DAS VATERLANDSLIED

 
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig mit dem vorgelagerten „See der Tränen um die gefallenen Soldaten“. Es soll an die Massenschlacht am 16.10.1813 gegen den Franzosen-Diktator Napoleon I. erinnern. Über eine halbe Million Soldaten standen sich im auf den Schlachtfeldern um Leipzig gegenüber. Mehr als 120.000 Menschen haben wegen der französischen Eroberungssucht bei den blutigen Kämpfen, oder anschließend durch Hunger und Seuchen, ihr Leben verloren.
 
Das Vaterlandslied von Ernst Moritz Arndt ist 1812 geschrieben worden. Anlass war die vom Franzosen-Diktator Napoleon I. erzwungene Beteiligung deutscher Soldaten an seinem Russlandfeldzug 1812. Die deutschen Patrioten fanden das schmählich und verwerflich und es kam zu einer Auswanderungswelle, die auch den großen preußischen Reformer Freiherr von Stein und seinen Privatsekretär Arndt ins russische Petersburg führte. Das Lied wurde in den 1813 beginnenden Befreiungskriegen gegen den Franzosenterror populär und, vertont von dem deutschen Komponisten Albert Methfessel, im 19./20. Jh. Teil des Kanons deutscher Trutzlieder.
 
DER GOTT DER EISEN
WACHSEN LIESS
 
Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;

drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.
 
So wollen wir, was Gott gewollt,
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.

Doch wer für Tand und Schande ficht,
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.
 
O Deutschland, heil’ges Vaterland!
O deutsche Lieb’ und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:

Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt’re Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.
 
Lasst brausen, was nur brausen kann,
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!

Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende!
 
Lasst klingen, was nur klingen kann,
Trompeten, Trommeln, Flöten!
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten,

mit Henker- und mit Knechteblut,
o süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.
 
Lasst wehen nur, was wehen kann,
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:

Auf, fliege, stolzes Siegspanier,
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süßen Tod der Freien.

 

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