HEILIGE FRIJA - DEUTSCHE MUTTER-GOTTES

 
 
Göttin Frija-Freya von unbekanntem Künstler
 
 
HEILIGE FRIJA
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
nimm Deine treuen Kinder in die Huth,
hilf ihnen sich in Zukunft zu bewahren,
schütze das Volk aus Deinem Blut.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
verzeihe Deinem Volk das Narrentum,
dass es erlag der List und der Gewalt
und Lieder singt, zu einer Mirjam Ruhm.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter Gottes,
nur ungehörig ist das dummerhafte Lob,
für jene Mutter jenes Zimmermanns,
die Küchenmagd, die man zur Göttin hob.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
Du bist die wahre Herrin der Natur,
Du schenkst das Leben, ebenso den Tod,
Dein Wesen waltet nur in Wald und Flur.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
Du bist des Liebes-Glückes Spenderin,
weihe die Wonne und aus ihr die Frucht,
mehre den Wohlstand, segne den Gewinn.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
nur Eines gibt es was Du nicht verzeihst,
die Sünden wider Dein Naturgesetz,
das alles Starke, Geist-Gesunde preist.
 
Heilige Frija, deutsche Mutter-Gottes,
Dein trauter Gatte ist der Sinn, der Od.
O bitte ihn, dass er uns nie verlässt,
im Leben nie und auch nicht nach dem Tod.
 
 
Urgerm. Muttergöttin Frija gilt in altdeutscher Religionsmythologie als Frau vom Geistgott Od. Als Ur-Gebärerin ist sie die Mutter alles Guten mit dem man Gott gleichsetzte. Frija, Freia, Freya, Freyja (altnord. „Herrin“), „Birke im Goldschmuck“ (die 7. ODING-Rune ist ihr Birken-Zeichen) sind die Namensformen der eddischen Wanen-Göttin, zuständig für Liebe und Ehe. Ihre Kultnamen waren: Vanadis, Mardöll, Menglada, Hörn, Gefn, Syr. Freya gilt als die „berühmteste der Göttinnen“ (Gylfaginning 23). Sie gehört mit ihrem Bruder Frey (gemeingerm. Frō bzw. Ingo-Frō) zu einer älteren Verständnisschicht als die eddischen Ausformungen des Mittelalters. Frija und Frō bedeuten also Herrin und Herr. Gatte der Frija-Freia-Freya ist in der eddisch-altnord. Mythologie der Urgeistgott Oðr bzw. gemeingerm. Oð/Od, so dass diese stehengebliebene Form als ein Urstück der germanischen Mythologie anzusehen ist. Frija-Freya gilt als die Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, des Glücks und der Liebe, sowie als Lehrerin des Zaubers (altnord. seiðr). In der Gylfaginning tritt sie auch als Trauernde auf, die goldene Tränen weint, als ihr Gatte Oðr fortfährt. Als spätere, dem Gott Od nachgeordnete Schichtung, ist anzusehen der Wôðanaz, Wodinaz, Uuoden, Wuotan, Wōdan, Godan, Guodan, Óðinn, Odin. Auch Odin gilt als Wanderer (Gangari / Ganglari, der Wanderer / Wandermüde), wie jeder Geist- und Beseelungsgott als Wanderer-Wind zu verstehen ist. Dass der Geist-Seelen-Gott zum Inspirator von Dichtung, Runen (Schriftgeheimnis), Magie und Ekstase werden muss, versteht sich von selbst. Frija-Freya unterscheidet sich von der eddischen Asen-Göttin Frigg/Frigga, als deren Gatte Odin gilt. Der Umstand, dass die alte germ. Muttergöttin, in den sprachlichen Formen Frija und später Freya, zu Od-Oðr gehört, nährt die Vermutung, hierin eine tradierte, womöglich die ursprüngliche religionsgeschichtliche Schichtung zu erblicken, welcher ein Audinaz / Ōdinaz angehörte, aus dem Wōđinaz/ Wōđanaz erst erwuchs, und nach dem germ. Anlaut-Schwund des „w“ im ca. 4. Jahrhundert, ein Odin erstand. Ganz natürlich blieben viele Parallelen bestehen bei den Frauen vom älteren Od und jüngerem Odin, also zwischen Frija-Freya und ihrer späteren Form Frigg. Odins Name leitet sich von dem urgermanischen Wōđinaz, Wōđanaz ab und ist mit óðr verwandt, was Seelenerregung, Wut (mhd. minnewut) oder Dichtung bedeutet.
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