D I E E N G EL

 
 
 
DIE ENGEL
 
Himmelslichtschön anzuschauen,
übermenschlich, auserlesen,
so lieben viele frommen Frauen
erhoffte, heilige Engel-Wesen.
 
Sie erscheinen in den Träumen,
sie verklären Traum-Gesichte.
In den Diesseits-Jenseits-Räumen
leisten Boten die Berichte.
 
Engel leiten hin zum Guten,
sind die Führer zu den Sternen,
geben Rat im Tages-Fluten,
lehren uns das Heil zu lernen.
 
Künstler malen Engel-Karten,
schöne, farbige Gestalten,
Dichter deuten ihre Arten,
wie sie Haupt und Flügel halten.
 
Man weiß Engel-Hierarchien,
niedere und höchste Geister,
denen Rettungs-Kraft verliehen,
aus der Weisheit heil'ger Meister.
 
Bei den Menschen die da hoffen,
die die Engel-Karten ziehen,
blieben manche Fragen offen,
woher Engel einst gediehen.
 
Hier beginnen oftmals Lügen,
aus des Orients Schwärmereien,
welche gern die Welt betrügen,
grobe Fantasien weihen.
 
Denn die Engel sind „nur“ Seelen,
die von guten Ahnen kamen,
die der Enkel Glück befehlen,
„Asen - Alfen“ sind die Namen.
 
 
Bei dem Thema der Engel-Existenz handelt es sich um altvertraute Hypothesen, jeder Interpret begibt sich dabei ins Spekulative. Der Name des Erzengels (Ur-Engel) „Metatron“ kommt aus dem Altgriechischen wie der Frauenname „Mėta“ und ist eine der Kurzformen von Margareta. Sowohl im Griechischen, wie auch in einigen anderen indogerm. Sprachen, ist seine Bedeutung „Perle / Kind des Lichtes“; Sanskrit mañjarī“ (Perle / Blütenkranz). Die zweite Silbe bezieht sich auf den Thron des Herrschers, griech. „thronos“ (Sitz / Sessel / Ehrensitz / Herrschersitz), aus der  idg. Wurzel „dher-, dhre, (tragen / halten / stützen). Der Name Meta/Margret war im deutschen Sprachraum bis in die Neuzeit der beliebteste Frauennamen. Er war deswegen so beliebt, weil er den von der mittelalterlichen Mönchs- und Kirchenkultur nach Germanien gebrachten Frauennamen „Hl. Margarete“ aus dem eigenen Sprach- und Mythenraum deuten und annehmen konnte. Die „Hl. Margarete mit dem Drachen“ war dem Volk aus den eigenen Vorstellungsbildern her verständlich. Nur diese christlich-fremdvölkischen Namen fanden beim altdeutschen Volk tieferen Eingang, die aus germanischen Traditionen gedeutet werden konnten. Ein gutes Beispiel dafür ist der „Erzengel Michael“, dessen Namen aus altdeutsch „mikkel / michel“ (groß / der Größte) plausibel erschien. Die „Margartete / Magret / Grete“ verband im Volksbewusstsein den altgerm. Begriff „mā“ (mehr / weiter / größer) mit dem germ. Frauennamen „Grete“ aus „grið“ (Friede / Waffenstillstand / Schutz / Sicherheit). In einer weiteren Auslegung kommt der griech. Name Meta aus der griech. heidnischen Kultur und wünscht der Neugeborenen die heilenden Kräfte der Minzen. Der Begriff der Metaphysik kommt aus dem griech. „metá“ (danach / hinter / jenseits) und griech. „physis“ (Natur). Die Metaphysik behandelt die „ersten und höchsten Fragen“ hinsichtlich des Bereichs der hinter dem Sichtbaren ist, beispielsweise: Gibt es einen Schöpfungssinn, gibt es Götter und Engel. Der Engelbegriff Metatron kann also griech. als „Jenseitiger Licht-Thron“ übersetzt werden. Bei den sogenannten Engeln handelt es sich aus heidnischer Sicht um gute hilfreiche Ahnenseelen, die in der altgläubigen Vorstellungswelt eine bedeutende Rolle spielten, beispielsweise unter den Namen Hamingia (Sippen-Glück / Glückshaut), Fylgia (Folge- / Schutzgeist, in der Regel als weibl. Person geschaut), Hugr (die hilfreich agierende Eigenseele). Ganz allgemein werden die Seelengeister der Ahnen im germ. Glauben „Asen und Alfen /Elfen“ geheißen und man ging davon aus, dass es Dunkelelfen und Lichtelfen gäbe, wobei die Dunkelelfen von böswilligen, die Heidenmenschen schädigenden Christenseelen herrühren würden.
 
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