ICH BIN EIN HEIDE

Mein Besinnungsaltar
 
ICH BIN EIN HEIDE
 
Ich bin ein Heide, das ist mein Stolz,
zäh ist meine Seele wie Eibenholz.
Ich biege mich, doch ich breche nicht,
im Herzen trag‘ ich ein Sonnengesicht.
 
Und ganz egal wie die Wetter geh’n,
ob Sterne, ob Flammen am Himmel steh’n,
mein Sonn'-Rad dreht sich gleicher Weis‘,
es singt meiner Gottheit Ehre und Preis.
 
Du sonnendurchgeistigter Wodin, Du,
schickst mir Deine Seele als Odem zu.
Dein eigener kosmischer Lungenhauch,
durchpulst mein irdisches Leben auch.
 
So gleiche ich Dir, so bist Du wie ich,
Du lädst mich hinan zum himmlischen Tisch.
In Walhalla teilen wir Wein und Brot
und spotten gemeinsam über den Tod.
 
Ich bin solch‘ ein Heide von echter Art,
hab‘ mich für Gott in mir selbst bewahrt.
Ich kroch vor den fremden Götzen nie,
auch wenn mir ein Zeitgeist ins Antlitz spie.
 
Vieltausend Jahre schon harre ich aus,
bin immer noch Herr im eigenen Haus.
Das halte ich sauber vom falschen Geist,
der Volksverrat und Bekehrung preist.
 
Ich bekehre mich nicht, ich blieb mir treu
und lache der flatternden, leichten Spreu,
es schwirren die Mücken und Motten dahin,
doch ein ewiger Geist pflegt Eigen-Sinn.
 
Ich wahrte der Ahnen Art-Religion,
seit den doggerländischen Zeiten schon.
Als Atlantis in herrlicher Blüte stand,
umschlang es ein einiges Glaubensband.
 
Du, Wodin, ich schwöre Dir diesen Eid,
kein anderer Geist sei mein Geleit,
so lange der Mond um die Erde schweift
und die Sonne das Korn in der Krume reift.
 
 
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