enthaltenen Schöpfungsgeschichten zu geben. Umstritten ist der nur relative historische Wert der biblischen Berichte und Legenden, es bleibt allein ihre romantische Bedeutung, als nationales Erinnerungsbuch für das israelische Volkstum. Aus der Position einer grundsätzlichen Infragestellung der judäo-christlichen Historisierung von Gottesvorstellungen, ist das gesamte Gotteskonstrukt des Jehova-Glaubens abzulehnen, welches konkret als Spekulation aus dem Jahr 458 v.0 erklärt werden kann und zwar durch die Weisungen des persischen Bevollmächtigten „Richter Esra“, für die 5. Satrapie bzw. der Provinz Jehud. Er war als Provinzverwalter bemüht, seinem Herrschaftsbereich, in dem gegeneinderstrebende Volkgruppen beheimatet waren, eine befriedende, identitätsspendende Grundlage zu schaffen. Esra muss bedeutenden Einfluss auf Auswahl und Redaktion der sog. „heiligen Schriften“ und des „mosaischen Rechts“ ausgeübt haben. Die durch Esra veranlasste Niederschrift eines jüdischen Volks- und Religionsbuches, das sich auf den propagierten Monotheismus des angeblich frühzeitlichen Volksführers Moses bezog, sollte ein vereinheitlichendes Grundgesetz für den gesamten Herrschaftsbereich der Provinz Jehud sein, in der zuvor diverse Glaubensformen und Kulte des Baals und der Kybele nebeneinanderher gelebt hatten. Der Monotheismus war mithin ein politisches Kalkül und mit der Macht, ihn rigoros zu erzwingen, war Esra von den persischen Herrschern in Babylon  befähigt worden. Wie unnachsichtig und gewalttätig dabei Esra ans Werk ging, ist im biblischen „Buch Esra“ festgehalten worden: er trennte Ehen, er ließ töten, er erzog sich sein untertäniges, vereinheitlichtes bzw. gleichgeschaltetes Volk. Das entsprach im vollen Umfang der persischen Staatsdoktrin, die ebenfalls auf einer Form des Monotheismus beruhte, nämlich der des zoroastrischen Schöpfergottes Ahura Mazda („Weiser Herr“). Was Moses anbelangt, so entschleiert der sich als Amenmesses (auch Masesa u. Messui), der ein kurzzeitiger Gegenkönig von Sethos II. war und von 1203 bis 1200 regierte. Er wird nach seinem verunglückten militärischen Vorstoß nach Unterägypten in Richtung Sinai geflohen sein, wobei seiner Gefolgschaft kleinere vorderasiatische Fremdvölker angehörten, die sich dann absetzten, ein Vorgang der aus völkisch-hebräischen Legenden zum sog. biblischen „Exodus“ hochstilisiert worden ist (Ägyptologe Rolf Krauss, „Das Moses-Rätsel - Auf den Spuren einer biblischen Erfindung“, 2000 / Klaus Magnoli, Franka Foresti, „Mose - Stab und Schlange: Eine objektbasierte Untersuchung zu seiner Person“, 2015). Fraglich bleibt, woher der israelische Eingottglauben mehr Anleihen aufnahm, vom Aton-Kult des Ägypter-Pharao Eschnaton (1362-1334) oder vom Mazdaismus des persischen Religionslehrers Zoroasters (um 1500 v.0) ? Der gedankliche Anstoß zur biblischen Niederschrift erfolgte indes mit Sicherheit aus dem Vorbild des persischen Religionsbuches Awesta. Das 6. Jh. v.0, als Esra seine Bibel schreiben ließ, um dem Judenvolk eine einigende Grundlage zu schaffen, war eine Zeitspanne in der auch in etlichen anderen Weltregionen religiöse Wegmarken gesetzt worden sind: Der tiefreligiöse babylonische König Nebukadnezar (640-562) lässt Zikkurate (Himmelshügel) für die Götter Marduk und Nabu errichten, die thrakischen Gemeinden der Orphiker begannen sich ab dem 6./5. Jh. v.0  (oder schon früher) an der nördlichen Schwarzmeerküste, in Griechenland und im griech. besiedelten Süditalien auszubreiten, , Konfuzius (551-479) begründet seine chinesische Weisheitslehre, Siddhartha Gautama Buddah begann i.J. 534 begann seinen indischen „Weg der Erleuchtung“, der griech. Weisheitslehrer Thales von Milet (um 624-548 v.0) begründet die Naturphilosophie („alles kommt aus dem Wasser“), Astronomie Geometrie, der Grieche Pythagoras von Samos (um 570-510 v.0) begründet eine der einflussreichsten religiös-philosophischen Bewegungen, Milon v. Kroton (um 555-510 v.0), Athlet, Feldherr und Pythagoreer, war der gepriesene, gigantische Ringkämpfer, der sechsmal in allen Panhellenischen Spielen siegte und so klug war, dass ihm Pythagoras seine Tochter Myia zur Frau gab, die griechische Dichterin Sappho auf Lesbos (um 620-570) unterrichtet junge Frauen in musischen Fertigkeiten wie Poesie, Musik, Gesang und Tanz und trat mit ihnen bei Festen zu Ehren der Götter, namentlich der Aphrodite auf, die griechischen Pythischen Spiele begannen 582 v.0 zur Ehre von Apollon, 534 v.0 werden erstmals die glanzvoll-prächtigen Dionysien erwähnt (Erfindung des Theaters).
 
Politisch-spekulative Religionen + Utopistisch-imaginative Religionen
 
Der Eingottglauben kann nie das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung aus den Bedürfnissen des gemeinen Volkes sein, dafür ist die Welt der Erscheinungen zu vielgestaltig, eine zwanglose Entwicklung zu dieser Glaubensform ist unmöglich. Ihr geht immer die Gewaltsamkeit eines Glaubenszwanges, also einer Anordnung von oben nach unten voraus, oder zumindest die von einem Herrscher geförderte revolutionäre Predigt eines Umgestalters. Der ägyptische Monotheismus war das Werk des Amenophis IV., der sich nach Glaubenswechsel Echnaton nannte, und der hebräische Monotheismus war das Werk des persischen Satrap („Schützer der Herrschaft“) Esra. Der relative Monotheismus persischer Art, den Zarathustra gepredigt hatte, verstand den höchsten Gott als einen Vater, der das Oberhaupt über eine großen Familie unterschiedlichster Kraftmächte darstellt -, nicht aber als liebevoll-strenger Alleinherrscher wie Aton, oder gar wie der grauenerregende Diktator von erschreckender Art eines jüdischen Jahwe sowie arabischen Allah, welche beide in hybrider Willkür die Unterwerfung bis zur Ausrottung fremder Völker befehlen. Hier, exakt an diesem Punkt, überschreiten die letztgenannten Gottesideen die Schranken der Naturgesetzlichkeiten und werden damit zu unbeschränkten, tyrannischen Ideenwesen. Sie haben nichts mehr gemein mit der Natur, sie sind keine ordnenden Väter der Wirklichkeiten (der in Wirkung begriffenen Natur) mehr, sie sind über die Natur gestellt, sie sind nur noch abstrakte Gebilde aus typisch rein menschlichen Machtgelüsten, für die sie - in schrecklicher Weise vorbildgebend - herhalten sollen. Mit diesen Gotteserfindungen legitimiert der machtlüsterne Herrenmensch seinen Machtanspruch gegenüber den von ihm Unterworfenen und Vernichteten. Es handelt sich so gesehen, um politische Götter, die, um ihre Glaubhaftigkeit vor dem Publikum zu erhöhen, mit mancherlei legendenhaften Beiwerk scheinkonkretisierend und historisierend ausgestattet worden sind. Erweist sich der Jahwekult als mehr oder weniger fromme Erfindung aus dem Staatskalkül des „Richters Esra“, dann fällt damit ebenso die auf ihm basierende Gestalt des samaritanisch-jüdischen Tekton (griech. „Handwerker, Zimmermann“) und späteren Reformers wie essenischen Sektenführers Jehoschua/Jesus. Er verkündete seinen nationalistischen Anhängern, kein Strich der Thora bzw. vom Gesetz des Moses wahrhaft überwinden zu wollen (Matthäus 5/l7 - Johannes 4/22), denn aller Segen käme aus seinem Volkstum, dem Judentum. Im gleichen chauvinistischen Sinne hat sich der Jerusalemer Sadduzäer Flavius Josephus (eigentlich Joseph ben Mathitjahu, ca. 37-100 n.0) in seinen Schriften geäußert. Selbstüberschätzung und Ichbezogenheit sind die denkbar schlechtesten charakterlichen Voraussetzungen für ein Gottsuchertum, wer sich selbst zu wichtig nimmt, wird zu einem ferngerichteten gedanklichen Ziel nicht hinfinden. Das Menschenhirn muss von sich absehen können, wie es wissenschaftlich arbeitende Personen vermögen, um sich im Zielobjekt fokussieren zu können. Max Planck (1858-1947), dessen ganzes Streben darauf gerichtet war, die Harmonie der Naturgesetze durchschauen zu lernen, führte einmal aus, dass sich Naturwissenschaft und Religion sehr wohl vertragen könnten, denn in der Religion ginge es darum: „Was soll ich tun ?“, während die Frage der Naturwissenschaft lauten würde: „Was ist ?“ Für ihn, der die herkömmliche Religion, aus welchen Gründen auch immer, nicht anzutasten wagte, war es möglich, diese Unschärfe zu tolerieren. Die strengere Frage aber müsste lauten: „Warum sollte der Mensch etwas tun, wenn er nicht weiß was ist !“ So lange die Menschheit nicht sicher sein kann, hinsichtlich ihrer Religion, der Kosmogonie und dem daraus ableitbaren Gottesbild, wie könnte sie dauerhaft zufriedengestellt und „gehorsam“ bleiben ?! Jedes Weltbild und Gesellschaftsmodell das auf Unbewiesenem und auf Lügen begründet ist, hat auf Treibsand gebaut ! Denker wie Max Blank haben ungewollt und unbemerkt das große Tor einen Spalt weit, zu einem besseren Welt- und Gottesverständnis aufgedrückt und damit gleichzeitig die Vorarbeit geleistet für eine tragfähigere Religion der Zukunft. Diese Denkart, des bedingungslosen Wissenwollens was ist - was in Wahrheit ist - war nie die Stärke des Orients, es war vielmehr die Eigenart des nordischen Griechentums. Vor den griechischen Denkern, den ionischen Philosophenschulen und den Mathematikern gab es zwar priesterliche Forschungen in den Tempeln, doch Wissenschaft um ihrer selbst willen zu betreiben, war das Neue, das Verdienst der frühen Griechen und wurde - den mittelalterlich-christenkirchlichen Behinderungen zum Trotz - zum nie mehr vergessenen Vorbild für die europäische Wissenschaft. 
 
Die diversen Völker, Haplogruppen, Ethnien, Rassen und die ihnen zuzuordnenden Einzelwesen sind, aufgrund ihrer unterschiedlichen Ursprungsregionen, woraus unterschiedliche genetischen Prägungen und Ausrichtungen erwuchsen, ebenso zu unterscheiden, wie in ihren seelisch-körperlichen Neigungen und Bedürfnissen, bis hin zu unterschiedlichen Krankheitsdispositionen und Denkbefähigungen (IQ). Dazu gibt es eine statistische Faustregel: Je jünger die Ethnie in anthropologischer Hinsicht und je fortschrittlicher ihre Hautaufhellung bzw. defizitäre Pigmentierung, umso höher ihr durchschnittlicher Intelligenzquotient. Der Psychologe Hans Jürgen Eysenck (1916-1997) hat dazu bahnbrechende Arbeiten geliefert: „Vererbung, Intelligenz und Erziehung. Zur Kritik der pädagogischen Milieutheorie“, „Die Ungleichheit der Menschen“, beide 1975. Die einfache Erklärung zu diesem Phänomen ergibt sich aus dem höheren Selektionsdruck in kälteren, unwirtlichen, lebensfeindlichen Regionen, in denen auf Dauer allein die intelligentesten, innovativsten also lebenstüchtigsten Individuen eine Überlebenschance zur Fortpflanzung gewinnen. Solcherart ungünstig-günstige Entwicklungsverhältnisse traten in den langen Eiszeiten für die Jägergruppen am Eisschildrand Nordeuropas ein, im Raum der nordfranzösischen und norddeutschen Tiefebenen, wo sich aus den Küstenjägern der „Ahrensburger Kultur“, „Kongemose-Kultur“, „Maglemose-Kultur“ und „Ertebölle-Kultur“, bis zur „Trichterbecher-Kultur“ (5.100-4.100 v.0), der nordische, auch als arisch benannte, expansive indogermanische Menschentyp heranentwickelte. Im Zusammenwachsen der von den norddeutschen Küsten her in die Flussläufe nach Süden vordringenden Küstenjägern und den aus mitteldeutschen Regionen nach Norden vorstoßenden bäuerlichen „Bandkeramikern“, resultierte die nordische „Trichterbecher-Kultur“, wie der Althistoriker Carl-Heinz Boettcher (1928-2015), mit dem ich in für mich bereicherndem Kontakt stand, beeindruckend zu erklären vermochte: „Der Ursprung Europas - Die Wiege des Westends vor 6000 Jahren“, 2000. Je näher zum Äquator Menschengruppen leben, je weniger müssen sie Sorge tragen, ihre Körpertemperatur vor kälterer Witterung zu schützen und je weniger bedarf es der Vorratsspeicherung für die fruchtlosen Winterphasen. Die größeren Herausforderungen der Nordregionen bedingten die Entwicklung einer höchst realistischen, einfallsreichen, durchsetzungsfähigen Menschenart. Dieser Typus schuf analytische Gottbezogenheiten und Religionen, er beobachtete sehr genau die irdischen Wirklichkeiten und das Geschehen am Himmel. Es entwickelte sich der „faustische Mensch“, der Denker, der Naturwissenschaftler und der religiöse Mensch, der Gottsucher mit seiner Planck’schen Prämisse: „Was ist ?“. Im grundsätzlichen Gegensatz standen und stehen dazu die politischen Religionsformen, wie der eschnatonische Atonismus, esraische Mosaismus, paulinische Christianismus und mohammedanische Islam, mit ihren praktischen, weltbezogenen Fragestellungen: „Was ist machbar ?“. Ebenso stehen der analytischen Religion die Formen der Fantasie-Religionen entgegen, wie der tiergestaltige Amun-Kult, oder hinduistische Elefantenkult. Bei diesen Klassifizierungen handelt es sich um normierende Vereinfachungen, denn tierische Attribute und Metaphern lassen sich auch in nordischen volksreligiösen Glaubensformen nachweisen und eifrige Gestirnbeobachtungen auch in altägyptischen und babylonischen Priesterkasten-Religionen. Trotzdem ändern sich damit nicht die von mir dargelegten langfristig erkennbaren Tendenzen. Denn das Ausufern fantastischer, fantasievoller Tiervergötzungen, indem Göttern ein Tierkopf aufgesetzt wurde, sowie dass Tiere als göttliche Inkarnation abgebetet und einbalsamiert wurden, gelten als starres Festhalten und anachronistisches Kultivieren von primitiven jägerzeitlichen Praktiken.
 
Nordische Kalenderberechnungen als Ausdruck der Wissenschafts-Religion
 
Die nordische „wissenschaftliche Gestirns-Religion“, wie ich sie nennen möchte, ist eine Frühform der Naturwissenschaft. Für sie liegt eine Fülle von archäologischen Nachweisen vor. Eine ihrer Errungenschaften waren die Zeitweiser-Artefakte, also die Kalender, welche in einer uns noch unbekannten mathematischen Technik erklügelt und dargestellt worden sind. Der bislang älteste Kalenderfund - mindestens 35.000 Jahre alt - stammt aus einer schwäbischen Höhle, dem Geisenklösterle bei Blaubeuren. Es handelt sich um eine kleine Mammutelfenbeinplatte, halb so groß wie eine Streichholzschachtel, deren Vorderseite den Adoranten, eine anbetende Menschengestalt - die älteste jemals gefundene - mit hoch erhobenen Armen zeigt. Sämtliche Kanten sind gekerbt. Links und rechts je 13 an der Zahl, unten sechs und oben sieben. Viermal taucht die 13 in den Kerbreihen auf, die auch Prof. Hermann Müller-Karpe (1925-2013), einer der vorzüglichsten Prähistoriker Deutschlands, „als Kalender für religiöse Feste, um Gott zu danken“, versteht („Erwachen in der Steinzeit: Wie wir Menschen wurden“, 2010). Die Menschengestalt, so wird vermutet, könnte auch das markante Sternbild des Orion meinen. Die etwas abweichenden Proportionen lassen sich mit der Veränderung des Sternbilds in den letzten 35.000 Jahren gut erklären.Im frühzeitlich besiedelten „Thüringer Becken“ bestand die Baalberger-Kultur (4.200-3.100 v.0), einer Tochterkultur der Trichterbecherleute. Hier entstand im Spätneolithikum (3.200-2.800 v.0) die urthüringische Walternienburg-Bernburger-Kultur, die auch in Gebieten des heutigen Sachsen-Anhalts und Frankens beheimatet war. Ihre Tontrommeln, Doppelstreitäxte, Schiefermesser waren fein gearbeitet und ihre Ärzte vollzogen bereits ausheilende Schädeltrepanationen mit kreisrunden Öffnungen der Schädelkalotten. Man fand Höhensiedlungen und Kultheiligtümer wie die Schalkenburg bei Quenstedt und der Steinkuhlenberg bei Derenburg. In dieser Zeit, um 3.000 v.0, vollzog sich die Vereinigung von Ober- und Unterägypten, womit die Geschichte des Pharaonenreichs erst begann. Die kultische Trommel von Hornsömmern (Unstrut-Hainich-Kreis), mit weißen Dekor von Strichelungen, weisen sich als Kalendermarkierungen aus. Die Verknüpfung von Kalendarien und dem Trommeln, also der Ton- bzw. Musikproduktion, macht nachdenklich und regt zu Deutungsversuchen an. Es kann sich nur um rituell verstandene Tonfolgen gehandelt haben. Erfolgte während der Klänge von Trommeln und schrillen Pfeifen das wintersonnwendliche Stieropfer, von dem man die Auerochsengehörne als Bodenzeugnisse bei den Toren vom Sonnenkultplatz Goseck (bei Naumburg) fand ? Das Alter des Gosecker Wintersonnwendkultrondells liegt auf 4.800 v.0. Von seinem Mittelpunkt aus sieht man die Torfluchten im SSO, des Sonnenaufganges zur Weihnachtszeit und im SSW jene des Sonnenunterganges. Man feierte also das nordische Julfest, mit Stieropferriten, vor ca. 7.000 Jahren. Alle diese urdeutschen Kulturen befleißigten sich der Zeit-Betrachtungen und -Berechnungen, bis in die Bronzezeit hinein, aus der uns Kalender-Bronzegefäße bekannt sind, wie das vom „Königsgrab von Seddin” (um 800 v.0). Im sachsen-anhaltinischen Goseck („Gottesacker“) und im niederbayerischen Meisternthal („Tal der Meister“) sind die uns bislang ältesten bekannten Sonnenkalenderbauten der Welt errichtet worden, die hohe mathematische sowie astronomische Kenntnisse voraussetzten. Der Sonnen- oder Kalendertempel von Meisternthal ist als exakte Ellipse auf Nord-Süd-Achse konstruiert, eine geometrische Überraschung. 181° beträgt die geringe Abweichung von einem Grad, was durch sieben Jahrtausende Pendeln der Erdachse erklärbar wird. Ihre Erbauer wussten vier Jahrtausende vor Pythagoras, dass die Summe der Entfernungen zu den beiden Brennpunkten von jedem Punkt eines Ellipsenringes gleich groß sein muss. Peilt man vom Mittelpunkt der Anlagen bzw. von den beiden Brennpunkten der Ellipse durch die Tormittelpunkte, sieht man jeweils eine Stelle, an der zu einem wichtigen Datum im Jahr die Sonne aufgeht. Die steinzeitlichen Konstrukteure hielten so ganz verschiedene Daten fest: Winter- und Sommersonnenwende, Tag- und Nachtgleiche, und die Tage, die genau zwischen Tag- und Nachtgleiche und Wintersonnenwende liegen. Weihnachten, Ostern, Lichtmess und Allerheiligen sind nur scheinbar christliche Feste, die diesen steinzeitlichen Festtagen entsprechen. Dazu wurde der Sonnenstand von 4.800 v. 0 zugrunde gelegt bzw. zurückberechnet. Der dortige Flurnamen „Himmelreich“ lässt aufhorchen. Sollte sich die Erinnerung seit Steinzeittagen von Generation zu Generation bis heute weitervererbt haben, dass sich hier eine heilige Stätte der Himmelsbeobachtung befunden hat ? Als der Geophysiker Helmut Becker die Proportionen der Anlagen untersuchte, kam er auf das Richt- und Grundmaß von 83,1 Zentimeter. Jedem Kenner historischer und megalithischer Bauwerke ist dieses Maß wohl bekannt: Es entspricht ziemlich genau dem, was vor einigen Jahren die Forschung in Stonehenge und an bretonischen Megalithanlagen als „Megalithisches Yard" entdeckt hatte: 82,9 Zentimeter (+/- 2 Millimeter Abweichung). Und vielleicht noch überraschender: Nur vier Millimeter mehr maß bis ins 19. Jahrhundert die „Bayerische Elle” mit 83,3 cm. Die bayerische Elle ist unverkennbar über fast 7.000 Jahre als Tradition in einer Folge von 280 Generationen weitergegeben worden -, warum sollten nicht auch die Begriffe „Gottes-Acker“ und „Meistern-Tal“ über diesen Zeitraum - dem Sinne nach - weitergereicht worden sein ?! Zu einem grandioser Meilenstein nordischer Wissenschaftsreligion wurde die Kalenderscheibe vom Mittelberg bei Wangen-Nebra/Sachsen-Anhalt, aus einer Zeit vor 3.600 Jahren. Der Mittelberg selbst war ein Kalenderberg, denn von ihm aus wurden die wichtigen Jahres-Festpunkte angepeilt; die Sonne geht zum Beginn des Sommerhalbjahres hinter dem Kyffhäuser und zur Sommersonnenwende hinter dem Brocken unter. Schon in der Jungsteinzeit ist er als Observatorium genutzt worden. Wurde die Himmelsscheibe von einem Parawari (Heiltumswart) auf dem Mittelberg so über den Kopf gehalten, dass die beiden seitlichen Randbögen exakt in Ost-West-Richtung zu stehen kommen, ist die Scheibe als Kalender zu benutzten, z.B. können mit diesem Zeitbestimmungsapparat die Sonnenwenden und -Gleichen festgestellt werden. Das nordische Kalenderrechnen erweist sich ebenso am Beispiel des „Sonnenwagens“ aus einem Trundholmer Moor, nahe Nyköping auf Seeland / Dänemark. Es ist ein sechsrädriges bronzenen Kultwägelchens, dessen Gesamtlänge nach geglückter Wiederherstellung 60 cm beträgt. Zu ihm gehört eine einseitig mit Goldblech belegte Diskusscheibe. Sie trägt auf beiden Seiten eingravierte Spiralen und kon­zentrische Kreise. Das Zugpferdchen mit ähnlichen Verzierungen auf Kopf, Hals und Brust war mittels eines Bändchens durch die Öse an der Sonnenscheibe so verbunden, dass der Ein­druck er­weckt wurde, als zöge das Ross die goldblinkende Sonne. Aus etwa glei­cher Zeit blie­ben Felsritzungen (z.B. Balken / Tanums­hede / Bohuslän / Schweden) und Zierbilder auf Rasiermessern (z.B. Viborg / Jütland) erhalten, welche ebensolche Sonnenpferdchen darstellen. Eine Messergravur (Ketting / Laaland / Dänemark) stellt das Rösslein mit dem Kopf nach unten dar, wie es die Sonne über das Weltenschiff zieht. Nach nordischem Mythos bewegt sich die Sonne bei Tage von Ost nach West (also für den Beobachter von links nach rechts) vom Ross gezogen - mit oder ohne Wagen, bei Nacht zurück auf einem von Schwänen gezogenen Schiff von West nach Ost. Auf­grund stilistischer Kriterien ordnet man das Trundhol­mer Kunst­werk der älteren Bronzezeit (1.700-1.000) zu; es wird auf ca. 1.400 v.0 datiert. Ich begann im Jahr 1997 den Ornamentalschmuck beider Sonnendiskus-Seiten zu studieren und gelangte zu Ergebnissen die mehrfach veröffentlicht wurden, z.B.: „Die Zahlensprache der germanischen Zeit“ in „Elemente - Buchzeitschrift des Thule-Seminars e.V.“, 1998. Es führt ein Rechenweg zum Mondjahr von 354 Tagen, bestehend aus 12 syn­odischen Mondläufen (von Neumond zu Neumond) à 29,5 Tagen, sowie zum alther­kömmlichen Sonnen-Rundjahr von 360 Tagen. Auch das altindische und babylo­nische Jahr bestand ursprünglich aus 360 Tagen - und das Hinzufügen von 5 Festtagen zu den 12 ägyptischen Monaten legt nahe, dass das ägypti­sche Jahr einst auch 360 Tage umfasste. Auf diese Weise war die Kreisbahn der Sonne im Ekliptikgürtel auf der Himmelskugel in 360 Teile zerlegt, von denen jeder einem Tag und einer Nacht entsprachen. Das aufschlussreiche, fein gearbeitete Trundholmer Kultobjekt trug also eine kleinlich-ge­naue ma­thematische Symbolsprache, die nicht nur befähigt ist, ein Zeugnis abzulegen von hochentwickelter Ästhetik nordischen Kunstschaffens, sondern auch die Rechnungs­grundlage der Organisation eines frühgermanischen Mond-Sonnen-Jahres (lunisolares Schema) liefert. Die Zeit zu berechnen muss sämtlichen Weltkulturen ein wichtiges Anliegen gewesen sein und in Mitteleuropa findet man dazu die beeindruckenden Nachweise bis in die fernsten Frühzeiten. Als jüngstes Erzeugnis in dieser fast im mythischen Nebel verborgenen altehrwürdigen Reihung wäre die vor ca. 2.000 Jahren konzipierte Runenreihe von 24 Sinnzeichen zu nennen, die - zum Kreis zusammen geschlungen - nichts anderes darstellt als den gemeingermanischen luni-solaren Sakralkalender der 24 mondgebundenen Festpositionen. Keine zweite Geisteskultur in der Völkerfamilie besitzt ein derart ausgeklügeltes Buchstabensystem, das sich im Grundprinzip - ebenso wie die Mathematizität der nordgermanischen Goldhörner-Sprache - nicht an das profane, breite Publikum wendet, vielmehr an den gewiss nicht allzu großen Kreis der Eingeweihen, der Adepten einer intelligenten, erschütternd modern anmutenden irrationalen Religiosität (Gerhard Hess, „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, 1993). Keine Region der Welt, kein Volk der Welt hat eine so altehrwürdige, ernsthaft betriebene Kalender- und Zeitberechnungstradition wie die Deutschen bzw. die Menschen des abendländischen Zentralbezirkes, wobei angemerkt sein muss, dass ich „deutsch“ im Ursinne des Wulfila’schen Begriffes auffasse, nämlich als Kenntlichmachung des eigengesetzlichen Urvolkes im mitteleuropäisch-nordischen Großraum. Die Erfindung der Taschenuhr durch den Nürnberger Schlossermeister Peter Henlein (1479-1542), die folgenden „Nürnberger Eier“ (Aeurlein / Ührlein) und die ebenso wunderbaren Astronomischen Großuhren, welche Sonne und Mond im Tyrkreis (Ekliptik), die Mondphasen oder Stellungen der großen Planeten anzeigen, befinden sich an mitteleuropäischen kommunalen und sakralen Prunkbauten. Oft sind es mechanisch-mathematisch hoch anspruchsvolle Kunstwerke von monumentaler Größe,die als analoge Vorgänger der heutigen Computertechnik zu bewundern sind. Die älteste noch erhaltene wurde i.J. 1379/80 für die Rostocker St. Marienkirche gebaut. Jene vom Straßburger Münster, mit ihrer komplizierten Funktionsweise, gehört mit ihrer Höhe von 18 m zu den größten und bedeutendsten astronomischen Uhren der Welt. Die ältesten Astrolabiums-Uhren sind die Berner „Zytglogge-“ [Zeitglocken] Uhr vom Jahre 1405 und die vom Prager Rathaus, welche i.J. 1410 gebaut wurde, also 62 Jahre nach der dortigen Gründung der ersten deutschen Universität durch Karl IV..
 
Die nordisch-religiöse Forschung nach dem „WAS IST ?“
 
Der nüchterne nordische Mensch, mit seiner genetischen Prägung auf das Faktische und im Besonderen der germanische, ethnisch am stabilsten gebliebene nordische Typus, neigt nicht zum enthusiastischen Schwärmen. Ein Hinweis auf die Flagellanten in den 1260er Jahren, besonders aber infolge der Pest 1348/49, als es im ganzen Reich zu großen Geißlerzügen kam, die zur Buße ihrer Sünden und in „Nachfolge des Vorbilds Christi“ solche ritualisierten Selbstgeißelungen verübten, können mein vorhin Gesagtes nicht entkräften. Denn die bittere Armut weiter Kreise und die Entwurzelungen durch die Pest ließ manche Menschen verzweifeln, machte sie perspektivlos und einfach toll. Die Nüchternheit und Zweckorientiertheit des nordischen Geistes, die er in den gefahrvollen Jahrzehntausenden seiner Gletscherrand-Heimat gewonnen hatte und die sich im spannenden, abwechslungsreichen Insel- und Seengemisch Nordeuropas zur Doggerlandzeit noch verschärfte, wurden zum Rüstzeug des innovativsten Menschentypus, der bis in die Jetztzeit die Weltmaßstände setzt. Genmutationen bilden sich entsprechend den Bedürfnislagen. In sonnenlichtärmeren Geobezirken muss sich die menschliche Haut aufhellen, um genügend UV-Strahlung ins subkutane Gewebe einzulassen, weil sie beispielsweise zur Herstellung von Kalziumbildungen für die Knochenstärkung benötigt werden. Wunschimpulse bilden auf Dauer genetische Umprägungen. So hat - um ein Beispiel aufzuzeigen - der Wunsch des zahnlosen Chamäleons nach einer wehrhaften Zahnreihe, ihm im Laufe der Entwicklungsgeschichte zumindest die vorgetäuschten Zähne in Gestalt von Lippenschuppen hervorbilden lassen, zur Abschreckung von möglichen Angreifern. Das Bedürfnis nach Bemeisterung der Elemente, des kalten, aufgepeitschten Nordmeeres, der wilden Stürme, der undurchdringlichen Wälder und der tückischen Moore ließen den nordischen Phänotypen entstehen, der sich im Zuge der indogermanischen Wanderzüge  einen Großteil und schließlich mittels seines Erfindungsreichtums die gesamte Welt unterwarf. Es begann mit den Frühgriechen, den Hellenen, die aus dem mittel- bis norddeutschen Großraum in eruptionsartigen „Seevölker-Bewegungen“ und „Dorischen-Wanderungen“ in die Balkanhalbinsel und den Peloponnes vorstießen, die Pelasger, die Minoer überlagerten, unterwarfen und bis nach Ionien, Zypern und Palästina hin, eine bis dahin nie gekannte technologische Modernität einerseits schufen und anderseits einen in seiner Erreichbarkeit vorher nie erkannten geopolitischen Horizont -, in einer Art Vorwegnahme dessen was der blonde nordgriechische Makedone „Alexander der Große“ (356-323), durch seine militärischen und kulturgeschichtlichen Siege, im von ihm hervorgebrachten Hellenismus, zur Blüte trieb. - Der klimabegünstigte Südmensch kann sich einen größeren spekulativen Spielraum erlauben, im Abweichen von strengen Naturgesetzlichkeiten; das mildere Klima und dessen größerer Fruchtreichtum lassen manchen Verhaltensfehler nicht tödlich enden, so wie ihn die Nordnatur ahnden würde. Das kann beim Einzelmenschen zum realitätsgelösten träumerischen Schwärmertum führen, zum Schwelgen in fantastischen Hingaben an Traumgesichte und Halluzinationen. Verstärken mag sich diese Neigung durch den zeitweisen Aufenthalt in eintönigen Wüstenregionen, wo die relative Eindrucksarmut einer wüsten Leere, das menschliche Hirn dazu verführt, sich die gewünschten Dinge selbst hinzuzudenken, so dass es zur Illusion einer geistigen Fata-Morgana kommt, zu Sinnestäuschungen und Gaukelbildern, wie sie fixiert-exzentrischen Religionsschöpfern von der Art eines Jeschua-Jesus, Schaul-Paulus, Mohammed - um die bekanntesten zu nennen - widerfahren ist. In Folge der bezeichneten Völkerverschiebungen kristallisierten sich eurasische Gebiete von unterschiedlichen Konzentrationen nordischer oder südlicher Gen-Typen heraus, die sich auch auf dem Sektor der Blutgruppen-Normierungen unterscheiden lassen. Dort wo in überwiegendem Maße nordisch bestimme Menschen ihre Gemeinwesen aufbauten, herrschte überwiegend eine Kombination von geordneter, prosperierender relativer Freiheitlichkeit und Rationalität. Ebenso entwickelten sich stabil funktionierende Staatswesen, so lange nordische Führungsschichten dominierend blieben. Im gleichen Maße wie sich die südlich bestimmten Unterschichten vervielfachen und schließlich die Mehrheit gewinnen, verändern sich die Verhältnisse ins Negative, es beginnen Erscheinungszunahmen von Stagnation, Primitivität und Ordnungsabbau. In sämtlichen nördlichen, westlichen, nah- und mittelöstlichen Gebieten leben durcheinandergehend Menschen die mehr oder minder nordisch oder südlich geprägt sind -, sehr vereinfachend betrachtet, könnte man sagen, es leben zwei grundsätzlich verschiedene Geisteshaltungen in jeder Gesellschaft nebeneinander. Ich räume ein, diese prognostizierte Erkenntnistheorie, würde, wollte sie als wissenschaftlich belegt gelten, einer Menge weiterer statistischer Parameter bedürfen. Trotzdem steht fest, dass in den genannten Gesellschaften zwei seelisch-geistig grundsätzlich unterschiedliche Menschentypen nebeneinanderleben, nämlich der im Schwerpunkt sachlich-rationale Typus, mit in der Tendenz besseren intellektuellen Befähigungen und der eher emotionell-schwärmerische Typus, als der tendenziell weniger denktalentierte -, nein, nicht der denkunfähigere, aber der weniger grüblerische bzw. denkversessene. Doch nur jene die das Nachdenken in den Mittelpunkt ihres Strebens stellen werden Wissenschaftler, Finder und Erfinder und bringen damit die Menschheit voran.
    
Der Kampf zwischen der zur religiösen Besessenheit, Hysterie und dunkler Dogmatik neigenden orientalischen Seele und dem klaren nordischen Denken des Griechentums spielte sich zunächst - bevor er auch Rom ergriff - in Palästina und dem großstädtischen Zentrum Alexandrien ab. Hier prallten Griechentum und Judentum - also Nord und Süd - in ganzer Schärfe in zeitweise bürgerkriegsähnlichen Turbulenzen aufeinander. Nach dem „Jüdischen Krieg“ (66-74) und dem jüdischen „Diasporaaufstand“ (115-117), kam es zum jüdischen „Bar-Kochbar-Aufstand“ (132-136). Schon die Rebellion von 115-117, die auch „babylonischer Aufstand“ genannt wurde, ergriff das Gebiet Ägyptens, das östliche Libyen, Mesopotamien und die Insel Zypern, wo von jeher große jüdische Gemeinden existierten. Die vom religiösen Massenwahn ergriffenen Juden fielen zuerst über ihre griechisch-römischen Nachbarn der libyschen Stadt Kyrene her und schlachteten sie ab („tumultus Iudaicus“). Aufgehetzt und geleitet wurden die jüdischen Horden, die sich selbst als „Gotteskrieger“ bezeichneten, von einem Führer namens Andreas. Sie rasten nach und tobten in Alexandrien, töteten wen sie zu erreichen vermochten und brannten Stadtquartiere nieder. Sie ergingen sie sich in hemmungsloser Grausamkeit und Zerstörungswut. Bald darauf kam es zum Gemetzel an den griechischen Einwohnern Zyperns; die Stadt Salamis wurde zerstört. Dort allein sollen 240.000 Griechen umgebracht worden sein. Nach der römischen Niederschlagung des Aufstands war die Kyrenaika derart entvölkert, dass der römische Staat dort ausgediente Legionäre als Neubürger ansiedeln musste. Hauptziel der jüdischen Zerstörungen waren die Tempel des Apollo, Zeus, der Dioskuren, der Demeter, Artemis und Isis. Die nüchternen, wissenschaftsorientierten griechisch-hellenistischen Bürger Alexandriens sahen sich auch nach den bezeichneten jüdischen Tumulten immer erneut fanatisierten jüdisch-syrischen Sektenführern gegenüber, die nach der Macht griffen und in Gestalt des Frühchristianismus - das ja nichts anderes als eine jüdische Sektenbewegung war - endlich auch zur Macht gelangten. Auch an den Nordgrenzen des oströmischen Imperiums griff der christliche Fanatismus um sich und fand willige - vom Staat geförderte - Verkünder. Schon zur Zeit des sog. Goten-Bischof Wulfila (311-338) - es regierte der röm. Kaiser Constantius II. (317-361) - sah sich ein gotischer Fürst veranlasst, eine Christenverfolgung anzuordnen. Die Veranlassungen liegen auf der Hand. Dieser Kaiser, ein Sohn von Konstantin I. (272-337), förderte gewaltig die Christianisierung, wovon auch der Missionar Wulfila profitierte, zweifellos in Form von Geldzuwendungen. Der christliche Enthusiast Wulfila wird es nicht so gesehen haben, aber aus oströmisch-imperialem Kalkül war die Gotenchristianisierung eine Intrige. Und so wird es die gotische Führung auch verstanden haben. Aus nationalgotischer Sicht musste diese, vom Hof zu Konstantinopel geförderte Mission, als Zersetzungsangriff auf den inneren Frieden und den Zusammenhalt des Gotenvolkes verstanden werden. Die der germanischen Religion untreu gewordenen Leute, die sich von Wulfils hatten „bekehren“  lassen, nahm Constantius im Jahr 348 innerhalb römischer Grenzen auf und stärkte damit die eigenen militärischen Kräfte gegen die treu-nationalen Goten, was die Verfolgung der Abtrünnigen als sinnvoll und richtig bestätigte. Überall im Reich kam es zu schlimmen Ausschreitungen gegen die alten Kulte. Die neuplatonische Lehrerin der Astronomie und Mathematik Hypatia von Alexandria (355-414) wurde von einem mönchischen Pöbelhaufen, auf Geheiß des Bischofs Kyrill I. (375-444), bei lebendigem Leib vor dem Altar, eindeutig als heidnisches Opferlamm, ermordet und zerschnitten, was eine ausreichende Aussage über das Charakterbild und den geistigen Zustand der frühen orientalischen Christen-Banden abgeben kann, die vom gleichen unduldsamen monotheistischen Dogmatismus beseelt waren wie die Fanatiker des „Jüdischen Krieges“ und den folgenden jüdischen Erhebungen. Wie der Althistoriker Manfred Clauss schreibt, war Kyrill „einer der bedenkenlosesten und gewalttätigsten [...] in der langen Reihe exzentrischer alexandrinischer Patriarchen“ („Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums“, 2015). Im Mord an Hypatia fokussiert sich die judäo-christliche Bedenkenlosigkeit, Machtbesessenheit, Brutalität, Intoleranz, Frauen- und Wissenschaftsfeindlichkeit, die sich - in diversen Ausformungen - durch die gesamte Kirchengeschichte weiterverfolgen lässt.

Überall dort, wo sich nach der Völkerwanderungsphase des 4./5. Jahrhunderts neue Staaten zu bilden begannen, in denen es Konzentrationen von nordisch-germanisch bestimmten Menschen gab, regten sich die ungebundenen Wissenschaften, gegen die aber die gleichzeitig an Macht gewinnende, im Orientalischen wurzelnde Christenkirche, ihre Attacken focht. Ein erbitterter Kampf hub an, auf einer Seite die religiös-schwärmerisch-düstere Süd- oder Orientseele gegen die nach Klarheit strebende religiös-nordische Seele. Die eine Seite stützte sich auf ein Buch, die hebräische Bibel, sie behauptete, „alles ist darin niedergelegt was für den Menschen zu wissen nötig, weswegen Wissenschaft zukünftig überflüssig“ sei. In diesem jahrhundertelangen Streit wechselten Erfolge und Niederlagen auf beiden Seiten. Die nordische Vernunft wehrte sich gegen die kirchlich-südliche Unvernunft, welche sich im römischen Vatikan eine Bastion geschaffen hatte. Von dort aus ergingen die gedanklichen „katholischen“ Anstöße bis zu den konkreten Anweisungen zur Ausrottung des nordischen Freiheitsgeistes und seiner Blutsträger. Das begann bereits mit dem römisch-katholischen Kampf gegen den durch germanische Gläubige verkörperten Arianismus. Nicht zuletzt waren es romkirchliche Hetzen und Intrigen, die zur Ausrottung der Germanenreiche in Nordafrika und Italien zielgerichtet hinführten und dann die katholisch-übertölpelten fränkischen Hausmeier (Staatsverwalter) zu ihren angeordneten Blutbädern an Alemannen (Cannstatter-Blutgericht 746) und Sachsen (Verdener-Blutgericht 782) anspornten wie belobigten. In Zwischenzeiten, wie unter dem genialen Stauferkaiser Friedrich II. (1194-1250), schien sich nordischer Geist der Vernunft und der Ausgleichs zu erholen und durchzusetzen; 1224 gründete er zu diesem Zweck die Universität von Neapel. Doch bald triumphierten wieder die Tücken der päpstlichen Dunkelmänner. Die päpstlich initiierten Kreuzzüge gegen Albigenser (1209-1229) und Katharer, welche im 14. Jahrhundert endlich als ausgetilgt galten, waren Ausrottungsorgien gegen das freiheitlich gesinnte nordisch-westgotische Bevölkerungselement Südfrankreichs. Auf dem Höhepunkt der Kirchenmacht wurde jeder wissenschaftliche Ansatz und jedes Aufbegehren gegen die Kirchenknute unter dem Brandmal des „Häretikertums“ ausgemerzt. Das vatikanische Papsttum hatte seit Anbeginn seines Bestehens, als es sich bildete aus den beiden Zutaten, den imperial-repressive agierenden romstädtischen Patrizierkreisen und dem jüdisch-orientalischen, wissenschaftsfeindlichen Bibel-Geist, das freiheitlich gesinnte Germanentum als seinen gefährlichen Hauptfeind erkannt. Es versuchte, zum Teil mit Erfolg, durch sein Gaukelwerk bezüglich einer geheimnisvollen orientalischen Heiligkeit, auch nordische Geister sich zu verpflichten, zu bestechen, zu übertölpeln, oder umzubringen. So gelang es ihm auch hochgelehrte nordische Geisteskräfte gewissermaßen einzukaufen, um sie vor den eigenen Karren zu spannen. Das gelang mit Nikolaus von Kues (1401-1464), der schon zu Lebzeiten ein berühmter, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker war, der dem neuplatonischen Denken zugetan war. Noch auf dem „Konzil von Basel“ (1431-1449) stand er auf der Seite der Mehrheit, die eine Beschränkung der Befugnisse des Papstes forderte, doch konnte er offensichtlich eingekauft werden, was seine folgende Karriere als Kardinal (ab 1448) und päpstlicher Legat beweist. Der dumpfe, wissenschaftsfeindliche Süd-Geist des römisch-orientalischen Vatikans schien auf Dauer obsiegen zu können, bis der Deutsche Martin Luther (1483-1546) den hochmittelalterlichen Aufstand des Nordens anstieß und genug nordische Geister zur sog. „Reformation“ mitriss, so dass freiheitlich gesinnte Ritter und Denker - jeglicher auf seine Art und Weise - aufbegehrten, wie beispielsweise der wieder in deutscher Sprache dichtende Ulrich von Hutten (1488-1523). Der Preuße Niklas Koppernigk bzw. Nikolaus Kopernikus (1473-1543), Mathematiker, Astronom und Arzt, erkannte als erster in der Neuzeit, dass die Erde ein Planet ist, sich um ihre eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. Er widerlegte das falsche biblisch-christliche Weltbild der geozentrischen Sichtweise, die Sonne drehe sich um die Erde. Diese wissenschaftliche Welterkenntnis, nämlich über die konstruktive Vernunft zur kosmischen Wahrheit zu gelangen, nennt man die „Kopernikanischen Wende“ oder die „Kopernikanische Revolution“. Der nordisch-lombardische Universalgelehrte Galileo Galilei (1564-1646) und der lombardische Philosoph und Astronom Giordano Bruno (1548-1600), den der Vatikan als Ketzer öffentlich verbrennen ließ, begriffen das neue wissenschaftliche Weltbild und traten dafür ein. Der Steiermärker Johannes Kepler (1571-1630), war Naturphilosoph, Optiker, Astronom, Mathematiker. Er bestätigte, dass die Planeten um die Sonne kreisen, war Mitbegründer des heliozentrischen Weltverständnisses und erklärte dessen Gesetzmäßigkeiten („Keplersche Gesetze“). Damit zählt er zu den Begründern der modernen Naturwissenschaften. Durch sein Rechnen mit Logarithmen trug er zur Verbreitung dieser Rechenart bei. Der Durchbruch gegen die jahrhundertealte Blockade von Seiten der orientalisch-kirchlichen Dunkelmächte war getan, der germanische Geist stellte seine zutiefst religiöse Gottsucher-Frage „Was ist ?“ immer unverhüllter. Aus Germanien und dem germanisch-lombardisch geprägten Norditalien bahnten sich - oft genug anringend gegen die Büttel der päpstlichen Inquisition - der Wille zur Freiheit des Geistes und den Wissenschaften ihren Weg in die Zukunft. Die Ergründung der Wirklichkeiten war nicht mehr aufzuhalten.
  
„Dunkelmänner“ - „Leuchtende Männer“
 
Der katholische Dominikaner-Orden wurde im frühen 13. Jahrhundert von einem spanischen Fanatiker namens Dominikus (1170-1221) mit der Absicht gegründet, jedes freie Denken - im Auftrag des Papstes - zu unterdrücken, was er begann, mit dem Kampf gegen die germanisch-westgotischen Katharer (Nordspanien/Südfrankreich), welche eine Papst-Herrschaft nicht anerkennen mochten. Man nannte die Dominikaner treffend: „domini canes“ (Hunde des Herrn). Zu einem ihrer düstersten Figuren wurde Tomás de Torquemada (1420-1498), der „Großinquisitor“ Spaniens; er hatte selbst konvertierte jüdische Vorfahren, er verfolgte mit verbissener Energie alle Glaubensabweichler des Katholizismus mit gnadenloser Strenge. In Deutschland trat ein Papst-Gesandter als Inquisitor auf, der Konrad von Marburg (1180-1233), welcher an der allerkatholischsten Pariser Universität seinen Magister erworben haben soll. Als Beichtvater der jungen Witwe Elisabeth v. Thüringen, quälte er die mildsinnige Leichtgläubige in ihren frühen Tod hinein. Er peitschte sie aus, bespitzelte sie und gierte nach ihren Witwengütern. Mit zwei zwielichtigen Gestalten zog er umher, strengte schauerliche Ketzerprozesse an, bereicherte sich damit, sowie den Papst, und wurde immer selbstherrlicher in seinem Vorgehen, auch gegen Männer und Frauen von Stand. Selbst dem gewaltigen Heinrich III. Graf von Sayn (1193-1247) - ein Mann der Körpergröße von 2,25 Meter - unterstelle er „Ketzerfreundschaft“. Der konnte den Angriff abwehren, mittels eines Reichsgerichtes im Mainzer Dom. Auf seinem Rückritt nach Marburg ist der Inquisitor, mitsamt seinen Dienern, von sechs hessischen Rittern aus dem Geschlecht derer von Dernbach im „Ebsdorfer Grund“, am 30. Juli 1233, zum bejubelten Glück Deutschlands erschlagen worden. Jakob Sprenger (1435-1495), ein deutsch-dominikanischer Inquisitor, war eine weitere päpstliche Folterkammerkerze, die aus katholischer Sicht als „Leuchte des wahren Glaubens“ gehandelt worden ist. Er hat als „Hexentheoretiker“ am berüchtigten „Hexenhammer“ des „Kölner Konvents“ mitgearbeitet. Die Geldbeschaffungsmethoden, für die Errichtung des Petersdoms in Rom, des Dominikaners Johann Tetzel (1460-1519), stellten den Anlass dar für Martin Luthers (1483-1546) 95 Thesen gegen den „Ablasshandel“. Der „Tetzelkasten“ war ein Sammelkasten auf den Tetzel einen Teufel malen ließ, der die armen Seelen im Fegfeuer martert. Darüber stand geschrieben: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ Nicht weniger als die spanischen Dominikaner exaltiert in Sachen Zwangsmission, baute sich der konvertierte mährische Jude Joseph/Johannes Pfefferkorn (1469-1521) als Dominikaner auf. Er verfasste antijüdische Schmähungen und rief zur öffentlichen Verbrennung der jüdischen Religionsschrift „Talmud“ auf. Dagegen ging - zum Schutz der Angegriffenen - sogleich der deutsch-germanische Freiheitsgeist in Stellung, und zwar in Gestalt des gelehrten Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522), mit großem Anhang der Gebildeten und der studentischen Jugend. Aus diesem Streit - hier deutsche Toleranz und dort christenkirchlicher Unterdrückungssinn - gingen die satirischen „Dunkelmännerbriefe“, 1515 (lat. „Epistolae obscurorum virorum“), hervor, über die sich das freiheitliche Deutschland köstlich amüsierte. Es waren fingierte Briefe, deren Aufgabe es war, die alberne christenkirchliche Scholastik ins Lächerliche zu ziehen und das ausschweifende Leben des Klerus anzuprangern. Der Streit wogte hin und her. Pfefferkorn schrieb einen antijüdischen „Handspiegel“, Reuchlin seinen „Augenspiegel“. Die deutsche Bildungselite nahm regen Anteil; der Streit wogte über Germanien hinaus. Der päpstliche Inquisitor und Dominikaner Jakob van Hoogstraten (1460-1527) schaltete sich ein, verfolgte Reuchlin wegen dessen judenfreundlicher Position und gebot die Verbrennung seiner Schriften. Ebenso stand die Pariser Universität auf Seiten des Klerus und Pfefferkorns Judenschmähung, während sich eine Phalanx der renommiertesten Humanisten Deutschlands der Idee von Freiheit des Geistes verpflichtet fühlten, darunter: Ulrich von Hutten, Philipp Melanchthon (Philipp Schwartzerdt), Crotus Rubeanus (Johannes Jäger), Mutianus Rufus (Konrad Muth), Helius Eobanus Hessus (Eoban Koch), aus deren Briefe eine Schrift veröffentlicht wurde: „Briefe leuchtender Männer“ („clarorum virorum epistolae“). Während seines Linzer-Aufenthalts belobigte Kaiser Friedrich III. Reuchlin indem er ihm den erblichen Adelsstand und ein Ehrenamt verlieh. Reuchlin lernte dort den gebildeten jüdischen kaiserlichen Leibarzt Jacob ben Jechiel Loans (-1506) kennen, von dem er sich im Hebräischen unterrichten ließ. In Reuchlins Werk über die Kabbalistik gibt es die Stelle, wo er einen Moslem einen Juden, nach folgendem Vorsatz, loben lässt: „Gute Götter, ein Jude, von Juden geboren, ernährt, erzogen und unterwiesen, ein Volk, das überall von den Völkern als barbarisch, abergläubisch, gemein, verworfen und dem Glanz aller guten Wissenschaften abgeneigt angesehen wird…“ („De arte cabalistica“, 1517, 22B), woraus hervorgeht, wie übel der Ruf der Juden - hinsichtlich Bildung - beschaffen war.
 
Wer könnte, ergänzend neben den Naturwissenschaftlern, mit ihrer Frage nach dem „Was ist ?“, besser die religiösen Visionen der nordischen Seele erkennen lassen, als die Dichter, mit ihren arteigene Sehnsüchten ?! Kein anderes Volk hat eine solche Masse von Dichtern hervorgebracht wie das nordische. Reimeschmiede sind keine Menschen die sich einem haltlosen emotionellen Schwelgen hingeben, im Gegenteil, sie verdichten komplexe Vorstellungsbilder, in strenger Konzentration, zu fokussierten Verdeutlichungen. Nicht anders funktioniert wissenschaftliches Arbeiten. Die Dichter galten im Altnordischen von besonderer Gottesnähe oder Heiligkeit, weil man das geistvolle Spiel mit Wort-Gedanken als eine vom Geistgott Odin geschenkte religiöse Begeisterung betrachtet wurde. „Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will“, formulierte der Philosoph Johann Gottfried v. Herder (1744-1803). Und von solchem funkensüchtigen Zunder ist die Seele des Nordmenschen voll, dass ihn die Suche nach den Antrieben der Wirklichkeit vorantreibt. Das deutsche Wort „Wirklichkeit“ trifft den Kern der irdischen und kosmischen Wahrheit besser als der Begriff Realität, denn die Dinge sind in einer beständigen Bewegung begriffen, nämlich in einem Wirkprozess zu neuen Verwirklichungen. Hinter die Kulissen der Erscheinungswelt schauen zu wollen, ist immer (!) als religiös zu interpretierender Impuls zu verstehen. Ein oberflächlicher Welt- und Lebemensch interessiert sich nicht für den fernliegenden Kern oder Antrieb des Seins. Der Religiöse sucht - mehr oder minder intensiv - nach einer höheren Verbindung, zu einer höheren Kraft oder Instanz, nennen wir sie „Gott“. Darauf geben die diversen Religionen ihre Antworten. Ganz richtig heißt im Lateinischen „religio“ = „Rückbindung“, bezieht sich dementsprechend auf den Umstand, dass wir eine Verbindung zu etwas verloren haben, das der Suchende herausfinden möchte, um sich mit ihm erneut zu verbinden. Solche Suche, nach einem Rückhalt im erhofften Beständigen und Gerechten, sei es bei einer „Gottheit“, oder den „guten Geistern“ der vergöttlichten Ahnen, ist bei allen Völkern und Kulturkreisen anzutreffen. Die Unterscheidungsmöglichkeit liegt woanders und zwar in der Kritikfähigkeit der „Gläubigen“. „Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig“, kritisierte Hans Daiber (1942-), der am „Orientalischen Seminar“ an der Frankfurter „J.W. Goethe-Universität“ einen Lehrstuhl hat. J.W. v. Goethe (1749-1832) sagt es noch drastischer: „Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens“. Und der herbe Arthur Schopenhauer (1788-1860) steigerte den Vorwurf: „Glauben und Wissen vertragen sich nicht wohl im selben Kopfe: sie sind darin wie Wolf und Schaf in einem Käfig; und zwar ist das Wissen der Wolf, der den Nachbar aufzufressen droht“. Wer den folgenden Erkenntnissatz geprägt hat, blieb mir unbekannt: „Der glaubwürdige Gott ist nicht denkbar, ein denkbarer Gott ist nicht glaubwürdig“. Und der grandiose Walter Schäfer (1901-1976), Theaterintendant und Schriftsteller, brachte es ganz despektierlich auf den Punkt: „Gott ist die fixe Idee von Theologen, die bei dem Verständnis der Fakten des Universums hoffnungslos überfordert sind“. Dieser Satz lässt die Scheidegrenze aufleuchten, zwischen ideal-nordischem Geist und südlich-orientalischer Dumpfheit. Der Norden hinterfragt, ist kritisch, ist ungläubig, wird aus seiner Natur des „Wissenwollens“ zum Ungläubigen, zum Ketzer und zum Wissenschaftler, sobald er die existentiellen Möglichkeiten dazu findet. Den Südmenschen ficht sein Unwissen kaum an, er ergibt sich lieber der Bequemlichkeit des ihm übergestülpten Gaubens und wird nur geschäftig oder auch leiblich wild, wenn er das geistige Ruhebett „seiner Religion“ angegriffen und in Frage gestellt sieht. Dann kann er zum gnadenlosen Verfolger der geistigen Freiheit mutieren, zum Inquisitor, zum Henker, im einschläfernden Bewusstsein der Rechtschaffenheit für „Gott“. Dazu ein Satz vom großen Franzosen Voltaire (1694-1778): „Ich bin überzeugt, dass die christliche Religion seit Konstantin mehr Menschen vernichtet hat als es heute Einwohner in Europa gibt.“ Sie gaben vor, im Geist der Nächstenliebe leben zu wollen, aber sie gierten nach bestialischen Verfolgungen, Zerstörungen und hemmungslosen Mordtaten. Das Bild der frühen Christen wurde systematisch von der imperialen Kirche verfälscht und ins Positive verklärt. Dieses gefälschte und geschönte Bild wird bis heute von den Kanzeln herab propagiert, in Schulen gelehrt und von den Medien so gut wie tagtäglich verbreitet. Die nackte Wahrheit aber ist eine schaurige. Nun wagte es eine britische Historikerin die Jesus-Anhänger als religiöse Fanatiker zu beschreiben, die eine zwar nicht eben liberale, aber hochentwickelte Kultur zum Einsturz brachten, nämlich die hellenistisch-griechisch-römische. Sie bestätigt damit vollinhaltlich meine eigenen Darlegungen die ich seit über vierzig Jahren veröffentliche. (Catherine Nixey, „Heiliger Zorn - Wie die frühen Christen die Antike zerstörten“, 2019)

Dass zwei gegengerichtete Wirkmächte die Wirklichkeit bestimmen, ist die uralte Erkenntnistheorie der diversen Geisteskulturen und Kulturkreise. Für die iranisch-zoroastrische Awesta-Lehre sind es Spontamaniu und Angramaniu, der gute und der ungute Geist. Das Ringen zwischen Gut und Böse findet im Menschen seinen Ausdruck zwischen den guten (Vohu-Mano) und schlechten Gedanken (Ahem-Nano). Die ägyptischen Legenden erzählen von Horus und Seth. Die germanische Edda nennt die Gegenkräfte Balder und Höder, auch werden die Trabanten des Bösen Dunkelalfen und die Hilfsgeister des Lichtgeistes als Lichtalfen bezeichnet. Im ursächlichsten  menschlichen Verständnisansatz stehen sich die griech. „apollinischen“ (himmlischen) und griech. „chthonischen“ (unterirdischen) Mächte feindlich gegenüber, wie es der griechische Mythos bereits im „Titanenkrieg“ der Urzeit schildert. Die ungebärdig-triebhaften Kinder der Gäa, der Erde, greifen nach der irdischen Herrschaft, was die göttlichen Ordnungsmächte, unter Führung des Zeus, verhindern können. Im weitreichende griech. Symbolismus stehen im Widerspruch die „himmlisch-klare Gerechtigkeit“ des Apollon und die „triebhaft-düstere“ Sinnlichkeit des Dionysos. Der Lichtgott des Nordens, Apollon, galt als die moralische Ausrichtungshilfe der nordischen Griechen, er spiegelt sich im altnordischen Balder, als dem guten-kraftvollen Prinzip. Er gilt als der „geliebte Sohn“ des Geistgottes Wodan-Wodin-Odin, wie ebenso der eranische Spontamaniu als geliebter Sohn des „weisen Himmelsvaters“ Ahuramazda gilt. Prinzipiell umfassen die Maßgaben des nordisch-religiösen Idealdenkens, untrennbar voneinander, die sinnlich-moralischen wie die geistig-intelligiblen menschlichen Antriebe. Der nordische Wille, zum vorbedingungslosen Erkennenwollen, sowohl der nahen Lebenswelten, wie ihrer geistigen numinosen Hintergründe, schlug sich nieder in den teilweise schon erwähnten archäologischen Fundkomplexen. Neolithische mitteleuropäische Kultstätten, wie die Kreisgrabenanlagen oder Ringheiligtümer, beweisen durch Baudaten und Konstruktionsmaße, Zweck und Aufgabe als Observatorien, als Himmelsbeobachtungsstätten vor um die 7.000 Jahren. Sie besteht aus bis zu sieben ineinander liegenden Palisadenringen, Erdwällen und Gräben. Durchbrochen werden diese von Toren, durch die an den uralten Jahresfestdaten die Sonne hindurchschien. In den Bauwerken sah man wohl ein Abbild des kosmischen Gesichtsfeldkreises, in dem die Menschen Kontakt zu den Naturkräften aufnahmen. Um einige zu benennen:  niedersächsische Anlage von Watenstedt, brandenburgische bei Jüterbog, sachsen-anhaltischen von Gosecku. Pömmelte, sächsische von Kyhna, niederbayrische von Meisternthal, fränkische, bisher größte gefundene von Ochsenfurt-Hopferstadt, österreichische von Kleinroetz. Diese Ringanlagen stehen auf einer geistigen Höhe mit jener aus Steinen errichteten vom südenglischen Stonehenge. Die beim Ringheiligtum Pömmelte befindlichen Gräber in der Osthälfte des Rondells zeigen junge Männer, vielleicht Krieger, in Fötusstellung, das Gesicht der aufgehenden Sonne zugewandt. Offensichtlich hofften sie auf ihre Wiedergeburt. Die Epoche der Jungsteinzeit ging in die frühe Bronzezeit über, aus der das über Jahrtausende gesammelte himmelskundliche Wissen sich in der „Himmelsscheibe von Wangen-Nebra“ (an der Unstrut) eins genialen Meisters niederschlug (Harald Meller u. Kai Michel zur „Himmelsscheibe von Nebra“, 2018).
 
Nordeuropa, Wiege der Weisheiten und der Wissenschaft
 
Exakt in diesem ältesten Hochkulturgebiet der Erde, das seine grandiosen Errungenschaften hervorbrachte, auch ohne Menschenmassenansammlungen in Großstädten, wie im klimatisch begünstigten Zweistromgebiet Mesopotamiens, oder im fruchtbaren Niltal, oder der Indus-Kultur, wo schon bis zu 30.000 Menschen zusammenlebten, hier dem klimatisch herben mittel- bis nordeuropäisch-deutschen Großraum entwuchsen die genialen Köpfe welche in der Neuzeit die wahre, die wissenschaftliche kosmische Rückbindung, also Religion, für die Menschheit entwickelten. Während die Franzosen, mit ihrem Napoleon Bonaparte I. (1769-1821), einen Leichenfelder produzierenden Moloch der Machtgier hervorbrachten und Engländer sich mit so viel Verschlagenheit wie Brutalität die Welt einverleibten, gebiert die deutsche Nation eine erlese Schar himmlisch begnadeter Geister, von der Art eines Schiller (1759-1805) und Goethe (1749-1832), Hölderlin (1770-1843), Haydn (1732-1809), Mozart (1756-1791), Beethoven (1770-1827), Wagner (1813-1883) und Nietzsche (1844-1900). Der „Deutsche Idealismus“, um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert, war der aus tiefstem religiösem Bedürfnis erwachte Impuls zum Weltverständnis, nämlich das Weltganze auf „wissenschaftliche“ Weise erschöpfend zu erkennen und darzustellen, genau wie es die klassische griechische Philosophie vorexerziert hatte. Diese Epoche der „deutschen Philosophie“, von Kant (1724-1802), Fichte (1762-1814) bis Hegel (1770-1831), Schelling (1775-1854) und schließlich Schopenhauer (1788-1860) beschwor Freiheit und Vernunft in gleicher Weise. Mit Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) und Hegels „Phänomenologie des Geistes“ (1807) waren die Tore moderner Erkenntnistheorien aufgetan. Und dann traten die erhabenen Forscher-Geister an, um nur einige zu benennen: Der Westfale u. erste Nobelpreisträger für Physik Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923), der nordfranzösische Mathematiker, Physiker, Astronom u. Initiator zur Relativitätstheorie Jules Henri Poincaré (1854-1912), der ostpreußische Mathematiker, Physiker David Hilbert (1862-1943), der Schleswig-Holsteiner u. Begründer der Quantenphysik, Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947), der Ostpreuße u. Begründer der „Sommerfeldschule der Theoretischen Physik“, Doktorvater vieler genialer Physiker Arnold Sommerfeld (1868-1951), der Hesse, Pionier der Radiochemie, Nobelpreisträger, erbrachte Nachweis für Möglichkeit der Kernspaltung, „Vater der Kernchemie“ Otto Emil Hahn (1879-1968), der Däne, Physiker, Forscher zur Struktur der Atome, Nobelpreisträger Niels Henrik David Bohr (1885-1962), der Franke u. Begründer mathematischer Formulierung der Quantenmechanik, der Nobelpreisträger theoretischer Physik, Begründer der „Unschärferelation“, Nobelpreisträger Werner Karl Heisenberg (1901-1976), der Hamburger Naturwissenschaftler, experimenteller Kernphysik, Schöpfer von 600 Erfindungen, Zwangsverpflichteter für sowjetische Wasserstoffbombe Manfred Baron von Ardenne (1907-1997), der Berliner Physiker mit seinem „Versuch einheitlicher Feldtheorie“ Burkhard Christian Ludwig Alexander Heim (1925-2001), der Schwabe, Physiker, der 1956 bei Edward Teller promovierte, Nachfolger von W. Heisenberg als Direktor des „Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik“ Hans-Peter Emil Dürr (1929-2014). Die Wiege des modernen Denkens, der höheren Moral, des Individual- und Frauenrechtes, des Tierschutzes, der Naturerhaltung stand im Gemüt des nordischen Menschen, ebenso wie der findige Sinn zur Technik und den Naturwissenschaften. Nichts steht orientalisch-biblischem Denken ferner als Toleranz, Frauen- und Tierrechte, und das antike Rom konnte dafür auch keinerlei Gespür entwickeln. Aus germanisch bestimmten Siedlungsregionen gedieh Europa der Segen der Moderne zu, überspitzt könnte man sagen, aus dem Kerngebiet jenes Dreiecks: „Berlin-London-Paris-Berlin“. Kein zweites Volk hat der Menschenwelt solch eine Fülle von Geschenken gemacht wie das deutsche. Ebenso hat keine zweite Nation so viele prosperierende Kulturzentren entwickelt wie Deutschland -, weder England noch Frankreich können darin konkurrieren. Keine andere Nation hat so sinnvoll, geschickt und verantwortungsvoll seine Gemeinwesen organisiert: Gilden, Ringe, Knappschaften, Zünfte und Hansen, mit ihren Witwen- und Waisenversorgungen, ließen ein arbeitsames und reicher und reicher werdendes Germano-Deutschland entstehen, was seit Anbeginn der deutschen Volkwerdung den räuberischen Neid der Nachbarn hervorrief. Aus diesen homogenen städtischen Kristallisationspunkten traten unzählige begabte Handwerker, Ingenieure, Künstler und Geistesschaffende in etlichen Universitäten hervor. Die deutschen Schulen und die allgemeine Volksbildung wurden vorbildlich. Nach den siegreichen Befreiungskriegen vom französisch-napoleonischen Joch, geht ein Ruck der kulturellen Selbstbesinnung durch die Nation, in Weimar treffen sich die erhabensten Geister, Philosophen, Denker und Dichter und prägen die Epoche der „deutschen Klassik“. Dann, nach dem Sieg über das intrigante, landgierige Frankreich im deutsch-französischen Krieg anno 70/71 und der folgenden Auferstehung des 2. Deutschen-Kaiserreichs in Versailles, geht erneut ein beglückender, beflügelnder Rausch durch deutsche Seelen. Die deutsch-nationale Romantik und gleichzeitig die Naturwissenschaften erleben einen wunderbaren Frühling. Doch von der nationalen Selbstfindungsidee fühlen sich nicht allein die Deutschen angesteckt, auch das Judenvolk entdeckt mit dem herzl‘schen Zionismus sein nationalistisches Wiedererweckungsziel, es drängt mit der „Judenemanzipation“ in höhere Gesellschaftskreise und auch in die Universitäten. Erwähnenswert viele jüdische Männer und Frauen beteiligten sich auf einmal an der Erforschung der Natur und werden zu beachtlichen Leistungsträgern innerhalb der Atomphysik -,nicht aber die Juden schlechthin, vielmehr jene, die die deutschen Schulungen und deutsche Lehrer genossen hatten. Bezeichnend ist, dass diese begabten jüd. Physiker bei deutschen Lehrern in die Lehre gegangen waren, so immatrikulierten Albert Einstein (1879-1955), zusammen mit seiner späteren ersten Frau Mileva Maric (1875-1945), am Polytechnikum Zürich, in der Abteilung die für Physik- und Mathematik zuständig war. Sie schrieben beide im Jahre 1900 ihre Diplomarbeit bei dem Thüringer Prof. Heinrich Friedrich Weber (1843-1912). In dieser Zeitspanne wurden für die nähere und fernere Folge einschneidende Weichenstellungen vollzogen. Der germanisch-faustische Wahrheitssucher begann, in Gestalt seiner Physiker, erstmalig sich hinter die Kulissen der Erscheinungswelt vorzutasten. Das in seinem Umfeld ansässige, intellektuell befähigte Judentum, begann sich anzuschließen, ließ sich mitreißen, obwohl es sich damit schwertat, aufgrund seiner orientalisch-mosaischen Seelenbedingtheiten. Das tritt auch zutage im Brief Einsteins an seinen Freund, den Mathematiker, Physiker, Professor in Göttingen Max Born (1882-1970), vom 04.12.1926: „Ich bin überzeugt, dass der Alte nicht würfelt !“, worauf Born ihm geantwortet haben soll: „Hören Sie endlich auf, dem Herrgott Vorschriften machen zu wollen wie er die Welt betreiben soll.“ Einstein kam von seiner monotheistisch-mosaischen Prägung nicht los. Der Zeitgeist war es, der die Menschen auf die Goldwaage gezerrt hatte, denn gleichzeitig mit dem Aufkommen der Nationalstaats-Idee warben die aggressiven Parolen des marxistischen Kommunismus, um Parteinahme. Sie riefen das „Proletariat“ zum Kampf gegen die als „Ausbeuter“ verächtlich gemachte Bourgeoisie auf. Einstein wurde einerseits Salonkommunist, andererseits glühender Zionist; also Internationalist und jüdisch-rechter Nationalist zugleich. Es begann sich schon vor der Jahrhundertwende der zuspitzende völkische Gegensatz von Judentum und Deutschtum zu entwickeln, der seinem tragischen Höhepunkt nach Weltkrieg I., im aufkommenden NS-Staat und Weltkrieg II., entgegenging. 
 
Hellenischer und hyperboreischer Geist
 
Urverwandt ist das Denken der Deutschen mit dem der Helenen, der alten Griechen. Von den Physiognomien ihrer Skulpturen bis zu den Äußerungen ihrer Großen sind sie uns Deutschen so vertraut und lieb wie eigene Ahnen und das hat seinen realen historischen Grund, denn so wie ihr Lichtgott Apoll ein nordischer Gott war, der dem Mythus entsprechend, jedes Jahr zurückkehrt in den heimatlichen Norden zu seinen geliebten Hyperboreern, so findet die Archäologie die ältesten Aschenaltäre des Zeus im bayrischen Donaubogen, wo auch die uralten stichbandkeramischen Kultrondelle erkannt wurden. Wie sehr fühlen wir uns angesprochen von den um Erkenntnis ringenden Dialogen des großen Platon (428-348 v.0), als hörten wir Goethes Doktor Faustus in seiner Studierkammer deklamieren. Das dünkte dem orientalischen Geist und mithin der jüdischen Seele völlig fremd. In den Talmudschulen wurde nie die vorbedingungslose Fragestellung nach der kosmischen Wahrheit erwogen, sondern allein die selbstbezogene relative Auslegungswahrheit rabbinischer Texte. Platon beschrieb in seinen Texten die Weisheiten seines verehrten Lehrers Sokrates und die bestanden aus bohrenden Fragestellungen nach dem Max-Planck’schen „Was ist ?“. Wenn Sokrates aus dem Munde Platons erwägt: „Glücklich leben kann nur, wer weiß, was gut für ihn ist“ und „damit die Seele keinen Schaden nimmt, muss der Mensch sich auf die Suche nach Wahrheit und Weisheit machen, also philosophieren“, dann erschiene solches einem Rabbiner bereits als Ketzerei wider das „Gesetz“, das Gesetz der Thora. Die jüdische Starrheit des Festhaltens an einmal gegebenen Glaubensinhalten hat zwar „den Kindern Abrahams“, als Rasse, das Überleben über zweieinhalb Tausend Jahren gesichert, doch eine Art unproduktiver geistiger Inzucht beschert. Dieser traurige Zustand wurde durch die jüdischen Physiker, aus deutschen Schulen, beendet. - Im Jahr 399 wurde Sokrates von der Athenischen Demokratie zum Tode verurteilt, weil er fremde Götter eingeführt und die Jugend verdorben hätte. Unangepasste Querdenker hatten es nie leicht. Auch wenn Plato über die Beschaffenheit des Kosmos und mathematische Zusammenhänge sinniert, schwingt unterschwellig die Frage nach dem glücklichen Leben mit. Er riet zur Philosophie ! Das heißt Wahrheitssuche in Freiheit, den Grundimpulsen griechischer und ebenso deutscher Ausrichtungen -; nicht aber traditionell jüdischer. Logisches, mathematisches Denkvermögen war jüdischen Gehirnen immer gegeben, doch ihr mosaischer Monotheismus verhinderte, gleich einem eisernen Keuschheitsgürtel, über lange Zeiten jegliche geistige Ausschweifungen. Auch Einstein war ein vorzüglicher Mathematiker, doch irrte er auf vielerlei Arten und Weisen, menschlich, privat, moralisch, auch hinsichtlich des von ihm nie akzeptierten Quantensprungs bzw. des nachweisbaren Quantenzufalls, was Veranlassung für den erwähnten Brief an seinen Freund Max Born vom 04.12.1926 war, wie einen weiteren vom 03.12.1947: „Ich kann deshalb nicht ernsthaft daran glauben, weil die Theorie mit dem Grundsatz unvereinbar ist, dass die Physik eine Wirklichkeit in Zeit und Raum darstellen soll ohne spukhafte Fernwirkungen.“ Das Spukhafte der kosmischen Wirkungen werden für die Quantenphysiker als solche immer deutlicher. Auch die Lichtgeschwindigkeit ist nicht, wie Einstein postulierte, die schnellste erkennbare Bewegung, vielmehr vollzieht sich offenbar die energetische Kommunikation zwischen Protonen des Atomkerns und den Negativ-Teilchen, oder -Wellen, mit geheimnisvoll-höheren Geschwindigkeiten. Es bleiben also bis heute Grenzen der Erkennbarkeit kosmischer Geheimnisse. Eines aber steht jetzt unumstößlich fest: alles ist Geist, Materie ist nur eine Form von Energie.
 
Jüdisch-orientalische Glaubensreligion wider deutsch-germanische Wissensreligion
 
Zunächst Antwort auf die Frage, warum von einer „jüdisch-orientalischen“ Religion gesprochen werden muss, warum die Definition „orientalisch“ nicht ausreichend wäre: Der paulinische Christianismus - der den Tod des samaritanischen Prediger-Zimmermanns Jeschua-Jesus in den Mittelpunkt seiner Verkündigung stellte - ist hervorgegangen aus einer militanten jüdisch-nationalistischen Sektentradition der Makkabäer-Essener, welche sich in ihrer argumentativen Selbstdarstellung auf die Esra-Bibel stützte. Diese hatte, mit dem Zweck der völkisch-politischen Einigung der diversen widerstrebenden Stämme und Gruppierungen (hauptsächlich Judäer u. Samaritaner) in der persischen „Satrapie Jehud“ des 5. Jh. v.0, eine einzige orientalische Kulttradition protegiert, eben jene des Wettergottes „Jahwe“, bei strengem Ausschluss aller anderen. Die mosaische und ebenso die jesuisch-paulinische Religion verlangen Glaubensunterwerfung, unkritische Hingabe unter dem Motto: „Wer glaubt wird selig !“ Ein Forschen, ein Hinterfragen, ein Abklopfen auf den konzeptionellen Wahrheitsgehalt und die Seriosität der Verkünder, galt und gilt bis heute als verwerflich. So wie die mosaische Buch-/Thora-Religion des Esra die exklusiv jüdischen Gläubigen mittels festgelegter Glaubensformeln, Glaubensdiktate im einseitigen Ausrichten, religiös zu uniformieren versucht -, gedachten - nach diesem verlockenden Vorbild - die sektiererisch-paulinischen Juden sich eine ebensolche Schrift-Grundlage zu schaffen und schufen sich das sog. „Neue Testament“ -, wobei ihnen der vermögende jüdische Reeder-Sohn Markion (100-160) vom Pontus vorausging, der das erste frühchristliche Evangelium schrieb, um seine Anhänger vom altjüdischen „Gesetz“ abzugrenzen. Solche Buch- und Verkündungsreligionen behaupten, dass das wahre Heil bzw. der Heilsweg von bereits abgelebten Menschen gefunden worden sei, denen man nur noch bereitwillig und demütig zu glauben haben würde, also die eigene Denkfähigkeit nicht gebrauchen müsse. Dass derartige glaubensgesellschaftliche Grundgesetze geistigen Stillstand bedeuten und Zwangsmaßnahmen hervorrufen, zur Unterdrückung spekulativ-geistiger Beweglichkeiten, muss nicht extra ausgeführt werden. Völlig anders verhält es sich bei Naturreligionen, deren führende Geister im permanenten Versuch begriffen sind, die Gottnatur noch besser, noch vollkommener verstehen zu wollen. Die Natur kennt kein Dogma. Sie kennt kalendarisch festliegende komische Abläufe, aber keine Denkverbote, wie die Buch- und Verkündigungsreligionen. Deshalb kennen die Teilhabenden an solchen Glaubensgilden keine Zwänge. Sämtliche paganen Naturvölker, wie auch wir Deutschgermanen kommen also aus einer angstfreien Glaubensvorgeschichte die mit dem Aufkommen des monotheistischen Bibelglaubens zu Ende ging. Der jüdische und in Nachfolge christliche Monotheismus stellte seine Gottesidee über die Natur, die Natur gilt lediglich als Gottes Produkt, ist ihm also nachgeordnet und ohne jegliche Bedeutung für die interpretierte Heilsidee. Hingegen heiligen die paganen Naturreligionen Gott in der Natur, sie vermuten Gottes Sprache und Ausdruck in der erlebbaren Naturwelt, die es darum zu erforschen gilt. Wer die Natur nicht heiligen kann, will sie auch nicht ergründen. Das jüdisch-christliche Desinteresse an der Naturforschung liegt mithin im Glaubenssystem begründet. Aber die Distanz spitzt sich noch zu, durch den definierten Gegensatz zwischen „Gott“ und Natur. Es erkannten schon die frühesten christlichen Kirchenväter, dass die vielfältigen Naturgewalten außerhalb und inwendig des Menschen von einer einflussnehmenden gewaltigen Kraft sind, der es - um die Glaubensdominanz zu bewahren - durch Herabwürdigung bis zur Verächtlichmachung, zu widerstehen gilt. Dem willkürlichen und künstlichen Monotheismus, als einem unnatürlichen menschlich-geistlichem Konstrukt, gilt alles Natürliche zwangsläufig antigöttlich, das überwunden werden müsse. Ihren verständlichsten Ausdruck hat diese Denkweise in den historischen Baumfällungen der christenkirchlichen „Missionare“ gefunden, die man unhöflicher ausgedrückt mit Fug und Recht auch Übertölpelungskünstler benennen dürfte. Jener kirchliche Kampf gegen den Baum hat Schlüsselbildcharakter, denn der Baum ist das perfekte und lehrreiche Abbild des Lebens selbst. Mit seinen Wurzeln verkrallt er sich in die irdische Realität, sein Streben geht in die raumgewinnende himmlische Höhe. In seiner frühjährlichen Brautzeit schmückt er sich mit dem Blütenkleid, im Herbst trägt er Früchte -, so mag er für den Menschen ein wohlgestaltes Vorbild sein. Nicht aber für die „Menschenfischer“ des Monotheismus, die alles natürlich Gewachsene für ihr Kunstprodukt ausroden wollen. Die Entwurzelung muss zwanghaft vorangehen, für die Schaffung eines neuen „Gottessvolkes“ von der Pfaffen bzw. der am wahren Volk schmarotzenden Kirchenagenten Gnaden.
 
Wer die Natur schätzt und liebt und sie weitgehend mit Gott gleichsetzt - wie es nordische Tradition ist - der will sie auch erforschen. Unbestreitbar sind die Deutschen ein Naturvolk, ich will meinen, ein Volk, welches ein besonders inniges Gefühl für die Natur besitzt und auszuleben bestrebt ist. Kein Volk zählt so viele Dichter und Dichtungen, welche die Natur, den Wald, die Auen, die natürlichen jahreszeitlichen Wechsel mit ihren unterschiedlichen Naturbildern besingen. Der Natur gehört ihre heimliche, nie erlöschende Hingabe. Ganz im Ge­gensatz zu den romanisch bestimmten Welschländern und dem Orient sowieso. Von unseren Vor­fah­ren schrieb der Römer Tacitus (Germania, Kap. 16): „Ein Dorf legen sie nicht nach unserer Art aus miteinander verbundenen und zusammenhängen Gebäuden an: Jeder umgibt sein Haus mit einem Freiraum, sei es als Schutz gegen Feuergefahr, sei es aus Unkenntnis im Bau­wesen.“ Alle alten deutschen Städte sind nach Art der Dörfer gebaut. In den neuen Städ­ten wollen zumindest die Wohl­ha­benderen nach der Weise des Dorfes wohnen. Derartige Vil­len­vorstädte findet man in keiner französischen oder italienischen Großstadt. Die unver­mö­gen­den Leute streben nach einem „Schrebergärtchen“ und begnügen sich zumindest mit Blu­mentöpfen, oder Tomaten- und Geranien­kästen auf Balkonen und Fensterbrettern. Kein nor­maler Mensch geht in Italien oder Frankreich vor den Toren der Stadt spazieren, in Deutsch­land jedoch drängen sich an Sonn- und Feiertagen die Bürger aus der Stadt hinaus aufs Land. Die Wanderlust der Deutsch­en ist uralt, die fahrenden Scholasten durchstreiften schon das Mittelalter, die Zünfte schick­ten ihre jungen Gesellen auf die Walz. Noch die heutige tou­ri­stische Reiselust ist mitgespeist von die­sem genotypischen Urimpuls der Deu­tsch­en und Skandinavier. In der Romantik, jener kulturgeschichtlichen Epoche, die vom Ende des 18. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein währte, geschah eine erneute Hinwendung zur eigenen Kultur, verbunden mit der verklärenden Sehnsucht nach der reinen Natur, nach Einheit und Heilung durch die Natur -, nach mythisch überglänzten Berggipfeln und nebel­verhangenen Waldtälern, nach der „Blauen Blume“, unter deren Begriff die unschuldige Rücksuche und Naturverinnerlichung verstanden wurde. Auch von dieser urdeutschen Heilsuche in der Natur schrieb schon Tacitus (Germania, Kap. 9): „Übrigens finden sie es der Größe der Himmlischen nicht ange­mes­sen, die Götter in Tempelwände zu bannen oder sie irgendwie menschlichen Zügen ähnlich darzustellen. Haine und Waldtriften betrachten sie als heilig und bezeichnen mit dem Namen Gottheit jenes Geheimnisvolle Etwas, das sie einzig mit dem Auge der Andacht schauen.“ Einen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Einfluss übte die geniale Persönlichkeit des deutschen Naturforschers Ernst Haeckel (1834-1919) aus. Er war Arzt, Professor für vergleichende Anatomie, bienenfleißiger Zoologe, begnadeter Zeichner der Artenvielfalt, mo­nisti­scher Religionsphilosoph, kämpferischer Freidenker und Vertreter eines natur­wissen­schaftlich geprägten Fortschrittgedankens; 1910 trat er aus der evangelischen Kirche aus. Er, der eine spezielle Abstammungslehre im Sinne des Angelsachsen Charles Darwin (1809-1882) schuf, verstand die Natur, bis hin zu anorganischen Kristallen („Kristallseelen“), als beseelt. Der von ihm vertretene Monis­mus lehrte eine durchgeistigte Materie im Sinne des Pantheismus, in dem Gott in eins gesetzt wurde mit dem bestimmenden allgemeinen Naturgesetz. Haeckels epochale Werke prägten das Bewusstsein suchender Generationen, denen die abgeschmackten Lehren der Kirchen nicht mehr genügten: „Generelle Morphologie“ (1866), „Natürlichen Schöpfungs­ge­schichte“ (1868), „Anthropogenie - Ent­wicklungs­ge­schich­te des Menschen“ (1874), „Die Welträthsel“ (1899), „Lebenswunder“ (1904). Im September 1904, wäh­rend des Internationalen Freidenker-Kongresses in Rom, an dem Tausende teil­nah­men, wurde Ernst Haeckel feierlich zum „Gegenpapst“ ausgerufen, was schrille Anfeindungs-Kam­pagnen von kirchlicher Seite zur Folge hatte. Den bösartigen jesu­itischen Unterste­llun­g­en, er sei ein Fälscher und Betrüger, trat er mit seiner Schrift „Sandalion“ erfolgreich ent­ge­gen. Charles Darwin würdigte Ernst Haeckel in seiner Einleitung zu „Die Abstammung des Men­schen“, Auflage 1870, mit den Worten: „Wäre die ,Natürliche Schöpfungsgeschichte’ er­schie­nen, bevor meine Arbeit niedergeschrieben war, dann würde ich sie wahrscheinlich nie zu Ende geführt haben. Fast alle Schlüsse, zu denen ich gekommen, finde ich durch diesen Natur­forscher bestätigt, dessen Kenntnisse in vielen Punkten viel vollkommener sind als die me­i­nen.“ Mit Haeckel erschien den Deutschen aus urtümlich deutschen Neigungen und Denk­formen ein prägender Naturenthusiast, Naturwissenschaftler und Naturprophet von geradezu antiker Größe, welcher der bibel-christlichen Naturmissachtung und -verachtung die aus gallo­germanischer Seele wieder heraufschimmernde religiöse Verehrung der Allnatur ener­gisch und fundiert entgegenhielt. Die Idee des Tier- und Naturschutzes stieß in Deutschland - so wie in keinem anderen Lande - stets auf stärkste Anteilnahme und aktiven Zuspruch. Anfänge der Naturparkbewegung in Deutschland reichen bis zur Gründung des Vereins „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ im Jahr 1909 zurück. Nach dem Kriege wurden bereits über 500 Naturschutzgebiete eingerichtet. Auch das Dritten Reich unterstütze den Gedanken ganz energisch, schuf eine „Reichs­fach­stelle für Naturschutz“ und stellte 1935 mit dem Reichsnaturschutzgesetz diese Idee auf eine neue sichere Grundlage.
 
Das starke bis ins Religiöse gesteigerte Naturinteresse des nordischen Menschen führte ihn, bei intellektuellen Voraussetzungen und Gelegenheiten, in die Studier- und Labor-Kammern. Welche genialen Tüftler, Mathematiker und Metallurgen der Norden hervorbrachte, ersehen wir am Beispiel des südjütländischen Hlewagast-Holtijar von Rosengaard, zwischen Ribe und Tondern. Der Mann war ein Hainpriester, der die berühmten Goldhörner als Gottes-Bittgebet anfertige, anlässlich der zweifellos erschütternden totalen Sonnenfinsternis, zum Frühlingsfest, dem Sigrblot/Ostern, in den Neumondnächten. Die Sonnenfinsternis war am Mittwoch (Wotanstag) dem 16. April 413, um 14.15 Uhr. Die Arbeiten an den Goldhörnern weisen die Fähigkeiten des Herstellers nach: Metallurgie, Goldschmiedekunst, Mathematik, Runologie, Gematrie, Astronomie, Mythologie. Diese Verknüpfung von Himmelskunde, also astrologischem Wissen, mit fertigungstechnischer Metallbeherrschung, wie sie bei den „Goldhörnern“ zutage tritt, ist ja keine absolute Neuerscheinung zu Beginn des Mittelalters, vielmehr erweist sie sich als höchst beachtliche uralte nordische Eigentümlichkeit und Befähigung. Das zeigt der Fund der „Himmelsscheibe“ vom „Mittelberg“, einem bronzezeitlichen Kalenderberg, bei Wangen-Nebra an der Unstrut, in Thüringen. Die dünne kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte, konkrete Himmelsdarstellung, mit Kalenderfunktion. Die Scheibe wurde um 1.600 v.0 im Boden vergraben, sie ist 3.700 bis 4.100 Jahre alt. Vom Dunst der Werkräume des Holsteiners Hlewagast zu jenem der alchemistischen Tüftlern und Spekulanten ist kein weiter Weg. Alchimie (griech.-arab.-lat. alkimia) galt ab dem 1./2. Jh. die Lehre von den Eigenschaften der Stoffe und ihren Reaktionen. Alchemie wurde als „Lehre des Gießens“ verstanden, oder auch als „Kunst der Ägypter“. Sie war ein alter Zweig der praktischen Naturphilosophie und wurde im Laufe des 17./18. Jh. von der modernen chemischen Wissenschaft überwunden und abgelöst. Der Alchemie ging es um Vorstellungen über den Aufbau der Materie und um die Umwandelbarkeit sog. Transmutation von Metallen und anderen Elementen. Die Alchemisten bezogen die Astrologie in ihre Überlegungen mit ein, so standen die Metalle für Himmelskörper: Gold für die Sonne, Silber für den Mond, Eisen für den Mars, Quecksilber für den Merkur, Zinn für den Jupiter, Kupfer für die Venus, Blei für den Saturn. Die stark mythisch gefärbten Deutungsversuche bewegten sich innerhalb des Verständnishorizonts der altdeutschen Volksreligion bzw. Runenreligion, die Verbindungslinien zum griechischen und pythagoreischen Schriftdenken aufweist. Wotan, nach der Interpretatio Romana (lat. „römische Übersetzung“) Hermes-Merkurius, war der Alchemisten „Gott“. Die ältesten bekannten Texte über Alchemie, insbesondere die „Tabula Smaragdina“, stammen aus dem griechisch-hellenistischen Ägypten. Sie wurden traditionell dem „Hermes Trismegistos“ („Dreimal größter Hermes“) zugeschrieben, wobei die „Tabula“ als ein Grundlagentext der abendländischen Alchemie galt. In ihren rund zwölf kryptisch-allegorischen Sätzen spiegelt sich die Vorstellung einer Übereinstimmung von Mikrokosmos und Makrokosmos: „Das was unten ist, ist wie das, was oben ist, und das was oben ist, ist wie das was unten ist.“ Die so formulierte Erkenntnis tritt uns ebenso in den altarischen, auch eddischen Texten entgegen, wo es im Ymir-Mythos heißt, dass der Kosmos der Morphologie des einzelnen Menschen gleicht. Der deutsche Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph Paracelsus (1493-1541) hieß eigentlich Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim. Nach ihm bedarf es zur erfolgreichen ärztlichen Kunst, neben der Gnade Gottes, der Philosophie („Weisheitsliebe“), aus der hervorginge, dass der Arzt „Himmel und Erde in einem Mikrokosmos zusammenfasst“ und weiter gehört dazu Proprietas („Redlichkeit“): „Darum soll der Arzt des Volkes Glauben besitzen, so hat er ihn auch bei Gott.“ Der Sachse Georg Agricola (eigentl. Georg Pawer/Bauer, 1494-1555), Arzt, Apotheker, Wissenschaftler, der als „Vater der Mineralogie“ und als Begründer der modernen Geologie u. Bergbaukunde gilt, verwendeten die Worte chymia für Alchemie bzw. chymista für den Alchemisten.
 
Heinrich Cornelius, genannt Agrippa von Nettesheim (1486-1535), der typisch deutsche, handfeste, sogar soldatisch ausgezeichnete, weitgereiste Universalgelehrte, einer der hervorragendsten Geister seiner Zeit, darf beschrieben werden, als Naturphilosoph, Religionsphilosoph, Jurist, Arzt, Astronom, Astrologe, Mineraloge, Theologe Magiekundler, Autor etlicher fundamentaler Lehrschriften. Er beherrschte acht Sprachen. Selbstverständlich wurde auch er von den christenkirchlichen Dunkelmännern der Franziskaner und Dominikaner heftig als Häretiker angegriffen. Agrippas Vorstellung, der Kosmos sei als „Inkarnation Gottes“ zu betrachten, Gott sei damit „in der Welt“ und stieße sie nicht nur von außen an, wie es judäo-christliche Lehre ist, erweist sich als urheidnisch -, ebenso wie sein Panpsychismus („Allbeseelung“), der die dualistische Trennung von Geist und Materie verneint, indem er annimmt, die Welt würde von archetypischen Urkräften durchströmt. In diesem Weltbild ist der Mensch ein mikrokosmisches Abbild Gottes. Das „Leib-Seele-Problem“ ist damit aufgehoben und die moderne Physik beweist es: alles ist Geist, alles ist Seele, auch das was der Mensch durch die Beschränktheit seiner Sinne als Materie-Körper deutet. Agrippas Weltseelenlehre und Panpsychismus stehen dem strengen jüdischen Monotheismus absolut entgegen, wie auch dem judäo-christlichen Konstrukt einer monotheistischen Trinität. Im Kapitel 56 seiner „Occulta philosophia“ heißt es: „Wenn da der Weltkörper ein ganzer Körper ist, dessen Teile die Körper aller Lebewesen sind, und da, je vollkommener und edler der Weltkörper als der Körper der einzelnen Wesen ist, wäre es absurd anzunehmen, dass, wenn jedes unvollkommene Körperchen und Weltteilchen […] Leben besitzt und eine Seele hat, die ganze Welt als vollkommenster und edelster Körper weder lebe, noch eine Seele habe.“ Hier impliziert Agrippa die Vorstellung der Weltseele und gibt sich eindeutig als „Ketzer“ zu erkennen. Der spätere Universalgelehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), der wichtigste Repräsentant des „deutschen Idealismus“, hat die „Weltgeist“-Philosophie, als „Bewegung des Geistes durch die Geschichte“, in seiner „Phänomenologie des Geistes“, 1807, aufgegriffen. Agrippas Aussagen über den Zustand der menschlichen Seele nach dem Tode blieben nebulös, um sich nicht der Inquisition auszuliefern. Er weist auf die Lehre der „Wiedervergeltung“ (Reinkarnation) hin (Kap. 41 De occulta philosophia): „… die heidnischen Philosophen glauben an derartige Vergeltung und nennen sie Adrastea, d. i. die Macht der göttlichen Gesetze, wonach in künftigen Zeiten einem jeden vergolten wird nach der Beschaffenheit und den Verdiensten seines früheren Lebens, so dass, wer ungerecht im vorigen Leben herrschte, in andern in den Zustand der Sklaverei gerät, wer seine Hände mit Blut besudelte, gleiche Vergeltung erleiden muss, und wer einen tierischen Lebenswandel führte, in einen tierischen Körper eingeschlossen wird.“ Agrippa begegnete dem Alemannen Georg/Jörg Faust (1480-1541), dem wandernden Alchemisten, Wunderheiler, Magier, Astrologen und Wahrsager. Seine schillernde Person verarbeitete J.W. Goethe (1749-1832) zu seiner „Faust-Tragödie“, als Parabel auf den von geistigen und leiblichen Bedürfnissen hin und hergerissenen, ewig suchenden, forschenden, typisch-nordischen Höheren Menschen -, denn der primitive Mensch kennt den Zwiespalt nicht.
 
So wie die paganen Kultgilden, soweit sie die Christianisierung  zu überleben vermochten, in den Untergrund abtauchten, um auf heimlichen Wiesen und versteckten Höhen ihre Freundesmale und Jahresfeiern abzuhalten, die die Kirchlichen Hexensabbate benannten und die kirchlich gegängelten Behörden verboten und verfolgten, so werden auch Frauen und Männer vom Format eines Hlewagast ihre heidnisch-freien Forschungen, verborgen vor dem Klerus, an geheimen Orten weiterbetrieben haben. Viele derartige Berichte sind auf uns gekommen, wie sie auch der Thüringer Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676), unter dem Pseudonym „German Schleifheim von Sulsfort“, in seinem Bericht über die Zustände des „Dreißigjährigen Kriegs“, mit seiner Schrift „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ (Hexentanzszene), 1668, beibrachte. Viele Geheimnisse wurden nur mündlich den vertrauenswürdigsten Adepten („Schüler, Eingeweihte“) anvertraut. Der Metallurge und Astronom Hlewagast, arbeitete im 5. Jh. eine ganze Breite seines heidnischen Welt- und Gottesverständnisses in die beiden Goldhörner hinein. Noch sind nicht alle seine kryptischen Metaphern deutbar. Geheimes Wissen gehört, zum einen nicht auf die Jedermanns-Gosse, zum anderen musste es vor den inquisitorischen Häschern des Klerus verborgen bleiben. Zu den ältesten deutschsprachigen alchemistischen Handschriften gehört die, teils in Geheimschrift verfasste „Alchymey teuczsch“, von 1426, aus der Grafschaft Hals, bei Passau. An ihr arbeiteten mehrere Autoren. Die alchemistischen Vorstellungswelten beruhten auf den uralten Naturphilosophien, die sich paganer Nomenklaturen bedienten, aus den Quellen griechisch-hellenistischer sowie gallo-germanisch-nordischer Traditionsstränge. Wie bronzezeitlich alt im Norden die metallurgischen Materialwissenschaften waren erkennen wir anhand der bezeichneten Kunstwerke. Das nimmermüde Suchen, Tasten, Spekulieren nach dem „was wahrhaft ist“, führte den faustischen Germano-Europäer schließlich auf den Weg der neuzeitlichen Chemie und Physik; in beiden Disziplinen waren die Deutschen Weltmeister.
 
Vom tragischen, in die Katastrophe führenden, jüdisch-deutschen Gegensatz
 
Nicht wenige fremdstämmig-jüdische Geister hielten im Verlauf der Judenemanzipation mit, im problemlosen, weitgehend einträchtigen Nebeneinander, bis zu dem sich verschärfenden tragischen Zwiespalt den der jüdische Zionismus und der ebenfalls als jüdisch wahrgenommene Marxismus-Kommunismus-Bolschewismus hervorriefen. Karl Marx (1818-1883) hatte mit seiner Schrift „Manifest der Kommunistischen Partei“, 1848, und seinem Buch „Das Kapital“, 1867, eine internationalistische Massenbewegung hervorgerufen, die sich, als Voraussetzung ihrer sozialrevolutionären Päne, die Beseitigung der Bourgeoisie (franz. „Bürgertum“) und der monarchistischen Staatsform zum Ziel setzte. Eine „Weltrevolution“, mit einem „Letzten Gefecht“, zur Verwirklichung der „Diktatur des Proletariats“, wurden von ihr propagiert und durch rigorose Politiker wie z.B. Lenin (1870-1924) und Trotzki (1879-1940) und Stalin (1878-1953), mittels des Aufbaus einer gigantischen „Roten Armee“, die als erste Etappe Europa erobern sollte, energisch vorangetrieben -, einer auf Angriff gedrillten Weltanschauungsarmee an deren materiellem Aufbau die USA entscheidend mitwirkten. Theodor Herzl (1860-1904) hatte mit seinem Buch „Der Judenstaat“, 1896, eine jüdisch-nationalistische Massenbewegung hervorgerufen, die ihrerseits begann, im konspirativen Sinne innerhalb der Gastgeberländer der jüdischen Bevölkerungsminderheiten zu wirken. Es handelte sich bei diesen beiden konträren jüdischen Impulsen im 19. Jh. keineswegs um einmalige und zufällige zeitlich lokale Geschehnisse, vielmehr lassen sie sich als ein jüdisch-archetypisches Kontinuum deuten, weil ganz Gleiches geschah, einerseits mit der durch jüdische Geister hervorgerufenen Massenbewegung des international agierenden Christianismus-Katholizismus, während sich andererseits der jüdische Nationalismus vehement gegenüber Integrationsangeboten verschloss, was sich historisch im „Makkabäer-Aufstand“ mit der Distanzierung vom hellenistisch-griechischen Internationalismus erwies (165-63 v.0) und ebenso in den drei jüdisch-völkischen Aufständen gegen das imperial-römische Internationalisierungs- und Integrationsangebot, wozu gehörten: 1. der „Jüdische Krieg“ (66-70 n.0), 2. „Babylonische Aufstand“ (115-117 n.0), 3. „Bar-Kochba-Aufstand“ (132-135). In allen diesen völkisch-rassischen Kriegen sind Hundertausende Menschen getötet worden; so fielen Juden ab dem Jahr 115 in Ost-Libyen, Alexandrien, Theben, Zypern mordend über ihre griechischen und römischen Nachbarn her, was als „tumultus Iudaicus“ in die Annalen einging (Cassius Dio, „Röm. Geschichte“, 68,32). Juden, die sich als „Kinder Abrahams“ erklärten, predigten Internationalismus und bestanden auf Exklusivität, beides in solch nachdrücklicher Art und Weise, wie es in Anerkennung ihrer Effektivität, von keiner zweiten Nation gesagt werden kann. Nach der Zerstörung des kraftstrotzenden deutschen Kaiserreichs, aufgrund der willkürlichen Parteinahme, als das entscheidende Zünglein an der Waage, zugunsten der deutschen Kriegsgegner, durch US-Präsident Th. W. Wilson, mit seinem unehrlichen „14 Punkte Programm“, den folgenden antideutschen Intrigen („Kriegsschuldlüge“ des „Versailler-Diktats“) und finanztechnischen Verwerfungen, erwuchsen in Deutschland zwangsläufig Vorbehalte und die Ablehnungen gegenüber den westlichen Plutokratien sowie gegen das sicherlich unkorrekt vereinfacht pauschalisierte „internationale (Finanz-)Judentum“. Dieser Konflikt mündete direkt in die Katastrophe des Weltkrieg II., der frühzeitig von London und Washington geplant war, um ein Wiedererstarken der Deutschen endgültig zu verhindern und für die Zukunft unmöglich zu machen. Das Wort ging um, von einer „jüdisch-bolschewistischen Revolution“. Auch im von den Siegern entmachteten, kleingeschnittenen, hungernden, in den Grundfesten irritierten Deutschland begannen jüdische Aktivisten für den Kommunismus (KPD, USPD, SAJ usw.), für eine „Räteregierung“ und sogar für den Anschluss an die Sowjetunion zu werben. Nicht wenige linkssozialistisch-jüdische Revolutionäre, Politiker und Schriftsteller, wie z.B. Kurt Eisner (1867-1919), Anführer der „Novemberrevolution“ in München, agierten im extrem antideutschen Spielfeld, schienen sich mit den Feinden Deutschlands gemein zu machen. Auch der anarchistische Schriftsteller und linkspolitische Aktivist Erich Kurt Mühsam (1878-1934) war maßgeblich an der Ausrufung der „Münchener Räterepublik“ beteiligt; schon 1902 wurde er Redakteur bei der anarchistischen Zeitschrift „Der arme Teufel“. Der jüdische linkssozialistische Revolutionär Ernst Toller (1893-1939) schrieb 1924 die Komödie Der entfesselte Wotan“, womit er den altdeutschen Volksgott, mit seinen Schwärmern, der Lächerlichkeit preisgab. Antigermanische und antisemitische Diffamierungskampagnen wurden ausgetragen; das deutsch-jüdische Verhältnis näherte sich einem traurigmachenden Tiefpunkt. 1932 Franklin Delano Roosevelt (1882-1945) empfahl sich im Jahr seiner Präsidentschaftswahl dem „Permanenten Establishment“ mit den Worten: „Ich werde Deutschland zermalmen ! Es wird nach dem nächsten Krieg kein Deutschland mehr geben“. 30.01.1933 wurde Adolf Hitler (1889-1945) Reichkanzler. 24.03.1933: Ganzseitiger Titel im Londoner „Daily Express“: Jüdische „Kriegserklärungen“ und Boykottaufruf gegen  Deutschland: „Judäa erklärt Deutschland den Krieg - Juden der ganzen Welt vereinigen sich - Boykott von deutschen Waren - Massendemonstrationen“. Der Artikel beschrieb den kommenden „Heiligen Krieg“ und fuhr fort, die Juden der Welt aufzufordern, deutsche Waren zu boykottieren und bei Massendemonstrationen gegen deutsche Wirtschaftsinteressen mitzumachen. 01.04.1933 Symbolische Reaktion auf jüdischen Boykott war ein eintägiger deutscher Boykott jüdischer Geschäfte. In diesem Zustand, einer von mehreren Seiten angefachten Hysterie, wurde von allen Seiten über das Ziel der Vernunft hinausgeschossen, man überbot sich förmlich an Unterstellungen, einfach deshalb, weil man dem politischen Gegner noch viel größere Gemeinheiten zutraute, als sie schon offenbar geworden waren -, eine Haltung übrigens, die für beide Seiten (!) spätere volle Bestätigungen in Weltkrieg II. fanden. In diese brisante Vorkriegssituation hinein gelang Otto Hahn (1879-1968) die Entdeckung einer Möglichkeit der Urankernspaltung. Er informierte treuherzig mit Brief vom 19.12.1938 seine ehemalige Mitarbeiterin Lise Meitner (1878-1968), die sich in Schweden aufhielt, vom geglückten „Zerplatzen“ des Atomkernes. Diese schrieb im Februar 1939 in der britischen Zeitschrift „Nature“ darüber und brachte Wissenschaftler der USA auf die Idee, eine Atombombe gegen die Deutschen bauen zu lassen. Bereits am 2.8.1939 forderte Albert Einstein, zusammen mit anderen, den US-Präsidenten Roosevelt per Brief auf, „dringend die experimentale Entwicklung der Atombombe gegen den potentiellen Kriegsgegner Deutschland voranzutreiben“ und sich im Zuge dieses Planes zuerst der belgischen Uranvorkommen zu bemächtigen. Ab dem 2. August 1939 wurde in den USA der Entschuss gefasst, die Entwicklung von Nuklearwaffen zu forcieren und Deutschland mittels Atombomben zu vernichten. Kein Mensch in Deutschland sah zu dieser Zeit in den USA einen „potentiellen Kriegsgegner“. Und nur wenig später, am 29.8.1939, erhielt der englische Premier vom Führer der Zionisten und späteren Präsidenten Israels, Chaim Weizmann (1874-1952) eine Note, in der erklärt wurde, dass „wir Juden an der Seite Großbritanniens stehen und kämpfen werden.“ Weder die USA oder England sind jemals von Deutschland bedroht worden. Trotzdem stellten sie alle Weichen zum großen Krieg, welchen sie wirklich kurz darauf in die heiße Phase führten, und zwar über den lokalen deutsch-polnischen Grenzkonflikt, welcher bei nur wenig gutem Willen auf polnischer Seite hätte am Verhandlungstisch gelöst werden können. 10.05.1940 Winston Churchill (1874-1965) wird Premierminister. 15.05.1940 Erste Amtshandlung W. Churchills war der Befehl deutsche Städte bzw. Zivilisten bombardieren zu lassen; sofort wurden 5 Städte angegriffen. Ende August bombardieren Engländer erstmalig zivile Regionen Berlins. Erst am 07.09.1940 griff die deutsche Luftwaffe Londoner Hafenanlagen an und am 14.11.1940 die Industriezentren von Coventry. Im Dezember 1941 bat Vannevar Bush, der Direktor des US-Office of Scientific Research and Development, Einstein um Hilfe bei der Lösung eines Problems der Gasdiffusion. Einstein fertigte bereitwilligst eine Studie an, die eine Lösung des Problems enthielt und bot in einem servilen Schreiben an: „Ich bin gern bereit, alles zu tun, was in meiner Macht steht“ - also den zügigen Fortschritt des Atombombenbaues, das sogenannte „Manhattan-Project“ zu unterstützen (Spiegel 18/1974). So offenbart sich die ganze Scheinheiligkeit einer Generation, welche Täter und Opfer zugleich war - symbolhaft konzentriert in der Gestalt des Albert Einstein, eines Physikers der von einem Deutschenhass besessen war, der schon deutlich „paranoide Züge trug“ („Spiegel“ 18/1974).
 
Die neuzeitliche wahre Beschreibung unserer Welt ist von Werner Heisenbergs (1901-1976) Quantentheorie geprägt, die sein Schüler und Friedensnobelpreisträger Hans-Peter Dürr (1929-2014) mit einem Fundamentalsatz beschrieb: „Es gibt keine Materie.“ Mit Heisenberg arbeitete er an einer „einheitlichen Feldtheorie“. Durch seinen lebenslangen Einsatz für Frieden und bedingungslose Humanität grenzte er sich von beispielsweise dem „Vater der Wasserstoffbombe“ Ede/Edward Teller (1908-2003) ab, bei dem er 1956 promovierte und kontroverse Diskurse führte über Sinn und Unsinn des Nuklearbombenbaues. Die führenden deutschen Kernphysiker Otto Hahn und Werner Heisenberg plagten Skrupel, die Bombe zu bauen. Otto Hahn gar fühlte sich als Pionier der Kernspaltung noch nach dem Kriege schuldig und trug sich sogar eine Zeitlang mit Selbstmordgedanken, als er in englischer Kriegsgefangenschaft vom Abwurf der ersten Atombombe erfuhr. Gleichen Sinnes wie E. Teller war Julius Robert Oppenheimer (1904-1967), „Leiter des Manhatten-Projekts“, „Vater der Atombombe“, US-amerikanischer Physiker, Mitverantwortlicher für das Grauen von Hiroshima u. Nagasaki. Ein ebensolcher Mittäter war der Nobelpreisträger Albert Einstein (1879-1955), der am Ende seines Lebens einer Freundin brieflich gestand: „Jawohl, ich habe auf den Knopf gedrückt !“ Mit dem erwähnten ersten Brief endete Einsteins Engagement für den atomaren Massenmord keineswegs. Er, der von enthusiasmierten Freunden und Anhängern als „politisches Gewissen der Welt“ Gefeierte, als „moralisches Genie“ geradezu vergöttlichte Mann war zeitlebens zu feige, seine janusköpfige Kehrseite zu enthüllen. Ein Leben lang versuchte er, die Lüge aufrechtzuerhalten, dieser erste Brief sei so quasi sein einziger „Sündenfall“ geblieben. Ronald W. Clark (1916-1987) wies aber nach, dass der vernichtungswillige Hass des Physikers dauerhafter und hartnäckiger war als zugegeben. Die auf seinen Brief hin gegründete Kommission arbeite ihm nicht effektiv genug. Deswegen schrieb er ein halbes Jahr später ein zweites und wenige Wochen darauf ein drittes Mal an den Präsidenten (Donald W. Clark, „Einstein: The Life and Times“, 1971). Er, der hybride Rassist und Misanthrop, wollte unbedingt, dass die Bombe gebaut wird und zum Einsatz kommt. Im Gegensatz z.B. von Leó Spitz/Szilárd (1898-1964), der zwar 1939 gemeinsam mit Einstein und anderen jüdisch-deutschen Atomphysikern, einen Brief an US-Präsidenten Th. Roosevelt verfasste, mit der Aufforderung, Atombomben für den Abwurf über Deutschland bauen zu lassen, der doch dann, als sie abwurfbereit war, den A-Bombenabwurf gegen Japan (da Deutschland bereits kapituliert hatte) zu verhindern versuchte. Er unterschrieb im Juli 1945 den „Franck-Report“, den der hamburgisch-jüdische James Franck (1882-1964) angeregt hatte; es waren sieben Unterzeichner, darunter drei Männer mit jüd. Wurzeln. Zu erinnern ist auch an den Nobelpreisträger und Pazifisten Max Born (1882-1970), der zwar wegen seiner halbjüd. Wurzeln nach England emigrierte, ohne die Atombewaffnung zu forcieren. Hingegen vom alten Schlage der A-Bombenbauer erscheint US-Physiker Samuel Cohen (1921-2010), der zeit seines Lebens besessen von der Idee war, „saubere Kernwaffen“ zu entwickeln, er wurde zum „Erfinder der Neutronenbombe“, die nur massenhaft tötet, ohne sichtbare Körperbeschädigungen hervorzurufen. Er meinte: „Die Neutronenbombe wird die moralischste Waffe sein, die je erfunden wurde.“ Benannt habe ich diese Zusammhänge, weil mit der Zäsur des Dreißigjährigen Krieges (1914-1945) gegen das germanische Deutschland, mit den vielen Millionen Getöteter, dem Landraub und der Ausnutzung seiner Intelligenz in fremden Diensten, die gänzliche Auslöschung der deutschen Nation, der deutschen Lebensidee, des deutschen Wesens und der deutschen Religion vorprogrammiert erscheinen muss.

Böser Geist gegen guter Geist
 
Die menschliche Intelligenz kann zum Guten oder Unguten genutzt werden, der Logos kennt keine Moral. Ohne eine religiöse Sittenlehre die das Gutsein zum Ideal erhebt, macht der Mensch seine Erdenwelt zur Hölle. Dass im menschlichen Sinnen ein gutes und ein böses Denken gleichermaßen angelegt ist, weshalb es hilfreiche Richtlinien zum Guten geben muss, erkannten wohl alle vernünftigen Religionsschöpfer. In den arischen Systemen wurde das Gute gleichgesetzt mit „Gott“, dem zu gefallen oder nachzueifern sei. Die beiden gegenläufigen Denkweisen bzw. Mächte, die gottgefälligen und die antigöttlichen, wurden personifiziert, als Anführer der lichten und der dunklen Geistwesen. Die altpersische Ahura-Mazda-/Ohrmazd-Religion, die auch Mazdaismus oder Zarathustrismusgenannt wird und von der Weisheit des großen Ariers Zarathustra (ca. 1.500 v.0) geprägt war, bezeichnet das gute Denken („Sponta-Mainyu“) und das schlechte Denken („Angra-Mainyu“), also den guten und den bösen Dämon als gleichstarke Söhne des vatergöttlichen „Weisen Herren“. Das Ringen zwischen Gut und Böse findet im gesamten Kosmos satt und kommt im Menschen zum Ausdruck zwischen den guten („Vohu Mano“) und schlechten Gedanken („Ahem Nano“). Zwischen dem Herrn des Lichtes und jenem der Finsternis tobt dieser Kampf, der sich im nordischen Mythenbuch-Edda als Kampf zwischen „Balder“ (der starke Gute) und „Höder“ (der blinde Bruder) geschildert findet, wobei Bader der Gottheit geliebter Sohn ist. Der Kampf dauert so lange an, bis Ahura-Mazda die dunkel-dämonischen Gegenmächte auf ewig in ihren Abgrund zurückstoßen wird, um eine Ära des Friedens und des Glücks einzuläuten. Die eddischen Bruchstücke der nordischen Mythologie, die uns der Isländer Snorri Sturluson (1179-1241) übermittelt hat, erzählen im Kern ein ganz Ähnliches, dass nämlich der göttliche Geistvater Wodin die gestorbenen Kämpfer in der Jenseitshalle Walhalla für den Endkampf gegen die unholden Mächte sammelt. Der Kampf und die Opfertode der göttlichen Mächte findet statt und in einer idealisierten, verklärten Wiederkehr des fast Ewig-Gleichen ersteht eine bessere Neue Welt, in der die Gegensätze und das Böse aufgehoben sind. Nach dem ältesten Edda-Lied, der „Völuspa“ (Der Seherin Vision), kehren „Hödur und Balder heim, um froh im Sieghof zu hausen“ (Vers 63); die „wackeren Scharen leben freudvoll in Gimles Glanzhalle bis in fernste Zeiten“ (Vers 65); „der düstere Drache, die schillernde Schlange, Nidhögg [der neid-/hassvoll Hauende] fliegt tief drunten und versinkt endgültig“ (Vers 66). Weder aus der Edda, noch anderen Quellen geht hervor, dass die nordische Religion einen Hass auf konkurrierende Glaubensformen gekannt hätte. Dem Geistgott Wodin wird Omnipotenz und Gültigkeit für alle Menschen zugeschrieben, gleichgültig welcher Art sie angehören. Deshalb heißt es, dass er viele Namen trägt (Grimnismál, Hávamál, Gylfaginning). Weder lassen sich Nachweise für Glaubenshass, noch für Rassenhass in den nordischen Zeugnissen finden. Die Glaubensverfolgungen begannen mit dem monotheistischen Absolutheitsanspruch des jesuischen und paulinischen Christianismus und steigerten sich mit zunehmender Macht der Romkirche. Die sog. Christenverfolgung z.B. unter dem röm. Kaiser Nero (37-68 n. 0) waren keine Maßnahmen des Glaubens wegen, sondern entsprangen staatspolitischem Kalkül, indem er die vom Volk verhassten Orientalen als Brandstifter beschuldigte und zum Sündenbock stempelte. Die röm. Dekrete und systematischen Pogrome die im 3. Jh. geschahen, wurden ebenso wenig aus religiöser Intoleranz sondern aus Gründen der Staatsräson unternommen, weil Christen den Grundkonsens des Staates ablehnten, so wie heutige in Deutschland lebende Muslime, welche für sich die Verbindlichkeit des BRD-Grundgesetzes ablehnen und ihre mitgebrachte islamische „Scharia“ über das Recht ihres Gastlandes einordnen. Zu Wodins Lichtritter, die als Gute Geister für den Endkampf in der jenseitigen Walhalla gesammelt werden, können demzufolge nicht allein Germanen oder verwandte Gallier, Sklaveni, Pruzzen und Rus Zutritt erlangen, vielmehr tugendsame tapfere Männer und Frauen aus allen Völkern die sich zu Wodins Regie und runischen Heilsgeboten bekennen.
 
Religion soll Halt aber keinen Hass vermitteln
  
Je archaischer Individuen und je primitiver Ideologien sich artikulieren, umso intoleranter und restriktiver sie sich im Vorgehen gegen andere Denk- und Handlungsweisen gebärden, umso deutlicher sind sie im engstirnigen Urmenschlich-Bestialischen zu verorten, denn die humanitäre Vernunft ist ein erst langsam im Verlaufe der schmerzhaften Menschheitsgeschichte erworbenes Produkt. Je gefahrvoller und dem Leben abträglicher der ursprüngliche Lebensraum einer Ethnie ist, umso mehr erzwingt sie die Entwicklung eines vernünftigen Gemeinsinns, weil auf andere Art ein Überleben des Einzelnen wie der Gesellschaft gar nicht möglich wird. Diese Schulung ist im Verlaufe der Jahrtausende allen Völkern vom nördlichen Eisschildrand genetisch eingeprägt worden. So wie die kühle, sachbezogen Vernunft zum Merkmal des Nordmenschen wurde, so ist die törichte, emotionell überschäumende Unvernunft als ein Merkmal der klimatisch begünstigten südlichen Völkerschaften zu konstatieren. Diese Faustregel kann nur die echten äquatorialen Urwaldbewohner nicht einbeziehen, welche, auf andere Arten und Weisen als der herbe Norden, ihre Umweltgefahren zu meistern haben. Es ist die Vernunft, die des Menschen Verteidigungsbereitschaft erfordert und seine Fähigkeit zu töten, denn was das Leben gefährdet darf vom Leben abgewiesen - auch auf Dauer abgewiesen - werden. Aber immer ohne den Verstand beeinträchtigende Gefühlwallungen des Hasses. Der Begriff „Hass“ hat sich aus dem Beschreibungsversuch der Emotionen „Erschütterung, Kummer, Groll“ entwickelt; verwandt mit griech. kēdos = „Sorge, Trauer, Leichenbestattung“; im germ. Sprachbereich hat sich daraus der Sinn von „Verfolgen, Jagen, Hetzen“ erweitert, was dem alten Sprachverständnis nach im Kern nichts anderes als „Eifern für eine Sache“ meinte. Das Eifern-Können, ob im religiösen oder im profanen Bereich, gehört zur unbedingten Voraussetzung für jeglichen zu erhoffenden Erfolg. Die Trägen, Schlaffen, die Ja-Sager und Angepassten haben zu keiner Zeit etwas Positives zur Hinaufentwicklung ihrer Nation und der Gesamtmenschheit  beigetragen. In diesem Verständnis sollten wir eifern für das Gute, Wahre, Schöne, sollte wir brennen für die Erweiterung unseres Wissens und sollten streben nach mehr Gerechtigkeit, dass jedes Ding und jeder Mensch nach seinem Maße beurteilt und bedient werde. Der dumpfe Hass aus niederer Gesinnung aber, der pauschalisierend fremde Positionen, Kulturen, Denkweisen und Völker verurteilt, der ist nach Selbstanalyse abzutun, und anderwärts zu verachten. Der ideale nordische Geist ist ein entspannter, sachlich-kühl rechnender, der langsam nur in Feuer gerät. Möglicherweise gewann gerade deshalb die Faszination des numinos Andersgearteten, wie die des dionysischen Rauschgottes Wodin, diesen hoher Stellenwert im germanischen Kult -, wohl aber auch weil in der gesegneten Ektase Bewusstseinserweiterungen, Hellsichtigkeiten und unverhüllte Direktheiten zutage treten, so dass der Volksmund meint: „Betrunkene sagen die Wahrheit“, oder „In vino veritas“ (im Wein liegt Wahrheit). Wodin weiß die Wahrheit, er ist die Wahrheit, er vermittelt die Wahrheit dem religiösen Konzept nach; er ist der Erfinder der Runen, die alle Wahrheiten in sich tragen. Wodin ist der germanische Heilige Geist, der Logos (Vernunft, Sinn, Wort) und die Heilige Sofia (Weisheit) zugleich. Die Römer setzen ihm den Hermes-Mercurius  gleich, der wiederum dem ägyptischen Schrifterfinder-Gott Thot, dem Herrn der Magie, der Wissenschaft, des Kalenders und des Seelenganges („Gott des Westens“) zu entsprechen schien, so wie auch dem gallogerm. Teut, Teutates („Vater des Volkes“). Der Christenkult hat dem Volk dafür den „Heiligen Geist“, aber als Stellvertreter für den martialischen Aspekt  den „Erzengel Michael“ und „Sankt Martin“ angeboten. 
 
Erzwungen durch die jahrhundertelangen Bedrohungen Germaniens durch den römischen Imperialismus, ausgerüstet mit einer tödlich perfekt funktionierenden Militärmaschinerie, musste, um des Überlebens willen, der germanische Geistgott auch ein Anführer im Krieg werden. Trotz ihrer industriellen und militärisch-organisatorischen Unterlegenheit erlag Rom schließlich der germanischen Jugendkraft. Bei aller Härte der Auseinandersetzungen, kennen wir keine Berichte über gegenseitigen Hass aufgrund von religionsbedingten Differenzen, diese begannen erst mit dem Aufkommen des eifersüchtigen Monotheismus christenkirchlicher Prägung, als die Hassattacken zwischen den Richtungen des Katholizismus und Arianismus aufbrandeten. Hass bis zum Mord-Hass aus religiösem Antrieb darf als Spezifikum des orientalischen Glaubensfanatismus betrachtet werden. Zu argen Untaten ist situationsbedingt jeder Mensch jeder Menschenart - Heide, Christ wie Moslem - befähigt. Doch eine Untat aus Gottglauben zu begehen, ihr also einen frommen Antrieb zu unterlegen, das ist - wenn dieser Ausdruck erlaubt ist - monothetische Handschrift. Neben den weltweit zahllosen Terroranschlägen islamischer Fanatiker, hat ein Norweger namens Anders Behring Breivik am 22.06.2011 einen national-terroristischen Anschlag begangen während dem er 77 Menschen erschossen hat. Und ein Australier namens Brenton Tarrant hat am 15.03.2019 einen antiislamischen Terroranschlag auf Moscheen ausgeführt wobei er 51 Menschen erschoss. Beide Männer waren zwar Christen, doch ihre Taten waren nicht christlich sondern völkisch-nationalistisch motiviert. Der jüdische Arzt Baruch Kappel Goldstein wurde Ende Februar 1994 zum Attentäter als er mit einem Sturmgewehr 29 zum Gebet niederkniende Moslems in der Ibrahim-Moschee in Hebron erschossen hat. Am 4.11.1995 erschoss der jemenitische 25-Jährige fromme orthodoxe Jude Yigal Amir seinem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin.  Er schoss ihm zwei selbst gebastelten Neun-Millimeter-Dumdum-Geschosse in den Rücken, „im Auftrag Gottes“, wie Amir sagte. Wenige Stunden vor dem Attentat hatte er in einer Synagoge gebetet, „er möge die Gelegenheit bekommen, den Ministerpräsidenten zu ermorden, sein eigenes Leben aber möge verschont bleiben“. Nie hat er seinen Mord bereut, bereut hat er allein: dass er Rabin „nicht schon früher“ ermordet habe, vor dem Oslo-II-Abkommen, das den Palästinensern mehr Autonomierechte einräumte. Wie viele junge Israelis seiner Generation besuchte Amir von Kindesbeinen an religiöse Schulen. Der Attentäter gab an, Rabin sei ein Verräter an Israel gewesen, weil er die Aussöhnung mit den Palästinensern gesucht habe und dafür auch laut Bibel zu „Eretz Israel“ gehörende Gebiete wie das Westjordanland habe aufgeben wollen. Nach dem jüdischen Gesetz sei der Ministerpräsident ein Verräter gewesen, der getötet werden dürfe, um schlimmeres Unheil von der Judenheit abzuwenden. Der fromme junge Mann bezeichnete exakt das Talmudische Gesetz welches einen solchen Mord befehlen würde. Der Fanatiker hatte regelmäßig eine Talmudschule südlich von Tel Aviv besucht. Wie er bekundete, war für ihn jeder Araber, also auch jeder Palästinenser, ein Untermensch. Yigal Amir hatte beschlossen, sein weiteres Leben der Zerstörung des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses zu widmen. Bestätigung und Stärkung für seine Tat bezog er aus dem Vorbild des Baruch Kappel Goldstein. In Amirs Zimmer im Haus seiner Eltern fanden sich neben religiösen Werken das Buch: „Baruch - Ein ganzer Kerl“. Rechtsradikale Täter und Taten sind von allen Nationen bekannt, dass aber solche Untaten „aus Religion“ begangen werden können und die Täter sich wie „Helden der Religion“ fühlen dürfen, ist eine der unfassbarsten Anachronismen unserer Neuzeit.
 
Wer die alten Bibeltexte aus der Zeit Esras, dem Erneuerer des politischen wie kultischen Judentum im 5. Jahrhundert (458 v.0), liest und in seinem Inneren widerklingen lässt, der hört eine sich zu grauenhaften Höhepunkten steigernde disharmonische Sinfonie aus Hass und Wut. Aus ihrer Entstehungszeit heraus sind sie durchaus zu verstehen als ein Spiegel schlimmer aufwühlender kriegsgeschichtlicher Ereignisse, wie sie beispielsweise assyrische Keilschriften und Reliefs belegen. Dass aber dieser Hass nie erlöschen soll, dafür sorgen die Bibelschriften. Wer solch einen Hass textlich am Leben hält, sogar in die Religionslehre aufnimmt, wie die Thematiken des Pessach-und Purimfestes, der produziert immerwährenden Hass und nach dem Kausalitätsgesetz auch Gegenhass. Im talmudischen Mystizismus gibt es den heiklen Amalek-Komplex, der eine solche Erbfeindschaft beschreibt. Die Amalekiter waren eine kanaanitische Bevölkerung die im nordägyptischen Vorfeld, also Palästinas, lebte. Als die Altisraeliten von Ägypten herkommend dort eindrangen, machten ihnen die alteingesessenen Amalekiter ganz natürlich das Vordringen streitig. Das wird im biblischen Buch „Exodus“, Kap. 17 dargestellt. Weil die Amalekiter - auch kurz „Amalek“ genannt - die Neuankömmlinge abzuwehren versuchten, sollten sie und ihre Nachkommen für alle Zeit verteufelt werden -, laut biblischer Mystagogen. Die Israeliten schließlich „verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter“ („Genesis“, 14:7) und ihre Könige Saul, David und Hiskia sollen sie gänzlich besiegt und als Volk wiederholt ausgerottet haben („1. Buch Samuel“, 15; „1. Buch der Chronik“, 4:43). Das „2. Buch Mose“ gibt Moses als Verfasser an, wo es heißt: „Und der Herr[Gott] sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke.“ („Exodus“ 17:14) Von Jahwe heißt es: „Er führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.“ Trotz ihrer Ausrottung wurde der Name „Amalek“, oft ohne nähere Erklärung, zum Synonym für vergangene und lebende „Feinde des Volkes Israel“. Sie gelten in der Bibel als Nachkommen Esaus, dem jüngeren Bruders und jüdischen Stammvaters Jakob. Sie gelten als Söhne von Isaak. Amalek sei ein Enkel Esaus gewesen, der sein reines Judenblut nicht bewahrte, indem er kanaanäische Frauen genommen habe („Genesis“, 36:1), was seine Nachkommen zu einem verachtenswerten Mischvolk degradierte. Bedeutende Rabbiner wie Maimonides von Cordoba (11./12. Jh.)  und Pinhas Halevi von Barcelona lehrten, dass es immer noch Amalekiter gäbe, und mit diesen eben auch die Pflicht, sich ihrer Taten zu erinnern und sie zu vernichten. Bis in die aktuelle jüdische Überlieferung hinein werden Personen, die durch Juden-Feindschaft namhaft geworden sind, dem „Stamm Amalek“ zugeordnet. Es gibt Interpreten welche die Palästinenser als Volk mit Amalek gleichsetzen und auch den Deutschen insgesamt eine Abstammung von den Amalekitern nachsagen. So weigerte sich der Großrabbiner Joseph Chaim Sonnenfeld (1848-1932) den deutschen Kaiser Wilhelm II. bei seinem Jerusalembesuch zu begegnen, da er der Meinung war, der Kaiser wäre ein Amelekiter-Nachfahre. Und Rabbiner Israel Hess (1935-1997) veröffentlichte am 26.02.1980 in der Studentenzeitung „Bat Kol” der „Bar-Ilan-Universität” den Artikel mit dem Titel „Genozid - Ein Gebot der Thora“, auch übersetzt als „Das Gebot des Völkermords in der Thora”. Er argumentierte darin dafür, dass die Palästinenser „das gleiche Schicksal wie die Amalekiter verdienten” und, dass während dem das Töten von Säuglingen ohne Erbarmen vonnöten sei. Daraufhin ist der Autor vom Präsidenten des Institutes, dem Rabbi Emanuel Rackman (1910-2008), seiner Position an der Schule enthoben worden. Aus diesem Geschehen ist zu entnehmen, wie religiöse Texte auch sogar von Fachleuten unmenschlich missgedeutet werden können, um wie viel verfänglicher können sie für extremreligiöse Schwärmer unter den Laien werden. Die Gefahr der Verselbständigung religiöser Hetzschriften ist groß, so dass alle Religionen d.h. ihre Führungspersonal gut beraten wäre, sich der Schmähungen und gar der Verfluchungen gegen religiöse Mitbewerber zu enthalten und ihre geheiligten Grundlagentexte öffentlich klar und deutlich so zu definieren, dass daraus keine Tötungsaufrufe herausgelesen werden können. In Zeiten des immer akuter werdenden Globalismus muss das Bekenntnis zur Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit ein oberstes Gebot auch für die religiösen Führer der Völker sein. An den politischen Differenzen der Nationen und den daraus resultierenden Hetzschriften trägt die irdische Völkerfamilie schwer genug, die Religionen sollten nicht zusätzlich ihrerseits Öl ins Feuer der menschlichen Zweitracht gießen ! 
 
Jener uralte Teilaspekt der Unversöhnlichkeit eines Hass- und Rachekultes im Mosaismus hat sicherlich zum unguten Ruf des mittelalterlichen Judentums mit beigetragen, so dass auch der dem Judentum zunächst wohlwollend gegenübertretende Reformer Martin Luther (1483-1546) 1543 die Schrift „Von den Jüden und ihren Lügen“ verfasste, worin er die Wegnahme ihrer religiösen Bücher forderte, was der mit den Dominikanern sympathisierende Jude Joseph/Johannes Pfefferkorn (1469-1521) ebenso befürwortete, indem er die Verbrennung des Talmud forderte und antijüdische Schmähschriften verfasste, wie den „Handtspiegel“, 1511. Den gleichen biblisch-hysterischen Hass predigte der jüdische Reformer Jeschuha/Jesus. Wer seine Botschaft nicht hören und annehmen wollte, dem solle es er­gehen wie den Sodo­mern und Gomorrhern (Mt. 10,14 u. 15). Er verlangte den Selbst­hass und den Hass ge­gen die eigenen Hausgenossen, gegen Vater, Mutter, Brüder und Schwestern (Lk. 14,26). Er sagte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ (Lk. 11,23). Er wollte kei­nen Frie­den bringen, sondern Entzweiung (Lk. 12,51ff); er kün­digte den Krieg um sei­netwillen an (Mt. 10, 34). Er verhieß den Pharisäern die Ausrot­tung (Mt. 15.13f) und den Un­ver­ständigen die Verbrennung im Feuerofen (Mt. 13,42+50). Er wollte ein gnadenlo­ser Richter sein (Mt. 25,41). Von Verzeihung und Vergebung mochte er nichts wissen (Mt. 7,23). Er hielt Scheltreden von nicht zu über­bietender Maßlosigkeit, die Schärfe seines Zornes war ang­sterregend. Seine Gegner nannte er Narren, Heuchler, Blinde, übertünchte Gräber, Schlangen, Natternbrut, Otterngezücht, Fliegen, Säue, Kinder der Hölle. Er ging in sei­nem krankhaften Hass so weit, dass er hoffte, die Ver­stockten blieben ver­stockt auch bis zum Ende, damit sie grauenhaft bestraft werden dürf­ten (Mk. 4,12). Er behauptete von sich, größer und bedeutender als der Tempel zu sein (Mt. 12,6). Das jerusalemer Volk war entsetzt von seiner Redeweise (Mt. 7, 29; Mk. 1,22). Er wusste, dass so viel eingepeitschter Hass natürlich Gegenhass erzeugen würde; „Ihr müsst gehasst werden von jedermann um mei­nes Namens willen“ (Mt. 10,22), und „mich aber hasst die Welt, weil ich ihr sage, dass ihre Werke böse sind“ (Joh. 7,7), bekannte er sei­nen Mitläufern. Er schwelgte in schrecklichen Untergangs­phantasien aller bestehen­den Zustände; er ver­kün­dete (aus es­senischem Gedankengut) die Zer­störung des jüdischen Zen­tralheiligtums (Mk. 13,1-25). Schließlich ist es nicht verwun­derlich, dass auch das zusammengeströmte Stadtvolk ihn wider­hasste und als es die Wahl hatte, lieber einen Krimi­nellen frei ließ, ihm aber zu­rief: „Er werde ge­kreuzigt !“ (Mt. 27,23). Tragischerweise schlägt der im Judentum textlich gespeicherte Hass immer wieder auf das Judentum zurück. Nicht nur bekämpften sich die jüdischen Parteiungen während des „Jüdischen Krieges“ (66-70 n. 0), den Flavius Josephus (37-100 n. 0) beschrieb, auch die sich später entwickelnden judäo-christlichen Sekten hassten sich bis aufs Blut, was zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Stadt Rom ausartete. Des Arabers Mohammed (570-632) Kopf war angefüllt von jüdisch-religiösem Schriftgut. Gegen das Jahr 610 soll dem ca. 40-Jährigen - nach eigenem Bekunden - der Erzengel Gabriel (arabisch „Dschibril“) auf dem Berg Hira bei Mekka erschienen sein, um ihm ein zusammengeschautes Gemisch aus jüdisch-christlichen Ansichten einzuflüstern. Wie es um die bestialische Psyche Mohammeds bestellt war erweisen beispielsweise seine Handlungen gegen den mächtigen jüdischen Stamm der Banū Quraiza bei Medina, im Jahr 627. Die reiche Gruppe lebte von landwirtschaftlichen Erträgen sowie durch Geldverleih. Um sich in den Besitz dieser Güter zu bringen, ließ der „Religionsverkünder“ um 900 männliche Juden köpfen, ihre Kinder versklaven und ihre Frauen zu übernehmen (Sure 33, 26-27). Mohammed fühlte sich gedrängt, seine gefundenen Betrachtungen öffentlich zu verkünden und sich Anhänger zu schaffen. Er diktierte seine Eingebungen - verbrämt als „Erzengels Gabriel“ Ansprachen - in Form eines Buches, das unter dem Namen „Koran“, zur heiligen Schrift des Islam wurde. Des sog. Propheten Hass gegen seine eigentlichen Lehrmeister hat er im Koran verewigen lassen: „Verflucht sind die Ungläubigen der Israeliten durch die Zunge Davids und Jesus, weil sie rebellisch waren und sich vergingen. Sie verboten einander nicht das Verwerfliche das sie begingen. Wahrlich schlimm ist ihr Tun ! … Wahrlich schlimm ist was ihre Seelen ihnen vorausschicken ! Allah zürnt ihnen deshalb und in der Strafe werden sie ewig verbleiben. … Wahrlich, du wirst erkennen, dass unter allen Menschen die Juden und die, welche Allah Götter zur Seite stellen, den Rechtgläubigen am meisten feind sind … Wer aber nicht glaubt und unsere Worte als Lügen bezeichnet, diese sind dem Höllenpfuhl verfallen.“ (Sure 5:82-86). Das Gefährliche an Mohammed ist, er konzipierte sein Buch in Gott Allahs Befehlsform. Wenn er scheiben lässt, wie in Sure 9,29: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben - [kämpft gegen sie], bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten“ -, dann galt das ihm und gilt seinen Gläubigen noch heute, als gültig für ausnahmslos alle Erdenbewohner, alle „Nichtgläubigen“ und Angehörige sämtlicher anderer Religionen. In der islamischen Lehre wird die Gewalt selbst nicht nur geduldet, sondern zur heiligen Pflicht erklärt, von Allah persönlich angeordnet, um die Ausbreitung des Islam zu befördern (Dschihad-System). Die Gewaltexzesse sind also quasi Allah- oder Gottesdienste. Sure 2, 191: „Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ Sure 8, 39: „Kämpft gegen die Ungläubigen, bis es keine Verfolgung mehr gibt und der Glaube an Allah allein vorherrscht !“Sure 9, 5: „Und wenn die verbotenen Monate verflossen sind, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt.“ Sure 47, 4: „Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande.“ Nähme man diese „Religion“ ernst, würde sich die Frage stellen, was für ein „Gott“ das sein soll, der seine Anhänger zu brutalem Mord und zu regelrechten Massakern anstachelt. Er ordnet diese ja an, proklamiert sie als Gottesdienst und sucht mit verlockenden Belohnungen - 72 Jungfräulein im Paradies mit alles irdische Glück übertreffenden Freuden - zu ihnen zu verführen. Mohammed berief sich, ebenso wie vorher Jeschuha-Jesus, wie auch sein Interpret Schaul-Paulus, auf die gleiche talmudische Gottesidee „Jahwe“. Der entscheidende Unterschied ist, dass er im Koran konkrete Mordbefehle seinen Anhängern gab -, das tuen Talmud, Evangelien und Paulusbriefe nicht. Damit ist die vierte monothesistische Variante als die inhumanste zu betrachten. Wie viele Millionen Menschen-Opfer auf das Konto der christlichen „Religion der Nächstenliebe“ gehen, durch Heidenmassaker, Häretiker- wie Ketzerbränden, Hexenverfolgen und Kreuzzüge gegen verhasste Sekten und Völker gehen, muss nicht ergründet werden, es sind etliche Millionen. Über viele Jahrhunderte lebten die Menschen vor dieser Christenkirche in Angst. Ebenso berechtigt war und ist bis heute die Angst der Nichtmuslime vor den Tötungsbefehlen in Mohammeds „heiligen Texten“. Der Islam hat in einer Serie von Überfällen, denen grauenerregende Massentötungen folgten, ganze Völkerschaften und Kulturen ausgerottet. 57 Nationen, die zuvor artgläubig-heidnisch, christlich, buddhistisch, zoroastrisch oder hinduistisch waren, hat der Islam schon gefressen. Wie viele „Ungläubige“ (kuffar) sind in den islamischen Eroberungskriegen umgekommen ? Die Schätzungen gehen von bis zu 300 Millionen Menschen aus, die in den 1.400 Jahren islamischer Terrorherrschaft - von Arabien bis Spanien, Indonesien und Usbekistan - von der selbsternannten „Friedensreligion“ im Namen Allahs ermordet worden sind.
 
Ganz natürlich sind diese dunklen, gewalttätigen, grausamen und bösartigen Seelenkräfte in jedem von uns Menschen angelegt, ebenso wie die hellen, gütigen, sanftmütigen und guten. Aber es leuchtet wohl ein, dass von außen an das Individuum herangetragene Weltanschauungen, die insbesondere auch Menschenbilder und Moralvorstellungen enthalten, die Seele des Einzelnen tiefgehend prägen und formen können. Die nordische Mythologie schildert die Lichtseelen („Ljosalfar“), die aus der Sonne ihre Kraft ziehen und die Dunkelseelen („dökkalfar“), welche während der Nacht die Welt in ihrer Gewalt haben (Hrafnagaldr, 25 f). Eigentlich lehrt die Edda drei Klassen von Alfen: Licht-Alfen, Dunkel-Alfen und Schwarz-Alfen, wovon die ersten Bewohner der reinen Lichtregion, die zweiten irdischer Bergklüfte und Höhlen, die dritten der Unterwelt sind. Sind es Metaphern oder ist es mehr ? Die nordische Religion war und ist, wie es anhand zahlloser Artefakte und Bildfunde bewiesen ist, ein reiner Sonnenglauben, der zwanghaft das Lichte, das Gute, das Reine als Vorbildfunktion angenommen hat. Er schuf ein höchst moralisches, ethisches Weltbild. Dagegen lässt sich die diktatorisch-rigide, gewaltsam eingezwungene Sonnen-Aton-Religion des Ägypter-Königs Echnaton nicht ins Feld führen, denn sie war dogmatisch-starr monotheistisch, und damit ohne Freiheitsspielraum ausgerichtet. Was sich Echnaton einfallen ließ war eine menschenverachtende, Menschen versklavende Sonnen-Diktatur. Sie wurde - prinzipiell-geistesgeschichtlich gesehen - der Prototyp und das Vorbild aller folgenden monotheistischen Religionsmodelle.  Ausdrücklich erklärt soll werden, damit keinen falschen Schlüssen Vorschub gegeben werden kann, dass die Mordtaten aus religiösem Fanatismus, wie sie für monotheistische Religionsformen historisch nachgewiesen werden können, selbstverständlich nicht geeignet sind, sämtliche Gläubigen solcher Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren ! Mord ist immer die Tat von Einzelnen, oder von Gruppen. Den zu Mitmenschenverfolgungen und Mord anstachelnden bzw. verleitenden religiösen oder politischen Texten ist der Vorwurf nicht zu ersparen, leicht erhitzbare Geister zu ihren Taten verführt zu haben, aber dafür eine gesamte Glaubensgemeinschaft haftbar machen zu wollen - zu einer Art Kollektivschuld - ist völlig unsinnig. Unverantwortliche Hetzer haben so etwas gegenüber Deutschen, Juden und Muslimen versucht anzustrengen. Aber jede Pauschalverurteilung ist als unsittlich zu werten, ihr ist entgegenzutreten und sie ist streng zu verurteilen. 
 
„Mehr Licht !“
 
Völlig gleichgültig ist, ob der große J.W. Goethe (1748-1832), im Lehnstuhl des Sterbezimmers sitzend, mit seinen allerletzten Worten nach „mehr Licht“ durch das Öffnen des Fensterladens verlangte, oder ob er um „Töchterchen gib mir Deine Hand“ bat, oder visionierte „nun kommt die Wandelung zu höheren Wandelungen“, oder nach dem „Botschanper“ verlangte, dem Nachtgeschirr, um sein letztes Körperhüllenbedürfnis abzuschlagen -, durchgesetzt und festgehalten wurde das Wort welches über Goethes Denker- und Forscherleben symbolisch stand und das dem deutschen Volk als sein wichtigster Leitbegriff erscheinen muss. Kein zweites Volk hat wie die Deutschen, von den dunklen Nebelküsten des Nordens kommend, so sehr nach Licht gerungen und so viel wissenschaftliches Licht gespendet. Der heutige Name Deutschland kommt in seinen sehr alten Überlieferungen nicht nur als Adjektiv vor und zwar in ahd. diutisg, dūtisg, asä. thiudisk = deutsch, wobei man hier von dem Stamm diut-, dūt-, thiud- auszugehen hat. In dieser Form hat man nicht nur die Bedeutung „Volk“ sehen wollen, sondern müssen ! Der Begriff „Deutschland“ ist somit korrekt als „Volksland“ zu deuten. Der gotische Bastard Wulfilas (311-383), der zum ersten Christenagenten, Bischof und Bibelübersetzer für die Germanen avancierte, gebrauchte das Wort für jene seiner gotischen Stammesbrüder welche seiner neuen Glaubenslehre fernstanden, besser gesagt, sich nicht umerziehen ließen, zu fremden Göttern und Brauchtümern, also dem besten, treuesten Teil der germanischen Volksmasse angehörten. Der erste Beleg ist eine Textstelle in Wulfilas Bibelübersetzung (Galater 2:14). In seiner „Septuaginta“ (Bibel in griech. Sprache) fand er als Gegenbegriff zu „jüdisch“ einen griechischen Begriff für „nichtjüdisch“ bzw. „heidenvölkisch“ den er mittels des gotischen „þiudisko“ übersetzte. Da er seine Christenpredigt an sein Gotenvolk richtete, musste er ein gebräuchliches, allgemeinverständliches gotisches Wort benutzen. Wir erkennen daraus, dass die Goten bzw. die Germanen sich selbst auf diese Weise bezeichneten. Die nichtjüdischen Völker, die zukünftig christlich bekehrt werden sollten, wurden mit diesem Wort zusammengefasst. „þiudisko“ bedeutet also „Das-dem-eigenen-unverfälschten-Volk-Zugehörige“. Diese Echten, Unbekehrten im geistig-körperlich Erscheinungsbild belegte Wulfilas mit dem Adjektiv „þiudisko“ (thiusisko), wodurch er sie als autochthon bzw. ursprünglich-völkisch zu kennzeichnen beabsichtigte, also als deutsch bzw. heidnisch. Ein wahrer Deutscher, im semantisch korrekten Sinne, kann nur ein heidnischer (vorchristlicher) Mensch von germanischer, gallischer, ostelbisch-sklavenischer Rasse sein.  Friedrich Nietzsche  (1844-1900) erklärt den Begriff„deutsch“: „Vergessen wir doch nicht, daß die Völkernamen gewöhnlich Schimpfnamen sind. … Die 'Deutschen': das bedeutet ursprünglich 'die Heiden': so nannten die Gothen nach ihrer Bekehrung die grosse Masse ihrer ungetauften Stammverwandten, nach Anleitung ihrer Übersetzung der Septuaginta, in der die Heiden mit dem Worte bezeichnet werden, welches im Griechischen 'die Völker' bedeutet: man sehe Ulfilas. - Es wäre immer noch möglich, daß die Deutschen aus ihrem alten Schimpfnamen sich nachträglich einen Ehrennamen machten, indem sie das erste unchristliche Volk Europa's würden, wozu in hohem Maasse angelegt zu sein Schopenhauer ihnen zur Ehre anrechnete. So käme das Werk Luther's zur Vollendung, der sie gelehrt hat, unrömisch zu sein und zu sprechen: 'hier stehe ich ! Ich kann nicht anders !'“ („Die fröhliche Wissenschaft“, 1887, 166) Der Begriff „Germanen“ taucht erstmals in Caesars Buch „Gallischer Krieg“ auf. Hiermit bezeichnete er - ohne tiefere Kenntnisse der völkischen Gegebenheiten - die Stämme die rechts des Rheins wohnten, im Unterschied zu den „linksrheinischen Kelten“, die er für Rom unterjochen wollte. Da es ein gesamtgermanisches Stammesgefühl gab, wird es auch einen Oberbegriff dieser Stammesgemeinschaften gegeben haben. Das geht aus des römischen Historikers Cornelius Tacitus (58-120 n.0) Bericht hervor, den er in seiner „Germania“ (39) hinterließ. Er schrieb sie um 100 n.0. Wir erfahren darin vom Semnonen-Hain (im Raum Berlin), über den auch in der „Lieder-Edda“ („Helgakviða Hundingsbana II“) berichtet wird. In diesem heiligen sog. „Fesselhain“, der „durch die von den Vätern geschauten Vorzeichen und durch uralte Scheu geheiligt ist“, trafen sich Abgesandte „sämtlicher Stämme desselben Geblüts … Insgesamt gründet sich der Kultbrauch auf den Glauben, dass von dort der Stamm sich herleite und dort der allbeherrschende Gott wohne, dem alles unterworfen, gehorsam sei.“ Den Begriff „Germanen“ hat man, von wohl zu simpel, von „Ger-Mann“ abgeleitet, also vom Ger (Wurfspeer). Die germ. Form von Speer ist aber gaisaz, deswegen ist es wahrscheinlicher, dass sich Germane von germanus ableitet, was so viel bedeutet wie „leiblich, echt, wahr“ und einer Secundärform gair („Nachbar“) -, so dass wir den Germanenbegriff als eine von Cäsar festgehaltene Selbstbezeichnung dieser Völkerschaften - die „Wahren, Echten“ - zu verstehen haben. Ebenso wie sich die Skiren, sich selbst die „unvermischten, Schieren, Reinen“ nannten. Es war ein  ostmitteleuropäischer Germanenstamm, der mit den Bastarnen (den „Gemischten“) um 200 v.0 in die Region des „Schwarzen Meeres“ zog. Odoaker (433-493), Sohn einer Skirin und wohl eines Thüringers war es, der einen Schlussstrich zog unter das Weströmische-Reich, indem er im Jahr 476 dessen letzten Kaiser absetzte.
 
Nach allen Quellen zur nordischen Religion die wir kennen war das Ideal des nordischen Menschen: Treue, Tapferkeit, Mannhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit. Das personifizierte Inbild diese Tugenden wurde in der Gottesgestalt des Baldur geschaut. Er war die nordische Gottheit des Lichtes, und der Schönheit. In Britannien führen die Stammtafeln von Bernicia und Wessex einen „Bældæg“ („heller Tag“) als Wodans Sohn auf. Aus der indogerm. Vorsilbe  bhel- („glänzend, weiß, glänzen“) bzw. der Vorsilbe bhõ- („glänzen, leuchten, scheinen“) entstanden über die germ. Vorsilben bala-, balla, balaz, bzw. ballaz; sowohl verschiedene altgerm. Vornamen, wie z. B. Balas, Balan, Balamber als auch der Name des Balder/Baldur. Er wird im eddischen Gylfaginning (22) so beschrieben: „Odins anderer Sohn ist Baldur. Von ihm ist nur Gutes zu sagen: es ist der beste und wird von allen gelobt. Er ist so schön von Antlitz und so glänzend, dass ein Schein von ihm ausgeht. Ein Kraut ist so licht, dass es mit Baldurs Augenbrauen verglichen wird, es ist das lichteste aller Kräuter: davon magst du auf die Schönheit seines Haars sowohl als seines Leibes schließen. Er ist der weiseste, beredteste und mildeste von allen Asen. Er hat die Eigenschaft, dass niemand seine Urteile schelten kann. Er bewohnt im Himmel die Stätte, welche Breidablick („Breitglanz“) heißt. Da wird nichts Unreines geduldet, wie hier gesagt wird.“ Im Gylfaginning (17) wird auch beschrieben, dass Breidablick in der Nähe von Alfheim liegt, wo die Lichtalfen wohnen: „Da sind noch manche merkwür­dige Stätten. So ist eine Wohnung, die Alfheim heißt. Da haust das Volk, das man Lichtalfen nennt: (…) Die Lichtalfen sind schöner als die Sonne von Angesicht. Ausführlich wird im Gylfaginning (49) und in mehreren Liedern und Erzählungen beschrieben, wie Baldur im weithin bekannten Mythos sein Leben verlor und zur Hel, zur Unterwelt gehen musste. Der boshafte Geist Loki, Laufeyjas Sohn, will Baldur von der Erde schaffen, ihn töten lassen. Dazu nutzte er ein Schießspiel auf Balder. Er erfuhr von den Dunkelmächten, dass es der auf Bäumen wachsende Schmarotzerbusch Mistel sei, mit dessen Zweig allein Baldur umzubringen wäre. Loki riss ein Mistil-teinn aus, ging zum Schießspielplatz, legte ihn dem „blinden Bruder“ Höder als Pfeil auf den Bogen und lenkte ihn auf des Lichtgottes Herz. Der Schuss flog und durchbohrte Balder, dass er tot zur Erde fiel, und „das war das größte Unglück, das Menschen und Götter betraf“, wie der nordische Mythos klagte. Erschütternd ist wie hellsichtig die Metapher der Götterlegende die Realitäten trifft: Der boshafte Freigeist, Truggeist Loki, der Logos ohne Prinzipien und Moral, verführt den blinden, blindgemachten Volksbruder Höder das Heil, das Gute, Helle zu töten. So musste also Baldur zu Hel gehen. Ein weiteres treffsicheres Gleichnis ist, dass Loki, wie es im Gylfaginnig (50) heißt, auf seiner Flucht vor den Göttern weglief „und sich in einem Berge barg. Da machte er sich ein Haus mit vier Türen, dass er aus dem Hause nach allen Seiten sehen könnte. Oft am Tag verwandelte er sich in Lachsgestalt und barg sich in dem Wasserfall, der Franang hieß, und bedachte bei sich, welches Kunststück die Asen wohl erfinden könnten, ihn in dem Wasserfall zu fangen….“ Wer müsste bei Betrachtung des „Lügen-Lachses“ nicht an den Christen-Fisch denken ?! Der derbe Bauergott Donar-Thor griff nach ihm und bekam ihn in der Mitte zu fassen, doch er glitt ihm in der Hand, so dass er ihn erst am Schwanz wieder festhalten konnte. Darum ist der Lachs hinten spitz. Nun war Loki friedlos gefangen. Auch Lokis Söhnen, Wali und Nari oder Narwi, ereilte das Gleiche. „Den Wali verwandelten die Asen in Wolfsgestalt: da zerriss er seinen Bruder Narwi. Da nahmen die Asen seine Därme und banden den Loki damit über die drei Felsen.“ Gift tropft ihm ins Angesicht, wogegen er sich so heftig sträubt, dass die ganze Erde schüttelt, und das ist es, was die Erde immer 'mal wieder zum Beben bringt.
 
Das religiöse Denken des nordischen Menschen war darauf gerichtet, „Huld und Heil“ zu gewinnen, was modern ausgedrückt mit „Wohlwollen und Weihe“ von Seiten der höheren Mächte umschrieben werden könnte; als höchste Macht galt das Goð, das unpersönliche Gute. Den Heilswunsch liest man auch am Ende des eddischen Weisheitsgedichtes die Hávamál, „Des Hohen Lied“ oder „Die Sprüche des Hohen“: „Heil dem, der sie kennt !“ Heil denen, die sie hörten.“ Im „Codex regius“ ist die Hávamál als zweiter Text direkt hinter der Völuspá, „der Seherin Sichtung“, platziert. Die Hávamál-Verse beziehen sich auf Gott Odin, der den sterblichen Menschen Rat gibt, wie sie ein erfolgreiches und ehrenwertes Leben führen können. Der dritte und letzte Teil der Hávamál sind die 18 „Zauberlieder“ des Ljóðatal (Verse 147-165), eine Aufzählung des mythologischen Wissens, dessen wichtigste Strophe 157 ist, in der Odin als Gott der Runen erklärt wird und als Einziger der Tote wieder zum Leben erwecken kann. Obwohl in Strophe 160 von Odin als „Hroptatyr“ in der dritten Person die Rede ist, muss Odin selbst Sprecher der Hávamál sein, deren einstmals echte, noch unzerstörte Urgestalt ein Kernbestandteil des Odin-Kultes darstellte, in dem Odin seine Religions- und Morallehre verkündete. An deren Ende steht der Segensspruch bzw. die Akklamationsformel: „Heil dem, der sie kennt ! Heil denen, die sie hörten.“ Die altnordischen Adjektive „heill“ oder „séls“ bezeichnen die körperliche Gesundheit eines Menschen: gesund, ohne Wunden und geistig gesund = „heill hugr“ enthält die semantischen Inhalte „Ehrenhaftigkeit u. Geradheit“. Im alten Sprachverständnis war das Wohlergehen der Sippe anhängig von ihrem Heil. Der stärkste Wunsch war jener nach dem Heil, deshalb die für sich selbst, den Sippenangehörigen und Freunden gegenüber ausgesprochenen Segenswünsche: „Rat-Heil“, „Sieg-Heil“, „Acker-heil“, „Ernte-Heil“, „Fisch-Heil“, „Ski-Heil“ usw.. Das Heil, das Gute, galt als die Lebenskraft selbst, das Gegenteil ist das Unheil, das Schlechte, das Antigöttliche. Ebenso wie die Begriffe „Gut und Böse“ im Altnordischen mit „séls“ und „unséls bezeichnet werden. Got. altnord. séls, ahd. salig, schwed. salig, selig = gut, selig, glücklich, glückbesitzend, füllehabend, wohlgeartet, heil; der Begriff ist verwandt mit sal = Wohnung, Sitz. Die Seligkeit erwächst aus dem Heimatbesitz, dem Gutsbesitz, dem Odal, dem Odalhof, dem Wissen woher man stammt und wohin man gehört. Das ahd. Wort „salicheit“ meint „Verklärung, Vollendung im Reich Gottes u. ewige Anschauung Gottes“, im höchsten Ort von Asgard („Seelengarten“), oder der Walhalla („Totenhalle der Krieger“), oder Gimle („Glanzhalle“), die schöner als die Sonne beschrieben wird. Zum Begriff „selig“: Das Adjektiv mhd. sælec, ahd. salig „wohlgeartet, gut, glücklich; gesegnet; heilsam“, niederl. zalig „selig“, aengl. sælig, aisl. sælligr „glücklich“ ist die altgerm. Weiterbildung eines äteren Adjektivs, das noch in got. sels „tauglich, gütig, schwed. säll „glückselig“ und in aengl. un-sæle „boshaft“ erscheint. Als abgeleitetes Substantiv steht daneben mhd. sælde „Güte, Glück, Segen, Heil“ (ahd. salida, aengl. sæld, aisl. sæld), das im Nhd. durch Seligkeit w. (mhd. sælec-, ahd. salicheit) abgelöst wurde. Außerhalb des Germanischen ist vielleicht lat. solari „trösten“ verwandt. Ableitungen von auf -sal gebildeten Begriffen wären aus Substantiv „Mühsal“ das Adjektiv „mühselig“ und red-, rühr-, feindselig d.h. beseelt bzw. bestimmt von Feindschaft. Wer „heill“ und „séls“ besitzt ist von guter Art, hat Inhalt aus dem Goð, stammt aus dem Goð, ist von Gottesart, wie es die eddische Rígsþula („Lied von Rig“) lehrt, wo die mythische Werdung der menschlichen Stände aufgezeigt wird. Der Götterkönig Rig („König“) erzeugt aus Menschenfrauen die er aufsucht - wie der arioindische Gottkönig Manu die Kasten - die drei Stände die sich in Art und Wesen unterscheiden: Er wird zum Ahnherr der „schwärzlichen Knechte“, der „rotwangigen freien Bauer“ und der „lichtlockigen adligen Edelinge“. Die angelsächsischen Herrscherhäuser führten ihre Stammbäum sämtlich auf Gott Woden-Odin zurück. Die aus den Urzeiten - über das Dolmen- und dann das Urnenzeitalter - sich entwickelnde nordische Glaubensform war eine auf ethischen Regeln des Sippenethos basierende Religion das Spendens und Empfangens von „Huld und Heil“, immer in einer Art Vertragsverhältnis von Geben und Nehmen. Man gab das Gute und erhoffte vom „Freund-Gott“ die Gegengabe des Guten. Die persönlich gedachten Götter wurden als intime Freunde und nicht als ferngerückte Herrscher geschaut (Uwe Ecker, „Die Religion der Germanen in schriftlichen Quellen“, S. 193 ff). Opfergaben wurden als Liebesgaben, nicht aber als Tribute verstanden. Diverse Götter kennen alle Kulturkreise. Schon im ersten Kapitel der biblischen Genesis werden die Götter im Plural „Elohim“ 29-mal erwähnt. Doch hierin liegt der große Unterschied zu den orientalisch-monotheistischen Herrscher- und Sklaven-Religionen, mit ihren gnadenlosen Herren-Göttern, die nach dem Willen ihrer Verkünder wie blutrünstige Tyrannen regieren: Aton, Jahwe und Allah. 
Die nordische Religion, in Ausgestaltung ihrer verschiedenen Kultformen, stellte hohe moralische Anforderungen an ihre Gläubigen, war getragen von feinsinniger Spiritualität, übte ein hohes Maß an Verantwortlichkeit gegenüber der Natur, namentlich gegenüber geheiligten Bäumen und Quellen, würdigte die Frau, den Gast, den Ferngereisten, den Greis, die Greisin, ehrte die Ahnen, der Ahnen Werke, war erfüllt vom Glauben an ein Jenseitsleben, an gerechten Lohn und Strafe für gute und böse Taten, erhoffte die Wiedergeburt und brachte hervorragend organisierte, funktionierende Gemeinwesen hervor, die mit Recht das Gebot der Treue - dem Gegenpart von Lüge, Verrat und Unverantwortlichkeit - auf den obersten Platz des Wertekanons stellten, denn mit der Untreue gegenüber dem Leben, der Liebe, dem Herkommen, den heimischen Göttern, den Ahnen, den Frauen und Kindern, dem Land und der Volkserhaltung beginnt jeglicher Untergang, das Chaos, also Rückkehr des „Ginnungagap“, der wüsten Urschlucht, aus der sich die gediegene Ordnung, Anstand und höhere Gesittung einstmals emporentwickelt hatten. Auf „Huld und Heile“ beruhte das Ideal des Gesellschaftsvertrages innerhalb von Sippen und Volksgenossen, ebenso wie der Vertrag mit den höheren Mächten, den Freund-Göttern, im Sinne von: Wer Huld verschenkt, dem wird Huld gegeben, wer Heil walten lässt, dem wird Heil zuteil ! Und das alles ohne Zwang und Kontrolle seitens einer zentralgelenkten Priesterkaste, ohne Verfolgungen von Andersgläubigen, ohne Ablasshandel, Ohrenbeichte, ohne Folterkammern einer päpstlich belobigten Inquisition. Im wertenden Vergleich fallen die monotheistischen Religionsformen deutlich ab; sie wären konkret insofern als amoralische Schwindel-, Herrschafts-, Obrigkeits- oder Unterdrückungsreligionen abzuwerten, weil: 1.) Im Mosaismus, mit seinem „Sündenbock“-Mythos und dem „Kolnidere“-Sündenanlass ein striktes Gutsein nicht vonnöten erscheint. 2.) Im Katholizismus, mit dem Konstrukt von „Ohrenbeichte“, priesterlichen „Sündenvergebung“ bei Wohlverhalten gegenüber der Kirche und Verbüßungsverringerung durch geldlichen „Ablasskauf“ verbrecherische Taten künstlich „wiedergutzumachen“ sind. 3.) Im Islamismus jegliche Untaten durch eine größere Untat, nämlich der Tötung eines Glaubensfeindes bzw. eines Christen, angeblich aufgehoben werden können.
 
Nordische OD-Religion
 
Seitdem ich als zwölfjähriger Junge 1952 vor einem Weihnachtsdiorama der „Maria-Hilf-Kirche“ in Wiesbaden stand, mit Palmen, Kamelen und der Weihnachtkrippe, stiegen in mir die Fragen um die verheimlichte Religion unserer deutschen Nation in der Seele auf. Draußen war ich zur Kommunionsstunde durch den knöchelhohen Schnee gestapft und drinnen im Kirchenraum lag eine orientalische oder afrikanische Landschaft vor unseren Augen, die ein heiliges Geschehen abbilden sollte. Der Widerspruch stach mir in die Augen, so dass ich den jungen Pfarrer befragen musste: „Und was war damals bei uns hier, welches Winterfest haben wir gehalten ?“ Als der Geistliche auch nach mehreren bohrenden Nachfragen, die er als „unwichtig und nur störend“ abtun wollte, eingestand, dass man das nicht wissen könne, wuchsen in meinem Kopf genau diese Fragen immer größer. Lange habe ich gemeint, dass ich nur den richtigen Wissensträger finden müsste der mir meine Fragen beantworten könnte. Das war mein Antrieb, eine Menge Wissenschaftler zu kontaktieren, aufzusuchen und deshalb wurde ich in meiner Freizeit Stammgast auch in der Landdesbibliothek zu Wiesbaden. Boden unter die Füße bekam ich 1981, mit meiner Dechiffrierung des Strukturprinzips der älteren germanischen Runenreihe, die, rechtsläufig gelesen, „Futhark“ genannt wird. Dazu veröffentlichte ich 1993 das Buch „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, aufgrund der Erkenntnis, dass bei rechtsbeginnender Lesung die Runenreihe, nach ihren erste drei Stäben, „Oding“ zu nennen wäre, was als ihr ursprünglicher Name zu verstehen ist, denn - nach alter mythischer Denkweise hat alles Rechtgeratene-Rechte mit rechts zu beginnen ! Besteht der Beginn, der Kopf des runischen Lehrgebäudes aus dem „OD“, ergeben sich daraus weitgehende Schlüsse. Der Aufgang der Einsichten fängt mit der gründlichen Erfassung des germanischen Begriffes „od“ an. Óð, manchmal als Odr oder Od bezeichnet, ist eine mythische Gestalt, die mit der germ. Hauptgöttin Freyja als verehelicht beschrieben wird (Völuspá 25). Im prosa-eddischen Skáldskaparmál, Kap. 20, sind poetische Namen für die Göttin Freyja aufgeführt, darunter „Frau von Óðr”. Deren gemeinsamen Töchter heißen Hnoss und Gersemi (beides bedeutet altnord. „Juwel, Schatz, Kostbarkeit, Schönheit”). Quellen dazu sind „Prosa Edda” u. „Heimskringla” von Snorri Sturluson, im 13. Jh. In der Prosa Edda wird erwähnt, Freyja habe für Óðr „Gold geweint”. Es heißt dort, dass Óðr für lange Zeit auf Wanderschaft hinausfuhr, während Freyja „hinter geweinten Tränen roten Goldes zurückgeblieben sei”. Freyja zog daraufhin in die Welt hinaus, sie „reiste unter fremde Völker”, während sie ernsthaft nach Óðr suchte und trug dabei viele Namen. Gott Óðr/Od ist, da er als Gatte der gemeingerm. Muttergöttin auftritt, als Urform des Wodin-Odin anzusehen. Die naheliegendste Erklärung besteht darin, Óðr mit Odin zu identifizieren, dass es sich um Variantennamen eines einzigen Gottes handelt. Óðinn/Odin bedeutet „Geist, Seele”. In der nordischen Mythologie gilt Óðr auch für den „göttlichen Rausch”, für die „Erregung”; als Adjektiv trägt es Bedeutungen wie „hektisch, wütend, vehement, eifrig”, als Substantiv meint es „Geist, Gefühl, Seele”. Mit diesem Begriff befinden wir uns mitten im geheimnisvollen, für uns Heutige schwer deutbaren Zentrum der nordisch-germanischen Religion. Óðr ist abgeleitet von einem protogermanischen wōð, wōþ und es ist verwandt mit got. wôds („wütend, besessen”), ahd. wuot („Wut, Wahn”) und den angelsächsischen Wörtern („Wut, Tollwut”) und („Lied, Schrei, Stimme, Poesie, Beredsamkeit”). Zu den altnord. Ableitungen gehört œði = „starke Erregung, Besitz". Darüber hinaus kann óðr auch „Lied, Poesie, Inspiration (Anregung der Kreativität bzw. des Intellekts, göttlicher Einfluss auf Seher und Propheten”) bedeuten, und es hat eine sprachlich entwickelte Nebenbedeutung von „Besitz” angenommen. Diese germ. Wörter leiten sich von dem proto-indogerm. Wort wāt- ab, was „entfachen, anblasen, entflammen, begeistern“ bedeutete. Die gleiche Wortwurzel erscheint im lat. Wort vātēs („Seher, Sänger”), das als keltisches Lehnwort gilt und verwandt ist mit dem irischen fāith („Dichter, Erregter, Inspirierter”). Óðr steht also für „Geistgott, Gesang, Dichtung“. Der kryptische Namen der älteren Runenreihung „Oding“ wäre demnach - da der germ. Suffix „-ing“ = Nachkommen bedeutet - als „Kind des Gottesgeistes“, oder als „Kind des göttlichen Liedes“ zu begreifen.
 
Da das runische „od“ Beginn und Kopf des Odings verkörpert, müsste das entgegengesetzte Ende der Buchstabenreihe, mit der Lautfolge „fuða“, den Fuß darstellen wollen. Nach Grimmschen u. Vernerschen Lautverschiebungsgesetzen wurde aus späturgerm. „ð“ = westgerm. „d“ = ahd. „t“ und aus germ. „t“ wurde ahd. „z“, wie z.B. germ. witōda (Gesetz), anfrk. witut, as. witōd, ahd. wizzōd. Das runische fuða (Fuß ?), germ. fōtu, got. fōtus, ahd. fuoz, mhd. vuoz, an. fōtr, ae. fōt, engl. foot, dän. fod, afries. fōt, schwed. fot, fries. foet, anfrk. fuot (Altniederfränkisch ist älteste bekannte Sprachstufe des Niederländischen). Lautgesetze sind nicht von juristischer Art, einen Sprachwart kannte man zur Runenentstehungszeit nicht, es könnte das runische „fuða“ für „Fuß“ einer ingwäonischen Dialektgruppe entsprochen haben, oder könnte auch der Runenschöpfer eine linguistische Ungenauigkeit in Kauf genommen haben, um seiner konzeptionellen höheren Stimmigkeit des Oding’schen Gesamtarrangements willen. Und was zwischen Kopf und Fuß des ODING liegt, ist das germanische ABC, ist die formelhafte Kodifikation der germanischen OD-Religion und das germanische sakral-jährliche Festkalendarium. Und was zwischen Kopf und Fuß des ODING liegt, ist das germanische ABC, ist die formelhafte Kodifikation der germanischen OD-Religion und das germanische sakral-jährliche Festkalendarium. Die Quelle lädt ein, wie ein Buch aufgeschlagen zu werden, als Heilige Schrift, mit Wonne, gelesen zu werden und als geistes- wie religionsgeschichtliches Lehrbuch studiert zu werden. Seine Sprache besteht aus Buchstaben-Lautwerten und -Begriffen, zahlenmythischen, kalendarischen und epigraphischen Aussagen. Es offenbart sich eine auf Wodin-Odin zentrierte Konzeption. Er erscheint als väterlicher Weltgeist, nicht aber als monotheistischer Autokrat bzw. Despot. Die Oding’sche Zahlenlogozität ist exakt: Es handelt sich um 24 Buchstaben, Quersumme 6. In der Antike galt 6 als Zahl des Kosmos, es ist die kleinste „vollkommene Zahl“, weil es keine anderen drei Zahlen (1,2,3) gibt, deren Produkt gleich ihrer Summe ist. Die 6 steht für die Kreisbildung, mithin auch für den oding’schen Runenkreis. Bei einem gleichseitigen Sechseck, in einen Kreis gezeichnet, ist die Länge jeder Kante des Sechsecks identisch mit dem Kreisradius. Wird der Kosmos durch 6 definiert, definiert sich, zahlenmythischem Denken zufolge, der Geist des Kosmos, der Weltgeist, durch Aufsummierung der 6; das Ergebnis ist 21, es  ist die Oding’sche Runenposition des Asen Wodin-Odin. Wird 21 aufsummiert, als Wirkung (Schöpfung) des 21ers, ist das Ergebnis 231, also wieder die ersten 3 Zahlen als Segmente der Kosmos-Zahl 6. Die Quersumme-Kernzahl von 21 ist 3, wie auch die Addition aller 24 Runen 300 bzw. 3 ist; d.h. Odin trägt den gleichen Zahlenwert = Odin ist das weltgeistliche All. Zur Zeit der Runenschöpfung hatte sich der Glaubensschwerpunkt vom indogerm. Himmelsgott bereits auf den Geistgott u. Schrifterfindergott verschoben; er erscheint noch, ehrenvoll auf 8. Position („Er war, er ist, er wird sein“: 3x8 = 24) als Tyr-Rune. Die Zahl 3 steht aber auch für Sonne (Himmelsfeuer), Feuer, für Wind, für Geist, im Gegensatz zur 4, der Materie- und irdischen Weltzahl. So heißt es im Veda: „Wenn die Sonne [Suraya] sinkt, gehtsie in dieFeuer [Agni], wenn die Feuer erlöschen, gehensie hinein in den ewigen Wind [Vayu]. Vayu (Sanskrit: „Wind, Luft“), auch Pavana genannt, ist der ario-arische Gott des Windes, der Luft und des Lebenshauches Prana. Exakt identisch mit dieser geglaubten numinosen Wesenheit ist Wodin-Odin, wie er als verlebendigender Lebenshauchgott in Wort und Bild erscheint, wie er auf den ikonographischen Bildprägungen der mittelalterlichen Goldbrakteaten unzweideutig von germanischen Prägekünstlern gestaltet wurden. Der germ. Skralkalender ergibt sich, wenn die erste Rune, othala, auf ein Neumond-Datum, nächst der Wintersonnenwende (21.12.), gestellt wird und die weiteren 23 Runen auf den folgenden Neu- u. Vollmondzeiten platziert werden. Die Differenz von ca. 11 Tagen zwischen Mond- (354 Tage) und Sonnenjahr (365 Tage), erzwingt das Einschieben eines 13. Schaltmonats, im 2./3. Jahr, so wie es der Angelsachse Beda Venerabilis (672-735) vom vorchristlichen Kalender in seiner „Kirchengeschichte des englischen Volkes“, 731, beschrieben hat.
 
Was hier zu Tage tritt, mit dieser zahlenbezogenen Religiosität, entspricht der traditionellen Intellektualität der nordischen und germanischen Führungseliten, nachweisbar seit der Steinzeit, Kupfer- und Bronzezeit. Die sieben- und fünftausendjährigen stichbandkeramischen Sonnenobservatorien von „Meisternthal“ in Niederbayern, von „Goseck“ in Sachsen-Anhalt, von Schalkenburg-Quenstedtim nordöstlichen Harzvorland bezeugen den genuinen Willen zum nüchternen, vernunftgetragenen „Was ist ?“, im Sinne von Max Planck. Ein Schlaglicht auf das gleiche Phänomen wirft der dänische bronzezeitliche „Sonnenwagen von Trundholm“, der zwar den volkstümlichen Mythos verbildlicht, vom Sonnenpferdchen welches das Gestirn übers Firmament zieht, aber gleichzeitig auf dem Sonnendiskus in vergeheimnister Ornamentalsprache Auskunft gibt über die exakten lunisolaren Jahresdaten. Und in gleicher Weise spiegelt sich das geistreich-kompliziert Welt- und Gottesverständnis im durchmathematisierten runischen Umschriftungssatz des goldenen Runenhorns vom nordschleswigschen Rosengaard-Mögeltondern. Zur Ehre und Bitte an die erahnten, erhofften „Himmlischen“ werden keine Unsinnigkeiten, wie tumbes Gebetelallen, Gebetsmühlendrehen, oder Kniebeugen in Richtung Mekka, geübt, vielmehr wird ein geniales Zahlengedicht ersonnen und verewigt. Wer wird dabei „angebetet“, wer wird zu erreichen versucht ? Der menschliche Intellekt richtet sich an den göttlichen Intellekt, Geist sucht den Geistgott ! Durch geistige Zeugnisabgabe wird versucht, dem höheren Geist zu gefallen, ihn beeindrucken zu können; es wird Gottesdienst zelebriert in Form von Intellektualität. „Du gleichst dem Geist, den du begreifst“, bescheidet der Erdgeist den  Erkenntnissucher Faust, zu Beginn von Goethes „Faust-Drama“. Diese Art der Gottesdienste darf mit Fug und Recht jenen der christenkirchlich verordneten, christianisch-jesuisch-paulinischen, als geistig haushoch überlegen bezeichnet werden. Das dort verheiße „Seligwerden durch Glauben“, also der Verführung zum religiösen Dummbleibenwollen und „Wie-die-Schäflein-werden-sollen“, hat Europa und die Deutschen um viele Jahrhunderte zurückgeworfen und nur einer Macht gedient, beileibe nicht Gott, nur einer pfäffischen Schmarotzerklicke, der sog. Kurie, mit ihrem trügerischen Mönchswesen, die sich wie schwarze Vampire an den Blutadern der Völker fest- und fettgesaugt haben.
 
Der uralte, unüberbrückbare Widerspruch zwischen Nord und Süd, zwischen Okzident und Orient, zwischen apollinischer Klarheit und dionysischem Sinnenrausch offenbart sich einmal mehr in profanen wie religionsbezogenen Sicht- und Denkweisen. Der rituelle Rausch als gemeinschaftsstiftender Umtrunk war dem germ. Wodin-Odin-Kult nicht fremd. Doch wird der nicht als ein Vergessenstrunk gewertet, nicht als Hinwegtaumeln aus irdischer Herbheit in die süßen Traumwelten sinnlicher Fantasien, sondern als Grenzüberschreitung in die höheren Sphären des Weltwissens. Das bezeugt der Namen des sog. „Skaldenmets“ (Hávamál, 107): „Óðrörir” (an. „Geistanregender”). Wie alt der arische Mythos ist, zeigt die arioindische Mythologie des „Rigveda”, wo das Getränk Soma heißt (im iranischen „Awesta” heißt er Sauma, Haoma) und starke Bezüge zu Gott Inda hat, der weitgehend dem germ. Donar/Thor entspricht. Der altnordische Óðrörir” soll, nach mythischen Erzählungen, so entstanden sein: Aus dem Speichel aller Götter wurde das weiseste anthropische Wesen hervorgegoren, namens Kvasir, dessen Blut, mit Honig vermischt, zum Skaldenmet („Dichtermet”) - semantisch gemeint ist „Seher-Met” - gedieh, der jeden der davon trinkt zum Poeten macht (Snorri, Skáldskaparmál 1). Der Óðrörir wurde, genau genommen, als „Inspiration-Rausch-Anrührer” verstanden und zwar durch das Einswerdens mit dem Göttlichen, mit dem Od. Snorri gab Volksschwänke wieder, keine theologischen Erörterungen, die erklären wie sich Odin in den Besitz des begehrenswerten Gebräus brachte. Der südjütländische Schöpfer der goldene Runenhorns von Rosengaad, im Beginn 5. Jh., ritzte als letztes Wort seiner mathematizierten Langzeile tawido (an. „machen“) ein, aus dem rechtsbeginnend „odiwat“ wird, also „Odi-Wasser“ bzw. „Odi-Trunk“: germ. „wata / watam“ = Wasser / Trunk. Sechs Stäbe gebraucht der meisterliche Hlewagast und hat damit auch dem zahlenmythischen Grundkanon der 24-er Heilige Ur-Runenreihe Genüge getan, ist doch die Quersumme und Seelenzahl von 24 = 6. Meine Erkenntnis hinsichtlich der Oding-Religion des Nordens bestätigt der Ostgote Jordanes (?-552) in seiner Getica („Gotengeschichte“) wo er eine Kult- od. Volksgruppe in seiner gotischen Urheimat erwähnt, nämlich die „Odingi“. 
 
Nach dem Vorherbedachten, im Raum der Od-religiösen Terminologie, müsste man auf die Vorgänge bei Kulttrunkfesten schließen, dass nämlich Gott Od, im Besitz des göttlichen Odrörirs, die Weihe des menschlich-kultischen Odrörirs vornimmt, worauf die sich begeisternden Kulttrunkgenossen den Od-Gesang anheben - stimmlich oder stumm - woraus sich das Runen-Oding als kosmische Wahrheit offenbart, beispielsweise so wie eine wunderschöne Gestalt unversehens vor den Augen aufsteigt, wenn eine sie vorher verhüllende Nebelwand urplötzlich in sich zusammenfällt. Durch alles Nordische schimmert der urverwandte griechische Geist. Es kann kaum ein Zufall sein, dass die besonders feierliche Gedichtsform im Altgriechischen Ode („Lied, Gesang“) genannt wurde, obwohl die etymologische Abhängigkeit schwerfallen dürfte. In der griechischen Antike wurde jegliche Lyrik, die man zur Begleitung von Musik vorgetragen hat, jeder Hymnus, als Ode bezeichnet. Zudem ist unübersehbar die Nähe zwischen griechischem und germanischem Schriftdenken. Wie die 24 Runen traditionell in die 3 „ættir“-Gruppen von jeweils acht Zeichen eingeteilt wurden, unterteilen schon die Griechen ihre 24 Buchstaben in 3 Achtergruppen (an. ætt fem. „Geschlecht“). Und ein Kalendersystem, wie ich es im ODING nachwies, schufen die Griechen auch schon, allerdings nicht von der oding‘schen Feinheit wo jede Rune einen ganz bestimmten luni-solaren Festcharakter besitzt. Die gesamte geistige Ausrichtung der Runenmeister, der Erilari, vom Erscheinungsbild des Holsteiners Hlewagast, erinnert an den Bund der Pythagoreer, die Jünger und Anhänger des Griechen Pythagoras (um 570-510 v.0). Ihre religiös-philosophische Bewegung lehrte die Naturwissenschaften, das mathematische Wissen, die spekulative Zahlenmystik, mit dem Grundsatz „Alles ist Zahl“, die „Freundschaft mit den Göttern durch wissende Verehrung“, Freundschaft der Seele mit dem Leib, die „Seelenwanderung“ menschlicher wie tierischer Seelen und den Vegetarismus. Schon im 4. Jh. v.0 führten Aristoteles und Aristoxenos die Anfänge der Mathematik auf die Pythagoreer bzw. Pythagoras zurück. Etliche Ziele und Überzeugungen teilten die Pythagoreer mit den Orphikern, einer religiösen Gemeinschaft, im 6. Jh. v.0, die sich von Thrakien ausbreitete. Die blonden Thraker waren ein indogerm. Volk, das, genau wie die benachbarten Mazedonen, typisch nordisch beschrieben wurden. Der Orphiker religiöses Bestreben war die Vorbereitung auf das von ihnen erwartete Fortleben der Seele nach dem Tod. Orphische und pythagoreische Philosophien durchwoben sich. Ein beeindruckendes Arkosol-Felsengrab, das sog. Grab des Orpheus, wird bei Tatul gezeigt, einem Dorf im heutigen Südbulgarien. Bei diesem Megalithkomplex handelt es sich um die über 2.000 Jahre alte heidnische Kultstätte, auf einem Berggipfel. Tongefäße, die in der Nähe gefunden wurden, datiert man auf ein Alter von 7.000 Jahren, also auf eine Zeit in der die urdeutschen Ringheiligtümer der Sonnenobservatorien errichtet wurden. Das Orpheusgrab“ von Tatu gleicht dem so. „Sargfelsen“ des Externsteins im Teutoburger Wald, von dem dringend anzunehmen ist, dass es sich um das zentrale Heiligtum Germaniens gehandelt haben müsste.
 
Seelenwanderungslehre des Nordens
 
Die nordische Naturwissenschaft und Astronomie hat die „Himmelsscheibe von Wangen-Nebra“, an der Unstrut, hervorgebracht. Sie fand sich auf dem Kalenderberg, dem sog. „Mittelberg“, von dem aus die Sonnenbeobachtungen für die priesterlichen Zeitbestimmungen vorgenommen wurden. Die kreisförmige Bronzeplatte mit Sonnen- und Mond-Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte, konkrete Himmelsdarstellung, eines frühbronzezeitlichen Alters von 3.700 bis 4.100 Jahren. Die Beobachtungen der ewig sich wiederholenden Rundläufe am Nachthimmel führte sicherlich direkt zu den Folgerungen, dass auch das Menschenleben dem Kommen und Gehen und Wiederkommen unterworfen sei. Die älte­sten Schriften der Indoeuropäer sprechen in eindeutiger Festigkeit von der „unsterblichen Seele“ des Menschen (Rigveda I, 164,30). Auch den Griechen war der Gedanke nicht fremd, so riet schon Platon („Staat“, I 521f): „Ein mittleres Leben zu wählen und sich vor dem Übermäßigen nach beiden Seiten zu hüten, sowohl in diesem Leben, als auch in jedem folgenden; denn so wird der Mensch am glückseligsten.“ Der griech. Historiker Diodor (V, 28) berichtete, ge­stützt auf Poseidonius (135-51 v.0), über die Gal­lier: „Das Ende des Lebens achten sie für nichts. Es herrscht nämlich unter ihnen die Meinung, die Seelen der Menschen seien unsterb­lich und nach einer bestimm­ten Zahl von Jahren lebe man wieder auf, indem die Seele in ei­nen anderen Körper einwan­dere ... Bei dem Begräb­nis der Leichen werfen einige daher Briefe, die sie an ihre verstorbenen Ver­wandten geschrieben ha­ben, in das Feuer, in der Hoffnung, dass die Toten diese lesen.“ Ebenso schrieb Cäsar in seinem De bello Gal­lico (VI,14): „Vor allem lehren sie, dass die Seelen nicht stürben, sondern nach dem Tode von einem auf den anderen übergingen, und dadurch glauben sie einen Hauptantrieb zur Tugend zu fin­den, wäh­rend die Todes­furcht in den Hintergrund tritt.“ Der röm. Dichter des 1. Jh. n.0 Marcus An­naeus Luca­nus (39-65 n.0) sprach in klügelnder Überheblichkeit von der Glau­benskraft Nord­europas (im Ge­dicht Pharsalia): „Die nördlichen Völker fürwahr sind glücklich in ihrer Ein­bildung, da jener größte der Schrecken sie nicht be­drängt: die Furcht des Todes. So stürzen die Männer mutig dem Stahl entgegen und sterben mit williger Seele. Hier heißt feig, wer das Leben schont, das doch wieder zu­rückkehrt.“ Der röm. Au­tor Appian des 2. Jh. n.0 berich­tete von den Ger­manen un­ter ih­rem Führer Ariovist (?-54 v.0), „die wegen der Hoff­nung auf Wieder­geburt Verächter des Todes waren.“ Und noch aus dem hoch­mittelal­terli­chen 13. Jh. findet sich der Zusatz eines Sammlers isländischer Handschriften (Edda) zum Lied von Helgi und Sigrun: „In alten Zei­ten glaubte man, dass Menschen wieder­geboren wür­den; das wird nun Alt­wei­ber­wahn ge­nannt.“ Nach den Prosa­stellen im Helgi-Liede wurden Helgi, Sigmunds Sohn, und seine Ge­liebte, Sigrun, für Wiederverkörpe­rungen von Helgi Hjör­vardsohn und Svafa gehal­ten; man glaubte, dass sie nach ihrem Ableben in den Gestal­ten von Helgi Had­dingjaskati und Kara Halfdanstochter wiedergeboren wurden. Im kurzen Si­gurd-Lied verflucht Hagen die Brünhild: „Ver­wehrt sei ihr auf ewig die Wiedergeburt !“ Diese Ah­nung um die Wieder­kehr der Seelen rankt sich durch die ganze nordeuropäische Geistes­ge­schichte. In seiner Schrift „Über die Ursa­che“ (1484) speku­lierte der kenntnis­reiche Deutsch-Italiener Giordano Bruno (1548-1600): „Nim­mer ver­geht die Seele, vielmehr die frühere Woh­nung tauscht sie mit neuem Sitz und lebt und wirkt in diesem. Alles wechselt, doch nichts geht unter !“ Selbst der Spötter Vol­taire meinte: „Die Lehre von der Wiederverkörperung ist weder wider­sinnig noch nichtssa­gend ... Zweimal gebo­ren zu werden ist nicht wunderbarer als einmal.“ Ob Les­sing, Schiller, Jean Paul, Kleist, Goe­the - die tiefen Geister be­kannten sich - oft in geradezu keu­scher, schamhaft-zurück­haltender Art - zur Metamorphose, durch die der Mensch hindurch­schreite, um die Fülle seiner Mög­lichkeiten auszuschöpfen. Den Worten Goe­thes ist nicht viel hinzuzu­fügen, aus ih­nen spricht in unüberbietbarer Klarheit die alt­gläu­bige Weis­heit: „Des Menschen Seele - Gleicht dem Was­ser - Vom Himmel kommt es - Zum Him­mel steigt es - Und wieder nieder - Zur Erde muss es - Ewig wechselnd.“ Der voll­kommene Meister des deutschen Den­kens ver­mochte sich seine tiefe Bin­dung an Char­lotte von Stein nicht anders zu erklären, als dass sie für die Dauer eines vor­ausgegangenes Lebens schon einmal in gleichstarker Liebe miteinan­der verbun­den waren. Sein Jugend­gefährte Georg Schlos­ser schrieb in einer späteren kleinen Schrift für den Freundes­kreis: „Wenn ich dir zeige, dass die See­lenwanderung ... nebenher tausend Rätsel, tausend Geheim­nisse der morali­schen Welt erklärt und den, der sich daran erwärmt hat, über tausend Dinge beruhigt, die uns sonst im­mer unglücklich ma­chen, den be­sten am unglücklichsten; so wirst du doch den Wert dieser Hypo­these so weit anerken­nen, als der Wert aller Hypothesen reicht: uns in den Au­genblic­ken wohlzutuen, wo wir das Bedürfnis haben, durch die Wolken zu schauen, die über den Ge­heimnissen Gottes lie­gen...“ Nietz­sche ließ sei­nem Za­rathustra aus des­sen Schülerschar zuru­fen: „Siehe du bist der Lehrer der ewigen Wiederkunft ...“ An anderer Stelle sagte der Pro­phet des Übermen­schen: „Hier ist die Wurzel aller wah­ren Kultur; und wenn ich unter dieser Sehnsucht der Men­schen verstehe, als Hei­liger und als Genius wie­dergebo­ren zu werden, so weiß ich, dass man nicht erst Bud­dhaist sein muss, um diesen My­thus zu verste­hen...“ (Un­zeitgemäße Be­trachtungen 1874). Auch die Großen Skandinaviens: Kierkegaard, Ibsen, Strind­berg fan­den ihren Halt im Wissen, im Ahnen, im Hof­fen um die Wie­der­kunftslehre.
 
Doch die antiken Berichte, die Spatenfunde und Sprachstudien lassen eine viel weitere Kultgemeinschaft der indogermanischen Nordvölker vermuten. Grandiose Perspektiven eröffnen sich unserem Blick hinsichtlich der OD-Religion, deren Zentralwert - neben den Naturwissenschaften - der Wiedergeburtsglaube war. Die Seelenphilosophen der Orphiker und Pythagoreer erwähnte ich schon. Im Nordbalkangebiet, im Donaumündungsgebiet, an der westlichen Schwarzmehrküste befindet sich mit der Vinča-Kultur eines der ältesten, jungsteinzeitlichen europäischen Zivilisationsgebiete, mit Schriftzeugnisse die um 1.000 Jahre älter sind als die mesopotamischen. Hier, zwischen den nördlichen Karpaten, der Ägäis und dem Schwarzen Meer, entstand das Volk der Thraker, das den Germanen und frühen Galliern so voll entsprach, dass man sie getrost als ein südgewandertes Nordvolk einstufen muss, das schon zur Zeit der Hethiter und Achäer aus dem deutschen Raum gekommen ist. Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v.0) schrieb: „Äthiopier sagen, dass ihre Götter Stupsnasen haben und schwarz sind; Thraker, dass ihreblauäugig und rothaarig sind.“ Sie seien das größte Volk nach den Indern, schrieb Herodot. Ein Thrakerfürst namens Spartacus (?-71 v.0), war es, der zusammen mit Germanen und Galliern, den Sklavenaufstand (73-71) gegen Rom wagte. Die Odrysen waren der größte thrakische Volksstamm, andere waren die Odomanten, Edonen und später die Geten. Der Staat der Odrysen gelangte zu großem Wohlstand. Odrysia war vom 5. bis 3. Jh. v.0 die Hauptstadt des Odrysenreiches, später hieß sie Adrianopel, heute bulgarisch Odrin. Die heute bulgarische Schwarzmeer-Hafenstadt Warna hieß zur Thrakerzeit Odessos. In der Mitte des 1. Jh. v.0 gebot König Burbista oder Boirebista über ein großes getisch-dakisches Reich. Während der großen Völkerwanderung - mit der man das Mittelalter beginnen lässt, verschmolzen die benachbarten und jetzt nach Süden drängenden, einstmals aus Skandinavien gekommenen Goten, mit den Dakern bzw. Thrakern. Wohl nicht allein die Ähnlichkeit des Namens veranlasste griechischen und römischen Schriftsteller, ja die die Goten selbst, zu glauben, die Nachkommen der Geten zu sein. Es wird eher so sein, dass die uralte ethnische Verwandtschaft dieser norditen, blonden Völker Grund dafür war.
 
Odysseus aus Ithaka, der bekannte Heroe des trojanischen Krieges und der griechischen Mythologie, von dem Homer (8. Jh. v.0) in seiner „Odyssee“ schrieb, war ein nordischer Mykener bzw. Achäer des späten 13. Jh. v.0. Auch er trägt die interessante Vorsilbe Od-. Die Frage drängt sich auf, ob der thrakische-griechische Od-Begriff mit dem der nordischen Religion in Verbindung gebracht werden kann, oder ob es sich um eine zufällige lautliche Gleichheit handelt ? Wir finden den Namens Odysseus in mehreren Varianten von Vaseninschriften überliefert, z.B. Oliseús, Oulixeús, etruskisch Uthuze, Utuse, Utsthe. In Homer-Epen tritt die Form mit Od- auf, was als ursprünglicher gelten dürfte, dem der griech. Begriff odýssomai („zürnen“) zugrunde liegt. Es könnte demnach aus gleicher indogerm. Wortwurzel hervorgegangen sein das urgriechische „od-„ und das protogermanische „u̯āt-, u̯ōt-“ =„wütend, angeregt-sein, inspiriert“. Ein semantischer Unterschied in den Begriffen des klugen, listenreichen, zur zürnenden Ekstase fähigen Odysseus und dem germ. Gott Wōdan ist nicht erkennbar. Das got. wods („wütend, besessen“), ahd. u. mhd. wuot („heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei“) und nhd. Wut („rasender Zorn“) ist immer zu verstehen als ein Begriff für höchste seelische Erregtheit wie er auch für Gottergriffenheit, Sehertum und religiösem Aussichheraustreten Verwendung fand. Das „w-“, als Anlaut vor dunklen Vokalen, hat sich irgendwann davorgeschoben und verlor sich im Germanischen im 5./6. Jahrhundert auch wieder, aus Wodan/Wodin wurde Odin. Das Wort der griech. Ode entspricht dem altenglisch wōþ („Ton, Stimme, Dichtung, Gesang“) und altnordisch óðr („Erregtheit, Dichtung, Dichtkunst“). Was der Kleriker Adam von Bremen (um 1050-1081) in seiner Beschreibung des Tempels von Uppsala in seiner „Hamburger Kirchengeschichte erklärte: „Wuodan id est furor“ („Wodan, das heißt Wut“) ist lautlich so richtig wie es semantisch fasch ist, denn er als Christ, unterstelle „sinnlose Wut“, was der Heide als „frommes Eifern“ verstand.
 
Odyssos war ein Mykener und Achäer, also einer der nordischen Einwanderer die die Minoische Kultur im südgriechischen Raum ablösten. Es handelte sich um mehrere Bevölkerungsschübe aus dem Norden: Die „Urnenfelder-Bewegung“ (1.300/1.200-800 v.0), die „Dorische-Wanderung“ (1.200 v.0), „Seevölker-Wanderung“ (Ende 13. Jh. v.0), die nicht nur aus dem Nordbalkangebiet und Süddeutschland, sondern auch Menschen von den Nordseeküsten mitriss, was wir daran festmachen, dass seitdem im Chaukischen Siedlungsraum deutliche Fundverdünnungen archäologisch nachweisbar sind. Die mykenische Spiralornamentik, Hörnerhelme usw. weisen direkt in den höchsten skandinavischen Norden der bronzezeitlichen Felsbildermotive vom südwestschwedischen Bohuslän. Die Verbindungen zwischen Nord und Süd rissen nicht ab. Eine Sage ging, zwei Jungfrauen aus Hyperborea, namens Arge und Opis, wären in Begleitung von Apollon und Artemis nach Delos gekommen und hätten die Götterlehre des Nordens verkündet. Von dort habe sich dieser Kult über die Inseln und ganz Ionien verbreitet. Später brachten zwei nordische Jungfrauen, Hyperoche und Laodike, in Begleitung von fünf Männern, apollinische Weihegeschenke nach Delos, wo sie hochgehrt bis zu ihrem Tod blieben. Die Geschenke aus dem Norden sind von Volk zu Volk bis zu den Griechen weitergereicht worden. Es gab eine uralte Handelsroute zwischen der Ostsee und den Thrakern, die über die ostgermanischen Stammesgebiete führte. Mit Sicherheit aber kann man heute die Anwesenheit der Thraker im Karpatenbecken während der jüngeren Hallstattzeit belegen. Vom thrakischen Kerngebiet bis zur mittleren Donau und den ostalpinen keltischen Ländern hatte sich bereits im 13./12. Jh. v.0 eine hochqualifizierte Metallurgie entwickelt, die ihre Impulse bis in den befreundeten „Nordischen Küstenkreis“ hin sandte, wo diese Anregung nachweisbar aufgegriffen wurden. Der materielle und mit einhergehende geistige Austausch führte wohl auch zur Entwicklung der Urnenfelder-Kultur, ihrer Schwanenmotive und der Buckel-Amphoren. Die Schmiedekunst der Thraker hat hervorragende Zeugnisse hinterlassen, die des Nordischen-Kreises auch. So wurden sog. Buckel-Amphoren aus getriebenem Bronzeblech im Brandenburgischen bei Seddin (Prignitz) gefunden, auch beim Dorf Herzberg (Krs. Neuruppin) hob man die Niederlegung einer Amphore mit fünf kleinen Bechern aus getriebenem Bronzeblech (ca. 1.000 - 700 v.0). Ähnliche Gefäße sind aus Unia (bei Wreschen / Posen) und Rørbæk (Mittel-Jütland) bekannt. Gefunden wurden Bronzestier und Bronzevögel, die zu einem Prachtwagen gehörten, von Fredbjerk, Himmerland, Jütland. In Westfalen fand sich die Bronzeamphore aus Gevelinghausen (Hochsauerlandkr.), 9./8. Jh. v.0. Weitere sind bekannt aus dem Karpatenbecken und Nord- bis Mittelitalien. Zumindest die drei erwähnten nordischen Funde stammen offenbar aus der gleichen Seddiner Werkstatt. Die horizontalen Muster stimmen zu 99 Prozent überein. Die Buckel-Dekore mancher Amphoren (z.B. Fund Herzberg, Ostprignitz-Ruppin) symbolisieren Zeitabschnitte. Der einfache Buckel wird als Zeichen für einen 24-Stunden-Tag gedeutet. Ihre Summen ergeben die Zeitabschnitte wie etwa ein Mondjahr zu 354 Tagen oder ein Sonnenjahr mit 365 Tagen. Astronomische Wissenschaft der Gestirnsbeobachtung verband sich mit metallurgischem Werkgeschick. Das gleiche astronomische Kalenderwissen und metallurgisches Meistertum ist für die Thraker nachweisbar. Der griech. Historiker Herodot (um 485-425 v.0) behauptete, die geistige Entwicklung der Thraker bzw. der Geten habe in inniger Verbindung mit Pythagoras gestanden, einer ihrer halbmythischen Gott-Könige und Priester sei Schüler von Pythagoras und dessen Unsterblichkeitslehre gewesen, oder sogar sein Vorgänger. Die Geten glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, die nach dem Tod den Körper verlässt, um mit dem Universum eins zu werden. „Diese Menschen hatten einen unglaublichen philosophischen Weitblick, sie waren ausgezeichnete Astronomen und glänzende Mathematiker … In diesen Vorstellungen der Griechen von den Geten sehen wir den Faden, der uns zum antiken Wissen unserer Vorfahren auf dem Gebiet der Mathematik, Astronomie, Philosophie und Harmonie zurückführt“, schreibt diebulgarische Thraker-Kundlerin Prof. Diana Gergowa. Homer, im 8. Jh., erwähnt die griech. „Argonautensage“, die Erzählung von dem schnellen Schiff Argo, mit dem die bedeutendsten griech. Helden, darunter Väter vieler Troja-Kämpfer, die „Argonauten“ genannt, einen Abenteuerzug unternahmen, um ein wertvolles goldenes Widderfell zu gewinnen. Auf der Rückfahrt gelangte die Schiffsbesatzung angeblich hoch in den Norden, bis an Ostsee oder Nordsee und das Bernsteinland („Elektrideninsel“). Einige Erinnerungen müssen sich hier vermischt haben. Auch in Homers „Odyssee“ wird der mythische Held durch Stürme an die Inselküste „Scherias“ verschlagen, dem Land der Phaiaken, am „Ende der Welt, viel umflutet vom Meer“. Die Einwohner waren berühmt für ihre schnellen Schiffe die auch bei Nebel sicher ihr Ziel fanden. Aufgrund seiner fernen Lage wurde Scheria noch nie von Feinden angegriffen. Homer kann keine der Mittelmeerinseln gemeint haben, die den Griechen sämtlich bekannt waren, das Land der gastlichen Phäaken muss identisch sein mit dem überzeichneten „Atlantis“, dem Nordland der Hyperboreer „am Ende der Welt“.
 
Die hervorragenden nordischen Thraker-Daker
 
Die nordischen Küstenjäger der Ertebölle-Kultur (5.100 v.0) und die daraus hervorgegangenen Menschen der Trichterbecher-Kultur der Jungsteinzeit (ca. 5.200-2.800 v.0) müssen mit dem Nordbalkan, dem Hauptsiedlungsgebiet der Thraker, in kulturellem Austausch gestanden haben. Die Thraker waren Menschen der nordischen Ethnien, deren Idiome mit den baltischen Sprachen der Ostseeküsten eng verwandt waren. Auf gleichen Wegen wie die späteren Goten wanderten sie in die Schwarzmeer-Regionen ein, hauptsächlich in die Donaumündungsbiete, zwischen Südkarpaten, Balkangebirge und Marmarameer und über die Dardanellen hinaus. Die Thraker hatten Zugang zum Schwarzen Meer, zum Marmarameer und zum Thrakischen Meer, an dessen Nordküste die Stadt Abdera lag (die i.J. 550 von Thrakern zerstört wurde); davor liegt die Insel Samothraki und rund 300 km südlich in der Ägäis, liegt Insel Samos, auf der Pythagoras i.J. 570 v.0 geboren wurde. Kernland der Thraker war das heutige Bulgarien. Sie entwickelten in den goldreichen Gebirgen ein frühzeitiges Berg- und Hüttenwesen und hervorragende Fähigkeiten der Metallverarbeitung. Sie schufen in der Jungsteinzeit die kulturell fortschrittlichste Region Europas, die in ihre nordischen Ursprungsländer zurückstrahlte. Im Rhodopen-Gebirge bei Krumowgrad, wurde das einzige bekannte prähistorische Goldbergwerk Europas entdeckt, wo von etwa 1.500 v.0 bis zum Ende der Bronzezeit um 1.000 v.0 der Abbau des Edelmetalls betrieben wurde. Ab dem Ende des 7. Jahrtausends v.0 gab es hier große, planmäßig angelegte Siedlungen von Ackerbauern mit einer reichen Kultur. Hier kristallisierte sich ein kultureller Kern des indogerm. Alteuropa. Die Thraker wurden zu einem der ältesten und größten indoeuropäischen Völker. Sicher tauschten sie ihre himmelskundlichen Erfahrungen mit denen ihrer nördlichen Nachbarn und Verwandten aus, den Stichbandkeramikern Zentraleuropas. Ihre zahllosen bis heute unerschlossenen Hügelgräber, Megalith-Heiligtümer und Sternwarten, wie das von „Beglik Tash“ (aus 13. Jh. v.0) setzen in ehrfürchtiges Erstaunen. Aus den flachen Felsen wurden beispielsweise Fußabdrücke gemeißelt, was wir von den schwedischen Felsbildern kennen. Das „Grab des Orpheus“ von Tatul, in den Rhodopen-Bergen, ein in den Felsen geschlagener Sarkophag auf der Höhe des Felsenheiligtums gleicht dem „Sargstein vom Externstein“, einem der Zentralheiligtümer des alten Germaniens. Im Jahr 2018 wurde 80 km vor der bulgarischen Schwarzmeerküste, in zwei Kilometer Wassertiefe, ein hervorragend erhaltenes Schiffswrack aus der Thrakerzeit, 500/400 v.0, gefunden. Es gehört zum Schiffstyp, den man von antiken Abbildungen kennt, beispielweise der „Sirenen-Vase“, die Odysseus am Mast seines Schiffes angebunden zeigt, damit er nicht den lockenden Gesängen der Sirenen zum Opfer fällt. Verbindende Strömungen des beiderseitigen geistigen Austausches zwischen der schifffahrtsbegeisterten Nordkultur und den Thrakern konnten nicht abreißen, dafür sorgte schon die Donau als Wasserstraße. Die führte zum Oppidum von Manching (beim heutigen Ingolstadt), der größten Siedlung nördlich der Alpen im 3. Jh. v.0.. Im 2. Jh. lebten dort um 10.000 Menschen innerhalb der Stadtmauern, die eine Länge von rund 7,2 Kilometern aufwiesen. Die dortigen keltischen Vindeliker siedelten bis zum Bodensee und kannten den Weg am Rhein entlang bis hinauf zu den Hyperboreern. Der technologische und theologische Wissenstransfer verlief in beide Richtungen. Als im 4. Jh. n.0 die thrakischen Geten in den skandinavischen Goten aufgingen und als Ostgoten nach Italien marschierten, wo ihr König Theoderich der Große (451-526 n.0) sein Reich errichtete, gelangte diese Kunde selbstverständlich auch nach Skandinavien und Schweden. Der Runenstein von Rök,in der Provinz  Östergötland, Gemeinde Ödeshög, erzählt mittels der längsten bekannten Runenschrift: „Tjodrik der Kühne, Häuptling der Seekrieger, herrschte über den Strand des Reidmeeres. Nun sitzt er gerüstet auf seinem gotischen Pferd mit dem Schild am Gürtel, der Höchste der Märinger.“ Als der isländischen Gelehrte Snorri Sturluson zu Anfang des 13. Jhs. die Texte der Edda schrieb, u.a. Gylfaginning (an. „Gylfis-Täuschung“), baute er auch die alten nordischen Erzählungen von der Verbindung in den europäischen Südosten, dem Tor nach Asien, ein. Er präsentiert die „Asen“, die Ahnengötter, als menschliche Einwanderer aus Asien. Auch (w)Odin, besser gesagt, Impulse zu einer Variante seines Kultes, hätte durchaus aus Thrakien herrühren können, aber Urformen der Geistgottes-Speergottes finden wir verbildlicht bereits in der Felsbilderwelt der skandinavischen Bronzezeit, im schwed. Bohuslän. Die Thraker verehrten die „Große Mutter“ und ihren Sohn, den Himmels- und Sonnengott Zagreus bzw. Sabazius („Vater Dyaus“) oder Zeus. Das Motiv der Muttergöttin als Mutter der Sonne muss schon zum Beginn der Jungsteinzeit aufgekommen sein, da es sich bei allen indogerm. Völkern findet. Ihre fromme thrakische Art ließ so verschiedene Mysterienkulte entstehen, wie die extrem entgegengesetzten des Orpheus und des sinnlich exaltierenden Dionysos, denn Thrakien lag am Einfallstor von Asien nach Europa. Was Thraker und Germanen in den Augen antiker Beobachter gleichsetzte, war ihr Tollkühnheit, sie glaubten gleichermaßen, unsterblich zu ein, weil die Seelenwanderungslehre zu ihren Glaubensgütern zählte. Dem dakischen König Decebal (reg. 85-106 n.0) gelang es, die thrakisch-dakischen Stämme zu vereinen, gegen die Begehrlichkeiten Roms. Die Germanen aller Stämme - Quaden, Markomannen, Barstarnen - unterstützten die befreundeten Daker und Geten in der Hoffnung, die Römer endgültig loszuwerden. Doch der würgenden Macht des Imperiums, unter Kaiser Trajan (reg. 98-117), gelang die Zerschlagung des freien Dakiens. Nach der Invasion seines Reiches durch römische Truppen im Jahr 106 tötete sich König Decebal selbst, um der Schmach der Gefangenschaft zu entgehen. Nach all den röm. Massenmorden - wie es traditioneller röm. Befriedungsbrauch war - wurden noch 50.000 Kriegsgefangene weggeführt und unermessliche Edelmetallschätze, das Land lag fast menschenleer und wurde von lateinisch sprechenden Neusiedlern schnell romanisiert. Diesem schlimmen Schicksal entgingen die Germanen und rächten ihre thrakischen Brüder, indem sie dem schrecklichen Römerstaat, in Gestalt des germ. Truppenführers Odoaker (433-493), im Jahre 476 ein Ende setzte, als er dessen letzten Kaiser absetzte. 
 
Paulinischer Jesus-Kult aus uralten Vorbildern
 
Als ein thrako-getischer Glaubensreformator galt der weitgereiste Zalmoxis od. Sámolxis (8./5. Jh. v.0), welcher den Verstorbenen ewiges Leben schenkt. Sterben hieß bei ihnen: „zu Zalmoxis gehen“. Herodot von Halikarnassos berichtete im 5. Jh. v.0 über ihn. Der legendäre Zalmoxis soll zeitweilig auf der Insel Samos bei dem Philosophen Pythagoras gelebt haben, um bei ihm, wie könnte es anders sein, die Seelenwanderungslehre erfahren zu haben. Sámolxis predigte seine Lehre unter den Geten, war dann drei Jahre verschwunden, schien gestorben, tauchte wieder auf, worauf verkündet wurde, er sei von den Toten auferstanden, was viele glaubten, aber einige Lästerzungen mutmaßten, er habe sich nur versteckt gehalten, womit sie die thrakische und pythagoreische Unsterblichkeitslehre verspotten wollten. Ähnlichen Spott mussten auch die späteren Jesus-Anhänger hinnehmen, denen man verständlicherweise vorwarf, dass „Auferstehung“ und „Himmelfahrt“ des toten Jesus ein inszeniertes Märchen sei. Der Auferstehungs-Vorläufer Sámolxis erklärt sehr gut warum die paulinische Christuslehre zuerst bei den Goten-Geten Fuß fasste, nachdem der vom Byzantinischen Hof angesetzte Christenagent Wulfilas, die christliche Zersetzungslehre zu verbreiten begann. Er war nur ein halber Gote, seine Mutter stammte aus Inneranatolien, Loyalität empfand er nur gegenüber dem Reichs- und Glaubenssystem Ostroms. Der oström. Reichsbischof Eusebius v. Nikomedia hatte ihn im syrischen Antiochia i.J. 336 geweiht und auf der Synode in Konstantinopel i.J. 360 unterzeichnete Wulfila das sogenannte „Reichsdogma“, unter der Regie Kaisers Constantius II.. Wulfila starb i.J. 383 unmittelbar nach Ankunft in Konstantinopel, wohin Kaiser Theodosius I. seine Kirchenhauptleute zum Appell einbestellt hatte. Die Milyas war eine röm. Verwaltungseinheit im Südwesten Kleinasiens, südlich des Tauros-Gebirges, wo man deportierte Thraker angesiedelt hatte. Aus dem Jahr 5/4 v.0 ist eine Inschrift überliefert, die eine Weihung für Roma und Augustus durch die Milyadeis, gemeinsam mit der thrakischen und römischen Bevölkerung, belegt (Alan S. Hall: „The Milyadeis and Their Territory“. In: „Anatolian Studies“, Bd. 36, 1986, S. 148-149). Im Jahre 10 v.0 hatte Kaiser Augustus seinen Stiefsohn Tiberius gegen die Daker-Thraker geschickt, der wohl die Deportationen veranlasst hatte. Mit dem religiösen Formengut bzw. Predigten der südwestlich des Taurus-Gebirges lebenden Thraker-Gemeinden wird das Judenkind und späterer Rabbiner Schaul/Paulus (10-60 n.0) in Kontakt gekommen sein, denn er wurde in der östlich davon liegenden Stadt Tarsus geboren, die zum gleichen Verwaltungsbezirk gehörte, nämlich Cilicien (Kilikien). Nachdem Schaul als junger Mann den Häscher-Auftrag der Jerusalemer Tempelbehörden erhalten hatte, die neue Essener-Sekte des Jeschuha-Jesus (4 v.-30 n.0) in ihren Versecken zu stellen und zu liquidieren, gelangte er nach der Oase Qumran im Westjordanland, ca. 40 km östlich von Jerusalem. Sie trug unter den Sektenmitgliedern den Tarnnamen „Damaskus“. Hier wurde er bekehrt bzw. umgedreht, er ließ sich von den schriftbewanderten Männern aus den altjüdischen Texten erklären, dass der tote Jeshua in den Augen seiner Anhänger der erhoffte „Messias“ („Retter Israels“) gewesen sein könnte und er erkannte, dass die neue Sekte keinesfalls antinationaljüdisch ausgerichtet war, im Gegenteil, sie wollte auch - wie er selbst - das „Gesetz erfüllen“. Er hatte den Jeschua selbst zwar nie erlebt, aber ihm dämmerte, dass man aus seinem Tod und seinem angeblichen Wiederauferstehen, einen Kult bauen könne, der dem des thrakischen Sámolxis entspräche. Die Juden waren nur eine unbedeutende und verachtete Bevölkerungsgruppe im römischen Orient, deshalb wandte sich Schaul-Paulus mit seiner Predigt an alle - auch an Griechen und Römer - was von Seiten der echten Jesusjünger getadelt wurde. Die Apostelgeschichte beschreibt, wie  er nach Jerusalem fuhr, wo er mit Jaakow (Jacobus), dem Bruder des toten Sektenchefs und dem Fischer Schimon (Petrus) Streitgespräche um das richtige Verständnis der von ihm erdachten neuen Lehre führte. Er war der Gebildete, er besaß das röm. Bürgerrecht, er setze sich durch, er brachte als Eintrittsbillet ins Römische Imperium den Satz mit: „Gib dem Kaiser was des Kaisers ist“, was ein frommer Jude nie gesagt hätte, denn es galt für Sadduzäer, Pharisäer und Essener gleichermaßen - nur nicht den Kollaborateuren Roms - das politisch-religiöse Ziel, Judäa vom Römerjoch zu befreien. Schaul-Paul bescherte der Welt den gescheiterten Zimmermann und Geheimbündler Jeschuha als „Jesus-Chrístos“ (altgriech. „der mit Salben beschmierte, Tüchtige, Nützliche“) - zudem als „Gottessohn“ und sündentilgendes jüdisches „Opferlamm“ - die schauerliche Flickschusterei die sich Christentum nennt.
 
Wie ist das Produkt des Schaul-Paul religionsgeschichtlich einzuordnen ? Er bereicherte die reiche Palette der sterbenden und auferstehenden Vegetationsgötter um eine jüdische Variante. Vorläufer waren der thrakische Orpheus, der ja auch aus der Unterwelt zurückgekehrt war. Sodann Adonis wie Attis, beides ursprünglich mythische Gestalten der indogerm. Phrygier die im 8. Jh. v.0 ihr Reich in Anatolien errichtet hatten. Im gleichen Raum, lange vor ihnen, seit 1.900 lebten hier die ebenfalls indogerm. Hethiter, deren Großkönige von ca. 1.600-1.200 v. 0 die heutige Türkei, bis ins nördliche Syrien hinab, beherrschten. Sie kannten schon den gestorbenen und wiedererstandenen Vegetationsgott Telipinu, Sohn des Himmelsvaters und eng mit Muttergöttin Hannahanna verbunden. Der ägyptische Osiris, eng mit Mutter Isis verbunden, war ebenfalls ein von den Toten auferstandener Fruchtbarkeitsgott, der den Menschen ein ewiges Leben im Jenseits versprach. In den Sargtexten identifizieren sich die verstorbenen Gläubigen mit Osiris und durch die ausführliche Beschreibung von Osiris' Einbalsamierung und Wiederauferstehung erhofften sie, dass bei ihnen ebenfalls dieser Verlebendigungsprozess gelingen würden. Der sumerische Vegetationsgott Dumuzi, eng mit der Göttin Inanna verbunden, wurde Vorbild für den semitischen Tammuz, eng mit Göttin Ishtar verbunden, da die Gläubigen beider Abscheiden jedes Jahr beweinten, sind sie indirekt gefeierte Auferstehungsgötter geworden, obwohl die Züge des Glaubens an eine lebensspendende Muttergöttin vorherrschten. Ähnlich verhält es sich bei Attis, eng mit der Göttin Kybele verbunden, Adonis, eng mit der Göttin Aphrodite (lat. Venus“) verbunden, Dionysos, eng mit Erdmutter Demeter verbunden. So erweist sich der Jesus-Mutter-Maria-Kult, zu dem Saul-Paulus den Grundstein legte, als eine Wiederholungsgeschichte, die auf jahrtausendealten Vorbildern beruht. Der kleinwüchsige, braunhäutige Samaritaner aus Galiläa (wie er in der „Calixtus-Katakombe“ in Rom, im Jahr 250 n.0 abgebildet ist) wurde dann dem Norden als „Weißer Krist“ offeriert. Eine Manipulationsgeschichte von Anbeginn bis zu ihren traurigen Höhepunkten der Heidenverfolgungen bzw. den Massakern an Andersdenkenden, Häretikern, Ketzern und sog. Hexen.
 
Im Wesentlichen ging es der nordischen und thrakischen-griechischen Religion um die Aufhellung, um die Lichtbringung und Lichtwerdung der Gemeinschaft wie des Einzelnen, was die moralische Aufwertung von Tun und Handeln der Menschen mit einschließt. Der legendäre apollinische Kultstifter Olen, Priester, Dichter, Verfasser der ältesten Hymnen, kam mit anderen aus Hyperborea nach Delphi, wo er das Orakel des Apollo begründete und Preislieder auf die Göttinnen, sowie die hyperboreeischen Jungfrauen Opis (Oupis) und Arge schuf, welche mit Kultbildern der göttlichen Geschwister Apollo u. Artemis aus dem Norden gekommen waren. Woher kamen die nordischen Boten des Sonnengottes ? Der norweg. Dorfnamen Ølen, in Rogaland, der norweg. Südwestspitze, war ursprünglicher Olund und soll von germ. Sippe alund-, alwund- („Lichtgestalt") herstammen, der mit der indogerm. Worturzel urdu- („gelb-rot“) in Verbindung gebracht wird. Oberhalb von Ølen befindet sich das Dorfmuseum auf dem alten, zentralen Bauernhof Nerheim (1326 noch „Niarðhjim“), von Gott Njord, Gott der Seefahrt oder des Meeres,dem Vater von Fruchtbarkeits- u. Sonnengott Freyr, der dem griech. Apollo entspricht. Apollon ist Gott des Lichts, der Sonne, der Heilung, des jährlichen Frühlingserwachens, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, der Musik, Dichtkunst, des Gesanges, aber auch der rächenden Gerechtigkeit; Homer nannte ihn in seiner Ilias Smintheus („Rattenvertilger“) und den mit seinem Bogen „fernhin Treffenden“. Er sendet mit seinen Pfeilen die Pest zu denen die sich gegen Moral und Sitte vergangen haben, insbesondere gegen Frauenvergewaltiger. Als Inkarnation des Weltlogos tötet er die titanische Schlange Python, das Urwesen der archaischen Urerdmutter Gaia, was zu deuten wäre, als Sieg der verantwortungsbewussten Vernunft gegen die sinnengepeitschte Triebhaftigkeit. Was darüber hinaus die thrakischen und griechischen Mysterienkulte ihren Adepten an geheimen Weisheiten mitteilten, können wir zumeist nur erahnen, aber in der Regel geht es spirituellen Menschen um das „Ewige Leben“, um „Himmelsreisen“, um „Jenseits-Berichte“. Dass ein Leben nach dem Tode zu erwarten sei, darüber war man sich sehr einig, von Griechenland und Thrakien bis in den skandinavischen Norden. Der Symbolismus auf germanischen Kleingeräten, wie Gürtelschnallen, Koppelschlösser, Waffen, Brakteaten-Amuletten, Schnitzarbeiten auf Särgen usw., lässt für Kenner, die sich in die mythische Materie eingearbeitet haben, keine Zweifel zu: Das Doppelschlangen-Zeichen, in vielerlei Variationen, war das Symbol für Reinkarnation. Die aufschlussreichsten Quellen bleiben zweifellos die gesammelten Edda-Schriften durch den isländischen Goden und Skalden Snorri Sturluson (1179-1241). Hinzu kam ab 1981 die Fundgrube der durch G. Hess entschlüsselten Heiligen Schrift der Germanen, das ODING, das aussagereiche germ. Runen-ABC. Das weltweit Einmalige am zahlenmythologisch geordneten Runensystem ist, dass der Schöpfer einen lunisolaren Sakralkalender schuf.   

 

Dazu die wichtigste Literatur:
Wilhelm Grönbech (1873-1948) - „Kultur und Religion der Germanen“, 1937-39
Jan de Vries (1890-1964) - „Die geistige Welt der Germanen“, 1943/64
Karl Hauck (1916-2007) - „Goldbrakteaten aus Sievern“, 1970
Heinz Klingenberg (1934-) - „Runenschrift, Schriftdenken, Runeninschriften), 1973
Gerhard Hess (1941-) - „ODING-Wizzod - Gottesgesetz und Botschaft der Runen“, 1993
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