OM und ODiNG - Heilige Mantras

 
 
 
 
O-D-Ing lauten die ersten drei Buchstaben im rechtsbeginnenden
Ur-Runenkreis; ein deutschgläubiges Trimurti-Mandala.
 
Die älteste bekannte germanische Buchstabenreihe, das „ODING“, umfasst 24 Stäbe, die, angesichts ihrer nachweisbaren kalendarisch-kosmischen Bedeutung, wahrscheinlich als die 24 Urenergien betrachtet wurden. Sie erwachsen aus den drei Anfangsbuchstaben O-D-iNG, gewissermaßen dem Anklang oder Kopf des Systems. Um die Bedeutung des verschollenen und von mir wiedergefundenen germanischen Wortes „ODING“ zu verstehen stelle ich den Vergleich an mit der indoarischen Silbe „Om“ bzw. „Aum“, die schon in den Veden genannt wird und im Hinduismus und Buddhismus als heiligstes Mantra (Sskr. Spruch, Lied, Hymne) Bedeutung gewonnen hat. Die Auffassung, dass ein Wort am Anfang allen Seiendes stand, ist naheliegend, bedarf es doch bis heute eines königlichen und herrschaftlichen Befehles, damit jegliches Werk seinen Anfang nimmt. Aus der Gnosis rührt der Satz: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott“. Die heiligen Worte „Om“ und „ODiNG“ galten als Urklänge - als Klänge der Schöpfung - aus denen alle anderen Klänge hervorgegangen sind, zum einen die der arischen Sanskritbuchstaben, zum anderen die germanischen Runen. In der Katha-Upanishad wird „Om“ als die Urkraft hinter allem bezeichnet. Es wird als die Kraft genannt aus der die gesamte Schöpfung resultierte. Es heißt, der Ursprung von „Om“ ist die Geschichte vom Anfang des Universums. Es wird gesagt, dass am Anfang, in einer Zeit noch vor der Zeit, nur Dunkelheit existierte. Dann wurde ein lautes Geräusch gehört, das „Om“ war, aus diesem gingen die Götter hervor und die Schöpfung begann. „Om“ wurde eigentlich als die Verbindung der drei Klänge a-u-m zum Objekt theologischer Betrachtungen und mystischer Meditationen. Die Sanskrit-Grammatiker klassifizieren das „o“ als Diphthong, also zusammengesetzt, der aber als Monophthong „au“ ausgesprochen wird. Oder besser erklärt: Von der einheimischen Sanskrit-Grammatik wird das „o“ allein aus sprachhistorischen Gründen zu den zusammengesetzten Vokalen gezählt, da diese nach den altindischen Lautgesetzen aus der Verbindung zweier Vokale entstanden sind, wie beispielsweise der Doppellaut „au/aū“, der sich im Laufe der Zeit zu dem heute vorhandenen Laut „o“ verändert hat. Ebenso geschah es im Germanischen, wo sich „au“ zu „o“ änderte. So ist es zu erklären, dass die heiligen Silben ind. „o-m“ und germ. „od-ng“ auch nach alter Tradition als „aum“ und „audng“ gesungen werden dürfen. Vom Beginn „a“ bis zum „m“ verläuft der Reigen der Sanskrit-Buchstaben. Daran lässt sich ablesen, dass bereits die Arioinder ihrer Schrift den gleichen kosmischen Gesamtdeutungsanspruch verliehen haben wie es Griechen und Germanen taten. Dabei muss es sich demnach um eine gemeinsame uralte Betrachtungsweise handeln. Die Griechen ordneten ihre 24 Buchstaben in drei Achtergruppen und jeweils so, dass zwei der Lautzeichen für einen synodischen Monat standen. Ebenso wurden die gemeingermanischenRunen des Oding-Futhark in drei Gruppen zu acht Zeichen gegliedert, den Aettir (altnordisch aett = Familie, Sippe). Bekannt sind jedermann die verwandtschaftlichen Sprachbeziehungen zwischen Sanskrit, Griechisch, Latein und Germanisch bzw. Deutsch.
 
Die Lautkombination „Om-Aum“ repräsentiert alle erdenklichen Trinitäten, wie sie in den diversen indogermanischen Glaubenslehren anzutreffen sind, auch: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, anders ausgedrückt: Quelle, Fluss und Mündung, oder: Ursprung, Sein und Werdung. Der Trinitätsgedanke, welcher die Gottheit (Urkraft) als Dreieinigkeit sieht, ist in den germanischen Texten der Edda und im mythologischen Zahlengefüge des ODING gleichermaßen vorhanden. Wodan, Wili und Weh (Seele, Wille, Weihung) heißen eddische Schöpfungsmächte. Die Trinität der Oding-Lehre stellt sich in seinen drei Buchstabengliedern dar, die unvollkommen etwa so umrissen werden müssen.
 
Den Kern des Gottesbegriffes stellte ein germanisches Genie bereits vor 2.000 Jahren an den Beginn seines Raumzeit-Modells des Runen-ODING, seines Evangeliums ODING-Wizzod. Aus dem Wort „Od“, das man mit „Urschatz-Urkraft-Urseele“ ins heutige Deutsch übertragen müsste, entwickelte sich die vereinfachte Begriffsreihen-Lautung goð-wod-wodan-godan-gott. Wir müssen auf die differenzierte Semantik des germ. Runen-Buchstaben-Systems eingehen, das nach dem Willen seines Schöpfers, rechtsbeginnend gelesen - alles Richtige fängt mit Rechts an ! - „ODING“ heißt. Das O.D.ING besteht aus den drei ersten Stäben, nämlich dem „o“, dem „d“ und dem „ng“ oder „ing“. Letzterer der drei Buchstaben konnte sowohl für die nasale Lautung „ng“ eingesetzt werden, wie auch z.B. für die Endsilbe „ing“, welche die Bedeutung „Nachkommen/Kind“ transportierte. „ODING“ ist mithin 1.) ein Begriff genau wie „ABC“, denn beide titulieren jeweils die gesamten Buchstabenreihen von 26 bzw. 24 Zeichen. „OD“ meint die Ursächlichkeit aller Dinge, ist also ein Kennwort für Gott, für die polar-urgöttliche Urraum-Energie. 2.) meint das „Od-Ing“, „das Kind des Od“, die Emmanation Gottes in der weltlichen oder irdischen Materialität. Damit wird zunächst einmal die geistige Lehre des „ODING-Wizzod“ (religiöse Runen-Lehre/Botschaft), also das codierte runisch-oding‘sche Weltverständnis beschrieben, wie es als germanisches Evangelium den judäo-christlichen Missionsthesen entgegengetreten ist und im allemannischen, langobardischen und fränkischen Kulturraum zu den bekannten synkretistischen Zeugnissen führte. 3.) Ist das „Od-Ing/Oding“ nicht allein als runenreligiöse Weltverständnis-Lehre aufzufassen, sondern die Welt als Gottesschöpfung selbst, die sich ja in der Lehre spiegeln soll. 4.) Der „o“-Laut wurde schon seitens altgriechischer Erklärer als der Seelenton schlechthin betrachtet. Es hieß etwa: Wenn der Mensch  in seinem Schrecken „o“ ausruft, so fleht er als das „kleine-o“ die große „Weltseele-o“ um ihre Hilfe an. Demnach wäre das „O-Ding“ auch als das „Geist/Seelen-Ding“ zu interpretieren im Sinne einer allein geistbezogenen Dinglichkeit; jede Vorstellung, jede Idee, jeder Plan wäre demzufolge ein „O-Ding“.
 
1.) „O“ = Aus „Ginnungagap“ (altnord. „gähnende Schlucht”, „Kluft der Küfte”), „Akasha“ (Sskr. Äther-Raum) wurde die Urseelen-Raumzeit-Energie, Óðr“ (altnord. Seele, Geist) Gott „Od“ (sein weiblicher Aspekt gemeingerm. Allgöttin „Frija“), „Wodinaz“, „Odin“. 
 
2.) „D“ = Polarer Demiurg, Werdevater, griech. „Uranos“, „Jupiter“, ältere Namensform ist „Diēspiter“, germ. „Tuisto“, „Tiu“, Tag-Vater (Doppelaxt-Träger).
 
3.) „iNG“ = Das hervorgegangene Gute wie Sonne, Feuer, Fruchtbarkeit, Sskr. „Agni“, germ. „Ingwi-Frō“ („Herr Ing“), „Baldur“; Sskr.: „ing“ = gehen, bewegen; germ.: Kind/Nachkommen. 
 
Ganz verwandte altindische Vorstellungen gehen mit der Deutung der Silbe „Om-Aum“ einher: Trotz mancher Verschiebungen religiöser Betrachtungen vom alten arischen Veda-Glauben zum heutigen Hinduismus und Buddhismus können wir die gedachten drei Urgrößen noch ausreichend erfahren.
 
1.) Die göttliche Größe Vishnu (Wischnu) erscheint im Rigveda als eine Kraft von kosmischer Bedeutung und gilt als eine der höchsten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Seine Shakti, die Ehefrau, also die weiblich gedachte, erhaltende Kraft an seiner Seite, ist Lakshmi. Ursprünglich erscheint er als ein Gott der die Zeit in Bewegung setzte, das Universum durchdrang und den Raum ausmaß, mithin eine Energie der Sonne, des Lichtes und der Wärme. Der Rigveda erwähnt mehrfach Vishnus wichtige Rolle beim Opfer, er war jedenfalls ein Gott der Rituale und wird auch als Säule sowie Zentrum des Universums verehrt. Vishnu war auch Schöpfer der Maya, der Urkraft und Wundermacht der vedischen Götter, die die Welt hervorbringt.
 
2.) Shiva oder Schiwa („Glückverheißender“) gilt den Gläubigen als die wichtigste Manifestation des Höchsten. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ mit den drei Aspekten des Göttlichen, verkörpert er Schöpfung und Neubeginn, also Erhaltung und Zerstörung. Sein weiblicher Aspekt erscheint als Gattin Parvati, die einmal eine Personifikation von Fürsorge, Gatten- und Mutterliebe darstellt, anderseits als „Schwarze Kali“ als Göttin des Todes, des Zornes und der Zerstörung fungiert, aber auch der Erneuerung.
 
3.) Brahma stellt das Prinzip der Schöpfung dar, auch ist er Schöpfer des Priestertums, so dass die indischen Kenner des Brahman, die Brahmanen, ihm besondere Verehrung entgegenbrachten. Seine Gattin ist Sarasvati („die Fließende“) eine Schöpferin der Weisheit und Gelehrsamkeit, des Lernens, der Sprache, der Wissenschaften, der Künste, der Dichtung, der Literatur, der Schrift, der Weisheit, des Tanzes, des Gesanges und der Musik und gilt als „Mutter der Veden“ und Erfinderin des Sanskrit-Alphabets. Die formlose unpersönliche Weltseele Brahman umfasst das gesamte Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten. Auch für den „kosmogonischen Eros“ ist Brahman zuständig, ebenso wie der germanische Ingo-Frō (altnord. Ingwi-Freyr“). Er entspross einem Lotos, der aus dem Nabel Vishnus, des Höchsten, erblühte, oder auf dem Ur-Ozean schwamm. Aus sich heraus erschuf er seine Tochter, die er so sehr begehrte, dass ihm, um sie allzeit sehen zu können, Köpfe in alle vier Himmelsrichtungen wuchsen und zusätzlich noch ein fünfter, der ihm, als Strafe für die begangene Blutschande, von Shiva abgeschlagen wurde und aus dem Manu, der Stammvater aller Menschen, hervorging, welcher im germ. ODING konsequent, nach Werdung der 4 Weltgewässer, an 5. Position erscheint.
 
Was „Om“ und „Oding“ im weitesten Sinne bedeuten, ist also vereinfacht ausgedrückt: „Alles, was gewesen ist, was ist und noch sein wird“. Im Yoga soll diese Lautung eine archetypische Vibration des Bewusstseins erwecken, um für die Meditationspraxis den angestrebten Einklang von Körper, Geist und Seele herstellen. So wie im Vedismus alles mit dem „Om“ beginnt, beginnt im Runendenken alles mit dem „Od“ bzw. dem „Oding“. „Om“ ist eine feierliche Anrufung und Segnung zugleich. Es wird am Anfang von Gebeten und religiösen Riten gesungen und ist eine Zusammensetzung der drei Buchstaben a-u-m. „Om“ existiert als ewige, universelle Schwingung und ist Knotenpunkt zwischen der absoluten und der relativen Welt. Es ist das universelle Mantra; das ursprüngliche Wort, das alles in sich enthält. Repräsentation des Urklangs, der Schöpfung, der Essenz der Veden. So wie im Sanskrit „Om“ oder „Aum“ wechselweise gebraucht wird, geht das germanische „Od“ auf die ältere Lautform „Aud“ zurück, die im Gotischen noch vorhanden war. Es war ein Mischton zwischen „a“ und „o“; ebenso wie im Sanskrit der erste Buchstabenlaut „a“ zwischen „o“ und „u“ lag. Dieses „om-aum“ sowie „od-aud“ sind Klänge, die wohl seit vielen Jahrtausenden verwendet werden, um Körper, Geist und Seele zur Harmonie zu führen. Letztlich sollen alle dreieinigen Klänge des Universums auf „Om“ und „Od“ zurückzuführen sein. „Om“ wird im Allgemeinen intoniert in Form von „oooooommmmmm“; „Oding“ bzw. „o-d-ng“ (denn die Lautung des Vokals „i“ gehört nicht zum ursprünglichen Umfang des Buchstabens) wird gesungen in Form von „ooooood-[i]nnnnnng“, wobei der Vokal „d“ kaum hörbar nur angedeutet wird, während das und „i“ völlig entfällt. Die Intonierung von „ng“ wird als hoher, nasaler, langgesteckter Laut hervorgeschwungen, bei dem das Abschluss-„g“ eigentlich vernachlässigt werden kann, da rein lautgesetzlich dieser 3. Oding-Buchstaben in der Regel nur für „ng“-Laut eingesetzt wurde, wenngleich der Buchstabe eine Kenning für den Ing-Gott war. Man darf ohnehin nicht jeden Buchstaben einzeln klingen lassen, sondern sie müssen miteinander verschmelzen. Und zwar so, dass der erste Ton „o/a“ möglichst der Nabelgegend entspringt, übergeht in „u“ und auf diese Weise zum „m“ respektive „n“ wird. Die Tonfolge steigt hinauf und endet zwischen den Augenbrauen oder an der höchsten Stelle des Kopfes, wo die Konsonanten „m“ oder „n“ in die Stille übergehen. Dann fängt man von vorne an. Bei der Intonierung von „odng“ ist der abschließende hohe Kopfklang noch leichter zu erzielen als beim „m“, denn Konsonant „ng“ ​[ŋ⁠] ​ist ein Nasallaut bei dem sich der hintere, weiche Teil des Gaumens an die Rachenrückwand anschmiegt. Der Nasenraum und hintere bis zur Verschlussstelle reichende Teil der Mundhöhle dienen dann als Resonanzraum. Bei den Nasalen wird ein oraler Verschluss erzeugt, so dass sich der weiche Gaumen senkt und die Luft größtenteils durch die Nase ausströmt. Eine ganze Vielzahl von Übereinstimmungen zwischen den fernöstlichen arioindischen und den nordwesteuropäischen bzw. gallogermanischen Mythologien bzw. Welt- und Jenseitsvorstellungen vermitteln die Berechtigung, von einem gemeinsamen Urerbe auszugehen, verwandtschaftliche Traditionen grundsätzlich für denkbar zu erachten und ihren Nachweis herauszuarbeiten. 
 
„Joga“ heißt auf Deutsch „Joch“, meint also Verbindung zum göttlichen Kosmos, möglichst der Dimension „X12“, d.h. zu Gott. Der Verbindungsritus nutzt dafür ein Mantra (Sskr. Spruch, Lied, Hymne). Dieses mag eine heilige Silbe, ein heiliges Wort, Spruch oder Vers sein, wie „Om“ oder „Oding“. Sie werden als Klangkörper einer spirituellen Kraft gehört, die durch wiederholtes Aussprechen im Hier und Jetzt erfahrbar gemacht werden soll, in einer Art der Geisterbeschwörung, die sprechend, flüsternd, singend oder auch lautlos in Gedanken rezitiert werden kann. Das Oding’sche Mandala (Sskr. Kreis) ist ein geometrisches Schaubild des dreifältigen Runenkopfes. Es verkörpert das gesamte Universum mit Himmel, Erde und Unterwelt. Es dient als mhd. Ougenweide, um durch die Darstellung von heiligen Sinnzeichen, Landschaften oder auch Farbmustern vielschichtige religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können. Altdeutsche Mandalas sind beispielsweise Oding-Kreise, Doppelwendel, Dreierspirale, Schweifkreuze, Spiralkreuze, Tupfenkreuze, Doppelschlange, Wodansknoten, Zentrische-Dreierringe, Mühlespiel, Penta- und Hexagrammas.
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